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Claus Hintennach

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Es gibt Tausende Parkplätze in der Esslinger Innenstadt – allerdings nicht immer dort, wo sie am meisten nachgefragt sind. Vor allem in den Parkhäusern in der City bleiben oftmals zahlreiche Stellplätze leer.

Was das Parken angeht, ist Esslingen ein heißes Pflaster. Immer wieder wird hitzig darüber diskutiert, wo Parkplätze erhalten oder entfernt und wie sie bewirtschaftet werden sollen. Auch über die Höhe der Parktarife gibt es immer wieder Auseinandersetzungen. Strittig ist das Thema nicht nur im Gemeinderat, sondern auch in der Bevölkerung und in der Geschäftswelt. Manch Händler befürchtet, dass mit dem Wegfall von Parkplätzen auch Kundschaft wegbricht. Ob es genügend Stellplätze in Esslingen gibt, will die Stadt nicht pauschal beantworten – klar ist aber, dass viele Parkhäuser oft nicht ausgelastet sind.
Prinzipiell ist das Parken auf öffentlichen Straßen laut Teresa Engel, Leiterin der Esslinger Stabsstelle Mobilität, immer erlaubt, sofern es genügend Platz dafür gibt – und es nicht aus bestimmten Gründen explizit verboten ist. In der Esslinger Innenstadt gebe es rund 2000 Parkplätze im öffentlichen Straßenraum, und zwar vor allem in den Bewohnerparkgebieten sowie im Bereich zwischen Fleischmann- und Eugenie-von-Soden-Straße. Außerdem seien 52 Standorte mit 756 Abstellmöglichkeiten für Fahrräder im öffentlichen Raum bekannt. Hinzu kommen laut Engel insgesamt rund 4000 weitere Stellplätze für Autos außerhalb des öffentlichen Raums. So gebe es neun Parkhäuser, Tiefgaragen und ebenerdige Parkplätze im näheren Umfeld der Innenstadt sowie zwei weitere etwas weiter entfernt beim Klinikum und in der Flandernstraße. In der Mobilitätsstation im Qbus seien zudem 370 Rad-Abstellmöglichkeiten vorhanden.
Doch Parken im öffentlichen Raum ist nicht immer oder nicht immer unbegrenzt erwünscht. Deshalb gibt es laut Engel verschiedene Möglichkeiten der Regulierung – etwa eine zeitliche Begrenzung der Parkdauer, die Erhebung von Parkgebühren oder die Privilegierung bestimmter Gruppen, beispielsweise mobilitätseingeschränkter Personen, Anwohner oder Nutzer von Elektro- oder Carsharing-Autos. In Esslingen werden laut Engel all diese Möglichkeiten der Regulierung angewandt – oft auch in Kombination.
Ein dynamisches Parkleitsystem zeige auf verschiedenen Anzeigetafeln in der Esslinger Innenstadt an, wie viele Parkplätze aktuell tatsächlich in den jeweiligen Parkhäusern verfügbar sind. Prinzipiell funktioniere dieses System. Allerdings gab Uwe Heinemann, Leiter des Tiefbauamts, im Mobilitätsausschuss zu bedenken, dass man dabei auf die Daten von den Parkhausbetreibern angewiesen sei. Ob diese tatsächlich die aktuelle Zahl an freien Stellplätzen übermittelten, wisse man nicht.
Laut Teresa Engel weiß man hingegen, dass einige Parkhäuser in Esslingen oft nicht besonders stark ausgelastet sind. Wie kann man also die Leute dazu bewegen, die Parkhaus-Möglichkeiten auch zu nutzen? „Wenn es so viele öffentliche Stellplätze gibt, dass man immer etwas findet, bekommt man die Leute nicht in die Parkhäuser“, erklärte Engel. Auch das Fahrradparkhaus in der neuen Mobilitätsstation im Qbus werde nach wie vor wenig genutzt. Die Auslastung liege bei lediglich rund zehn Prozent. Derzeit versuche man, mit verschiedenen Kampagnen verstärkt auf das Angebot aufmerksam zu machen.
Einen generellen Parkplatzmangel gibt es in Esslingen zwar offenbar nicht, allerdings sind laut Teresa Engel die Parkmöglichkeiten im Stadtgebiet unterschiedlich verteilt. Man versuche stets, Angebot und Nachfrage in den jeweiligen Bereichen in Einklang zu bringen. Derzeit laufe die Parkraumuntersuchung Innenstadt, die als Grundlage für eine Überarbeitung der Parkraumbewirtschaftung dienen soll. Zudem werde ein Parkraumkataster für die gesamte Stadt angelegt. Außerdem seien weitere Untersuchungen zu Bewohnerparkgebieten geplant.

Parkplätze und Parkverbote
Orientierung: Zu finden sind die Standorte von Fahrrad­abstellanlagen, Parkhäusern, Parkscheinautomaten und mehr auf dem digitalen Geoportal der Stadt Esslingen. Auch auf der städtischen Internetseite gibt es Informationen über Parkgebühren, Park-Apps, Bewohnerparken, Parkhäuser und mehr.
Halteverbote: Die Stadt will in der Fritz-Müller-Straße in Oberesslingen Parkbereiche neu ordnen. Der Grund: Oft parken dort zig Lastwagen, was zu hohem Parkdruck und Schwierigkeiten beim Begegnungsverkehr führe. Daher sollen die Parkbuchten im Bereich des Bahnhofs Oberesslingen ausdrücklich für Autos ausgewiesen werden, Laster dürfen dort nicht mehr parken. Zwischen den Parkbuchten und dem Neubau der Stadtwerke soll tagsüber an Werktagen ein absolutes Halteverbot gelten. Auch in der Ruiter Straße in Berkheim sollen an einigen Stellen Halteverbote eingerichtet werden.  (meb)

Mit einem professionellen Beteiligungs- und Planungsprozess soll es beim Thema Nachnutzung der Feuerwehrstandorte weitergehen.

Langsam, aber sicher kommen die Vorbereitungen voran. Es geht um eine mögliche Nachnutzung der beiden bisherigen Feuerwehrstandorte in Baltmannsweiler und Hohengehren, wo neuer Wohnraum geschaffen werden soll. Vor Ostern stellten die beiden beauftragten Büros ihre Konzepte zur geplanten Machbarkeitsstudie sowie zu den Themen Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung der Einwohnerschaft im Gemeinderat vor.
Weil Baltmannsweiler vor geraumer Zeit den Zuschlag im Programm „Wohnraumoffensive Baden-Württemberg – Lücken nutzen“ erhalten hat, kommt die Gemeinde nun in den Genuss einer professionellen Begleitung bei der mehrstufigen Vorbereitung des städtebaulichen Projekts. Vorbereitungen, für die das Land viel Geld ausgibt. Mit 370 000 Euro wird dieser Prozess in der Schurwaldgemeinde gefördert, wobei der kommunale Anteil 20 Prozent betragen wird. Und von den Erfahrungen, die in Baltmannsweiler dabei gewonnen werden, sollen im besten Fall auch andere Kommunen im Land profitieren, darauf zielt das Programm „Lücken nutzen“ ebenfalls ab.
Die beteiligten Planungs- und Beratungsbüros stellten dem Gemeinderat kürzlich ihre Überlegungen vor. In der jetzigen Phase wird demnach ein Pflichtenheft für mögliche Investoren samt einem Exposé vorbereitet. Und bis Ende des Jahres sollen viele Fragen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie bearbeitet und geklärt werden, während die Projektsteuerung in den Händen der Gemeindeverwaltung bleibt, die parallel die Bebauungsplanverfahren vorantreiben wird. Viele Eckpunkte von der Grundstücksausnutzung, über die Zahl der Wohneinheiten, die Art der Wohnformen, Preise und das Raumprogramm könnten bereits ins Exposé geschrieben werden, erklärte Stadtplanerin Julia Finke vom beauftragten Büro Stadtbauplan.
Spannend dürfte auch die Markterkundung werden, die die Stadtplanerin ankündigte. „Wir wollen keine Luftschlösser bauen“, erklärte Finke mit Blick auf die Frage, ob es auf dem Markt zum Beispiel einen Bedarf für seniorengerechte Wohnungen gibt, mit denen mancher für die besagten Flächen in Baltmannsweiler liebäugelt. Untersucht werden soll, welche Grundstückspreise beim späteren Verkauf dort möglicherweise erzielt werden können. Und in diesem Jahr sollen auch erste Sondierungsgespräche mit potenziellen Investoren geführt werden.

