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Claus Hintennach

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Der Musikverein Aichelberg wird 100 Jahre alt. Zu diesem Anlass wird im Mai ein dreitägiges Fest steigen.

In diesem Jahr wird der Musikverein (MV) Aichelberg 100 Jahre alt. Schon jetzt steht fest: Zum runden Geburtstag machen sich die Musikerinnen und Musiker selbst das schönste Geschenk. Es ist die große Jubiläumsparty, die von Freitag bis Sonntag, 15. bis 17. Mai, auf dem Festplatz neben dem Vereinsheim an der Schnaiter Straße 64 in Aichelberg in einem Zirkuszelt steigt – und das bei freiem Eintritt. „Wir wollen eine etwas andere Jubiläumsfeier machen, ein Fest, das uns Spaß macht und uns nicht in ein traditionelles Korsett zwingt“, sagt der Vereinschef Daniel Geiger.
Freitags steht nach einer Kinderdisco und dem Fassanstich der MV Aichelberg selbst auf der Bühne und feiert mit seinen Gästen die „Blasmusik-2.0-Jubiläumsparty“. Samstags sind die „BlechBand“ sowie der schwäbische Humorist und Liedermacher Ernst Mantel zu Gast, bevor am Abend DJ Beatcat zum Schwof in der Manege einlädt. Am Sonntag ist Familientag unter anderem mit einem Mitmachzirkus für Kinder der Zirkusfamilie Riedesel, Blasmusik der Musikkapelle Kirchhaslach und einem Auftritt des MV Aichelberg.
Vereine, die für sonntags einen Tisch im Zirkuszelt reservieren, spendiert das Geburtstagskind einen Verzehrgutschein über 30 Euro, zudem können drei Vereine jeweils 300 Euro bei einer Verlosung gewinnen. Reservierungen und Plätze für den Kinderzirkus nimmt der MV Aichelberg bereits jetzt über seine Homepage entgegen.
Daniel Geiger sagt, der MV Aichelberg sei kein Musikverein wie jeder andere. „Wir haben uns von einem traditionellen Orchester hin zu einer Partyband entwickelt“, verweist der Vorsitzende auf einen Prozess hin zur „Blasmusik 2.0“, der schon vor zwölf Jahren begonnen hat und der die wohl größte Veränderung in der 100-jährigen Vereinsgeschichte markiert.
Am 1. November 1926 gegründet, stand über Jahrzehnte hinweg vor allem die traditionelle Blasmusik mit dem entsprechenden Repertoire im Zentrum des Vereinslebens. Als zu Beginn der 2010er-Jahre der damalige Dirigent aufhörte, übernahm Florian Haag die musikalische Leitung und richtete das Orchester zusammen mit seinen Musikerinnen und Musikern neu aus – hin zu einer modernen Band, die Blas- und Unterhaltungsmusik präsentiert.
Der MV Aichelberg hat heute rund 130 Mitglieder, 25 davon sind aktive Musikerinnen und Musiker. Die Instrumente werden elektronisch verstärkt, zum Einsatz kommen beispielsweise auch E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug. Die erste Hüttengaudi im Jahr 2013, die das traditionelle Neujahrskonzert ablöste, war laut Schriftführer Philipp Wiedmann „gleich ein voller Erfolg“. Heute spiele der Musikverein vier Stunden am Stück, vor allem klassische Festzeltlieder, bekannte Schlager, aber auch Rock- und Popsongs. „Wir haben eine große Bandbreite“, sagt Daniel Geiger. Klassische Blasmusik mit Märschen oder Polkas ist nicht mehr im Repertoire. Es gehe vor allem darum, Party zu machen.
Um sich auf das diesjährige Jubiläum gebührend vorbereiten zu können, haben die Musikerinnen und Musiker der „Blasmusik 2.0“ ihr Mitte der 1970er-Jahre in Eigenregie erbautes Vereinsheim mit dem großen Probenraum an der Schnaiter Straße 64 im vergangenen Jahr selbst renoviert. „Insgesamt haben wir rund 35 000 Euro investiert und etwa 1000 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet“, sagt Philipp Wiedmann. Organisiert wurden die Arbeiten federführend von den aktiven Musikern Andreas Ruider, Tobias Höß und Jochen Heubach. (kai)

Es wäre gewiss eine Übertreibung zu behaupten, dass die Wernauer Narren die Guggenmusik nach Süddeutschland gebracht hätten. Aber sie haben vor 40 Jahren maßgeblich dazu beigetragen, dass hierzulande deutlich mehr Sound und Stimmung in die Fasnet kommen.

