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Claus Hintennach

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Stationen für Hundekotbeutel im Esslinger Stadtgebiet? Das hatte die Stadt bisher abgelehnt. Nach einer Demo von Hundebesitzern kam es zu einem Sinneswandel.

Die Stadt Esslingen ist nun doch auf den Hund gekommen – im positiven Sinn. Oberbürgermeister Matthias Klopfer hat sich nach Angaben seines Pressereferats dazu bereit erklärt, in einem Pilotprojekt zunächst versuchsweise Stationen für Hundekotbeutel an ausgewiesenen Standorten im Stadtgebiet aufzustellen. Bisher hatte die Verwaltung solche Stationen abgelehnt.
Die Entwicklung freut Julia Zimmermann. Die Hundehalterin hatte zusammen mit Sandra Stark, einer anderen Tierfreundin, Ende April eine Hunde-Demo vor dem Alten Rathaus organisiert, zu der mehr als 50 Menschen mit ihren Vierbeinern gekommen waren. Zwei Ziele hatten sie verfolgt: das Aufstellen von Stationen mit Hundekotbeuteln auf öffentlichen Flächen im Stadtgebiet und die Einrichtung einer Auslauffläche für ihre Tiere.
Nach dieser Demonstration hatten sich Julia Zimmermann und Sandra Stark für einen Besuch der Bürgersprechstunde bei OB Klopfer Anfang Mai angemeldet. Im Gespräch mit dem Verwaltungschef, so berichtet Julia Zimmermann nun, habe sie ihre Anliegen erneut angesprochen: „Nach einigem Hin und Her und Gegenargumenten, warum vieles nicht gehe, hat er sich dann doch überzeugen lassen.“ Das Stadtoberhaupt habe der Einrichtung von Hundekotbeutelstellen in einer Art Feldversuch zugestimmt. Für die Umsetzung sei ein Zeitpunkt um die Sommerpause herum angedacht – also wohl im Juli oder August. Doch beim Thema Hundewiese biss sie auf Granit. In diesem Punkt sei der OB hart geblieben.
Bisher hatte sich die Verwaltung auch gegen Stationen für Hundekotbeutel ausgesprochen. Sie hatte auf einen bereits durchgeführten Versuch mit solchen Stellen auf der Maille verwiesen. Ein Rückgang des Hundekots in öffentlichen Anlagen habe dabei nicht festgestellt werden können. Im Gegenteil: Im Umfeld der Stationen habe die Verschmutzung durch ungenutzte Beutel sogar noch zugenommen. Hundebesitzer, die gewillt seien, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zu entsorgen, würden zudem meist Beutel mit sich führen.
Diese Argumente, so teilt Marcel Meier vom städtischen Pressereferat mit, würden nach wie vor gelten. Ihr Umdenken in dieser Frage begründet die Verwaltung aber damit, dass sich Julia Zimmermann und Sandra Stark zur Mithilfe bereit erklärt hätten. Die beiden engagierten Frauen würden die Hundekotbeutelstationen während des Feldversuches als Patinnen betreuen. Wie ihre Aufgaben dabei genau aussehen würden, würde derzeit noch geklärt. Angedacht sei aber, dass die Bürgerinnen die Hundekotbeutelspender regelmäßig mit Beuteln auffüllen.
An der genauen Ausgestaltung des Pilotversuchs wird laut Marcel Meier noch gearbeitet: „Um die Details mit zunächst zwei Standorten von Hundekotbeutelspendern zu klären, sind wir derzeit im Austausch mit engagierten Bürgern und Hundehaltern, die uns dabei unterstützen.“ In seiner Sprechstunde, ergänzt Julia Zimmermann, habe OB Klopfer aber von Standorten im Merkel- und im Schillerpark gesprochen. Wann mit ersten Ergebnissen des Feldversuchs zu rechnen sei und welche Folgen er haben könnte, kann Marcel Meier noch nicht sagen.
Unabhängig von ihren Zugeständnissen mit Blick auf die Hundekotbeutel bleibt die Stadtverwaltung aber bei ihrem strikten „Nein“ bei der Schaffung einer Auslauffläche für Hunde im Stadtgebiet. „Esslingen ist bereits jetzt unterdurchschnittlich mit Grünflächen ausgestattet“, teilt Marcel Meier mit. Es sei daher aus Sicht der Stadtverwaltung nicht zielführend, die vorhandenen Grünflächen für einzelne Zielgruppen wie etwa Hundehalter aufzugliedern: „Die Lösung liegt eher in einer gemeinschaftlichen Nutzung des öffentlichen Grüns.“

Patenschaften für Hundekotbeutel
Patenschaften:
Die Idee der Patenschaften für Stationen mit Hundekotbeuteln wird etwa in Schorndorf, der ehemaligen Wirkungsstätte von OB Matthias Klopfer, umgesetzt. Spender werden nur dort aufgestellt, wo Paten zur Betreuung zur Verfügung stehen. Die Erfahrungen seien überwiegend positiv.
Aufgaben: In Schorndorf kümmern sich etwa 60 Paten um gut 65 Spender für Hundekotbeutel. Ihre Aufgaben sind laut Stadt die Befüllung der Stationen mit Beuteln und die Abholung der Tüten bei den Zentralen Diensten in Schorndorf. Zudem würden die Paten auch Verschmutzungen, Beschädigungen oder Diebstähle melden. (sw)

Die evangelische Stadtkirche in Plochingen ist fast fertig renoviert. Zur Wiedereröffnung gibt es am 23. Juni ein großes Fest.

