Author

Claus Hintennach

Browsing

Die Änderung des Postrechts macht den Verzicht auf den Brieftransport ab April möglich. In Stuttgart geht es pro Monat um 80 bis 100 Flüge.

Der Nachtluftpostflug zwischen Stuttgart und Berlin wird zum 1. April eingestellt. „Der letzte Flug startet am 27. März abends nach Berlin“, sagt Marc Mombauer, Pressesprecher der DHL-Group in Stuttgart. Vom 2. April an wird der Posttransport nach seinen Worten „komplett auf die Straße verlagert“. Der Verzicht auf die Nachtpostflüge, die beim Lärmschutzbeauftragten für den Flughafen Stuttgart Stefan Köhler einer der Hauptgründe für Beschwerden sind, wird durch die Modernisierung des Postrechts möglich. Das Thema steht am 23. Februar auf der Agenda des Bundestags in Berlin. Dann entscheiden die Parlamentarier über das neue Gesetz.
Der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel, der die Grünen im Wahlkreis Nürtingen/Filder vertritt, geht davon aus, dass sich eine Mehrheit für die Modernisierung des Postgesetzes findet. Auch die Post bereitet den Umstieg vom Flugzeug auf die Straße nach Mombauers Worten bereits vor.
Das bedeutet das neue Postgesetz für den Briefverkehr? „Das noch geltende Postrecht schreibt der Deutschen Post vor, dass 80 Prozent aller Briefe am nächsten Werktag ankommen müssen“, bringt Gastel die Gesetzeslage auf den Punkt. Da die Briefmengen immer stärker zurückgingen und die Kosten des Briefnetzes auf immer weniger Briefe verteilt werden müssten, drohen nach seinen Worten „deutliche Portoerhöhungen“. Um das Porto auch künftig unter dem europäischen Durchschnitt halten zu können, wolle die Post nun die maximal zulässigen Brieflaufzeiten etwas verlängern. 95 Prozent der Briefe sollen am dritten Werktag ankommen müssen. Damit etwa überregionale Tageszeitungen auf dem Postweg pünktlich zu ihren Leserinnen und Lesern gelangen, denkt der Bundestag noch über Sonderregelungen nach.
„Mit dem neuen Postrecht kann auf besonders teure und klimaschädliche Nachtpostflüge verzichtet werden“, sagt Gastel. Dies habe auf die Menschen, die rund um den Flughafen Stuttgart leben, besonders positive Auswirkungen, weil eine Lärmquelle mitten in der Nacht wegfalle: Zwei der insgesamt drei Postverbindungen in Deutschland haben den Flughafen Stuttgart als Start- oder Zielort. Neben der Nachtluftpostverbindung nach Berlin wird auch Hannover von Stuttgart aus nachts angeflogen. Die Nachtpost wird in Passagiermaschinen transportiert, die tagsüber Linie fliegen. „Da geht es pro Monat um 80 bis 100 An- und Abflüge, die zwischen Mitternacht und 1 Uhr erfolgen“, fasst Gastel zusammen.

Etwas längere Brieflaufzeiten
Für den Grünen-Abgeordneten bringt das neue Verfahren unter dem Strich Vorteile. „Mit dem sich abzeichnenden neuen Recht könnte zwar der ein oder andere Brief etwas länger bis zu seiner Zustellung unterwegs sein.“ Dafür bleibe das Porto erschwinglich, und mit dem möglichen Entfall nächtlicher Briefpostflüge würden „Beiträge zum Lärm- und Klimaschutz geleistet“.
Die lärmgeplagten Anwohnerinnen und Anwohner des Flughafens entlastet der Wegfall der Nachtluftpostflüge zur Schlafenszeit. Stefan Köhler, der Lärmschutzbeauftragte für den Flughafen Stuttgart, hat 2022 insgesamt 1515 Nachtflugbewegungen verzeichnet. Flüge der Nachtluftpost machten mit 986 Flügen (65 Prozent) „wie in jedem Jahr“ den Hauptanteil aller Nachtflüge aus. 2021 verzeichnete der Lärmschutzbeauftragte, dessen Stelle beim Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelt ist, 1132 Flüge in den Nachtstunden, in denen in Stuttgart die Nachtflugbeschränkung gilt.
In Köhlers Statistik machen die Nachtflüge der Deutschen Post den Hauptteil der Flugbewegungen im Betrieb jenseits der Nachtflugbeschränkung aus, die für den Flughafen Stuttgart gilt. Mit einer Sondergenehmigung, die allerdings strengen Vorgaben unterliegt, dürfen Linienmaschinen mit einer Ausnahmeerlaubnis des Regierungspräsidiums starten und landen. Dazu kommen Polizei- und Rettungsflüge, Militärmaschinen und Propellerflugzeuge – diese sind von der Beschränkung ausgenommen.
Die meisten Beschwerden gab es über Nachtflugbetrieb, Fluglärm allgemein und vermeintliche Streckenabweichungen. Diesen geht der Lärmschutzbeauftragte nach. „Alle Nachtflüge werden auf Einhaltung der Beschränkung nachträglich überprüft“, schreibt Köhler in seinem Bericht. Im Berichtsjahr gab es 70 Beschwerden zu Nachtflügen; 2021 waren es 97. Davon wurden viele wegen des Verdachts der Verletzung der Nachtflugbeschränkung vorgetragen.

Die Nachtflugbeschränkung
Flugbetrieb: 
Die Betriebszeiten am Flughafen Stuttgart sind für Starts täglich von 6 bis 23 Uhr, für Landungen von 6 bis 23.30 Uhr. Bei verspäteter Ankunft dürfen Maschinen bis 24 Uhr landen, wenn die planmäßige Zeit vor 23.30 Uhr lag.
Ausnahmen: Eine Ausnahme von der Beschränkung gilt für die Nachtpostflüge. Die Maschinen brauchen allerdings ein entsprechendes Lärmzeugnis. Außerdem kann die Luftaufsicht Ausnahmegenehmigungen erteilen, wenn ein triftiger Grund vorliegt – das gilt allerdings nur in begründeten Einzelfällen. Unter anderem sind auch Vermessungsflüge, Einsätze in der Notfallmedizin und im Katastrophenschutz sowie militärische Flüge zulässig. (eli)

Der Esslinger Verein Denk-Zeichen hat bisher 66 Stolpersteine verlegt, die an das Schicksal von NS-Opfern erinnern. Dieses Gedenken will gepflegt werden.