Erste Workshops und Begehungen
Beginnen will die Gemeinde parallel dazu mit der Öffentlichkeitsarbeit, zu der auch die Bürgerbeteiligung zählt. Anwohner und verschiedene Interessengruppen wie Seniorenrat, Vereine und Jugendliche sollen sich zum Bedarf und zu möglichen Nutzungen äußern können. Die Geografin Verena Hudert und ihre Kollegin Vera Köhler vom Stadtberatungsbüro Fries aus Ostfildern wollen dazu vor den Sommerferien einen ersten Workshop und Begehungen an den Standorten anbieten. Es sei wichtig, mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen, um städtebauliche Alternativen gemeinsam abzuwägen, so die Planerinnen.
Ähnlich wie die bisherige Beauftragung der Büros fand auch diese Information für jedermann zugänglich während einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderats statt. Noch intensiver wird sich das Gremium außerdem bei seiner Klausurtagung am 27. April mit den Themen befassen.
Auf den beiden Flächen in zentraler und attraktiver Lage, die sich bereits in kommunalem Besitz befinden, sollen lebendige Quartiere und am Gemeinwohl orientierter Wohnraum entstehen. In Baltmannsweiler befindet sich das rund 800 Quadratmeter große Areal in unmittelbarer Nachbarschaft zur Aegidiuskirche. In Hohengehren liegt die Feuerwehr direkt hinter dem Rathaus aus den 1960er-Jahren, dort sind die Möglichkeiten besonders groß, da immerhin 2000 Quadratmeter überplant werden sollen. Auf dem Wunschzettel stehen neben Wohnraum und Dienstleistungen wie eine Kinderarzt- oder Rehapraxis auch ein Lebensmittelgeschäft.

Hier sollen viele Rädchen ineinander greifen
Idee: Die Wohnraumoffensive Baden-Württemberg will innovatives Wohnen in den Zentren kleiner Gemeinden fördern. Baltmannsweiler hatte als eine von fünf Kommunen im Land einen Zuschlag für diese Förderung bekommen. Dem Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen gefiel, dass mitten in der 5600-Einwohner-Kommune zwei lebendige Quartiere mit am Gemeinwohl orientiertem Wohnraum geschaffen werden sollen.
Vorbereitung: Für den komplexen Entwicklungsprozess im Vorfeld der Planungen wurden für Baltmannsweiler mehrere Aufgabenpakete geschnürt. In der ersten Phase geht es in diesem Jahr um die Bedarfserhebung sowie ein Betreiber- und Nutzerkonzept. Außerdem beginnt die Beteiligung der Bürgerschaft. Für die moderierten Workshops und weitere Veranstaltungen sollen die 2022 beschlossenen Leitlinien zur Bürgerbeteiligung angewendet werden. (com)

Monatelang wurde in akribischer Kleinarbeit PCB-belastetes Material im alten Hauptgebäude der Zollberg-Realschule in Esslingen abgetragen. Dann erst war der Weg frei für den Abriss. In der Schule löst das viel Freude aus.

Es geht vorwärts an der Zollberg-Realschule. Das mit dem Weichmacher PCB kontaminierte Hauptgebäude steht nicht mehr. Nach und nach wurde es abgerissen, die letzten Mauern fielen in den Osterferien. Innerhalb der Schulgemeinschaft sorgt dieser Abbruch für Aufbruchstimmung. „Jetzt ist etwas sichtbar, das motiviert uns alle ungemein“, sagt die Schulleiterin Carolin Saar. Für sie hat damit eine entscheidende neue Phase begonnen.
„Wir freuen uns sehr und können es kaum erwarten, dass es nun mit dem Neubau losgeht“, so die Rektorin. Es ist gar nicht so, dass in den vergangenen Jahren nichts passiert ist. Doch die Abbauarbeiten, mit denen im Oktober 2022 begonnen worden war, haben sich innen und vor allem von Bauzäunen akribisch abgeschirmt abgespielt. Stück für Stück und Schicht für Schicht musste der aus dem Jahr 1972 stammende Altbau zerlegt und abgetragen werden. Denn aus den Deckenplatten, den Wandfugen und dem Boden dünstete seit Jahrzehnten der giftige Weichmacher PCB aus. Deshalb musste unbedingt vermieden werden, dass verseuchter Staub bei den Bauarbeiten nach außen dringt. „Das war alles sehr zeitaufwendig“, sagt Carolin Saar. Dass sich überhaupt etwas auf der Baustelle tut, habe man aber eher gehört, zu sehen war lange Zeit so gut wie nichts.
Die Giftstoffe, darunter auch das besonders gefährliche PCB 118, hatten sich überall festgesetzt. Nicht nur im und am Haus, sondern auch in Möbeln oder Schulmaterial. Bergeweise mussten Bücher und Aktenordner zurückgelassen werden, als das Gebäude im Mai 2019 geräumt wurde. Nur wenige wichtige Dokumente durften gerettet werden, sie mussten aber speziell gereinigt werden, erinnert sich die Leiterin des Staatlichen Schulamts in Nürtingen, Corina Schimitzek. „Es hat einem teilweise in der Seele wehgetan, wenn man voll funktionsfähige Messgeräte oder eine komplette Bio-Sammlung zurücklassen musste“, sagt sie, „aber die Sicherheit musste an erster Stelle stehen.“ Die Stadt Esslingen und der Gemeinderat hätten diesen Prozess sehr gut unterstützt, lobt Schimitzek. Das gelte im Übrigen auch für das Containerdorf, das die Stadt auf einem der Schulsportplätze als Ausweichquartier für den belasteten Altbau errichten ließ. In dem Containerdorf wird mittlerweile schon das fünfte Jahr unterrichtet. „Die Stadt hat sich nicht lumpen lassen, und es wurden keine halben Sachen gemacht“, so die Amtsleiterin. Die Anschaffung von Beamern, Whiteboards oder Dokumentenkameras hätten die Zollberg-Realschule damals zu einer der am besten ausgestatteten Schulen gemacht.