So viel Licht! Wahrscheinlich war es noch nie so hell in der Plochinger Stadtkirche St. Blasius wie jetzt nach der Sanierung. Boden, Wände, Kirchenbänke, die Empore samt ihren Säulen und die Decke sind in einem leicht getönten Weiß gehalten, das die bisherigen Holztöne ablöst. Manche Gemeindeglieder, die mit dem alten Erscheinungsbild aufgewachsen sind, werden sich daran gewöhnen müssen. Aber die große Mehrheit freut sich sehr auf die Nutzung dieses freundlichen Gotteshauses, in dem, noch als halbe Baustelle, bereits die Konfirmationen und zwei Konzerte stattfanden.
Pfarrerin Karin Keck empfand die Stadtkirche bisher als „dunklen Raum“, der Architekt Norbert Behringer spricht von einem „dumpfen Eindruck“. Zum letzten Mal in den 1960er-Jahren saniert, fiel zuletzt immer wieder die Heizung aus, und „die Elektronik wackelte“, so Karin Keck. Mit der Innenraumsanierung hat man aber auch neu und barrierefrei gestaltet. Im vorher erhöhten Chorraum wurden mehr als 50 Zentimeter Höhe abgegraben, was eine der größeren Herausforderungen bei der Sanierung war, zumal man dabei auf Menschenknochen stieß. Diese wurden zunächst archäologisch gesichtet und dann mit einer kleinen Zeremonie wieder bestattet.
Auch das Denkmalamt hatte einiges mitzureden. Es forderte, die Kirchenbänke zumindest teilweise als Möblierung zu behalten, sie durften aber weiß gestrichen werden. Ebenso hat das Amt verfügt, dass der alte Kanzelfuß im Gotteshaus verbleibt. Er steht nun als dekoratives Element im hinteren Teil, denn eine Kanzel gibt es nicht mehr – gepredigt wird künftig auf Augenhöhe vom Ambo aus. Während der Altar bisher zentral im Chorbogen platziert war und dort mit dem Kruzifix eine Art Barriere bildete, wird der neue Altar dezentraler aufgestellt. Das knapp zwei Tonnen schwere Stück, gestaltet vom Esslinger Künstler Bernhard Huber, soll zudem beweglich sein. Mit seiner geschwungenen, blütenähnlichen Form lädt es dazu ein, sich rundum zu versammeln.
Bauchgrimmen verursachte manchen Gemeindegliedern, dass das Kruzifix nicht mehr im Zentrum hängen wird. An ihm hänge die Gemeinde sehr, sagt die Pfarrerin. Am neuen Platz an der Südwand der Kirche ist es aber gut sichtbar und empfängt die durch den Seiteneingang kommenden Besucher. Die Fresken um die Fenster und im Netzgewölbe des Chors wurden restauriert, ebenso die Bilder an der Empore.
Der Gemeinde ging es auch darum, die Kirche vielseitiger zu machen. So kann der freie Raum hinter den Bänken entweder bestuhlt oder für einen Stehempfang und ähnliches genutzt werden. Im Eingangsbereich ist nun eine Glastür, hinter der eine kleine Kinderspielecke eingerichtet wird, als Ausweichmöglichkeit für ganz junge Kirchenbesucher.
Die Stadtkirche, weithin sichtbar, sei nicht nur für Gemeindeglieder, sondern für ganz Plochingen „ein zentraler Ort“, sagt Pfarrerin Keck. Das zeige sich unter anderem daran, dass mehr als 30 Prozent der eingenommenen Spenden nicht aus der Kirchengemeinde selbst kamen. Allein für die Innenraumsanierung wurden bisher rund 475 000 Euro gesammelt. Erklärtes Ziel waren 540 000 Euro, wobei an einigen Stellen Kostensteigerungen zu verzeichnen sind. „Wir sammeln noch ein Jahr weiter“, sagt Gerhard Nölle, der sich vom Kirchengemeinderat aus der Finanzen annimmt.
Weiter gesammelt wird auch für die Orgel, bei der ebenfalls die Generalüberholung ansteht. Sie soll im Oktober wieder eingeweiht werden, für die Kirche selbst steigt am Sonntag, 23. Juni, ein großes Fest. (aia)

Am 9. Juni finden in Baden-Württemberg gleichzeitig mit der Europawahl die Kommunalwahlen statt. Die Wahl zu Gemeinderäten, Kreistagen und dem Stuttgarter Regionalparlament gilt als kompliziert. Bei den Kommunalwahlen und erstmals auf EU-Ebene dürfen auch 16- und 17-Jährige ihre Stimmen abgeben.

Am Sonntag, 9. Juni, ist Wahltag: in den Staaten der Europäischen Union, und im Speziellen in Baden-Württemberg. Denn im Südwesten wurden Europa- und Kommunalwahl auf den selben Termin gelegt. Und Letztere ist durchaus herausfordernd, kaum eine Wahl gilt als so kompliziert wie die Kommunalwahl. Dabei wird über die Zusammensetzung von Gemeinderäten, Kreistagen und dem Stuttgarter Regionalparlament entschieden.
Nach Schätzung des Statistischen Landesamtes werden bei den Wahlen am Sonntag etwa 8,6 Millionen Baden-Württembergerinnen und Baden-Württemberger wahlberechtigt sein. Darunter befinden sich 7,8 Millionen Deutsche und 830 000 aus anderen Mitgliedstaaten der EU, die seit mindestens drei Monaten im Südwesten ihren Hauptwohnsitz haben. Bei den Europawahlen werden in Deutschland erstmals auch 16- und 17-Jährige ihre Stimme abgeben können. Für die Kommunalwahlen wurde das Mindestwahlalter bereits zur Wahl 2014 auf 16 Jahre abgesenkt. Voraussichtlich werden in Baden-Württemberg gut 190 000 Wahlberechtigte unter 18 Jahre alt sein. Die Minderjährigen werden somit etwa 2,3 Prozent der Wahlberechtigten ausmachen. Die Zahl der Erstwählerinnen und -wähler wird für die Kommunalwahlen auf 500 000 geschätzt, für die Europawahl auf etwa 720 000 (durch die Wahlrechtsänderung dürfen an der Europawahl zwei Jahrgänge zusätzlich erstmals teilnehmen).
Bei keiner Wahl haben die Menschen in Baden-Württemberg so viele Stimmen zu verteilen wie bei der Kommunalwahl. Auf sie kommt eine wahre Flut an Kreuzchen zu: In einigen Städten sind es mehr als 60 Stimmen, die zu vergeben sind. Einige Stichpunkt zu dieser komplizierten Wahl.

Was wird gewählt?
Bei der Kommunalwahl werden alle fünf Jahre die Gemeinderäte in 1101 Städten und Gemeinden, die Kreisräte in den 35 Landkreisen sowie die Ortschaftsräte gewählt. Im Landkreis Esslingen wird in 44 Kommunen zu den Wahlurnen gerufen. Zudem stimmen die Bürger in der Region Stuttgart über die Mitglieder der Regionalversammlung ab. Nicht gewählt werden dagegen Bürgermeister im Land.

Wer darf wählen?
Wahlberechtigt sind bei der Kommunalwahl (wie bei der Europawahl) Menschen ab einem Alter von 16 Jahren (das wird als aktives Wahlrecht bezeichnet). Bei den Wahlen zu Europaparlament, Gemeinderat, Kreistag und Ortschaftsrat dürfen auch EU-Bürger mitwählen, nicht jedoch bei der Wahl zur Regionalversammlung Stuttgart.

Wer darf gewählt werden?
Für die Kommunalwahl aufstellen lassen (passives Wahlrecht) konnte sich in diesem Jahr erstmals jeder, der auch wählen darf – also auch Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren. Das hatte der Landtag im vergangenen Jahr beschlossen, damit betritt Baden-Württemberg bundesweit Neuland. Ziel ist es unter anderem, jüngere Menschen für die politische Arbeit zu motivieren.

Wie funktioniert das Wählen bei der Kommunalwahl?
Die Kommunalwahlen in Baden-Württemberg gelten mit als die kompliziertesten bundesweit. Sowohl bei den Gemeinderats- als auch bei den Kreistagswahlen dürfen die Wähler kumulieren, sprich: einem Kandidaten bis zu drei Stimmen geben. Auch dürfen sie panaschieren, sprich: ihre Stimmen auf verschiedene Listen verteilen.
Wichtig ist: Wählerinnen und Wähler müssen darauf achten, dass sie die Zahl der maximal zu vergebenden Stimmen nicht überschreiten, sonst ist der Stimmzettel nicht gültig. Je nach Größe der Gemeinde sind unterschiedlich viele Stimmen zu verteilen. Bei den Gemeinderatswahlen haben die Wählerinnen und Wähler so viele Stimmen, wie Gemeinderäte zu wählen sind. In kleinen Gemeinden sind das mindestens acht, in größeren Städten bis zu 60. Immerhin: Die komplizierte Verteilung der Kreuzchen kann auch in Ruhe daheim gemacht werden, die Wahlbriefe wurden im Vorfeld zugestellt. Und auch bei den Kommunalwahlen kann per Briefwahl abgestimmt werden.