In Esslingen erinnern 66 Stolpersteine an das unsägliche Leid, die Verfolgung und Ermordung zahlreicher Frauen und Männer, die während der NS-Zeit zu Opfern einer unmenschlichen Ideologie wurden. Jede dieser knapp zehn mal zehn Zentimeter großen Messingtafeln, die in Wege und Plätze eingelassen werden, steht für ein Schicksal. Und jede Lebensgeschichte, die hinter einem Namen steht, kann helfen, dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte greifbar zu machen. Der Künstler Gunter Demnig hat seit Anfang der 90er-Jahre mehr als 100 000 Stolpersteine geschaffen. In Esslingen steht der Verein Denk-Zeichen hinter diesem Projekt. Seine Mitglieder sorgen dafür, dass jedes Jahr weitere Orte des Gedenkens hinzukommen. Dem Verein ist es ein Anliegen, dass die Erinnerung nie verblasst.
Gerhard Voss, Klaus Zimmerer, Cedric Müllner und viele andere engagieren sich für dieses Projekt. Es ist ein weiter Weg, bis eine der quadratischen Messingtafeln mit ihren abgerundeten Ecken und Kanten vor einem Haus verlegt werden kann, in dem einst ein späteres NS-Opfer gewohnt hat. Namen müssen ermittelt, Lebensgeschichten akribisch recherchiert, Angehörige ausfindig gemacht werden. Erst dann können der Name, die Geburts- und Sterbedaten und der Ort, an dem das Leben dieser Menschen beendet wurde, in Gunter Demnigs Werkstatt mit Hilfe von Schlagbuchstaben verewigt werden.
66 Stolpersteine hat der Verein Denk-Zeichen in den vergangenen Jahren auf diese Weise in Esslingen verlegt, und jedes Jahr kommen weitere hinzu. Mal ist es eine Handvoll, mal ist es ein ganzes Dutzend auf einmal. So soll es auch in den nächsten Jahren weitergehen. Klaus Zimmerer betont: „Aber unsere Aufgabe ist damit noch lange nicht erfüllt. Mindestens ebenso wichtig ist es, dafür zu sorgen, dass das Gedenken an die NS-Opfer nicht verblasst.“ Zimmerer meint das durchaus auch wörtlich: „Anfangs glänzen die Stolpersteine, doch mit der Zeit wird dieser Glanz in Wind und Wetter stumpf. Dann müssen wir ihn wieder aufpolieren.“ Das ist für Gerhard Voss auch symbolisch zu verstehen: „Wenn man die Erinnerung nicht pflegt, verblasst sie früher oder später. Gerade wenn es um die Zeit des Nationalsozialismus geht, ist es wichtig, das Bewusstsein für die damaligen Verbrechen aufrechtzuerhalten, damit so etwas nie wieder geschehen kann.“

Geschichte anschaulich vermitteln
In Esslingen sehen das viele genauso. „Wir sind sehr froh, dass nicht nur unsere Mitglieder die verlegten Stolpersteine reinigen und pflegen“, sagt Gerhard Voss. „Es gibt auch eine ganze Reihe von Organisationen, die uns dabei unterstützen. Auch manche Paten wollen Stolpersteine nicht nur stiften, sondern sich später um deren Pflege kümmern.“ Dank einer Spende hat Denk-Zeichen nun vier Akkuschrauber zur Verfügung, die man sich beim Verein leihen kann, wenn man Stolpersteinen zu altem Glanz verhelfen will. „Wir denken dabei gerade an Schulklassen“, sagt Klaus Zimmerer, der als Lehrer an der Johannes-Landenberger-Schule in Esslingen unterrichtet. „Die Stolpersteine sind eine sehr gute Möglichkeit, Geschichte anschaulich zu vermitteln.“ Zimmerer baut solche Projekte regelmäßig in seinen Unterricht ein. Oft geht er dann mit seinen Klassen auch zum Theodor-Rothschild-Haus, wo ein Stolperstein an den Namensgeber des einstigen jüdischen Waisenhauses erinnert.
Neuerdings können Pädagogen eine weitere Möglichkeit nutzen, wenn sie an das Schicksal von Menschen erinnern wollen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden: Im Internet gibt es einen sogenannten Stolpersteine-Guide, in dem Initiativen ihre Standorte vermerken können. Zu jedem Namen, der auf einer der Messingtafeln festgehalten ist, gibt es biografische Informationen und – soweit vorhanden – sogar Bildmaterial.
So wie im Falle der Familie Katz, die einst in der Mittleren Beutau 13 gelebt hatte, später nach Ludwigsburg umzog und schließlich im Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen wurde. Dort verlieren sich ihre Spuren. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Hermann, Sarah und Rosa Hilde Katz von den Nazis ermordet wurden. Doch die Erinnerung an sie lässt sich nicht auslöschen – drei Stolpersteinen in der Esslinger Altstadt sei Dank.

Wissenswertes zu den Stolpersteinen
Projekt: 
Der Künstler Gunter Demnig möchte mit seinem internationalen Projekt an die Opfer der NS-Zeit erinnern: Juden, politisch Verfolgte, Zwangsarbeiter, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Sinti und Roma, aber auch Menschen, die in dem menschenverachtenden Nazi-Jargon als „lebensunwertes Leben“ abgestempelt und ermordet wurden. An deren letzten selbst gewählten Wohnort lässt Demnig kleine Gedenktafeln aus Messing in den Gehweg ein. 100 000 dieser Stolpersteine liegen bereits in 1800 Kommunen in 30 europäischen Ländern. Selbst in Argentinien gibt es eine Stolperschwelle.
Konzept: Die Schicksale der gewürdigten Opfer der Nazi-Zeit werden zunächst intensiv recherchiert. Dazu gehört auch die Suche nach Angehörigen, mit denen die Verlegung eines Stolpersteins nach Möglichkeit abgestimmt werden soll. In die Erarbeitung der Stolperstein-Texte, die Verlegung und Pflege sollen Schulen einbezogen werden. Auch Paten sind willkommen. (adi)

Übersicht unter https:// stolpersteine-guide.de/

Frank Buß, der alte und neue Plochinger Rathauschef, spricht nach der Bürgermeisterwahl von einem „sehr überragenden Ergebnis“. Harald Schmidt gratuliert dem Sieger und erklärt: „Meine Enttäuschung hält sich doch sehr, sehr in Grenzen.“