Komfortabel und bestens ausgestattet
Eltern und Kinder seien häufig überrascht, wie komfortabel die provisorischen Klassenzimmer sind, berichtet Carolin Saar von Reaktionen, die sie etwa an den Tagen der offenen Tür mitbekommt. Ganz ausräumen ließ sich die Skepsis gegenüber den Containern nicht, was sich teilweise auch in den Anmeldezahlen der beliebten Realschule niedergeschlagen hat. „Die Vorbehalte werden weiter schwinden“, ist Corina Schimitzek angesichts der Baufortschritte überzeugt, „die Schule hat viel zu bieten“.
Nicht zuletzt haben die Probleme und Hürden der vergangenen Jahre die Schulgemeinschaft auch zusammengeschweißt. „Wir stemmen das gemeinsam“, sagt Carolin Saar über den positiven Geist an ihrer Schule. Vermutlich im Sommer 2026 können die Schülerinnen und Schüler der Zollberg-Realschule in das neue Hauptgebäude der Schule einziehen, das auch Raum für neue pädagogische Konzepte bieten soll.
Ursprünglich war die Fertigstellung bereits für 2025 angepeilt worden. Im vergangenen Jahr hat die Stadtverwaltung aber mitgeteilt, dass der Schulneubau später fertig und zudem teurer als ursprünglich geplant wird. Inzwischen geht man beim Eigenbetrieb Städtische Gebäude (SGE) wegen der massiv gestiegenen Baukosten sowie höheren gesetzlichen Anforderungen an die haustechnischen Anlagen von Kosten in Höhe von 26,9 Millionen Euro aus – 2022 waren noch 23,6 Millionen Euro veranschlagt worden. Hinzu kommen 2,6 Millionen Euro für die Sanierung weiterer Gebäudeteile, womit die Gesamtkosten für das Projekt mit ungefähr 30 Millionen Euro beziffert werden. Genannt wurden diese Zahlen in einer Sitzung des Betriebsausschusses der SGE im November 2023. Vorgestellt wurde dort auch die veränderte Entwurfsplanung für den Neubau. Diese sieht eine Konstruktion in Hybridbauweise aus Holz und Beton vor. Zunächst war eine Stahl-Beton-Konstruktion geplant, aber aus Gründen der Nachhaltigkeit und angesichts sinkender Holzpreise habe man die Pläne überdacht, hieß es aus der Verwaltung. (pep)

Die Gemeinde Hochdorf hat die Situation im Ortskern analysieren lassen. Das Fachbüro empfiehlt Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr. Beim Rathaus wird ein Kreisverkehr angestrebt.

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat ein Programm aufgelegt, mit dem Kommunen eine systematische Erfassung und Analyse der Qualität ihrer Ortsmitte durchführen lassen können. Auf Antrag der Gemeinderatsfraktion der Grünen hat Hochdorf als eine der ersten Kommunen im Land im vergangenen Jahr dieses kostenfreie Angebot wahrgenommen. Das beauftragte Fachbüro hat kürzlich in einem Dossier die Ergebnisse und einige Handlungsempfehlungen vorgestellt.
„Das Dossier sollte nicht mit unserem Ortsentwicklungskonzept verwechselt werden“, betont Hochdorfs Bürgermeister Gerhard Kuttler. Das sei als übergeordnetes Steuerungselement der Kommune zu verstehen. Die Gemeinde nutze vielmehr das Angebot des Ministeriums, mithilfe einer städtebaulichen Analyse eine praktische Unterstützung für eine unkomplizierte Verbesserung der Situation im Ortskern zu erhalten. Ziel seien Ideen und Vorschläge für die Beseitigung von Mängeln beim Rad- und Fußverkehr und auch beim Busangebot, ohne den Autoverkehr zu stark zu beschränken. So sollten eine höhere Aufenthaltsqualität erreicht und eine attraktivere Ortsmitte geschaffen werden. Und dies sollte ohne großen Aufwand umzusetzen sein.
Die Fachleute hatten für ihre Untersuchung ein eng gefasstes Gebiet im Ortskern ausgewählt, das jedoch aufgrund der Verkehrsbelastung und erkennbarer baulicher Mängel als symptomatisch gelten könne. Der betrachtete Straßenzug beginnt beim Rathaus an der stark frequentierten Kreuzung Kirchheimer/Kirchstraße und reicht entlang der Bachstraße bis zur Einmündung des Brunnenwiesenwegs bei der Feuerwehr. Einen grundsätzlichen Mangel sah das Untersuchungsergebnis darin, dass im Verlauf des Straßenzugs mit Tempo 50 gefahren werden darf, was für Radler ein hohes Risiko berge. Die empfohlene Anordnung von Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt sei dank des nun vorliegenden Lärmaktionsplans allerdings schon beschlossene Sache und werde in den kommenden Wochen umgesetzt, berichtet Kuttler.
Auch für Fußgänger bietet der Straßenzug Gefahren. So sind die Gehwege teilweise schmal und baulich nicht in bestem Zustand. Die Einmündungen von Seitenstraßen sind viel zu weit und verleiten Autofahrer zu flottem Abbiegen. Besonders für Kinder und ältere Menschen kann dies gefährlich werden, zumal Querungshilfen fehlen. Den Gehweg vorzuverlegen und zusätzlich Poller einzubauen könnte helfen. „Das werden wir bei Gelegenheit in Angriff nehmen. Es kostet natürlich etwas“, sagt Kuttler.

Ein abenteuerliches Unterfangen
„Der mit Abstand interessanteste und wichtigste Punkt in dem Dossier“ ist laut Kuttler die große Asphaltfläche beim Rathaus, wo die Kirchheimer Straße und die Kirchstraße, also eine Landes- und eine Kreisstraße, zusammentreffen. Dort eine der Straßen überqueren zu wollen, etwa um den Bus zu erreichen, kann zu gewissen Zeiten ein abenteuerliches Unterfangen sein, zumal es keine Querungshilfe gibt. „Dort gehört ein Kreisverkehr hin mit Zebrastreifen an allen drei Armen. Da geht es um Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger. Das ist die Meinung und der Wunsch der Verwaltung, des Gemeinderats und der Bürgerschaft. Es freut uns besonders, dass das in der Untersuchung, die ja vom Verkehrsministerium kommt, genau so vorgeschlagen wird“, sagt Kuttler. Da die L 1201 zwischen dem Filstal und Hochdorf seit der ersten Aprilwoche wegen Bauarbeiten ohnehin komplett gesperrt wird, „würde sich das mustergültig anbieten, den Kreisverkehr gleich mit einzurichten“, schlägt Kuttler vor.
Eine weitere Verbesserungsmöglichkeit sieht das Dossier bei den Bushaltestellen im Ort. Besonders die Haltestelle Rathaus müsse barrierefrei ausgebaut werden. Zudem sollte der Bus auf der Straße halten, da die bisherige Bucht zu viel Platz verbraucht. Stattdessen könnten die Grünfläche dort vergrößert, mehr Sitzbänke aufgestellt und der Wartebereich überdacht werden.
Auch wenn nicht jede Bushaltestelle im Ort aufgrund der Platzverhältnisse mit allem Komfort ausgestattet werden könne, habe die Verwaltung „die Verbesserung der Bushaltestellen in der Ortsmitte auf dem Schirm, und wir werden sie noch in diesem Jahr angehen“, verspricht Kuttler. Damit würden das Busfahren und auch die Ortsmitte durch weitere Sitzgelegenheiten attraktiver. Kuttler: „Wir benötigen mehr davon, aber mit Rückenlehne für ein gemütliches Sitzen, und mit Aufstehhilfen für Ältere. Auch das wird zu einer besseren Aufenthaltsqualität führen.“ (pst)

Trist, kahl, chaotisch: Die Optik des Esslinger Bahnhofsvorplatzes ist vielen ein Dorn im Auge. Die Stadt will ihn verschönern, doch die Optionen sind begrenzt.