Wie sieht es im Esslinger Kreistag aus?
Für die Wahl des Esslinger Kreistags bewerben sich 746 Kandidatinnen und Kandidaten (491 Männer und 255 Frauen). Drei 17-Jährige sind darunter. Die gesetzliche Mitgliederzahl im Kreistag bleibt trotz eines Einwohnerzuwachses bei 86 Sitzen. Die Sitzzahl kann sich je nach Wahlausgang durch Ausgleichssitze auf maximal 103 erhöhen. Freie Wähler, CDU, SPD, Grüne, FDP, AfD und Die Linke treten dabei mit Vorschlägen in allen 13 Wahlkreisen an. Die REP treten nicht mehr an. Im Wahlkreis Leinfelden-Echterdingen beteiligt sich zudem die Liste Engagierte Bürger.

Wann gibt es Ergebnisse der Kommunalwahl?
Weil die Wahlen so kompliziert sind, dürfte es teils mehrere Tage dauern, bis die endgültigen Ergebnisse der Kommunalwahl vorliegen. In den größeren Städten im Land wird mit der Auszählung der Wahl erst am Montag begonnen – am Sonntag sind die Wahlhelfer zunächst mit der Europawahl beschäftigt. In einigen Gemeinden können Bürgerinnen und Bürger die Zwischenstände während der Auszählung auch im Internet verfolgen.

Wie waren die Ergebnisse bei der vergangenen Kommunalwahl?
In den Gemeinderäten errangen bei der Wahl im Jahr 2019 Wählervereinigungen die meisten Stimmen (39,1 Prozent). Auf dem zweiten Platz landete die CDU (22,8 Prozent), gefolgt von der SPD (13,4) und den Grünen (12,9 Prozent).

Welche politische Bedeutung hat die Kommunalwahl?
Als Barometer für die politische Stimmungslage im Land ist die Kommunalwahl nicht geeignet. Es geht um die Politik vor Ort; Parteipolitik und politische Großwetterlage sind Nebensache. Kommunalwahl ist auch immer eine Persönlichkeitswahl. (hin/dpa)

Gelegenheit zum Feiern gibt es in den kommenden Wochen reichlich im Kreis Esslingen. 17 Tipps – vom Brauchtumsfest bis zum Musikfestival.

Auch wenn das Wetter derzeit wenig Lust aufs Feiern im Freien macht: Der Festsommer steht vor der Tür. Wer in den heißen Monaten Unterhaltung an der frischen Luft sucht, kann in Esslingen und Umgebung aus einem vielseitigen Angebot wählen. Stadtfeste, Open-Air-Konzerte, Freiluftkino und mehr. Die wichtigsten Ereignisse im Überblick.

Maientag (Nürtingen)
Noch bis Montag, 10. Juni, steht beim diesjährigen Maientag ein 80 Meter hohes Kettenkarussell auf dem Festplatz der TSV Oberensingen. Nach einem Umzug durch die Stadt am Samstag spielen Bands auf einer Bühne.

Schön am Neckar (Nürtingen)
Grunge, Ska und Motown-Soul, dazu Alphorntechno und arabisch angehauchter Reggae-Folk – genretechnisch deckt das Festival (21. und 22. Juni) am Nürtinger Flussufer ein breites Spektrum ab.

Freilufttheater (Esslingen)
Momo auf der Maille: Von Donnerstag, 20. Juni, bis Sonntag, 28. Juli, jagen die „grauen Herren“ durch die Esslinger Parkanlage. Für ihre alljährlichen Freiluftvorstellungen hat sich die Württembergische Landesbühne in diesem Sommer den Jugendbuchklassiker von Michael Ende vorgenommen.

Schwörfest (Esslingen)
Was früher das Bürgerfest war, heißt inzwischen Schwörfest. Im Mittelpunkt steht aber weiterhin das Esslinger Ehrenamt. Von Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Juli, stellen etwa 90 Vereine und Gruppen in der Altstadt ihre Arbeit vor. Fester Bestandteil ist zudem die Schwörzeremonie am Freitagabend im Schwörhof.

EZ-Lauf (Esslingen)
Laufprofis und Hobbyjogger stellen am Sonntag, 7. Juli, beim Eßlinger Zeitung Lauf gleichermaßen ihre Ausdauerfähigkeiten unter Beweis. Die zehn Kilometer lange Strecke des Hauptlaufes führt mitten durch die Altstadt. Kinder und Jugendliche können an den kürzeren Schüler- und Bambiniläufen teilnehmen (Anmeldungen bis 16. Juni).

Marquardtfest (Plochingen)
Höhepunkt im Plochinger Veranstaltungsjahr ist das Marquardtfest. Die Innenstadt wird dabei von Freitag bis Sonntag, 12. bis 14. Juli, zur Feiermeile. Mit dem Fest ehrt die Gemeinde ihren ehemaligen Ortsherrn, den Bischof und Patriarchen Marquardt von Randeck.

Sonnenrot (Kirchheim)
Der Name ist Programm: Bei gutem Wetter sind die Konzerte auf dem Flugplatz Hahnweide abends ins Rot des Sonnenuntergangs getaucht. Vor diesem Hintergrund treten von Donnerstag bis Sonntag, 18. bis 21. Juli, vier Tribute-Bands auf. Sie bringen die Musik der „Fantastischen Vier“, von Robbie Williams, „Coldplay“ und Tina Turner nach Kirchheim.

100 Jahre Musikverein Beuren
Mit Festumzug, Rockband und Wiesn-Kapelle feiert der Musikverein Beuren von Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. Juli, auf dem Platz der Turn- und Festhalle sein 100-jähriges Bestehen.

Vinzenzifest (Wendlingen)
Die Vielfalt ihrer Trachten präsentieren Heimatvereine der Region von Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. Juli, auf dem Wendlinger Marktplatz. Das Vinzenzifest ist auch Landestreffen des Bundes der Egerländer, einem Vertriebenenverband.

Konzerte und Kino auf der Burg (Esslingen)
Ob Fans der großen Hollywood-Blockbuster oder Liebhaber der europäischen Arthouse-Streifen – das Freiluftkino auf der Esslinger Burg ist seit Jahren Anlaufstelle für beide Gruppen. Bei den Vorführungen vom 24. Juli bis 3. August bietet der Innenhof des Geländes Platz für bis zu 3000 Personen. Im Rahmen des Esslinger Kultursommers stehen auf der Burg zuvor Konzerte von „Saltatio Mortis“, Matthias Reim und Kerstin Ott an (18. bis 21. Juli).

Sommernachtskino (Kirchheim)
Laue Sommernächte genießen und die Neuheiten des Filmjahres auf großer Leinwand verfolgen? Beim Freiluftkino auf dem Kirchheimer Martinskirchplatz geht vom 1. bis 25. August beides zusammen. Wer sich für die Vorführungen vor Ort stärken will, kann zwischen Pizza, Pasta, Burgern und Salaten wählen.

Estival (Esslingen)
Um die regionale Weinvielfalt zu erkunden, ist das Estival genau der richtige Ort. Für die Veranstaltung, die einst als Zwiebelfest firmierte, bauen Gastronomiebetriebe aus der Umgebung vom 2. bis 14. August ihre Stände rund um den Esslinger Marktplatz auf. Zu den Getränken werden schwäbische Klassiker und lokale Spezialitäten wie Käsespätzle oder Zwiebelzupfer geboten.