Natürlich wurde gefeiert: Es gab Gratulationen, ein kurzes Ständchen der Stadtkapelle und zahlreiche nette Worte. Plochingens Bürgermeister Frank Buß nahm die Glückwünsche zu seiner deutlichen Wiederwahl mit 65,7 Prozent der Stimmen am Sonntagabend (4. Februar) im Alten Rathaus entspannt und lächelnd entgegen. Auch sein Herausforderer Harald Schmidt, der auf respektable 33,1 Prozent kam, schüttelte im altehrwürdigen Gebäude am Markt noch etliche Hände, ehe er sich für ein „dickes Dankeschön“ an sein Team in den Bärenkeller aufmachte. Am anderen Morgen ging’s zurück zur Tagesordnung – und damit für beide wieder an ihren Arbeitsplatz.
Anders als das sonst bei solchen Wahlen üblich ist, regierte auf keiner Seite Unzufriedenheit. Buß war zwar der klare Gewinner des Urnengangs, Schmidt allerdings mitnichten ein Verlierer. Während der 63-jährige Businessanalyst noch vor Beginn der Auszählung davon sprach, dass für ihn alles über 30 Prozent „absolut okay“ sei, trauten ihm wohl nur die wenigsten Beobachter ein solches Ergebnis zu. Buß wiederum wertete sein Abschneiden als „sehr überragendes Ergebnis und einen sehr großen Vertrauensbeweis“. Schließlich müsse bedacht werden, „dass mehrere schwierige Jahre hinter uns liegen, dass in Plochingen aber dennoch viel bewegt worden ist, mit vielen zusätzlichen Aufgaben, was nicht immer einfach war und natürlich nicht von jedem akzeptiert wurde“, sagte der 59-Jährige. Sein Reichenbacher Kollege Bernhard Richter, der wie etliche andere Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus den benachbarten Kommunen sowie rund 50 weitere Interessierte ins Alte Rathaus gekommen war, unterstrich diese Einschätzung: „Wir stecken in einer anhaltenden Krise, da ist ein solches Wahlergebnis nicht überraschend.“
Einig waren sich Buß und Schmidt obendrein, was die Wahlkampfführung angeht. Beide bedankten sich bei ihrem Gegenüber für den engagierten, aber stets fairen Umgang miteinander in den vergangenen Wochen. Die Wahlbeteiligung von 36,2 Prozent befand Buß für „die heutige Zeit okay“. Schmidt sagte, dass diese Quote „zwar immer noch nicht das ist, was ich mir wünsche, aber im Vergleich zu den lediglich rund 28 Prozent von vor acht Jahren schon ein Fortschritt ist“.
Wichtige Erkenntnisse haben derweil beide Bewerber aus dem Wahlkampf gezogen: Frank Buß unterstrich, dass es ihm ­ursprünglich wichtig gewesen sei, „einen thematischen Wahlkampf zu führen“. Allerdings seien im Laufe der Zeit andere Dinge, die auf der emotionalen Ebene gelegen hätten, mehr in den Fokus gerückt: „So waren zu meiner Verwunderung etwa die großen Punkte wie Klimaschutz, Mobilitätswende oder Kinderbetreuung keine Themen, über die gesprochen wurde.“ Die Botschaften, die es gegeben habe, so versicherte Buß, seien aber bei ihm angekommen.
Für Harald Schmidt wiederum hatten Kandidatur und Wahlkampfzeit einen „schönen Nebeneffekt“. Es sei anstrengend gewesen, aber er habe viel Rückhalt, nicht nur aus seinem achtköpfigen Team sowie von etlichen weiteren Helfern erfahren. „Vielmehr noch gab es aber Rückenwind für mich als Gemeinderat und für unsere Unabhängige Liste Plochingen“, sagte er. Er werde sich, sofern er bei der Kommunalwahl genügend Stimmen erhalte, dafür einsetzen, dass es kein Weiter-so gebe, und hofft dabei auf die Unterstützung „einer großen Mannschaft“.
Bis zum 9. Juni – an diesem Tag werden in Baden-Württemberg nicht nur die Europaabgeordneten, sondern auch die Gemeinde-, Kreis- und Regionalräte gewählt – steht aber erst einmal das Tagesgeschäft auf dem Programm. Frank Buß will „weiterhin die Ärmel hochkrempeln, weil vor mir und meinem bewährten Team in der Verwaltung ein Haufen Arbeit liegt“. Und Harald Schmidt hat in seinem jetzigen und künftigen Job bei einem Automobilzulieferer, wie er erklärte, „ebenfalls reichlich zu tun“.

Am 21. April wird in Köngen ein neuer Schultes gewählt
Häufung:
 Erst Wernau, dann Plochingen und bald schon Köngen: Nach der Bürgermeisterwahl ist im Neckartal zurzeit vor der Bürgermeisterwahl. Während die Urnengänge in Wernau und Plochingen im regulären Turnus stattgefunden haben, wird in Köngen im April außerplanmäßig gewählt, nachdem Amtsinhaber Otto Ruppaner im Dezember aus dem Rennen um den Oberbürgermeisterposten in Leinfelden-Echterdingen als Sieger hervorgegangen war und seine neue Tätigkeit am 1. März aufnimmt. Von dem Zeitpunkt an übernimmt die stellvertretende ehrenamt­liche Bürgermeisterin Johanna Fallscheer, zugleich stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Köngener Gemeinderat, diese Aufgabe, bis die Stelle neu besetzt ist.
Termine: Die Bewerbungsfrist für die Wahl eines neuen Köngener Rathauschefs beziehungsweise einer neuen Rathauschefin läuft seit dem 13. Januar. Eine offizielle und vollständige Kandidatur liegt im Rathaus bereits vor. Öffentlich machen will die besagte Person ihre Absicht allerdings noch nicht. Die Bewerbungsfrist endet am 25. März um 18 Uhr. Gewählt wird dann knapp einen Monat später, am 21. April. Sollte anschließend eine Stichwahl erforderlich sein, findet diese am 5. Mai statt. (eas)

Nach dem Aus von Karstadt befürchten die Händler der Bahnhofstraße, dass Kunden ausbleiben. Sie setzen auf eine Aufwertung der Einkaufsmeile.

Karstadt ist Geschichte. Das Aus des Kaufhauses, das jahrzehntelang die Esslinger Bahnhofstraße prägte, ist für die Einkaufsmeile aber auch ein Neuanfang – der Beginn einer Ära ohne großes Warenhaus. Allerdings befürchten viele Händler in der Bahnhofstraße nun, dass das verlassene Kaufhaus zum Schandfleck verkommt und Kunden abschreckt. Deshalb hat sich die Initiative Bahnhofstraße Gedanken gemacht, wie man die Einkaufsmeile aufwerten könnte. Ideen gibt es einige – ob sie alle umsetzbar sind, ist aber noch unklar.
Wolfgang Seifried, Sprecher der Initiative Bahnhofstraße, sagt: „Das Schlimmste wäre, wenn nichts passiert.“ Es sei unklar, was der Investor BPI jetzt auf dem Karstadt-Areal vorhabe. Er und seine Mitstreiter hofften inständig, dass es nicht noch ewig dauert, bis sich auf dem Gelände etwas tut. In der Zwischenzeit aber gelte es, die Phase gut zu überbrücken. Schließlich gehe man davon aus, dass das einstige Kaufhaus wegen Sanierungsarbeiten zunächst ein bis zwei Jahre leer steht. „Uns brennt vor allem eine schönere Gestaltung des Schaufensters auf den Nägeln“, sagt Seifried. Seine Initiative wolle vermeiden, dass Menschen, die vom Bahnhof kommen, erst einmal auf hundert Meter leere Fensterflächen im bisherigen Karstadt-Gebäude schauen. Man könne sich vorstellen, die Schaufenster von außen mit schönen Motiven zu bekleben oder aber innen Werke Esslinger Künstler auszustellen. Noch wisse man nicht, was möglich sei, so Seifried. Seine Initiative sei aber im Gespräch mit der Stadt.