Die Liste der Mängel ist lang. Schon seit Jahren gilt der Bahnhofsvorplatz als Sorgenkind in Esslingen. Zuletzt stand vor allem das Thema Sicherheit im Fokus, weil viele Bürgerinnen und Bürger sich dort unwohl fühlen – insbesondere bei Dunkelheit. Neben den bereits angekündigten Vorhaben für ein besseres Sicherheitsgefühl soll nun auch die Optik verstärkt in den Blick genommen werden. Dass aus dem hässlichen Entlein über Nacht ein schöner Schwan wird, glaubt vermutlich niemand. Doch mit mehr Grün, mehr Wasser und mehr Events könnte die Aufenthaltsqualität durchaus steigen, so die Hoffnung. Welche Ideen umsetzbar sind, ist allerdings noch unklar.
Immer wieder ist in den vergangenen Jahren über Sicherheit, Sauberkeit und Aufenthaltsqualität am Esslinger Bahnhofsvorplatz diskutiert worden. Anlass der neuerlichen Debatte vor Kurzem im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) war unter anderem ein Antrag der Grünen. Die Fraktion hatte konkrete Maßnahmen gefordert, die sowohl eine Steigerung der Attraktivität des Platzes als auch dessen Anpassung an den Klimawandel in den Blick nehmen sollten. Als mögliche Vorhaben hatte sie Wasserspiele, eine stärkere Begrünung sowie kleinere Events dort vorgeschlagen. Mit ihrer Forderung rannten die Grünen zwar offene Türen ein, die Vorhaben selbst sieht man im Rathaus aber skeptisch.
So sei mehr Grün auf dem Platz zwar wünschenswert, aber gar nicht so leicht zu realisieren, erklärte Axel Fricke, der Leiter des Stadtplanungsamtes. Denn am Standort des heutigen Bahnhofsvorplatzes habe sich von 1855 bis 1874 die Gasbeleuchtungsanstalt befunden, eine Vorläuferin der heutigen Stadtwerke, die dort durch Vergasung von Kohle unter Luftabschluss Gas herstellte. Deshalb schlummerten neben Resten baulicher Anlagen auch Altlasten im Boden, weshalb Eingriffe in den Untergrund kritisch zu sehen seien.
Untersuchungen von Fachbüros hätten ergeben, dass die Schadstoffe in Bewegung geraten und ins Grundwasser gelangen könnten, wenn Niederschlag in den Boden eindringe. Deshalb sollte es vermieden werden, den Bodenbelag zu öffnen. Daher könnten wohl höchstens ein bis zwei Bäume auf den wenigen unbelasteten Teilflächen des Platzes gepflanzt werden. Allerdings könne man sich durchaus mehr Grün in zusätzlichen Pflanzkübeln vorstellen.

Wasserspiele: attraktiv, aber sehr kostspielig
Wasserspiele wiederum wären zwar sicherlich attraktiv, aber sowohl die Installation als auch die Pflege seien sehr kostspielig, gab Fricke zu bedenken. „Wasser ist auf dem Bahnhofsvorplatz an sich schon wünschenswert“, befand Axel Fricke – aber man dürfe nicht vergessen, dass dabei strenge Hygienevorschriften einzuhalten, regelmäßig Wasserproben zu ziehen und Reinigungen zu erledigen wären.
Auch für Veranstaltungen komme der Platz nur begrenzt infrage. Denn er sei weder von der Strom- und Wasserinfrastruktur her als Eventlocation geeignet, noch von der Nettofläche, die nach Berücksichtigung aller Vorgaben wie Feuerwehr-Durchfahrten, Flucht- und Rettungswege übrig bleibe. Zudem sei die fehlende Aufenthaltsqualität ein Manko. Dennoch könne man sich prinzipiell vorstellen, die Fläche auf Wunsch für Marktstände oder Fahrgeschäfte zur Verfügung zu stellen.
Trotz aller Restriktionen plädierte Fricke dafür, sich grundsätzliche Gedanken über die künftige Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes zu machen. Denn schon jetzt sei dieser eine wichtige Mobilitätsdrehscheibe, deren Bedeutung mit dem Wachsen der Neuen Weststadt und dem neuen Hochschulstandort weiter zunehmen werde. Daher wolle man sich kurzfristig um zusätzliches Grün auf dem Platz bemühen. Mittelfristig stünden ein neues Beleuchtungskonzept sowie Überlegungen zum Thema Wasser auf dem Platz auf der Agenda.
Zudem müsse man sich auf längere Sicht Gedanken über mehr Übersichtlichkeit machen. „Es gibt auf dem Bahnhofsvorplatz eine sehr unklare Wegeführung, viele können sich nur schlecht orientieren“, sagte Fricke. In die Überlegungen müsse man auch die mögliche Aufwertung von Anschlussbereichen wie Kronenhof, Fleischmannstraße und Bahnhofsunterführung einbeziehen. „Es gibt viel zu tun, aber es müssen nicht immer die großen Maßnahmen sein“, sagte der Baubürgermeister Hans-Georg Sigel.
Bei den Stadträtinnen und Stadträten im ATU fielen die Ankündigungen auf fruchtbaren Boden. Es sei dringend notwendig, sich schnell um die Aufwertung des Bahnhofsvorplatzes zu kümmern, so der Tenor. „Meine Hauptbotschaft ist: Macht mal!“, sagte der SPD-Rat Andreas Koch – und fasste damit wohl die Haltung der meisten Ausschussmitglieder zusammen.

Platz mit Verbesserungspotenzial
Mängel:
 Die Gestaltung des Esslinger Bahnhofsvorplatzes ist vielen ein Dorn im Auge. Auch die Stadtverwaltung sieht zahlreiche Mängel, unter anderem die Dominanz des Verkehrs rund um den Platz, die eingeschränkte Sicht durch Infocenter und Toilettencontainer und die schwierige Orientierung durch unklare Wegeführungen sowie verstellte Bewegungsachsen. Auch die mangelnde Aufenthaltsqualität, die fehlende Identität des Platzes und die ergänzungsbedürftige Beleuchtung seien problematisch, ebenso der Mangel an Grün und kühlenden Schattenspendern. Zudem gebe es in den Erdgeschossen rund um den Platz wenig publikumswirksame Angebote.
Chancen: Positiv für den Bahnhofsvorplatz wirkt sich laut der Stadtverwaltung aber die Entwicklung auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände aus, etwa mit dem Neubau des Qbus an der Berliner Straße. Mit der Verlegung des Altstadtrings und der damit avisierten Verkehrsberuhigung in der Berliner Straße, der Ansiedlung der neuen Hochschule sowie potenziellen Frequenzbringern wie der Mobilitätsstation könne der Platz weiter an Attraktivität gewinnen.  (meb)

Der Neckarhafen Plochingen soll auch künftig für den Güterverkehr eine Rolle spielen. Es gibt ein Konzept, wie das gehen könnte.