Die Idee kam – wo auch sonst – bei einer feucht-fröhlichen Kellerparty auf: Die damals bereits bestehenden Wernauer Narrengruppen wollten nicht länger ohne Musik durch die Straßen ziehen. Aber auch nicht mit Schalmeien, wie sie damals bei der Fasnet noch weit verbreitet waren. Stattdessen schauten die Wernauer in die Schweiz, wo die Guggenmusik ihren Ursprung hat. Mit einem „Du kannsch doch Trompete spielen“ war in Armin Müller gleich der erste Dirigent gefunden; weitere Mitspieler, mit oder ohne musikalische Vorkenntnisse, wurden im Freundes- und Bekanntenkreis angeworben.
Und dann ging‘s los. „Wir waren hier im Kreis Esslingen die ersten“, sagt Markus Mirbauer stolz. Er ist aktuell der erste Zunftmeister der Wernauer Narren und hat selbst zehn Jahre lang die Bodenbachsymphoniker geleitet. Deren Name kommt im übrigen von dem Bach, der durch beide Wernauer Stadtteile fließt und von den Narren auf ihrer Website als plätscherndes Rinnsal bezeichnet wird. Zur Musik der „Guggaler“ passt das wiederum nicht, denn die darf tosen und ausgelassen sein, gern auch mal ein bisschen schrill. „Es gibt noch mehr als genug schräge Töne“, sagt Mirbauer, auch wenn sich die Guggenmusik in den vergangenen vier Jahrzehnten „sehr stark weiterentwickelt und professionalisiert“ habe.
Das gilt für die Wernauer wie für all die anderen Guggengruppen, die ab Ende der 1980er-Jahre in den Gemeinden rundum aus dem Boden schossen. Eine richtige Welle sei das gewesen, erinnert sich der Zunftmeister, eine, die allerdings auch wieder abebbte: Etliche dieser Gruppen bestehen heute nicht mehr. Andere haben sich etabliert, darunter die Bodenbachsymphoniker.
Sie waren vor allem in ihrer Anfangszeit eine echte Größe in der Szene. 2002 beschlossen die Bodenbachsymphoniker sogar, eine CD aufzulegen. Das war teuer und freute deshalb nicht alle im Vorstand des Gesamtvereins. Weil die Fixkosten hoch waren, entschieden sich die Musikanten schließlich für eine Auflage von 2500 Stück statt der zunächst nur geplanten 500 – und konnten selbst kaum fassen, wie gefragt die Scheiben waren. Nach einer Saison waren alle vergriffen. Das sei mehr als 20 Jahre her, aber sie werde nach wie vor auf die CD angesprochen oder gefragt, ob es eine neue gebe, ergänzt Alexandra Buckenmayer, die Bodenbachsymphoniker-Gruppenleiterin.
Auch mit ihren Schlagzeugwagen sorgte die Wernauer Guggentruppe für Aufmerksamkeit. Ein Mitglied entwarf und konstruierte vor allem für die Fasnetsumzüge ein fahrbares Schlagzeug. Dieses Set können die Drummer vor sich herschieben anstatt sich wie früher ein Gestell umzuhängen. Immer wieder kamen Besucher nach Wernau, um sich die Konstruktion anzuschauen und diese dann nachzubauen.