Das Nottreppenhaus entfernen
Für Seifried ist es entscheidend, die Bahnhofstraße aufzuwerten, so gut es geht. So müsse dringend auch das Nottreppenhaus vor dem Karstadt-Gebäude entfernt werden, ebenso die provisorische Anlieferung in der Martinstraße. Auch die Beleuchtung der Bahnhofstraße müsse auf den neuesten Stand gebracht und die Stromversorgung bei Veranstaltungen und Wochenmärkten besser organisiert werden. „Wenn alles wieder schöner ist, wird es auch insgesamt besser“, glaubt der Sprecher der Händler-Initiative. Dabei gehe es nicht nur um die Bahnhofstraße: „Es geht darum, dass die ganze Stadt ein positives Image hat.“ Die Befürchtung der Händler sei, dass die Menschen nach dem fast gleichzeitigen Aus von Karstadt und dem Modehaus Kögel keinen Grund mehr sehen, nach Esslingen zu kommen, sondern lieber nach Stuttgart führen oder aber nach Kirchheim – zumal dort das Parken in der ersten Stunde kostenlos sei. Dabei sei Esslingen nach wie vor eine sehr attraktive Einkaufsstadt mit vielen kleinen und inhabergeführten Läden.
Die Pläne der Stadt, die Volkshochschule im bisherigen Karstadt-Gebäude anzusiedeln, begrüßt die Initiative Bahnhofstraße ausdrücklich – allerdings nur, wenn sie in den oberen Geschossen des bisherigen Kaufhaus-Komplexes angesiedelt wird. „In das Erdgeschoss gehört Gewerbe rein“, sagt Seifried. Er hofft, dass das auch noch der Plan des Investors BPI ist. Einzelhandel auf mehreren Etagen wie einst auf dem Areal geplant, sei heute zwar nicht mehr unbedingt zeitgemäß, sagt Seifried. Aber Läden im Erdgeschoss hält er an diesem Standort nach wie vor für sehr sinnvoll. Seine Initiative hoffe nun, dass die Stadt Esslingen sie in dem Bestreben unterstütze, die Bahnhofstraße als Eingangstor in die Stadt aufzuwerten. „Man muss auf so eine Straße aufpassen“, betont Wolfgang Seifried.
Damit ist die Initiative Bahnhofstraße offenbar auf einer Linie mit der Stadtverwaltung. „Besonders wichtig ist für die Bahnhofstraße, aber auch für die gesamte Innenstadt, dass möglichst schnell Klarheit darüber besteht, wie die Galeria-Immobilie entwickelt wird“, sagt Carina Killer, Leiterin des Citymanagements. Aus ihrer Sicht sollte im Erdgeschoss des bisherigen Kaufhauses möglichst Einzelhandel angesiedelt werden, der den Branchenmix in der Stadt ergänzt. In der Zeit des unvermeidlichen Leerstandes der Immobilie strebe man eine Schaufenstergestaltung an und versuche, die Beeinträchtigungen für die umliegenden Geschäfte so gering wie möglich zu halten, so Killer.

Strategisches Flächenmanagement
Außerdem arbeite man bereits an der Aufwertung der Verbindung zwischen Bahnhofsplatz und Bahnhofstraße. Eine Schlüsselrolle nehme dabei die Nachbesetzung der Immobilie von „Kögel Trends“ ein. Man sei im ständigen Austausch mit den Akteuren in der Bahnhofstraße und habe sich für 2024 ein ambitioniertes Programm vorgenommen. Neben den üblichen Aktionen wie etwa dem Esslinger Frühling, Esslingen funkelt oder dem Esslinger Herbst plane man eine Plakatkampagne und verfolge ein strategisches Flächenmanagement, um die Händlerinnen und Händler in der Einkaufsmeile zu unterstützen, berichtet die Citymanagerin Carina Killer. (meb)

Nach Lichtenwald und Aichwald votiert auch der Gemeinderat in Baltmannsweiler gegen die Pläne der Region auf dem Schurwald.

Auf dem Schurwald soll es möglichst keine weiteren Windkraftanlagen geben. So sieht es die große Mehrheit des Gemeinderats Baltmannsweiler, der die Pläne des Verbands Region Stuttgart in seiner Sitzung Ende Januar weitgehend abgelehnt hat. Im Dezember hatte sich bereits die Nachbargemeinde Lichtenwald gegen die Ausweisung neuer Standorte für Windräder gestellt, während Aichwald den Windkraftausbau in der hochverdichteten Region Stuttgart kritisch bewertet und Plochingen Windräder an seiner nordöstlichen Gemarkungsgrenze ausdrücklich begrüßt. Auf den Fildern hat die Kommune Filderstadt dem Standort Uhlbergturm eine Absage erteilt.

Warnung vor dem Sankt-Florians-Prinzip
In Baltmannsweiler geriet die Debatte um Sinn oder Unsinn von Windkraftstandorten zu einem Schlagabtausch David gegen Goliath. Auf der einen Seite drei grüne Gemeinderäte, die sich für gezielt platzierte Windräder auch auf dem Schurwald im Dienst der Energiewende aussprachen und vor dem Sankt-Florians-Prinzip warnten. Auf der anderen Seite die Verwaltung, die Fraktionen von CDU, Freien Wählern, die SPD sowie Neue Freie Liste, Unabhängige Bürger und die Wählervereinigung Baltmannsweiler-Hohengehren, deren Beiträge von der zahlreich erschienenen Bürgerschaft überwiegend beklatscht wurden.
Die große Mehrheit des Gemeinderats folgte einem interfraktionellen Antrag, den maßgeblich die CDU-Fraktion auf Basis der Verwaltungsvorlage erarbeitet hatte, während die drei grünen Räte mit Nein stimmten. Der Antrag fordert den Regionalverband auf, die vier Standorte südwestlich von Baltmannsweiler mit der Bezeichnung ES-01 aufzugeben. Eine unerwünschte Galeriebildung zusammen mit den drei bestehenden Anlagen und weiteren potenziellen Standorten in der Nähe des Goldbodens (RM-34), Eingriffe in den Mischwald, das Landschaftsschutzgebiet, die Kollision mit der geplanten unterirdischen Süddeutschen Gasleitung sowie die Sorge vor Schattenschlag und Lärm wurden geltend gemacht. RM-34 erstreckt sich in Nord-Südrichtung zwischen Hohengehren und Thomashardt auf der westlichen und Schlichten (Rems-Murr-Kreis) auf der östlichen Seite.
Die Grünen hatten die Halbierung der ES-01-Standorte mit Rücksicht auf das Wochenendhausgebiet Buchwiesen vorgeschlagen sowie einen westlicher gelegenen neuen Standort an der Landesstraße. Sie erinnerten an finanzielle Vorteile für die Kommune mittels Pacht, Gewerbesteuer und Beteiligung.
Entschieden wurde ferner, das bereits bestehende Planungsgebiet RM-34 am Goldboden mit besagten bestehenden Windkraftanlagen, solle nicht vergrößert werden. Als Argumente wurden aufgeführt eine „industrielle Überformung der Landschaft“, die drohende „Zerstörung des Schurwalds als wichtigem Natur- und Erholungsraum für den Mittleren Neckarraum“, grenzwertige Windverhältnisse sowie der Schutz von Rotmilan, Wespenbussard und Fledermäusen. Der Regionalverband will dort weitere potenzielle Standorte für Windräder ausweisen und die Fläche auf 103 Hektar vergrößern.