Auch wenn der Güterumschlag in den baden-württembergischen Binnenhäfen dem Statistischen Landesamt zufolge im vergangenen Jahr um neun Prozent gesunken ist, wird den Wasserstraßen im Land in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle zukommen. Um mindestens 30, wenn nicht mehr als 40 Prozent – je nachdem, welcher Prognose man glaubt – dürfte der Güterverkehr zunehmen. Davon wollen und sollen die Häfen einen ordent­lichen Batzen abbekommen, natürlich auch der in Plochingen.
Hafendirektor Gerhard Straub hat im Plochinger Gemeinderatsausschuss für Bauen, Technik und Umwelt kürzlich aufgezeigt, was vor Ort getan werden kann, damit das gelingt, beziehungsweise, welche Gedanken sich die ansässigen Unternehmen und die Neckarhafen Plochingen GmbH gemacht haben, um den Güterumschlag zu erhöhen und für die damit verbundenen Herausforderungen gerüstet zu sein. Zusammengefasst sind die Ideen und Vorhaben in einem Papier mit dem Titel „Zukunftsstrategie Neckarhafen Plochingen“.
Diese fußt auf einem Workshop, zu dem sich im vergangenen Jahr die Hafengesellschaft und die Anliegerfirmen mit Vertretern von Fachorganisationen, Wirtschaftsverbänden und dem Verkehrsministerium getroffen haben. Straub machte den Räten gegenüber zunächst allerdings deutlich, dass man auch zuvor schon seine Hausaufgaben gemacht habe: „Die wasserseitige Erschließung und die Nutzung der Bahnflächen wurden verbessert und auch die Gewinnung von zusätzlichem Raum durch eine Optimierung von Abläufen ist fast erledigt.“
Dennoch würden, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Klimawandels und der geplanten Energiewende, neue Herausforderungen auf sämtliche Wasserstraßen zukommen, ergänzte der Hafendirektor. „So müssen auch wir als Binnenhafen die Klimaziele erreichen und brauchen dafür ein entsprechendes Handeln.“ Immerhin habe die Politik die Perspektive, den Anteil der Wasserstraße Neckar am Güterverkehr von zurzeit 6,4 auf zwölf Prozent zu erhöhen.

Vier Handlungsfelder wurden ausgemacht
Mehrere Punkte wurden im Dialog bereits festgeklopft: So wollen die Anlieger mehr miteinander kooperieren, etwa bei Energiegewinnung und -beschaffung oder mit einem gemeinsamen Lokomotiven-Pool für die Arbeit im Hafen. Vier Handlungsfelder wurden ausgemacht, die beackert werden sollen: die Infra- und die Suprastruktur (Verkehrswege und Gebäude), die Ökologie und der Klimaschutz, der Netzwerkgedanke „Hafen Plochingen“ sowie ein Mehr an Kommunikation, um das Hafenprofil zu stärken.
Konkrete Ansätze gibt es in einigen der Handlungsfelder bereits: Was die Infra- und die Suprastruktur angeht, ist aus Straubs Sicht eine Technologieoffenheit für alle Verkehrsträger zwingend. In einem ersten Schritt soll eine Elektroladestelle für Lastwagen entstehen. Die Gleisanlagen gelte es zu erhalten, um auf die Flexibilität privater Eisenbahnverkehrsunternehmen zurückgreifen zu können. Zudem stehe die Bereitstellung moderner Uferanlagen im Vordergrund. Hinzu käme das Schaffen der technischen Voraussetzungen für die Etablierung eines IT-gestützten Hafenmanagements.
Im Bereich Ökologie und Klimaschutz wurden bereits Gespräche über die Begrünung von Dachflächen und die Errichtung weiterer Photovoltaikanlagen mit den Hafen-Unternehmen geführt. „Die weitere Entwicklung hin zur Klimaneutralität und -resilienz ist hingegen ein langwieriger Prozess, aber auch eine Chance im Bereich der Energiegewinnung und -speicherung oder der Kreislaufwirtschaft“, erklärte Straub.
Sehr froh sei er darüber, dass es eine hohe Identifikation mit dem Plochinger Hafen gebe. Im „Netzwerk Hafen Plochingen“ sollen deshalb künftig zahlreiche Aktivitäten gebündelt, beschleunigt und nach außen kommuniziert werden, um das Hafenimage unter dem Motto „Wir sind Hafen“ weiter zu stärken. Straub ließ allerdings auch keinen Zweifel daran, „dass die Politik handeln muss, um das Endziel erreichen zu können“. Er nannte unter anderem das Beispiel „Schleusen“, bei dem seit vielen Jahren „auf Zeit gespielt“ werde. Was deren immer wieder angekündigten Ausbau angehe, sei er ohnehin skeptisch. „Eine Sanierung ist aber dennoch notwendig, bevor sie zusammenfallen.“ Etliche Nachfragen von Ausschussmitgliedern machten deutlich, dass in Plochingen die Bedeutung des Hafens groß ist. Die Worte von Bürgermeister Frank Buß – „es ist gut, dass die Stadt bei den Plänen mitgenommen wird“ – dürften auch den Gemeinderäten aus dem Herzen gesprochen haben.

Aus der Zwischenstation wurde der Endhafen
Geschichte:
Ursprünglich hätte Plochingen nicht der Endhafen des Neckarkanals, sondern eine Zwischen­station der von Otto Konz geplanten Neckar-Donau-Verbindung werden sollen. Als dieses Projekt, inklusive der angedachten Verbindung mit dem Bodensee, in den 1960er-Jahren beerdigt wurde, lag der Fokus der Ingenieure darauf, den 14 Kilometer langen Abschnitt von Stuttgart nach Plochingen fertigzustellen. Dies gelang im Juli 1968, womit Plochingen an das Wasserstraßennetz von Europa angeschlossen war.
Zahlen: Der 38 Hektar große Hafen besteht aus den Bereichen „Am Nordseekai“ und „Am Rheinkai“. Er ist eine Schnittstelle von Straße, Bahn und der Bundeswasserstraße Neckar. Zudem liegt er unweit des Flughafens Stuttgart. Der Güterumschlag im Geschäftsjahr 2023 lag bei etwas weniger als 1,2 Millionen Tonnen. Den größten Anteil daran hatten Schrott und Düngemittel. (eas)

Die Stadt hat vier potenzielle Radschnellwegtrassen auf Esslinger Gemarkung präsentiert. Bis Jahresende soll Entscheidung fallen.