3K-Festival (Köngen)
Von Rock bis Reggae, von Indie bis Dancehall reichen die Musikrichtungen beim 3K-Festival auf dem Köngener Burgschulareal, das Motto am Samstag, 10. August, lautet „Konzerte, Kabarett, Kontraste“.

Goldgelb (Aichwald)
Ein Acker neben dem Wasserturm in Krummhardt wird von Donnerstag bis Montag, 15. bis 19. August, zum Festivalgelände. Zwischen Sonnenblumen und Strohballen treten an fünf Tagen zehn Bands auf, darunter Covergruppen von „Queen“, „Creedence Clearwater Revival“ und Meat Loaf. Veranstalter ist der Kulturverein Krummhardt, der Vorverkauf läuft (www.goldgelb.eu).

Flammende Sterne (Ostfildern)
Feuerwerkskörper in allen Formen und Farben erleuchten von Freitag, bis Sonntag, 23. bis 25. August, den Nachthimmel über Ostfildern. Auf dem Boden ergänzen bei dem Festival im Scharnhauser Park Konzerte, Wettbewerbe und ein Markt das Programm.

Wein-Lounge (Esslingen)
Ziel der Veranstaltung auf dem Hafenmarkt ist es, Esslingen als Weinstadt zu bewerben. Winzer stellen vom 5. bis 9. September ihre Tropfen vor. Außerdem beraten sie an ihren Ständen. Für Unterhaltung sorgen ein DJ und Live-Musik.

ES funkelt (Esslingen)
Shoppen bis spät in den Abend – diese Möglichkeit besteht am Samstag, 7. September, in der Esslinger Innenstadt. Auf dem Nachtflohmarkt lässt sich nach Kunsthandwerk und Antiquitäten stöbern, der Lichtermarkt sorgt für Stimmung in den Straßen. Zahlreiche Geschäfte öffnen ihre Türen bis 22 Uhr. (vas)

Ehrenamtliche haben rund um Denkendorf Spazierwege vor allem für ältere Menschen zusammengestellt. Die Touren werden nun in der Praxis erprobt, Verbesserungsvorschläge sind erwünscht.

Mobil sein ist gerade im Alter wichtig. Abwechslungsreiche Spaziergänge, bei denen es auch etwas zu sehen gibt, locken zum Rausgehen in die Natur. Deshalb hat eine Gruppe von acht spazierfreudigen Denkendorfer Bürgern ehrenamtlich zwölf kurze und barrierearme Spazierstrecken auf Denkendorfer Gebiet zusammengestellt – schöne Aussichten inklusive. Diese Wege gehen nun in den Praxistest.
Alle zwei Wochen wird eine Route im Gemeindeanzeiger vorgestellt. Es gibt neben dem Streckenverlauf unter anderem Informationen über Länge, Steigungen oder Bodenbeschaffenheit. Kann man dort auch mit dem Rollator, dem Rollstuhl oder dem Kinderwagen unterwegs sein? Wo gibt es eine schöne Aussicht und Bänke zum Rasten? Außerdem sind Möglichkeiten vermerkt, unterwegs einzukehren, und ebenso die Standorte der „Netten Bürgertoiletten“, einem Netz aus öffentlich zugänglichen Toiletten. Zudem wird gezeigt, wo eine Anbindung an den Bürgerbus besteht. Dieser kann Spaziergänger bei einigen Strecken zum Start bringen oder am Ziel aufnehmen.
Die Bürgerinnen und Bürger sind nun dazu aufgerufen, die Wege alleine oder auch in Gemeinschaft abzugehen. Rückmeldungen an die Koordinierungsstelle Älterwerden sind erwünscht.
Zum Auftakt machte sich eine Gruppe von rund 20 Seniorinnen und Senioren gemeinsam mit dem Bürgermeister Ralf Barth, Maria Sommer, der Leiterin der Koordinierungsstelle Älterwerden, sowie Renate und Karl-Heinz Gattner vom Ehrenamtsteam auf Erkundungstour. „Von Bänkle zu Bänkle“, so das Motto. Und Möglichkeiten, sich auszuruhen oder sich einfach nur für ein Schwätzchen niederzulassen, gab es angesichts von mehr als sechs Bänken auf der rund 1,5 Kilometer langen Strecke reichlich. „Das ist wieder ein kleiner Meilenstein der Quartiersentwicklung“, sagte Barth. Deren Ziel ist es, älteren Menschen zu erlauben, möglichst lange selbstbestimmt und sozial eingebunden leben zu können.
Draußen zu sein und sich zu bewegen, sei gesund für Körper und Geist, betont Sommer. Die genaue Beschreibung und die eher einfach zu bewältigenden Wege sollen auch diejenigen ins Freie locken, die sich vielleicht nicht mehr so recht trauen, erklärt sie. Die Strecke führt von der Bürgerbushaltestelle am Martin-Luther-Haus in Richtung Alter Eichwald, vorbei an einem Tümpel und leicht bergab, bevor es wieder in Richtung Ort geht.

Keine Probleme mit dem Rollator
Der Boden ist, wenn nicht asphaltiert, dann gut befestigt. Edmund Obergfell hat mit seinem Rollator auf dem überwiegend ebenen Weg keine Probleme. Der 90-Jährige freut sich daran, gemeinsam mit anderen an der frischen Luft zu sein.
Der Weg führt auf weiten Strecken durch den Wald. Angenehm angesichts sommerlicher Temperaturen, findet Brigitte Kiessling. Die 79-Jährige ist viel allein draußen unterwegs und genießt nun die Gemeinschaft. „Das könnte man öfter machen“, meint auch Brigitte Skrok (80). Etliche nutzen auch die Gelegenheit für das Gespräch mit dem Bürgermeister. Der hört aufmerksam zu und erfährt auch die eine oder andere Lebensgeschichte.
Nach der Erprobungsphase sollen die Wege in einer Broschüre zusammengefasst und genau beschrieben werden. Es sind vor allem kürzere Wege mit einer Länge von maximal zwei Kilometern, die sich durch Varianten oder Schleifen auch verlängern lassen.

Die Nächsten Touren
11. Juni, 14.30 Uhr:
„Schneckenwegle-Spaziergang“ mit Bewegungseinheit bei der Ludwig-Uhland-Schule und Einkehrmöglichkeit im Café Mayer. Dauer etwa eine Stunde (inklusive Pausen). Treffpunkt ist die Bürgerbushaltestelle Mexi­mieux-Platz. Keine Anmel­­dung erforderlich.
26. Juni, 14 Uhr: „Kleiner Kugelpfadspaziergang“ für Menschen mit und ohne Demenz mit Aktionen des Teams vom Café Begegnung zur guten Stunde und dem Obst- und Gartenbauverein. Einkehrmöglichkeit im Pflegeheim am Kloster. Dauer ein bis 1,5 Stunden. Treffpunkt ist die Bürgerbushaltestelle Maierhof. Anmeldung erbeten bis 19. Juni bei Maria Sommer unter Telefon 07 11/ 34 16 80 39 oder per Mail an m.sommer@denkendorf.de.
Alle Infos zu den Spaziergängen finden sich unter: www. denkendorf.de/leben- wohnen/aelterwerden/ spazierwege
Feedback: Rückmeldungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge zu den Wegen wie auch Fotos von unterwegs nimmt ebenfalls Maria Sommer entgegen.
Quartiersentwicklung: 2022 wurde der Quartiersentwicklungsplan „Älterwerden in Denkendorf gemeinsam gestalten“ als Fortschreibung der Altenhilfeplanung verabschiedet. Seither sind einige Initiativgruppen entstanden, die sich um Aspekte des Zusammenlebens Gedanken machen. 58 Einzelmaßnahmen stehen im Plan. Sie werden nach und nach umgesetzt. (urh)

Nach dem Umbau des Alten Schulhauses dürfte Altbach baulich für die Kinderbetreuung der kommenden Jahre gewappnet sein.