Jede Anlage muss genehmigt werden
Schmid betonte, das Votum des Gemeinderats bedeute keine komplette Verhinderung von Windkraft auf dem Schurwald. Sonst hätte man sagen müssen, alle Vorranggebiete dort müssten weg. Man habe damit eine Stellungnahme abgegeben wie es in diesem Verfahren übrigens dankenswerterweise jeder Bürger und jede Bürgerin tun könne. Es gehe jetzt um Entwürfe. In den Vorranggebieten werde nicht einfach gebaut, sondern es brauche für jede geplante Anlage ein extra Genehmigung.
Auch von Göppinger Seite formiert sich Widerstand gegen neue Windräder auf dem Schurwald. Der Verein Mensch Natur hat vor wenigen Tagen beim Verband Region Stuttgart seine Stellungnahme mit der ablehnenden Haltung zu neuen Vorranggebieten bei Adelberg, Birenbach und Wäschenbeuren hinterlegt.

Beitrag zum Klimaschutz
Rechtslage:
 Der Landtag hat 2023 das Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz verabschiedet. Demnach müssen 1,8 Prozent der Landesfläche bis Ende September 2025 im Regionalplan für Windkraftanlagen vorgesehen werden. Grundlage ist ein Bundesgesetz. Der Verband Region Stuttgart hat dazu eine Teilfortschreibung des Regionalplanes eingeleitet, der Entwurf wurde im Oktober 2023 beschlossen. Jetzt sollen Kommunen und die Bürgerschaft Stellungnahmen abgeben. Informationen dazu findet man unter www.region-stuttgart. org/wind. Die Festlegung von Vorranggebieten bedeutet nicht, dass dort tatsächlich automatisch Windräder gebaut werden. Dafür braucht es stets erst einen Investor. Vielmehr gilt der Umkehrschluss, denn auf allen anderen Flächen dürfen keine Windräder entstehen.

Kritik: Gegner wie die Bürgerinitiativen Pro Schurwald und Baltimore warnen vor bis zu 300 Meter hohen Windrädern. Sie lehnen Windräder in Wald- und Landschaftsschutzgebieten ab und fordern mindestens drei Kilometer Abstand zwischen den Vorranggebieten. (com/hin)

Die Stunde der Kirchenmusik in der Esslinger Stadtkirche blickt auf eine 60-jährige Geschichte zurück. Mit dem Jubiläumsprogramm zeigt Kirchenmusikdirektor Uwe Schüssler die musikalische Bandbreite.

Kunst und Kultur leben von der Innovation, aber auch von Kontinuität. Diese wird in der Esslinger Stadtkirche seit sechs Jahrzehnten gelebt. Hans Arnold Metzger, Kirchenmusiker in St. Dionys und erster Leiter der damaligen Esslinger Hochschule für Kirchenmusik, hatte die Stunde der Kirchenmusik im April 1964 aus der Taufe gehoben. Seit 1989 hält Uwe Schüssler die konzeptionellen Fäden der Konzertreihe in der Hand, und er hat das musikalische Profil der Reihe konsequent weiterentwickelt und stets auf der Höhe der Zeit gehalten. Zum 60-Jahr-Jubiläum will Schüssler mit einem profilierten Programm zeigen, was den Reiz dieser Konzertreihe ausmacht.

Fast immer freier Eintritt
Seit Hans Arnold Metzgers Zeiten zeichnen die jeweiligen Kantoren der Esslinger Stadtkirche für die Stunde der Kirchenmusik verantwortlich. Dem Gründer waren später die Kirchenmusiker und Hochschulprofessoren Werner Schrade und Hans Georg Bertram gefolgt, die Nähe zur Hochschule für Kirchenmusik war bis zu deren Umzug von Esslingen nach Tübingen deutlich zu spüren. Knapp 20 Konzerte stehen Jahr für Jahr auf dem Programm, die allermeisten werden bei freiem Eintritt angeboten. „Das ist uns wichtig, weil wir die Stunde der Kirchenmusik und damit auch unsere Kirche für möglichst viele Menschen öffnen wollen“, sagt Uwe Schüssler, der vor 20 Jahren für sein vielfältiges Engagement zum Kirchenmusikdirektor ernannt wurde.
Die evangelische Kirche engagiert sich finanziell, ein städtischer Zuschuss hilft, die Kosten für Solisten und technische Erfordernisse zumindest teilweise zu decken, Spenden der Konzertbesucher tun ein Übriges. Nur bei besonders kostspieligen und aufwendigen Projekten wie dem Sonderkonzert „Talkin’ about Barbara“ am 14. September in Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum Dieselstraße wird ein Eintrittsgeld fällig.
Stilistisch hat Uwe Schüssler das Programm der Reihe ganz bewusst geöffnet. Dazu tragen Kooperationen etwa mit dem Podium-Festival am 25. April oder dem Forum für junge Solisten am 9. November bei. Viele der Künstlerinnen, Künstler und Ensembles, die in der Stunde der Kirchenmusik zu hören sind, kommen aus der Umgebung wie der Esslinger Kammerchor ExVocal (3. Februar), der südwestdeutsche Kammerchor Tübingen, der am 2. März A-cappella-Passionsmusik aufführt, oder die Singakademie Stuttgart, die am 16. März geistliche Chormusik zur Passionszeit bietet.
Dass sich das Kirchenjahr im Programm widerspiegelt, ist ebenso Teil des Konzepts wie die liturgischen Elemente in den meisten Konzerten und die starke Präsenz der Chöre der Stadtkirche. Besonders gilt das im Jubiläumsjahr, wenn Jugendkantorei und Kantorei am 29. März zusammen mit dem Stuttgarter Ensemble Musica Viva sowie einigen Solisten Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion aufführen. Kurrende und Jugendkantorei sind am 19. Juli mit Bent Peder Holbechs Jazzmesse „Missa Rotna“ zu hören. Am 23. November führen Jugendkantorei und Kantorei zusammen mit der Sinfonia 02 Felix Mendelssohn Bartholdys Lobgesang op. 52 auf.
Mit Christian Fink wird am 11. Mai ein Esslinger Komponist in den Fokus gerückt, dessen Werk es für viele Musikliebhaber erst noch genauer zu entdecken gilt. International wird es am 15. Juni, wenn das Vokalensemble Bach speglarna zu Pfingsten schwedische, dänische und norwegische Chormusik darbietet. Und am 13. April kommt der renommierte Organist Pavel Kohout aus Prag nach Esslingen. (adi)

Mit dem letzten Bauabschnitt im Wohngebiet Flandernhöhe West setzt die Esslinger Wohnungsbau einen Schlusspunkt hinter ein Projekt, das 200 Miet- und Eigentumswohnungen entstehen lässt. Zielgruppe sind Familien, Singles und Senioren mit geringem und mittlerem Einkommen.