Statt einen Spurt hinzulegen, hat man sich in Esslingen bei der Planung des Radschnellwegs in den vergangenen Jahren mühsam abgestrampelt. Allerdings bislang vergebens: Nach wie vor ist unklar, wo die Trasse auf Esslinger Gemarkung entlang führen soll. Nun aber will man Tempo in die Sache bringen: Bis Ende des Jahres soll die Streckenführung stehen. Die Stadt hat auf Grundlage der Beiträge einer Onlineumfrage jetzt vier mögliche Routen vorgestellt.
Bereits Anfang des vergangenen Jahres hat das Land die Vorzugs­trasse für den Radschnellweg RS 4 zwischen Reichenbach und Stuttgart festgezurrt. Allerdings wurden dabei zwei strittige Abschnitte auf Esslinger und Plochinger Gemarkung ausgeklammert. Während in Plochingen die Streckenführung beim Landschaftspark Bruckenwasen noch nicht abschließend geklärt ist, konnte man sich in Esslingen noch nicht auf eine Route zwischen der Stadtgrenze Stuttgart und dem Alicensteg einigen.
Jetzt aber will man in Esslingen kräftig in die Pedale treten. Auf Grundlage einer Onlinebeteiligung hat man vier potenzielle Routen identifiziert, die genauer untersucht werden sollen. An der Onlinebefragung konnten sich alle beteiligen, die von dem Radschnellweg tangiert sind – und viele nutzten diese Möglichkeit. Laut Stadtverwaltung gingen mehr als 250 Kommentare von rund 150 verschiedenen Personen ein. Obwohl Anregungen und Kritik zur gesamten Strecke des RS 4 möglich waren, lag der klare Fokus mit mehr als 200 Kommentaren auf der Esslinger Gemarkung – und hier vor allem auf der Pliensauvorstadt und auf Weil.
Neben Hinweisen auf Konfliktpunkte und Kritik an bestimmten Trassenverläufen gingen laut Sasan Aslani von der Esslinger Stabsstelle Mobilität auch zahlreiche Ideen für Alternativrouten ein. Insgesamt habe man etwa 30 Trassenvorschläge aus den Beiträgen der Bürger herauskristallisiert. Diese habe man dann mit eigens erarbeiteten Ausschlusskriterien abgeglichen.
So seien etwa Routen durch Gewerbegebiete wegen des hohen Aufkommens von Schwerlastverkehr tabu, ebenso Strecken mit viel Verkehr, durch wertvolle Grünflächen oder durch Gebiete mit vielen schützenswerten Arten. Auch Trassen mit größeren Steigungen oder Bereiche, deren Erhalt für die Bevölkerung sehr wichtig ist – wie etwa der Rote Platz in der Pliensauvorstadt –, gelte es zu meiden. Zudem sei die Wirtschaftlichkeit zu beachten: Zu hohe Kosten für den Bau einer Radtrasse seien ein Ausschlusskriterium, erklärte Aslani im jüngsten Mobilitätsausschuss.

Teils untereinander kombinierbar
Übrig geblieben sind letztlich vier potenzielle Routen auf Esslinger Gemarkung, die teils untereinander kombinierbar sind. Diese sollen nun weiter untersucht und gegebenenfalls modifiziert werden. Allerdings mahnte Aslani: „Wir werden die Trasse finden, die am verträglichsten ist, nicht aber eine ohne Konfliktpotenzial – denn die wird es nicht geben.“ Konkret geht es um eine Trasse nördlich und drei südlich des Neckars (siehe Grafik). Dabei würde Route 1 von Stuttgart aus am nördlichen Neckarufer entlang und dann offenbar über die Mettinger Straße, die Schelztorstraße und die Wehrneckarstraße bis zur Kiesstraße und von dort in die Fahrradstraße Hindenburgstraße führen. Route 2 würde um den Stadtteil Weil herum und dann wohl über Feldwege auf die Stuttgarter Straße in der Pliensauvorstadt führen und bei der Vogelsangbrücke zur B 10 gelangen. Route 3 ist als Abzweig von Route 2 oder Route 4 über die Parkstraße angedacht. Und Route 4 könnte über den westlichen Teil der Weilstraße bis zur Karl-Pfaff-Straße in der Pliensauvorstadt führen, wo sie auf Route 2 oder 3 übergehen könnte. Die Resonanz im gemeinderätlichen Mobilitätsausschuss war durchwachsen. Während Grüne, SPD und Linke die Routenvorschläge begrüßten und das geplante weitere Vorgehen lobten, zeigten sich Freie Wähler, FDP und CDU skeptisch. Derweil betonte Baubürgermeister Hans-Georg Sigel: „Es ist keine der Routen in Stein gemeißelt, wir sind mitten im Prozess.“ (meb)

Viele verbinden Krummhardt mit dem Goldgelb-Festival. Doch der vor 25 Jahren gegründete, örtliche Kulturverein leistet viel mehr – vor allem für die Dorfgemeinschaft.

Stau bis nach Aichschieß habe es einmal gegeben, erinnert sich Anita Geyer. Damals, 2009, habe die Queen-Tribute-Band May Queen gespielt beim Goldgelb. So viele Besucher wollten die Songs von Freddie Mercury hören, dass sie in der Autoschlange mehr als zwei Kilometer lang bis in den übernächsten Teilort standen. Geyer ist seit gut zehn Jahren Schriftführerin und noch länger Mitglied des Kulturvereins Krummhardt. Dieser wird in diesem Jahr 25 und ist für Menschen weit über den Aichwalder Ortsteil hinaus mit dem Musikfestival im Sonnenblumenfeld verbunden. „Es ist aber wichtig, dass wir nicht nur das Goldgelb sind“, sagt der Vereinsvorsitzende Jürgen Zeiträg.
Ein ganz anderes Fest gab Anlass zur Gründung: das 600-Jährige von Krummhardt. Um das organisatorisch besser stemmen zu können, gründeten drei Frauen und sieben Männer den Verein am 17. März 1999 im Krummhardter Besa. Nach der Jubiläumsfeier arbeitete der Verein weiter. Neben dem Goldgelb, das 2003 erstmals stattfand, gibt es regelmäßig Programm für die Menschen in Krummhardt und Aichwald, wie Ausflüge, Kinderferienprogramme sowie Kulturveranstaltungen für größeres Publikum in der Schurwaldhalle. 2000 hat der Verein die Boulebahn im Ortskern aufgebaut, seither findet einmal im Jahr ein Turnier statt, und in Nicht-Goldgelb-Jahren die Veranstaltung Kultur an der Linde. Für die Renovierung des Krummhardter Backhauses hat der Verein einst ein Benefizfest gegeben. Das werde man wohl in den kommenden Jahren wiederholen, meint Geyer. Und man arbeite mit anderen Vereinen der Gemeinde zusammen. „Wir tun viel, um die Dorfgemeinschaft zu beleben und den Zusammenhalt zu fördern“, sagt Zeiträg.
Weder Geyer noch Zeiträg sind alteingesessene Krummhardter. Sie zog mit Familie 1999 aus dem Nachbarort Schanbach her, er 2013 aus Denkendorf. Dörfliche Skepsis sei ihnen nicht entgegengeschlagen. „Wir sind ziemlich schnell aufgenommen worden“, sagt Zeiträg. Das liege mit am Kulturverein und am Dorflädle-Verein, der seit ein paar Jahren am Dorfplatz auf ehrenamtlicher Basis die Nahversorgung sichert. Die Vereine haben die Dorfgemeinschaft verändert. „Es sind Freundschaften entstanden im Ort, mit Personen, mit denen man zuvor nichts zu tun hatte“, sagt Geyer.

