Beuren will sich als Pilotgemeinde des Landkreises Esslingen zertifizieren lassen.
Bei der Auftaktveranstaltung wurde deutlich, was die Kommune zu bieten hat und was die Wünsche der Bürger sind.
Ärztehaus, Outdoor-Fitness-Geräte, Schulgesundheitspflege, Trinkwasserspender, Leitbild für die Gastronomie, Verbesserung der Gehwegbeleuchtung, barrierefreie Toiletten – die Liste der Ideen und Wünsche ist lang. Kürzlich waren rund 25 Gäste in die Beurener Kelter gekommen, um mit Verwaltung und Gesundheitsamt den ersten Schritt zur Zertifizierung als „Gesunde Gemeinde“ zu gehen. Das Land hatte Beuren als Pilotgemeinde ausgewählt, nicht zuletzt wegen ihres Status als Kurort und der damit verbundenen Einrichtungen.
Im Oktober 2025 hatte der Gemeinderat einstimmig beschlossen, sich auf den Weg zur Zertifizierung zu begeben. Das Projekt „Gesunde Gemeinde“ werde seit Januar vergangenen Jahres durch das Landesgesundheitsamt (LGA) zusammen mit ausgewählten Gesundheitsämtern durchgeführt, wie Carolin Herdtle vom Landratsamt Esslingen mitteilte. Das Gesundheitsamt wirkt prozessbegleitend, unterstützt durch Fachwissen und Angebote, und weist auf Fördermöglichkeiten hin.
Zertifizierung als Qualitätssiegel
„Wir haben uns für die Zertifizierung beworben, weil sie ein Qualitätssiegel darstellt“, sagte Bürgermeister Daniel Gluiber. Einwohner, Gäste und Partner hätten dadurch Gewissheit, dass die Gemeinde Gesundheit zu ihrem Anliegen mache und kontinuierlich an deren Verbesserung arbeite.
Gesundheitsbegriff wird weit gefasst
Dabei gehe es, so Constanze Yilmazel vom Gesundheitsamt, um einen weit gefassten Gesundheitsbegriff: Quartiersmanagement, soziale Netzwerke, Freizeitangebote, betreutes Wohnen, Barrierefreiheit, Geh- und Radwege, Vereinsleben, Mobilität, Luftqualität und Mitbestimmung – das alles trage dazu bei, dass sich Bürgerinnen und Bürger in einer Kommune wohlfühlten. Gesundheit und was man dafür tun könne, solle sich im Bewusstsein verankern. „Alle müssen an einem Strang ziehen.“
Die Akteure hatten im Vorfeld mögliche Schwerpunkte erarbeitet. Wie Carolin Herdtle ausführte, könnten mögliche Ziele sein, die Panorama-Therme als überregionales Gesundheits- und Präventionszentrum auszubauen, das Bewegungsangebot am Rauffwäldle zu verbessern, das Erlebnis.Genuss.Zentrum im Freilichtmuseum mehr auszulasten oder Leerstände in der Ortsmitte wiederzubeleben. Sie wies darauf hin, dass weitere Vorschläge sowie Beteiligungen der Bürger sehr willkommen seien. Beachtlich sei das Angebot in der Gesundheitsvorsorge und -versorgung mit Apotheke sowie Kurarztpraxis, Gesundheitszentrum, Physiotherapie, Yoga und vielem mehr. Ein weiterer Ausbau sei wünschenswert. Beuren punkte unter anderem mit E-Ladestationen, einem Wohnmobilstellplatz, Car-Sharing und nicht zuletzt dem Freilichtmuseum als überregionalem Anziehungspunkt. Beuren habe ein lebendiges Vereinsleben. Im Themenfeld Natur, Umwelt, Ernährung und Bewegung wurde mit Streuobstverwertung, Bikepark, Biosphärengebiet, Backhäusern und Kräuterwanderungen eine breite Palette genannt.
Die Panorama-Therme als Naherholungsort für den ganzen Landkreis helfe mit Thermalwasser und Sauna bei Beschwerden und fördere Ruhe und Entspannung.
Eine wichtige Rahmenbedingung sei die Bevölkerungsdynamik. „Beuren weist eine vergleichsweise ältere Bevölkerung auf“, sagte Valentina Runge vom Hauptamt. Das müsse man bei den Planungen berücksichtigen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde liege bei 17,9 Prozent, die Menschen im Erwerbsalter machten 58 Prozent der Bevölkerung aus, ältere Menschen und Hochbetagte 31,6 Prozent. Nach den Impulsen diskutierten die Gäste im Rahmen eines Workshops engagiert an mehreren Tischen. Die Ergebnisse wurden notiert und anschließend vorgetragen. Als Nächstes soll vom Netzwerk eine Prioritätenliste der Vorschläge erstellt werden.
Einen weiteren Termin gibt es bisher nicht.