Die Wohnraumversorgung gehört zu den größten Herausforderungen, denen sich die Stadt Esslingen in den kommenden Jahren widmen muss. Vor allem bezahlbarer Wohnraum ist knapp, die jüngsten Rückgänge bei der Bautätigkeit vor Ort müssen zu denken geben. Da sind Erfolgsmeldungen umso willkommener: Im Gebiet Flandernhöhe West im Stadtteil Hohenkreuz hat die Esslinger Wohnungsbau GmbH (EWB) vergangene Woche Richtfest am letzten Bauabschnitt ihres Projekts gefeiert. Der Rohbau von insgesamt 33 Mietwohnungen mit einer Gesamtfläche von 2500 Quadratmetern ist damit fertig, bis Anfang des kommenden Jahres sollen die ersten Mieter dort einziehen.
Das letzte Gebäude im Bereich Flandernhöhe West, das intern „Bauteil E“ genannt wird, zählt zu einem Quartier mit insgesamt fünf Gebäuden, das die EWB im Stadtteil Hohenkreuz errichtet hat. Wenn auch die letzte Etappe geschafft ist, werden in diesem Bereich seit 2016 insgesamt 200 Miet- und Eigentumswohnungen entstanden sein. Zielgruppe sind Familien, Singles und Senioren mit geringem und mittlerem Einkommen. Ein Teil der Wohnungen ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialstation, der städtischen Pflegeheime und des Klinikums Esslingen vorgesehen.

Sehr kompakte Grundrisse
Bei den 33 Mietwohnungen, die jetzt im Rohbau fertiggestellt wurden, handelt es sich um Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 60 und 90 Quadratmetern. Ganz bewusst haben sich die Planer für sehr kompakte Grundrisse entschieden. Versorgt wird das Gebäude, das nach dem Effizienzhaus-Standard BEG 40 gebaut wurde, vom nahen Blockheizkraftwerk mit Heizwärme und Warmwasser. Außerdem gehört eine Tiefgarage mit 33 Stellplätzen zum Haus. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Straßenbereich zwischen den Neubauten und den Bestandsgebäuden saniert werden, um das Quartiersbild weiter aufzuwerten. „Es war baulich herausfordernd, das letzte Gebäude dieses Quartiers in die bestehende Blockbebauung der bereits vorhandenen Häuser einzufügen“, betonte EWB-Chef Hagen Schröter anlässlich des Richtfests.

Schwierige Rahmenbedingungen
Mit der Bebauung dieses Quartiers folgt die Esslinger Wohnungsbau GmbH dem Wohnraumversorgungskonzept der Stadt, das konkrete Vorgaben für den Anteil geförderten Wohnraums an neu geschaffener Wohnfläche macht. Dass die Stadt bei der Umsetzung dieser Richtlinie nicht die einzelnen Gebäude, sondern bewusst das gesamte Quartier im Blick hatte, habe manches erleichtert, betonte Hagen Schröter.
Der EWB-Chef erinnerte beim Richtfest am „Bauteil E“ daran, dass sich sein Unternehmen in einer Zeit, in der die Rahmenbedingungen für Neubauprojekte nicht gerade die einfachsten sind, bewusst dafür entschieden habe, mit dem „Bauteil E“ einen Schlusspunkt hinter das Projekt Flandernhöhe West zu setzen. Dass es gelungen sei, mit dem Generalunternehmer Rommel einen Partner aus der Region zu gewinnen, der Kostensicherheit gewährleistet habe, sei Ergebnis einer langjährigen guten Zusammenarbeit.
Für Schröter sind Bauprojekte wie dieses wegweisend. Wo immer dies möglich sei, müssten Optionen zur Nachverdichtung und Bebauung im Innenbereich genutzt werden. Klar ist für den Chef der Esslinger Wohnungsbau GmbH: „Man darf über Wohnbau nicht nur reden – man muss etwas machen.“


Die Flandernhöhe im Wandel der Zeit
Geschichte: 
Esslingen war schon im 18. Jahrhundert Garnisonsstadt. Mit der Becelaere-Kaserne, die anfangs Burg-Kaserne hieß, entstand ab 1914 oberhalb der Burg ein neues Militärgelände, das 1935 durch die Funkerkaserne ergänzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kasernen-Areal bis in die frühen 90er-Jahre von der US Army genutzt. Die Becelaere-Kaserne war Bundeswehr-Standort, 1994 wurde diese zu Wohnzwecken umgebaut. Mit der Räumung der Funkerkaserne werden dort ab Mitte der 90er-Jahre in großem Stil Wohnungen gebaut.
Zukunft: Angrenzend an das Kasernengelände wurde Anfang der 70er-Jahre an der Flandernstraße ein Hochschul-Campus gebaut. Wenn die Hochschule ihre neuen Räume in der Weststadt bezieht, kann das Areal ebenfalls für Wohnzwecke genutzt werden. Wie die Nutzung aussehen wird, steht noch in den Sternen. Auf der Webseite der Internationalen Bauausstellung 2027 heißt es, mit dem Vorhaben „Urbane Transformation Flandernhöhe“ solle auf dem Areal „ein neues, nachhaltiges, gemischt genutztes Stadtquartier entwickelt werden“. (adi)

Das Leihradsystem wird weniger genutzt als erhofft. In Plochingen ist man unzufrieden, in Hochdorf wurde das Angebot eingestellt.

Rund 25 Leihfahrräder, mit und ohne Elektromotor, sollten in Plochingen über Regio-Rad normalerweise verfügbar sein. Das ist die Theorie, in der Praxis sind es oft deutlich weniger. Was auch damit zu tun hat, dass die Nutzer mit den Rädern in andere Orte fahren. Aber der Plochinger Gemeinderat ist insgesamt nicht zufrieden, weder mit der Nutzung noch mit der Leistung des Anbieters Regio-Rad.
„Die Performance von Regio-Rad“ werde auch beim Verband Region Stuttgart, der die Leihradstationen finanziell unterstützt, kritisch gesehen, sagte der Bürgermeister Frank Buß vor Kurzem. Fünf Regio-Rad-Stationen gibt es in Plochingen, zwei davon – in den Lettenäckern und auf dem Stumpenhof – finanziert die Stadt, wobei der Verband Region Stuttgart 50 Prozent des Defizits trägt. Eine weitere Station ist beim Sportmarkt Decathlon und wird von diesem getragen, die beiden Standorte am Bahnhof und in der Eisenbahnstraße werden vom Betreiber DB Connect selbst finanziert.

Selten in die Lettenäcker und auf den Stumpenhof
Diese beiden sind die am stärksten genutzten Standorte in Plochingen. Das geht aus der Statistik hervor, die Thomas Lehr, der Umweltbeauftragte der Stadt, dem Ausschuss für Bauen, Technik und Umwelt vorlegte. Sie kamen von Januar bis Oktober 2023 auf jeweils mehr als 600 Entleihungen – ein Vielfaches der Zahlen an den anderen Plochinger Stationen. Die Erklärung dafür ist einfach: Es sind vor allem die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des S-Bahn-Betriebswerks, die die rund 700 Meter vom Bahnhof zu ihrem Arbeitsplatz mit den Leihrädern zurücklegen. Deutlich seltener fährt jemand in die Lettenäcker, auf den Stumpenhof oder zu Decathlon; daran ändert auch die Möglichkeit, ein Pedelec zu nehmen, nichts. Ebenso halten sich die interkommunalen Fahrten in Grenzen, hier liegt Wernau als Ziel mit Abstand vorne, gefolgt von Esslingen – alles andere sind eher Einzelfälle.
Thomas Lehr sah zwar in den Zahlen einen Aufwärtstrend, überzeugend fanden den die Ausschussmitglieder aber nicht. Man sehe „ein bisschen Licht, aber ziemlich viel Schatten“, meinte etwa Ralf Schmidgall (CDU). Das System funktioniere auf der Ebene, aber nicht bei Steigungen, was er auch auf die Qualität der Räder zurückführte: „Auf dem Sattel will niemand den Berg hochfahren.“ Auch Dagmar Bluthardt (SPD) fand die Zahlen eher enttäuschend: „Ohne Förderung können wir es komplett vergessen.“ Von Nutzern kann man hören, dass geliehene Räder teilweise defekt seien.