Im Mai werden die Sonnenblumen ausgesät
Und beim Goldgelb sind weite Teile des 800-Einwohner-Dorfes involviert. Mehr als ein Jahr vor dem Fest, das immer in der Mitte der Sommerferien im August stattfindet, beginnt das Musikteam, das Line-up auszuwählen. Auch das Werbeteam beginnt früh mit der Arbeit. Im Mai werden die charakteristischen Sonnenblumen ausgesät, die die Festivalbühne am Wasserturm umrahmen. Und dann dauere der eigentliche Aufbau 13 Wochen, sagt Zeiträg. „Da ist es normal, dass man nach getaner Arbeit noch zusammensitzt, etwas trinkt und isst.“ Da lerne man sich kennen. „Viele Helfer sagen, dass der Aufbau die schönste Zeit ist“, erzählt der Vereinsvorsitzende. Denn während des Festivals selbst, das unter anderem als Einnahmequelle für andere Angebote des Vereins dient, müssen die Helfer viel anpacken. An die 400 Personen leisten mehrere Schichten während der fünf Goldgelb-Tage.
Der Aufwand lohnt sich offenbar. Sowohl für die Bands, die sich zuhauf bewerben, als auch für das Publikum ist das Goldgelb etwas Besonderes. Die mit Strohpuppen und Sonnenblumen dekorierte Fläche, familienfreundliche Angebote, die Stimmung, die nichts von den üblichen Musikfestivalexzessen hat – all das hat in Hochzeiten mehr als 30 000 Besucherinnen und Besucher ins beschauliche Krummhardt gezogen. Und renommierte Bands wie Grachmusikoff, die in Aichwald ihr Abschlusskonzert gaben.
Wie bereits vor zwei Jahren will der Kulturverein die Besucherzahl auf 5000 pro Abend begrenzen und einen Ticketpreis erheben, um die stark gestiegenen Kosten zu kompensieren. Auch diesmal ist wieder eine Queen-Tribute-Band im Programm – eines der Highlights des diesjährigen Goldgelbs, ist sich Geyer sicher. Ob es an diesem Samstagabend wieder Stau bis nach Aichschieß geben wird, wird sich zeigen. Wie immer ist der Erfolg mit vom Wetter abhängig. „Bislang gab es noch kein Goldgelb ohne Regen“, konstatiert Geyer.
Noch bevor ganz Krummhardt auf dem Sonnenblumenfeld engagiert ist, gönnt der Kulturverein sich und dem Dorf aber ein Geburtstagsfest: vom 26. bis 28. April wird das 25-jährige Bestehen gefeiert. Dazu werde die Dorfstraße gesperrt, es gibt Bewirtung und Programm bei freiem Eintritt.

Rückblick und Ausblick auf das Krummhardter Kulturjahr
Verein: 
Der Kulturverein Krummhardt wurde 1999 von zehn Mitgliedern gegründet, Vorsitzender bis 2006 war Stefan Felchle, der Hauptamtsleiter der Gemeinde Aichwald. Seit 2023 ist Jürgen Zeiträg Vorsitzender, Stellvertreter Jürgen Aulehla. Der Verein hat 571 Mitglieder, die meisten aus Krummhardt und Aichwald. Weitere Infos unter: www.kulturverein-krummhardt.de
Jubiläum: Die Feier zum Jubiläum ist vom 26. bis 28. April. Geplant sind ein großes Festzelt in der Lindenstraße, Bewirtung und ein Kinderprogramm. Am Freitagabend macht die „JB Band“ Partymusik; „Brozzo“ spielt am Samstag Schwabenrock. Am Sonntagmittag tritt der Musikverein Aichschieß auf.
Goldgelb: Das Musikfestival unterm Wasserturm in Krummhardt findet in diesem Jahr vom 15. bis 19. August statt. Auf dem Programm stehen Country, Charthits, Bluesrock, Funk und diverse Tributebands. Tickets kosten 10 Euro (www.goldgelb.eu)  (gg)

Seit Monaten ist die zentrale Sportstätte in Esslingen wegen ihrer fragilen Statik geschlossen. Ob Vereine und Schulen vor der Generalsanierung die Halle überhaupt nochmals nutzen können, ist derzeit weiter offen.

Als die Schelztorhalle im vergangenen Spätsommer dichtgemacht wurde, hat das niemanden überrascht. Mantraartig war zuvor gewarnt worden, dass eine Schließung aus Sicherheitsgründen jederzeit möglich sei. Denn die Halle aus den Fünfzigern ist marode. Vor allem ihr charakteristisches Sheddach machte Probleme und wurde von Statikern laufend überprüft. Im Juli 2023 hatte der Gemeinderat einhellig einer Generalsanierung der denkmalgeschützten Sportstätte zugestimmt. Bis dahin hätte sie theoretisch weitergenutzt werden können. Doch im September wurde die Situation so brenzlig, dass dies aus Sicht der Stadt nicht mehr zu verantworten war. Messungen hatten ergeben, dass sich ein Auflager in einer kritischen Position befindet. Einem Unwetter hätte die Halle womöglich nicht mehr standgehalten.
Im Sportausschuss berichtete Oliver Wannek, technischer Leiter des Eigenbetriebs Städtische Gebäude (SGE), nun über den derzeitigen Zustand der zweigeschossigen Halle. Seit November sei dort ein Monitoring-System installiert, das kleinste Bewegungen der Lager genau registriere. Alle 30 Sekunden misst dieses Gerät die Position der Rolllager, wie Wannek erläuterte. Sobald die Auslenkung 35 Millimeter überschreitet, ertönt in der Halle ein Signal, das die Bauarbeiter warnt. Zusätzlich werden automatisch SMS an zuständige Mitarbeiter der Stadt und an den Statiker verschickt. Gearbeitet wird derzeit an der Heizung. Dies diene aber eher dazu, die Anlage „über die Zeit zu retten“, sagte Wannek. Denn im Zuge der Sanierung wird die Heizung ohnehin energetisch ertüchtigt.
Abgeschlossen ist das Vergabe-Verfahren für die Sanierung. Für die Tragwerksplanung hat das Ingenieurbüro Balci und Werner aus Esslingen das Rennen gemacht, das schon bisher die statischen Untersuchungen betreut hat. „Das bringt viele Synergien mit sich“, sagte Wannek. Derzeit arbeitet die SGE ein Konzept für die Lagersanierung aus. Zwei Varianten werden diskutiert: Bei der Repositionierung würden die Konstruktion angehoben und die Rollen auf die ursprünglichen Lager abgesenkt. „Auch wenn es sich einfach anhört, ist der Aufwand dafür groß“, erläuterte der SGE-Chef. Eine zweite Möglichkeit wäre, die Lager komplett auszubauen und zu ersetzen.