Eine Glaskugel, die den Blick in die Zukunft erlaubt, gibt es auf dem Altbacher Rathaus nicht. Würde es sie geben, wäre vieles einfacher, etwa die Planung der benötigten Betreuungsplätze in den örtlichen Kindertagesstätten. Aber ein Gutachten der Firma Biregio aus Bonn gibt nun wichtige Hinweise, wie sich der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen in den nächsten Jahren voraussichtlich entwickelt.
Mit der Inbetriebnahme eines kommunalen Kindergartens im Alten Schulhaus kann Altbach trotz eines steigenden Bedarfs wahrscheinlich genügend Plätze anbieten. Christian Hamel stellte das Biregio-Gutachten im Gemeinderat vor. „Sie befinden sich in der Verjüngung“, erklärte er. Zwischen 60 und 80 Geburten erwartet Biregio jährlich. Altbach wachse seit Jahren stärker als der Landesdurchschnitt. Die Gemeinde ist für viele Menschen, die in der Region Stuttgart arbeiten, unter anderem aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage mit einem S-Bahnhof und der nahen Bundesstraße 10 ein beliebter Wohnort.

Steigende Einwohnerzahl
„Die Wegzüge schaffen Sie mehr als auszugleichen“, erklärte Hamel. Ohne Zuzug würde die Gemeinde schrumpfen. Bis zum Jahr 2033 könnte die Einwohnerzahl auf mehr als 6900 steigen. Momentan wohnen laut Statistischem Landesamt rund 6400 Menschen in Altbach. Ein wichtiger Grund für die wachsende Einwohnerzahl sind Neubauprojekte. In den nächsten Jahren könnten unter anderem auf dem Gelände der ehemaligen neuapostolischen Kirche an der Esslinger Straße viele neue Wohnungen gebaut werden.
Derzeit gibt es vier Kindertagesstätten in der Gemeinde, die insgesamt 309 Plätze anbieten. Im Kindergarten St. Franziskus soll, wenn der Anbau fertig ist, bald eine weitere Gruppe eingerichtet werden. 90 Prozent der angebotenen Plätze sind für Kinder ab einem Alter von drei Jahren. Zehn Prozent der Plätze gibt es für jüngere Kinder im Krippenalter. Ab September 2025 könnten in der Alten Schule bis zu vier Gruppen angeboten werden, die aber nicht sofort alle belegt werden. Die derzeitige Kooperation mit der Einrichtung Himmelblau in Deizisau wird wohl mit der Eröffnung der Kita in der Alten Schule aufgegeben.

Bis zum Jahr 2030 gut aufgestellt
Mindestens bis zum Jahr 2030 sei die Gemeinde damit gut aufgestellt, resümierte Hamel. Danach müsste geschaut werden, wie es weitergeht. Je weiter die Prognose in die Zukunft blickt, desto ungenauer wird sie. Hinzu kommen nicht vorhersehbare Ereignisse wie der Krieg in der Ukraine. Große Fluchtbewegungen, die für eine rasche Veränderung der Bevölkerungszahl und -struktur sorgen, können in der Prognose nicht berücksichtigt werden.
Die Planer für den neuen gemeindeeigenen Kindergarten in der Alten Schule hoffen, dass der Eröffnungstermin trotz aktueller Verzögerung bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten gehalten werden kann. Unter anderem hat sich die Gemeinde kürzlich von ihrem Fachplaner für Heizung, Lüftung und Sanitär getrennt. „Das hat nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt haben“, erklärt der Architekt Nico Dürr. Ein neuer Planer sei bereits beauftragt. „Wir schauen nach vorne.“
Wie es bei der zeitlichen Planung weitergeht, soll im Juni vorgestellt werden. Derzeit wird noch erörtert, was genau an dem alten Gebäude gemacht werden muss. Unter anderem hat eine Decke für eine Überraschung gesorgt, weil sie umfangreicher als geplant erneuert werden muss. Auch manche Abwasserleitungen sind in einem schlechteren Zustand als angenommen. „Die Leitungen im Bestand sind gar nix mehr. Da müssen wir mehr investieren“, sagt Dürr. Größere Überraschungen sollte das Gebäude, das inzwischen beinahe einem Rohbau ähnelt, aber nicht mehr für die Bauherrn bereithalten. „Aus meiner Sicht kommt da nicht mehr viel“, meint Dürr. Positiv bewertet der Architekt die Preisentwicklung. „Die Holzbaupreise sind wieder auf Vor-Corona-Niveau“, meint er. Auch andere Arbeiten sind wohl günstiger als in der Planung zunächst angenommen. Ob der Umbau insgesamt günstiger wird, muss aber noch abgewartet werden. Derzeit geht die Gemeinde von Kosten in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro aus.

Bis zu drei Kindergartengruppen
Personal: 
Eine Herausforderung für die zukünftige Kinderbetreuung in Altbach wird die Suche nach Angestellten in den Einrichtungen sein. Durch den Ausbau der Kinderbetreuung im ganzen Land werden vielerorts Erzieherinnen und Erzieher gesucht.
Betreuungsstätten: Die Kinderbetreuung in Altbach übernehmen aktuell der evangelische Kindergarten Wuselvilla, das evangelische Kinderhaus Vogelgarten und der evangelische Waldkindergarten Waldschnecken. Außerdem gibt es den katholischen Kindergarten St. Franziskus. Darüber hinaus gibt es noch bis September 2025 eine Kooperation mit der Deizisauer Einrichtung Himmelblau, wo Plätze für Kinder aus Altbach angeboten werden.
Alte Schule: Der Umbau des ehemaligen Schulgebäudes zu einem kommunalen Kinderhaus ist eines der größten Bauprojekte der Gemeinde. Ab September 2025 sollen dort bis zu drei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe betreut werden können. (bra)

Die Stadt Esslingen übernimmt das Gelände an der Flandernstraße 2026 nach dem Umzug der Hochschule in die Neue Weststadt. Der Kaufpreis muss dann fließen, die Weitervermarktung wird dauern. Die Verzögerung kostet die Stadt einiges Geld. Nun soll die Planung forciert werden.