Personalmangel und Vandalismus
Den holprigen Start erklärte Thomas Lehr auch mit Auswirkungen von Corona und einem allgemeinen Personalmangel beim Anbieter DB Connect. Das habe dazu geführt, dass die Räder weder ausreichend gewartet noch schnell genug neu verteilt wurden. Der Umweltbeauftragte sprach auch Vandalismus an, sei es in Form von Beschädigungen, sei es durch wildes Abstellen oder gar Wegwerfen der Leihräder. DB Connect hat der Stadt wegen der Ausfälle im Jahr 2022 einen beachtlichen Teil ihrer Kosten zurückerstattet. Thomas Lehr würde angesichts der leichten Aufwärtstendenz und fehlender Alternativen Regio-Rad noch eine Chance geben – die Ausschussmitglieder nahmen den Bericht zur Kenntnis, wollen aber auch Optionen wie die Verlegung von Standorten prüfen. Die vorzeitige Vertragskündigung schlossen sie nicht endgültig aus. Sie wäre spätestens im März auf Ende Oktober möglich. Ansonsten verlängert sich der Vertrag und würde erst 2026 neu ausgeschrieben.
Bereits gekündigt hat zum Beispiel die Gemeinde Hochdorf. Dort waren seit 2021 an zwei Stationen, in der Ortsmitte und im Gewerbegebiet beim Supermarkt, Regio-Räder stationiert. Nachdem die acht Pedelecs und zwei Fahrräder im ersten Jahr insgesamt nur 22 Mal ausgeliehen wurden, verabschiedete sich die Gemeinde wieder von den Leihrädern.
Als Hintergrund werden in Hochdorf ähnliche Gründe genannt wie die, die auch in Plochingen festgestellt wurden: Immer wieder seien wegen Vandalismus und wegen der Personalnot beim Anbieter wenig Räder verfügbar gewesen. Ein weiterer Grund sei, dass die direkt benachbarten Gemeinden überwiegend nicht an das System angeschlossen seien und damit die entsprechenden „Anknüpfungspunkte“ fehlten.
Die Stadt Esslingen, die am Bahnhof und am Krankenhaus jeweils einen Standort hat, hält sich mit Aussagen zur Nutzung von Regio-Rad zurück. Nutzungsdaten und Erfahrungswerte solle man direkt beim Anbieter erfragen, schreibt die Pressestelle. Zu einer möglichen Verlängerung des Vertrags, der ebenfalls bis Ende Oktober 2026 läuft, könne man derzeit noch keine Auskunft geben. (aia)

Am 21. Januar starten die Vesperkirchen in Esslingen und Nürtingen, eine Woche später folgt Kirchheim. Die Organisatoren halten trotz hoher Kosten am symbolischen Preis von 1,50 Euro pro Mahlzeit fest. Sie stellen sich auf täglich mehrere hundert Gäste ein.

Weltweit werden Reiche immer reicher und die Armen immer ärmer. Das besagt eine aktuelle Studie der internationalen Entwicklungsorganisation Oxfam. „Das Ergebnis lässt sich nicht eins zu eins auf Esslingen übertragen, aber wir stellen fest: Auch bei uns gibt es viele Menschen, denen es wirtschaftlich schlecht geht“, sagt Bernd Weißenborn, der Dekan des evangelischen Kirchenbezirkes Esslingen. „Mit unserer Vesperkirche trotzen wir Armut, Ausgrenzung und sozialer Kälte.“
Vom Sonntag, 21. Januar, bis Sonntag, 4. Februar, jeweils zwischen 11.30 und 14.30 Uhr, heißt es im Neuen Blarer wieder „Gemeinsam an einem Tisch“. Neben einer reichhaltigen warmen Mahlzeit gibt es im Gemeindehaus am Blarerplatz Kaffee und Kuchen, der von Privatpersonen gebacken und gespendet wird. „Hier ist jeder und jede willkommen“, freut sich der Projektleiter der Esslinger Vesperkirche, Bernd Schwemm, auf zahlreiche Gäste – junge und alte, arme und wohlhabende, einsame und gesellige Menschen gleichermaßen. „Sie können bei Tischgesprächen Gemeinschaft erleben.“
Schwemm rechnet mit bis zu 200 Besuchern täglich, so viele Menüs – Suppe, Salat, Hauptspeise und Dessert – wird die Küche des Geriatrischen Zentrums Kennenburg ins Blarer liefern. Die Gästezahl sei aber kaum planbar, räumt Schwemm ein. Zum einen gebe es noch Ängste aus der Corona-Zeit. Zum anderen steige die Zahl der Bedürftigen. Schwemm verrät seinen „Plan B“: „Sollten wir überrannt werden und das Essen nicht ausreichen, dann bieten wir kurzerhand Maultaschen in der Brühe an.“