Ohne Vorkenntnisse und ohne Notenlesen
Ja, es gibt große und kleine Leute bei den Bodenbachsymphonikern, junge und ältere, Männer, Frauen und Kinder. Wer musikalisch ist und Spaß am Trommeln oder Pusten hat, ist willkommen, auch ohne Vorkenntnisse und ohne Notenlesen: eins, zwei und drei als Markierung fürs jeweilige Ventil am Blasinstrument tun es auch.
Und die Notenlänge? „Man muss halt die Melodie kennen“, sagt der Zunftmeister achselzuckend. Rund 50 Aktive sind es derzeit, die Jüngsten sind zwölf beziehungsweise 14 Jahre alt und zum ersten Mal dabei. Ein paar noch Jüngere fahren im Kinderwagen mit, aber die spielen noch kein Instrument.
Das kann sich jedoch ändern. „Man kann das bei uns lernen“, sagt Stephan Jorda, der seit einigen Jahren Dirigent der Bodenbachsymphoniker ist – ein Job, der ihm einiges abfordert. Auf der Straße muss er teils im Rückwärtsgang den Taktstock schwingen, und das ist ein extra langes Modell, damit auch die hinteren Reihen etwas sehen. „Der wiegt ein bisschen was“, sagt Jorda. In Hallen wird dagegen oft auf Biertischen und -bänken stehend gespielt, was auch nicht ohne ist. Für die Stimmung ist der Dirigent sowieso verantwortlich. „Für Introvertierte ist das nichts“, sagt Jorda, körperlich sei’s auch anstrengend.
Es gäbe noch eine Menge zu erzählen über diesen bunten Haufen, in dem mehrere Generationen und viele Familien vertreten sind. Dass Gemeinschaft großgeschrieben wird, dass man auch international auf Festivals wie dem Euro-Carneval unterwegs ist. Dass man sich alle vier Jahre ein neues Motto ausdenkt und folglich ein neues Häs näht, und zwar eigenhändig mit Hilfe des Nähteams im Vereinsheim Löwen. Und natürlich, dass man die Bodenbachsymphoniker zurzeit live erleben kann – unter anderem beim Fasnetsumzug in Wernau am 14. Februar. (aia)

Narrenfahrplan
In der Fasnetshochburg Wernau treiben die Feierlichkeiten ihrem Höhepunkt entgegen.
Fasnetsumzug: Der große Umzug durchs Stadtgebiet findet am Samstag, 14. Februar, ab 14 Uhr, statt. Anschließend Partys in der Stadt. Ab 20 Uhr wird im Quadrium zum Fasnetsball geladen.
Kinderfasnet und Abschluss: Am Dienstag, 17. Februar, 14 Uhr, wird dann zur Kinderfasnet im Quadrium geladen. Das Fasnetsbegräbnis findet ab 19 Uhr auf dem Rathausplatz statt (anschließend Fasnetsausklang in der „Hölle“ in der alten Rathausgarage). (hin)

Auch im Jahr 2025 war Esslingen ein begehrtes Besuchs- und Reiseziel. Die Tourismusbilanz der Stadt fällt positiv aus. Damit das so bleibt, gibt es neue Angebote.

Als Tourismusziel steht die Stadt Esslingen weiterhin hoch im Kurs. Auf Basis der bislang vorliegenden amtlichen Zahlen, die von Januar bis September reichen, und einer Hochrechnung für das vierte Quartal zeichnet sich nach Einschätzung der Esslinger Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft (EST) ab, dass 2025 mit rund 295 000 Übernachtungen – nach dem Rekordjahr 2024 – das zweitbeste Jahr seit Beginn der Datenerhebung durch das Statistische Landesamt Baden-Württemberg sein wird.
Die EST spricht von einem „stabilen Niveau trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen“. So verzeichneten die 23 Beherbergungsstätten in Esslingen – ausgewertet werden nur Betreibe mit zehn oder mehr Betten – insgesamt 215 970 Übernachtungen. Das entspricht zwar einem Minus von 3,3 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum in 2024, das hat aber seine Gründe. „Gerade vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlich anspruchsvollen Lage und ohne zusätzliche Sondereffekte wie der Fußball-EM im Jahr zuvor zeigt sich: Esslingen ist als Reiseziel robust und wettbewerbsfähig. Das ist ein sehr positives Signal“, ordnet Oberbürgermeister Matthias Klopfer, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der EST ist, die Gesamtentwicklung ein.
Für Stabilität in den Zahlen sorgen nicht zuletzt die Stadtführungen der EST. Die Nachfrage ist erneut gestiegen: sowohl bei individuell gebuchten Gruppenführungen (plus sechs Prozent) wie auch bei den öffentlichen Führungen (plus sieben Prozent). Dabei kommen sowohl die Klassiker, wie auch die erlebnisorientierten Formate sehr gut an. Dass die Stadtinformation ihr Sortiment geschärft und ihr Profil gestärkt hat, trägt aus Sicht der EST ebenfalls ihren Teil zum Erfolg bei.