Händeringend sucht die Stadt Esslingen Möglichkeiten, Wohnraum zu schaffen. Eine Option für einen großen Wurf ist das Hochschulareal an der Flandernstraße. Sobald der dortige Hochschulstandort 2026 in die Neue Weststadt verlegt wird, übernimmt die Kommune das Gelände vom Land. Seit 2016 ist dieser zeitliche Horizont bekannt. Ursprünglich sollten die Bagger anrollen, sobald die Hochschule umgezogen ist. Doch ein realisierbares Konzept fehlt bis heute – auch die Pläne, sich mit diesem Projekt an der Internationalen Bauausstellung (IBA) zu beteiligen, haben sich zerschlagen. Im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) des Gemeinderats hat die Verwaltung jüngst den Stand der Dinge vorgestellt. Klar wurde, dass eine Vermarktung des Areals angesichts der Situation am Immobilienmarkt deutlich schwieriger und nach aktuellem Stand auch weniger lukrativ geworden ist.
CDU-Fraktionschef Tim Hauser hatte die Debatte mit einem Haushaltsantrag angestoßen: Weil er findet, „dass Projekte dieser Größenordnung mit bis zu 500 Wohneinheiten stärker in den Fokus gerückt werden müssen“, hatte Hauser um Aufklärung gebeten, wie Planungsprozesse so gestaltet werden können, dass sie auch bei zeitlichen Verzögerungen, etwa durch stockende Aktivitäten der Baubranche, fertig in der Schublade liegen. Hausers Kritik: „Wir sind oft Champions League in der Planung und nur Kreisklasse in der Umsetzung.“
Im ATU hat Stadtplanungsamtschef Axel Fricke nun deutlich gemacht, dass es mit einem zeitnahen Baubeginn nach dem Auszug der Hochschule wohl nichts werden wird. Für Anfang 2025 strebt die Verwaltung einen Grundsatzbeschluss zur Entwicklung des neuen Stadtquartiers und zur schrittweisen Vermarktung von Teilflächen an. Die Stadt will ihre städtebauliche Rahmenplanung für dieses Projekt noch 2025 unter Dach und Fach bringen – allerdings werde man danach „nicht gleich loslegen können“, weil die Vermarktung der Flächen herausfordernd werden dürfte.

Die bestehenden Gebäude abreißen?
Immerhin wurden inzwischen wichtige Voruntersuchungen angestellt, die weiter ergänzt werden. Eine zentrale Frage ist noch unbeantwortet: Sollen die bestehenden Gebäude fallen oder ganz oder zumindest teilweise erhalten und neu definiert werden?
Inzwischen mehren sich die Zeichen, dass das rund 67 000 Quadratmeter große Areal nicht en bloc vermarktet wird, zumal eine abschnittsweise Realisierung „eine detailliertere und vor allem differenziertere Planung, Steuerung und Entwicklung“ ermögliche. Entscheidend sei eine qualitativ hochwertige Planung aus einem Guss. Kniffliger ist, dass sich die Stadt verpflichtet hat, den Kaufpreis von 23 Millionen Euro innerhalb von drei Wochen nach dem Auszug der Hochschule zu begleichen.
Da das Geld an das Land fließen muss, eine Refinanzierung durch Weiterverkauf jedoch auf sich warten lässt, muss die Stadt den Kaufpreis vermutlich 2026 und 2027 zwischenfinanzieren, was den städtischen Haushalt erheblich belasten wird – ein sehr hoher sechsstelliger Zinsbetrag pro Jahr gilt als nicht unrealistisch. Derzeit ist das Projekt weder im Doppelhaushalt noch in der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt finanziert. Deshalb müsse „die haushaltsrechtliche Grundlage für den Eintritt der Stadt in den Vertrag und die abschnittsweise Vermarktung über einen Nachtragshaushalt 2025 hergestellt werden“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Darüber, welche Preise später am Immobilienmarkt zu erzielen sind, kann aktuell nur spekuliert werden. Die Stadt hofft auf steigende Preise, der Verkauf soll nicht übers Knie gebrochen werden.
Im ATU betonte Carmen Tittel (Grüne) die große Bedeutung des Areals für die gesamte Stadt. Sie empfahl, das Gelände in eigener Hand zu behalten. Tittel plädiert für einen Erhalt der Gebäude, allerdings bereitet ihr eine mögliche PCB-Belastung Sorgen. Heidi Bär (SPD) bedauerte, dass der Bericht der Verwaltung so lange auf sich warten ließ. Auch ihr gefällt der Gedanke, dass die Stadt dort selbst baut. Wichtig sei, dort möglichst viel bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Eberhard Scharpf (Freie Wähler) monierte: „Seit 2016 wurde nicht viel gemacht.“ Nun werde der Verkauf immer schwieriger. Die Hoffnung auf sinkende Baupreise teilt Scharpf nicht. Karin Pflüger (CDU) schrieb der Stadt nochmals ins Stammbuch, sie möge „einen Zahn zulegen“. Und Johanna Renz (Linke) favorisiert ebenfalls eine Bebauung des Geländes unter städtischer Regie. Ulrich Fehrlen (FDP) meinte indes augenzwinkernd: „In zehn oder fünfzehn Jahren wird es sich zeigen, wer das bessere Geschäft gemacht hat – das Land oder wir.“ Für OB Klopfer ist klar: „Beide werden Gewinner sein.“ (adi)

Vom Brunnenplatz bis zu Verkehrsalternativen: Der Gemeinderat hat das groß angelegte Entwicklungskonzept für Reichenbach sehr positiv aufgenommen. Welches sind die Überlegungen mit Blick auf die Zukunft – und wie geht es nun konkret weiter?

Mehr als 130 Seiten Papier, allein für einen Tagesordnungspunkt – das hatten die Reichenbacher Ratsmitglieder jüngst auf dem Tisch. Und das Gemeindeentwicklungskonzept ist nicht nur umfangreich, sondern auch gehaltvoll. „Es sind viele gute Ideen drin, teilweise auch sehr gute“, sagte Alexander Hottenroth (FW) nach der Präsentation. Er sei gespannt, was tatsächlich umgesetzt wird. Viel Potenzial sahen auch die Vertreter der anderen Fraktionen; die Vorarbeiten hätten sich gelohnt, meinte Matthias Weigert (Grüne).
Das Konzept ist das Ergebnis eines breit angelegten Prozesses, bei dem die Gemeinde die Bürgerinnen und Bürger auf ganz verschiedene Weise eingebunden hat: eine Auftaktveranstaltung, eine digitale Beteiligungsplattform und eine Umfrage gehörten dazu. Für Jugendliche wurde ein separater Abend organisiert, Kinder konnten bei einem Malwettbewerb ihre Vision für Reichenbach skizzieren. Am Ende stehen nun fünf Handlungsfelder und viele Vorschläge – nicht in Stein gemeißelt, sondern als Denkanstöße, wie Jessica Auch von Baldauf Architekten und Stadtplaner, die den Prozess begleitet haben, betonte.
Da geht es darum, Quartiere, Gewerbeflächen und Verkehrsmittel zu entwickeln, die Reichenbacher Identität „am Wasser“ zu stärken, den Einzelhandel zu fördern oder sich auf den Klimawandel vorzubereiten. Die Planer haben dabei „Lupen“ auf einzelne Projekte gerichtet und diese schon etwas vertieft: So zeigen sie zwei Entwürfe fürs Starmixareal, das zum Wohnquartier werden soll. Sie machen Vorschläge für die Neugestaltung des Brunnenplatzes, wenn die Baustelle dort beendet ist, oder für die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Stuttgarter Straße. Das alles sind Ideen, die zwar schon lange im Raum stehen, aber im Rahmen des Konzepts ein Gesicht bekommen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Mobilität, bei der naturgemäß einiges in Bewegung ist. Fabian Gierl vom Projektentwickler Drees & Sommer sieht gute Chancen für eine weitere Zunahme des Radverkehrs, weil mit Elektro-Rädern auch die Hanglagen der Gemeinde zu erreichen sind. Einen eher kritischen Blick warf er auf den Ortsbus, auf dessen Taktung die Gemeinde eigentlich stolz ist. Das sei zwar ein tolles Angebot, es werde aber nicht gut genug angenommen, meinte Gierl, der an dieser Stelle einen „On-Demand-Shuttle“ für das bessere Modell hält – also eine Art modernes Ruftaxi, das zumindest in Randzeiten die großen Busse durch kleinere Fahrzeuge ersetzt. Für weniger digitalisierte Menschen hat dieses Modell jedoch Hürden, wie auch die meisten Carsharing-Systeme.