Zum Stadtjubiläum auf Vordermann gebracht
In die Überlegungen hinsichtlich der beiden Varianten fließen auch jene Daten ein, die das elektronische Monitoring laufend liefert. Alternative eins würde voraussichtlich nicht vor August, Variante zwei nicht vor November dieses Jahres abgeschlossen sein. Ob die Halle vor der Sanierung, die Mitte 2025 starten könnte, nochmals vorübergehend für den Betrieb geöffnet werden kann, sei ebenfalls Gegenstand der jetzigen Betrachtungen. Ursprünglich hatte die Stadt gehofft, dass dies nach rund sechs Monaten, also im März oder April, wieder möglich sein soll. Eine Entscheidung, wie es kurzfristig weitergeht, sei noch nicht gefallen. Anfang 2027 zum Stadtjubiläum soll die Halle jedenfalls auf Vordermann gebracht sein.
Nach der Sanierung wird die zweigeschossige Schelztorhalle teilbar sein, um parallel genutzt werden zu können. Außerdem sollen eine behindertengerechte Toilette und ein neues Lehrer-WC eingebaut werden. Im Untergeschoss sollen weitere Trainingsräume und Umkleiden entstehen. Neben einer Sanierung der fragilen Dachkonstruktion muss auch das Tribünendach komplett ersetzt werden. In einer Machbarkeitsstudie wurden für das Projekt mindestens 13,4 Millionen Euro veranschlagt. In den Wirtschaftsplan der Jahre 2024/2025 hat die SGE vorsorglich knapp 15,1 Millionen Euro eingestellt, wie in der Sitzung bekannt wurde. Gleichzeitig will die Stadt Fördermittel beantragen.
Am liebsten hätte die Stadt die Schelztorhalle schon vor Jahren durch eine moderne Sportstätte ersetzt. Seit 2018 steht die zentrale Halle mit Platz für bis zu 900 Personen aber unter Denkmalschutz. Ein Abriss ist nicht möglich, und auch kleinere Instandhaltungen müssen mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden. Betroffen von der Schließung sind vor allem der Schulsport des nahe gelegenen Georgii-Gymnasiums und das Training sowie die Punktspiele der Verbandsligahandballer des Team Esslingen.

Denkmal in marodem Zustand
Kulturdenkmal:
2018 hat das Landesdenkmalamt die Schelztorhalle in die Liste der Kulturdenkmäler aufgenommen. Dieser Status ist bei allen Sanierungsarbeiten zu berücksichtigen. Die Sporthalle mit dem markanten Sheddach am Rande der Altstadt wurde 1957/1958 von der Stadt Esslingen erbaut, entworfen von Oberbaurat Hermann Kauß und Stadtbaumeister Richard Baumann. In den 50er-Jahren stellte die Halle ein Novum dar, für das es bundesweit keine Vorbilder gab.
Generalsanierung: Im Juli 2023 hat der Esslinger Gemeinderat beschlossen, die Schelztorhalle bis zum Jahr 2027 umfassend zu sanieren. Laut einer Machbarkeitsstudie werden sich die Kosten auf mindestens 13, 4 Millionen Euro belaufen. (pep)

Die Neugestaltung des Festplatzes nimmt Formen an. Auch wenn gerade nicht gefeiert wird, soll der Platz ein Ort der Begegnung sein. Ein Esslinger Büro gewinnt den Gestaltungswettbewerb.

Der bislang eher trist anmutende Festplatz am westlichen Ortseingang von Köngen soll die neue Visitenkarte der Kommune werden. Deshalb hat die Gemeinde einen Wettbewerb ausgelobt – sieben Beiträge wurden eingereicht, als Sieger ging das Büro Kraftraum Landschaftsarchitektur mit Firmensitzen in Düsseldorf und Esslingen hervor. „Es ist sehr wichtig, dass der öffent­liche Raum eine Aufwertung erfährt“, erklärte Cornelia Bott, die den Vorsitz der Wettbewerbsjury hatte.
Alle Beiträge mussten diverse Themenstellungen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel oder Multifunktionalität berücksichtigen. Ebenso musste gewährleistet sein, dass der Durchführung des traditionellen Köngener Pfingstmusikfests auch nach der Neugestaltung nichts im Wege steht. Zusätzlich waren in einem Ideenteil Vorschläge einzubringen, wie sich der Festplatz am besten mit dem Ortskern rund um Fußgängerzone und Rathaus verknüpfen lässt. Vorausgegangen waren eine professionelle städtebauliche Bestandsaufnahme sowie ein Bürgerdialog. „Diese Ideen wurden in die Wettbewerbsaufgabe integriert“, hatte Köngens früherer Bürgermeister Otto Ruppaner gesagt.
Der Siegerentwurf punktete unter dem Motto „Platz für alle“ vor allem mit seiner hohen Multifunktionalität. Bei ihrer Planung spielten die Wechselwirkungen zwischen dem Betreuten Wohnen mit seinem Café und dem neuen Platz eine große Rolle, wie die Landschaftsarchitektin Milena Renz vom Büro Kraftraum erläuterte. Ziel sei es, dass das Areal das ganze Jahr über zu einem belebten Ort wird. Dazu wird der südliche Teil des Platzes auf Höhe des Betreuten Wohnens abgesenkt und mit Sitzgelegenheiten, Boulebahn, Wasserspiel sowie einem erhöhten Podium ausgestattet.

Zum Pfingstfest eine Bühne
Drumherum ist viel Grün vorgesehen. „Das untere Plateau wird somit zu einem Eventplatz oder einem Dorfanger für Jung und Alt“, so die Vorstellungen der Fachplanerin. Das Podium soll beim Pfingstfest als Bühne dienen – und kann auch für andere Veranstaltungen wie etwa ein Sommernachtskino genutzt werden. Alle Einbauten wie Bänke oder Boulebahn sollen so modifiziert werden, dass sie während des Pfingstfests entweder problemlos entfernt oder überbaut werden können.
Über eine barrierefreie Rampe schließt sich auf der westlichen Seite ein etwa zwei Meter höher gelegenes Plateau an, zunächst eine als „Grüne Mitte“ betitelte kleine Wiese, dann bis zur Denkendorfer Straße hin asphaltierte Sportflächen. Warum Asphalt? Da diese Flächen während des Pfingstfests für die Fahrgeschäfte vorgesehen sind, muss der Untergrund wegen der hohen Drucklasten möglichst fest sein. Für die Verbindung zur Ortsmitte schlug Renz eine bessere Ge­staltung des Weges über die Untere Neue Straße mit einem einheitlichem Straßenbelag ohne Trennung zwischen Straße und Fußweg, sich wiederholende Sitzgelegenheiten und ebenfalls viel Grün vor.
„Der Entwurf hat viel Charme“, lobte Otto Ruppaner – ihn überzeugte vor allen Dingen, dass der Vorschlag auch für die 361 Tage ohne Pfingstfest eine hohe Aufenthaltsqualität auf dem neuen Festplatz biete: „Alt und Jung können hier das ganze Jahr über gut zueinander finden.“ Bis das Projekt umgesetzt wird, wird es aber noch eine Weile dauern – erst wenn das Betreute Wohnen fertig ist, was für Anfang 2025 vorgesehen ist, geht es an die Neugestaltung des Festplatzes. Zunächst steht auf dem Areal des Festplatzes wie auch im Bereich des Seniorenwohnens eine archäologische Voruntersuchung an. Bei den Sondierungen im Bereich der ehemaligen Lindenturnhalle, wo derzeit das Seniorenwohnen entsteht, wurde im vergangenen Sommer nichts gefunden – die Archäologen vermuteten allerdings schon damals, dass die Chancen auf Funde unter dem noch komplett mit Asphalt versiegelten Festplatz um einiges höher sind. (kd)