Estival leistet wichtigen Beitrag zur Belebung
Positiv fällt obendrein die Bilanz der Esslingen Markt und Event GmbH (EME) aus. Veranstaltungen wie das Estival und – natürlich – der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt seien „starke Impulsgeber“, lässt die EME wissen. Während sich das Estival in der Region etabliert habe und im Sommer einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Innenstadt leiste, locke man mit dem Mittelalter- und Weihnachtsmarkt auch internationale Gäste an. „Wir werden dieses Erfolgskonzept konsequent weiterentwickeln und die Veranstaltung emotional weiter aufladen“, betont EME-Geschäftsführer Michael Metzler.
Zwei seiner Wahrzeichen stehen Esslingen seit dem vergangenen Herbst ebenfalls wieder zur Verfügung. Der Dicke Turm und das Merkel’sche Schwimmbad sind fertig saniert und wieder geöffnet, was, wie Klopfer und Metzler unisono erklären, „die Attraktivität unserer Stadt nochmals steigert“. Beide Einrichtungen stünden für Geschichte, Kultur und Freizeit gleichermaßen. Und auch digital hat das Stadtmarketing im vergangenen Jahr zugelegt: Sowohl die Website als auch die Social-Media-Kanäle erfuhren eine stark steigende Zahl an Aufrufen.
Neue Events werden das bestehende Angebot in diesem Jahr ergänzen. So kommen bei den Stadtführungen die Fans von Krimigeschichten auf ihre Kosten: Mit den kostümierten Touren „Allerley Geschichte – die etwas andere Krimitour“ und „Crime Time – Esslingens verbrecherische Seiten“ gibt es zusätzliche Erlebnisführungen.
Und selbstverständlich stehen auch 2026 wieder Jubiläumsfeiern auf dem Programm: Kessler, die älteste Sektkellerei Deutschlands, feiert am 1. Juli ihr 200-jähriges Bestehen. Das Team-Werk Esslingen wiederum begeht sein 125-Jahr-Jubiläum – begleitet von zahlreichen Veranstaltungen.

Limitierte Edition einer Monopoly-Ausgabe
Ein Highlight für Spielefans gibt es derweil schon ab Ende März: In einer Kooperation bringen Alpine Editions, der Spieleverlag Hasbro und die EST in einer limitierten Edition eine Monopoly-Sonderausgabe „Esslingen am Neckar“ heraus. Mit Blick auf das Stadtjubiläum 2027 investiert Esslingen zudem in die Weiterentwicklung seines Stadtbilds. Der Marktplatz soll als „Wohnzimmer der Stadt“ künftig noch stärker erlebbar sein. Die dafür notwendigen Baumaßnahmen erfordern für die regulären Veranstaltungen heuer allerdings alternative Konzepte. Unberührt davon bleibt indes der Mittelalter- und Weihnachtsmarkt.

Publikumsmagnete
Veranstaltungen gibt es auch 2026 in Hülle und Fülle. Eine Auswahl: 25./26. April: Esslinger Frühling; 30.  April bis 10. Mai: Podium-Festival; 17. Mai: Weinwandertag; 13. Juni: Freilichtbühne der WLB auf der Maille („Die Zauberflöte – The Opera but not the Opera“); 3. bis 5. Juli: Schwörfest; 30. Juli bis 8. August: Kino auf der Burg; 12. September: Esslingen funkelt; 13. September: Tag des offenen Denkmals; 24. November bis 22. Dezember: Mittelalter- und Weihnachtsmarkt. (eas)

Studierende und Mitarbeitende der Hochschule Esslingen brauchen einen langen Geduldsfaden: Die Bauarbeiten am neuen Campus in der Weststadt verzögern sich.