Sichere Rad- und Fußwege
Im Bereich des Park-and-Ride-Platzes jenseits des Bahnhofs könnten sich die Planer einen „Mobilitäts-Hub“ vorstellen mit Radstellplätzen, E-Ladesäulen oder auch Carsharing. Sichere Rad- und Fußwege sind ebenfalls Mobilitätsthemen. „Was wir hinbekommen müssen, ist die Entflechtung der Verkehre, sodass alle Verkehrsteilnehmer ihre Räume haben, wo sie sich sicher fühlen“, sagte Gierl. Dabei müsse man gerade bei Fuß- und Radwegen „auf jeden Meter achten“, was Rudi Munz (SPD) bestätigte: Teilweise habe man schlicht Angst, wenn man in Reichenbach mit dem Rad fahre.
Das Auto und ausreichend Parkplätze werden von den Fachplanern aber keineswegs verteufelt. Man dürfe „nicht das Ruder komplett herumreißen“, sondern müsse alternative Wege und deren Vorteile aufzeigen, betonte Gierl.
Sabine Fohler (SPD) stellte fest, dass die Gemeinde sich bei vielen der angesprochenen Themen schon auf den Weg gemacht habe. Für Thorsten Höger (FW) war wichtig, dass man die Leitsätze und Ziele des Konzeptes im Blick behalte: Der Gemeinderat müsse bei jeder einzelnen Entscheidung überprüfen, ob sie mit diesen im Einklang stehe. Erwin Hees (CDU) freute sich darüber, dass der ganze Prozess „miteinander und nicht fraktionsweise“ abgelaufen sei. Einhellig hat das Gremium den Abschlussberichten zum Gemeindeentwicklungs- und Mobilitätskonzept zugestimmt. Den Bürgerinnen und Bürgern sollen die Ergebnisse bei einer Abschlussveranstaltung am 3. Juli vorgestellt werden.

Was den Bürgern wichtig ist
Bürgerbeteiligung:
Wenn Bürgerinnen und Bürger Prioritäten benennen, werden unter anderem folgende Punkte genannt: eine attraktive, alternative Mobilität; die Unterstützung von Gewerbetreibenden; mehr Aufenthaltsqualität; ein moderater Zuzug; die Aufwertung und Zugänglichkeit der Gewässer; aktive Anpassungen an den Klimawandel; weitere Angebote für alle Altersgruppen und ein attraktiverer Freizeit-Tourismus.
Mobilität: Die Mobilität soll auf kurzen Wegen in der Gemeinde und in der Region funktionieren, die Lebensqualität verbessern, so der Wunsch. Dabei soll die Mobilität vielfältig, ökologisch und vernetzt sein.  (aia)

Die Stadt Esslingen strebt einen voll elektrischen Busverkehr an. Die neuen Elektrohybridbusse dafür hat sie bei der Firma van Hool bestellt. Jetzt ist van Hool insolvent – was das für den Esslinger Busverkehr bedeutet, ist noch völlig unklar.

Eigentlich will man in Esslingen Tempo machen bei der Verkehrswende. Man spricht hier gern von einer Vorreiterrolle beim Umstieg auf Elektrobusse. Doch gerade beim Busverkehr war Esslingen in den vergangenen Jahren eher im Schlingerkurs unterwegs. Jetzt sieht es so aus, als würde die Stadt beim öffentlichen Nahverkehr erneut ausgebremst: Der Bushersteller van Hool, bei dem sie ihre neuen Elektrohybridbusse bestellt hat, ist insolvent.
Was das genau bedeutet für die geplante Umstellung auf einen komplett elektromobilen Busverkehr in Esslingen, ist noch unklar. Die Stadt hat für 50 Millionen Euro 46 Elektrohybridbusse bei van Hool bestellt. Ob diese angesichts der Insolvenz des Herstellers noch produziert werden können und wenn ja wann, kann man im Rathaus nicht sagen.
Im besten Fall könnten die Busse wie geplant geliefert werden – immerhin stehe eine Übernahme oder ein Kauf des insolventen Unternehmens im Raum, sagt Johannes Müller, Technischer Werkleiter des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen (SVE). „Im schlechtesten Fall bedeutet die Insolvenz von van Hool, dass die Busse nicht geliefert werden können und neu ausgeschrieben werden müsste“, so Johannes Müller.
Daher ist auch unklar, ob die Zuschüsse des Bundes in Höhe von rund 27,4 Millionen Euro überhaupt wie erwartet fließen können. Bislang wurden lediglich 4,1 Millionen Euro davon an die Stadt ausbezahlt. Ob der Bund bei einer längerfristigen Verschiebung der Lieferung die Fördermittel weiter voll bereitstelle, entscheide das Bundesverkehrsministerium, sagt Müller. „Nach unserer Einschätzung hängt dies stark von der Länge der Verschiebung ab.“
Ohnehin hinkt die Stadt beim Busverkehr ihren eigenen Ambitionen hinterher. Ursprünglich sollte die Umstellung auf 100 Prozent Elektrohybridbusse mit Batterie in diesem Jahr abgeschlossen werden. Weil man noch auf die Entscheidung des Bundes über die Fördergelder warten musste, wurde der Starttermin für die voll elektrische Busflotte aber bereits 2022 auf das Jahr 2025 verschoben. Laut Müller läuft der Ausbau der Oberleitungen in der Stadt zwar nach Plan, bislang ist jedoch noch kein einziger der 46 neuen E-Busse geliefert worden.

Zahlreiche Turbulenzen
Jetzt sieht es so aus, als könnte auch das anvisierte Ziel einer Umstellung im kommenden Jahr wackeln. Diese erneute Panne reiht sich ein in zahlreiche Turbulenzen im Esslinger Busverkehr in den vergangenen Jahren. Schon als die Linienbündel vor einigen Jahren erstmals europaweit ausgeschrieben werden mussten, war der Unmut in der ehemaligen Reichsstadt groß.
Denn statt der alteingesessenen Busunternehmen Fischle, Schlienz und Schefenacker, die jahrzehntelang zusammen mit dem SVE den örtlichen Busverkehr bedient hatten, bekam die Calwer Firma Rexer als wirtschaftlich günstigste Bieterin den Zuschlag. Sie war fortan für ein Drittel des Esslinger Busverkehrs zuständig. Doch kaum hatte Rexer das Steuer übernommen, hagelte es Beschwerden – über unfreundliche Busfahrer, die die Routen nicht kannten und zum Teil der deutschen Sprache nicht mächtig waren, über zu lange Anfahrten vom Betriebshof im Kreis Göppingen nach Esslingen oder über Leerfahrten bis zum Dulkhäusle, wo die Busse dann wendeten. Nachdem Rexer im Sommer vor fünf Jahren auch noch Insolvenz anmelden musste, folgte im Jahr darauf der endgültige Rückzug aus Esslingen.
Das Hickhack war jedoch auch damit noch nicht beendet. Denn während Grüne, SPD, Linke und FÜR daraufhin für einen Busverkehr komplett in städtischer Hand kämpften, hätte das bürgerliche Lager lieber die bis dato übliche Einteilung von rund 70 Prozent städtischen und 30 Prozent privaten Buslinien beibehalten. Mit hauchdünner Mehrheit setzten sich die Befürworter der rein städtischen Lösung durch, die zugleich eine Umstellung auf hundert Prozent Elektromobilität im Busverkehr beinhaltete. Wann diese kommt, ist angesichts der neuen Turbulenzen jetzt aber wieder unklar.