In der Frauenkirche nicht mehr zu stemmen
Zum zweiten Mal in ihrer 15-jährigen Geschichte öffnet die Esslinger Vesperkirche im Neuen Blarer. In der Frauenkirche, die ihr vor Corona zehn Jahre lang als Veranstaltungsort diente, sei die Atmosphäre zwar schöner gewesen, „aber wir können die Vesperkirche dort nicht mehr stemmen“, sagt Schwemm. Der personelle, logistische und finanzielle Aufwand sei einfach zu hoch. Selbst das „kleine Konzept“ mit einem Team von 300 Helfern schlage mit rund 45 000 Euro zu Buche. Dass die Kosten mit dem symbolischen Preis von 1,50 Euro pro Mahlzeit nicht annähernd gedeckt werden können, ist kein Geheimnis. „Das Essen müsste realistischerweise mindestens sieben Euro kosten“, erläutert Schwemm und fügt hinzu: „Wer mehr zahlen kann, darf gerne mehr bezahlen. Aber es gibt Menschen, für die sind selbst 1,50 Euro viel Geld.“ Die Initiatoren seien daher „dringend auf Spenden angewiesen“, bittet Dekan Weißenborn um Unterstützung.
Dass die Spendenbereitschaft sinkt, kann Evi Handke, die Leiterin der Vesperkirche Nürtingen, nicht feststellen: „Sie ist nach wie vor gut.“ Ohne freiwillige Zuwendungen aber geht es nicht. Auch die Organisatoren der Nürtinger Vesperkirche, die vom 21. Januar bis zum 11. Februar in der Lutherkirche öffnet, müssen mit spitzem Bleistift rechnen. Im vergangenen Jahr haben wir zwischen 400 und 700 Essensportionen in der Kirche serviert oder zum Mitnehmen verkauft“, berichtet die Diakonin. Damit war das Limit erreicht. In diesem Jahr entfällt das Angebot „to go“. Dafür wird die Essenszeit um eine halbe Stunde verlängert. Handke rechnet damit, dass pro Tag 250 bis 400 Portionen ausgegeben werden. „Die Metzger, die uns versorgen, erstellen einen bunten Speiseplan.“ Auch hier gilt: Spenden sind willkommen. Während der dreiwöchigen Aktion seien täglich rund 40 bis 45 ehrenamtliche Helfer im Einsatz.
Ein paar Tage später, am Sonntag, 28. Januar, öffnet dann die dritte Vesperkirche im Landkreis Esslingen. Bis zum 11. Februar sind die Türen der Thomaskirche in Kirchheim täglich zwischen 11.30 und 14 Uhr für Besucher geöffnet, ein Team von 200 Freiwilligen sorgt für ein gelingendes Miteinander. „Der Gottesdienstraum wird zu einem warmen und gastlichen Ort, an dem sich Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion oder ihres Einkommens beim Mittagessen begegnen können“, sagt Diakon und Organisator Uli Häußermann. Auch in Kirchheim hält man am Obolus von 1,50 Euro pro Mahlzeit fest.

Die Vesperkirche
Die Esslinger Vesperkirche im Neuen Blarer am Blarerplatz wird am Sonntag, 21. Januar, um 12 Uhr durch Dekan Bernd Weißenborn und Projektleiter Bernd Schwemm eröffnet, zum Abschluss am 4. Februar ist ebenfalls ein spezielles Ritual geplant. Am Donnerstag, 25. Januar, ist Künstler Helge Thun ab 19.30 Uhr zu Gast im Gemeindehaus. Bereits ab 18 Uhr besteht Gelegenheit zu Diskussionen rund um das Projekt „Ansprechbar für Demokratie“ des Kreisdiakonieverbands. (eh)

In Plochingen wurden in den vergangenen Jahren mehr als 300 Wohnungen gebaut. Aber nach wie vor fehlt es in der Stadt an Wohnraum, vor allem der „preisgedämpften“ Art.

Hermannstraße, Brühlareal, Moltkebehälter oder Punkthaus im Bruckenwasen: Das sind Beispiele für Wohnbauprojekte, die bereits umgesetzt sind oder gerade umgesetzt werden. „Die Ziele, die wir uns vorgenommen haben – vor allem im Inneren zu wachsen – sind schon sehr gut erfüllt“, stellte Wolfgang Kissling, der Leiter des Verbandsbauamtes, vor Kurzem in der Sitzung des Bauausschusses fest. Auch die Fraktionen sahen die Stadt auf einem guten Weg bei der Schaffung von neuem Wohnraum. Nicht so Einzelstadtrat Klaus Hink, der unter anderem die Neubauten am Mittleren Haldenweg ansprach. Sie seien „am Markt vorbeientwickelt“ worden, das sehe man daran, dass sie nach wie vor für teures Geld zum Verkauf oder zur Miete ausgeschrieben seien. Das Immobilienunternehmen Pflugfelder, das sie gebaut hat, spricht dagegen von einer bedarfsgerechten Planung: Man habe vier Einfamilienhäuser und zehn Doppelhaushälften gebaut und sechs dieser Wohneinheiten verkauft. Die anderen habe man, auch als Reaktion auf den veränderten Markt und die verunsicherten Kunden, in den eigenen Bestand aufgenommen. Sie seien zum größten Teil bereits vermietet.
Dringend notwendig ist aber aus Sicht der Fraktionen wie auch der Stadtverwaltung weiterer Wohnraum im „preisgedämpften Bereich“, also im Geschosswohnungsbau. Deshalb soll jetzt der Masterplan Wohnen weiterentwickelt werden, wobei die Stadt nur noch wenige Flächen selbst zur Verfügung hat: verbleibende Baulücken im Innenbereich seien „fast ausschließlich in privater Hand“, so Kissling.

Hallenbad im Gebiet Schafhausäcker?
Relativ kurzfristig aktivieren könne man die Flächen Bühl Süd und Bühl Nord am östlichen Ortsrand auf dem Stumpenhof. Für den nördlichen Teil hält die Stadt den Bau von „Hoffnungshäusern“ für sinnvoll, die sich sowohl für die Unterbringung von Geflüchteten als auch als allgemeiner, günstiger Wohnraum eignen. Verfügbar ist außerdem eine Fläche an der Hohenzollernstraße, die der Stadt gehört – auch sie ein weiterer möglicher Standort für die Flüchtlingsunterbringung.
Andere Bereiche, die für die Wohnbebauung im Blick waren, müssen zurückgestellt oder auch ganz abgehakt werden. Dazu gehört das Gebiet Schafhausäcker I, in dem neuen Plänen zufolge ein Hallenbad entstehen könnte. Zwar sieht die CDU dennoch Potenzial für eine weitere Bebauung, Wolfgang Kissling hinterfragte das aber – die Bodenverhältnisse, die Hanglage, ein Abwasserkanal und ein Regenüberlaufbecken im Untergrund sprächen dagegen. Große Hoffnungen hatte der Gemeinderat ins weitaus größere Gebiet Schafhausäcker II, rund ums Bildungszentrum Garp, gesetzt. Das ist jedoch fraglich geworden, nachdem kürzlich der Schutz von Streuobstwiesen verschärft worden sei. Diese seien jetzt „sakrosankt“, meinte Kissling, es werde „extrem schwierig“, diese gut fünf Hektar große Fläche zu entwickeln.
Für andere Stellen wie die Gärten bei den Eisenbahnerhäusern in der Ulmer Straße oder Garagenflächen auf dem Stumpenhof muss aus Sicht der Stadtverwaltung zunächst ein Konzept erstellt werden. Das gilt auch für das Kronenareal in der Kurve Neckar-/Schorndorfer Straße, das Joachim Hahn (SPD) als wichtiges Projekt ansprach. „Auch ich sehe dort das nächste Sanierungsgebiet der Stadt“, meinte Bürgermeister Frank Buß. Allerdings sei man aktuell ja schon mit dem Gebiet Fils-West beschäftigt; zwei Sanierungsgebiete parallel könne die Stadt erfahrungsgemäß kaum stemmen. Lorenz Moser (OGL) regte an, im Innenstadtbereich die Aufstockung von Häusern zu erleichtern und sprach im Zusammenhang mit privaten Grundstücken die Frage nach einem Baugebot, ähnlich wie in Tübingen, an. Das halte er eher für einen „zahnlosen Tiger“, meinte Kissling – es sei sehr schwierig umzusetzen, weil man dem Eigentümer nachweisen müsse, dass die Bebauung für ihn zumutbar ist. (aia)