Ausbau des elektromobilen Busverkehrs
Oberleitungen: In vier Abschnitten sollen die Oberleitungen in Esslingen ausgebaut werden, um künftig einen vollelektrischen Busverkehr zu ermöglichen. Derzeit wird der Streckenabschnitt in der Pliensauvorstadt gebaut, es folgen Oberleitungen auf dem Zollberg, im Esslinger Norden und am Altstadtring.
Busse: 2016 kam erstmals ein Batterie-Oberleitungsbus in Esslingen zum Einsatz. Inzwischen sind insgesamt zehn Oberleitungsbusse in der Stadt unterwegs. Die Flotte soll künftig um 46 Elektrohybrid-Fahrzeuge aufgestockt werden, die nach und nach die Dieselbusse ersetzen sollen. (meb)

Plochingen lehnt weiter kategorisch ab, dass die Route für den geplanten Radschnellweg durch den Bruckenwasen verläuft. Die Kommune macht sich beim Land noch einmal für die Alternativtrasse stark.

Wir übernehmen für euch einen Teil der Planung, dafür befasst ihr euch zeitnah mit unserem Vorschlag: So lautet, stark vereinfacht, ein Appell der Stadt Plochingen ans Stuttgarter Regierungspräsidium. Sie will damit die Planungen für den Radschnellweg RS4 beschleunigen, denn das Tauziehen um dessen Trasse dauert schon eine ganze Weile und steht auch der Weiterentwicklung des westlichen Filsgebiets im Weg.
Das steht immerhin schon fest: Der Radweg wird auf der nördlichen Seite der Fils von Reichenbach herkommen und ungefähr bei der Fahrschule Hartmann, unter der B-10-Brücke, das Ufer wechseln. Dafür wird eine neue Brücke gebaut – eigentlich eine Fahrradbrücke, allerdings hatte man nun die Idee, diese Brücke solider und tragfähiger herzustellen als für den reinen Radverkehr nötig. Damit könnte sie als zeitweilige Zufahrt ins Filsgebiet dienen, während die bestehende Filsbrücke weiter flussabwärts abgebrochen und neu gebaut wird. Die Stadt müsste die Kosten für den höheren Standard übernehmen, sie würde sich aber gleichzeitig eine Behelfsbrücke während der Bauzeit der Kfz-Brücke sparen. Nach deren Fertigstellung würde die Radlerbrücke für den motorisierten Verkehr gesperrt, sie könnte aber in Notlagen weiterhin als zweite Zufahrt dienen.
Dieses Vorgehen ist bereits mit dem Regierungspräsidium besprochen, das eine entsprechende Vereinbarung aufgesetzt hat. Der Plochinger Ausschuss für Bauen, Technik und Umwelt (ABTU) hat ihr kürzlich zugestimmt. Der Gemeinderat muss wegen der Kostenhöhe ebenfalls noch zustimmen, womit man aber rechnen kann.

Eine zusätzliche Unterführung wäre nötig
Im ABTU wurde noch eine zweite Vereinbarung diskutiert und befürwortet, mit der Plochingen die verfahrene Diskussion um die Trasse des Radschnellwegs im Bereich Bruckenwasen voranbringen möchte. Denn an dieser Stelle klemmt die Planung schon seit geraumer Zeit: Das Land favorisiert einen Verlauf durch die bestehende Bahnunterführung beim Obst- und Gartenbauverein und dann weiter durch den Bruckenwasen zur Kläranlage. Dafür müsste ein Schotterweg auf gut 200 Metern als Radschnellwegstandard ausgebaut werden. Die Stadt wehrt sich vehement gegen diese Pläne im belebten Landschaftspark. Von den Alternativvorschlägen, die sie gemacht hat, ist nur noch einer im Rennen: eine Trasse, die etwa 150 Meter südlich der Unterführung auf die Bahnlinie trifft. Dort müsste, zwischen Kläranlage und Bruckenwasen, eine zusätzliche Unterführung gebaut werden, die dann weiter zur bereits geplanten neuen Neckarquerung für Radler führen würde.
Die Stadt Plochingen bietet dem Land nun an, die Planung dieser neuen Unterführung auf eigene Kosten in die Hand zu nehmen und damit dem Regierungspräsidium eine Grundlage für einen Variantenvergleich zur Verfügung zu stellen. Damit wolle Plochingen einen konstruktiven Beitrag leisten und erreichen, dass „diese Lösung und eine Durchfahrt durch den Bruckenwasen zunächst gleichrangig“ betrachtet würden, erklärt Bürgermeister Frank Buß. Ebenso erhofft man sich mehr Tempo, um auch den Verlauf des Radschnellwegs im Filsgebiet, zwischen den beiden feststehenden Anknüpfungspunkten, planen zu können. Schließlich entwickelt die Stadt dort derzeit ein Sanierungsgebiet.
Reiner Nußbaum (CDU) sprach davon, dass man mit der Vereinbarung „die Befürchtungen und Probleme minimieren“ wolle. Er äußerte aber auch die Erwartung, dass die Variante Bruckenwasen abgehakt werde. Als keine Ideallösung, aber „einigermaßen vertretbar“ stufte Joachim Hahn (SPD) das Vorgehen ein, man müsse „konstruktiv auf das Regierungspräsidium zugehen“.

Planungskosten könnten am Ende verloren sein
Auch Lorenz Moser (OGL) erhoffte sich, „dass ein bisschen Bewegung in die Sache kommt“. Bedenken gab’s allerdings auch, so hätte Ralf Schmidgall (CDU) an sich nichts gegen die Übernahme der Planungskosten, aber erst, wenn schon feststehe, dass die Unterführung tatsächlich gebaut werde. „Wenn wir nichts machen, sind wir in einem Jahr so weit wie jetzt“, befürchtete dagegen der Bürgermeister. Der Ausschuss beschloss schließlich mehrheitlich, der Vereinbarung zuzustimmen, trotz des Risikos, dass die Planungskosten am Ende verloren sind.
Begleitet wird die Vereinbarung von einem Schreiben, das von CDU, SPD und OGL verfasst ist. Die Fraktionen bekräftigen, dass der Bruckenwasen für sie tabu bleibt und appellieren an Verkehrsminister Winfried Hermann und die Landtagsabgeordneten des Wahlbezirks, die Alternativroute mit der neuen Unterführung zu unterstützen. (aia)