Mitarbeitende, Studierende und Führungsriege der Hochschule Esslingen haben schon mehrfach im Geiste die Umzugskartons gepackt – um sie dann mental wieder auszupacken. Denn der Zeitplan war öfter nach hinten korrigiert worden. Doch nach dem letzten terminlichen Update war eine Aufnahme des Lehrbetriebs am neuen Standort in der Esslinger Weststadt zum Wintersemester 2026/2027 im Oktober vorgesehen gewesen. Aus diesem Termin wird aber auch nichts: Wie Sprecherin Michaela Hornung vom baden-württembergischen Finanzministerium mitteilt, werden sich die Bauarbeiten weiter verzögern.
Champagner zur Einweihung des Campus? Der sollte noch nicht einmal kalt gestellt werden. Denn mit dem Anstoßen aus Anlass des Bauendes ist das so eine Sache. „Die bauliche Fertigstellung ist im vierten Quartal 2026 geplant“, sagt Michaela Hornung. Einen genaueren Zeitpunkt nennt sie nicht.
Zur Begründung der Terminkorrektur gibt sie an, dass es während des Projektverlaufs zu Verzögerungen gekommen sei: „Diese betrafen unter anderem Teile der technischen Gebäudeausstattung.“ Durch diese unvorhergesehenen Schwierigkeiten habe der Bauablauf „angepasst“ werden müssen: „Der avisierte Termin für die Aufnahme des Lehrbetriebs zum Wintersemester 2026/2027 kann nicht mehr gehalten werden.“
Gegen Ende des Jahres sei die Übergabe an die Nutzer vorgesehen, heißt es aus dem Stuttgarter Finanzministerium. Der Hauptumzug in den Neubau sei dann für den Zeitraum zwischen Anfang Februar 2027 und dem Beginn des Sommersemesters im März 2027 geplant. Bis zum Sommersemester könne der Lehrbetrieb also wohl am neuen Standort aufgenommen werden.
Gearbeitet wird auf der Baustelle aber: Aktuell seien die Verantwortlichen mit dem Innenausbau beschäftigt. Er laufe auf Hochtouren. Erledigt würden derzeit Oberflächengewerke wie Betonwerkstein oder Bodenbelag. Durchgeführt würden auch die Malerarbeiten, die Maßnahmen an den Holzinnen- und den Brandschutztüren sowie an der Verglasung für den Brandschutz. Der Einbau der Metalldecken gehöre ebenfalls zu den gerade zu erledigenden Leistungen. Derzeit finden laut Michaela Hornung auch die Abschlussarbeiten an allen Häusern statt. Im Anschluss seien die Pflasterarbeiten an der Nordseite geplant.

Bushaltestelle vor dem Haupteingang
Trotz der Verzögerungen ist nach Angaben von Michaela Hornung bereits einiges umgesetzt worden. Die Estricharbeiten seien bis auf den Atriumbereich beendet: „Nach Abnahme der Kunstwerke wird auch in diesen Bereichen der Estrich verlegt.“ Erledigt seien auch die vorbereitenden Arbeiten für die Bushaltestelle vor dem Haupteingang auf den Campus. Die Außengerüste seien bis auf den Bauaufzug komplett abgebaut und die Außenanlagen zu großen Teilen fertiggestellt. Mit den Asphaltarbeiten im Bereich der Anlieferung soll bald begonnen werden. Die Telefonanlage und die Medientechnik sowie die Beschilderung müssten noch in Auftrag gegeben werden.
Die Kosten für die Neubauten gibt Michaela Hornung mit rund 180 Millionen Euro an. Das Geld sei im Haushaltsplan des Landes eingestellt. Ursprünglich waren Kosten in Höhe von gut 150 Millionen Euro eingeplant gewesen.
Nach Angaben der Hochschule Esslingen entsteht der Neubau auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und zur Innenstadt auf einem etwa 1,7 Hektar großen Grundstück entlang der Bahnlinie mit einer Gesamtnutzfläche von gut 19 600 Quadratmetern. In dem neuen Campus sollen rund 2000 Studierende unterrichtet werden. Etwa 250 Arbeitsplätze würden für Professorinnen und Professoren, Mitarbeitende der Hochschule sowie das Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte geschaffen. Auf dem neuen Areal werden auch eine Mensa und ein Rechenzentrum untergebracht. Die Neubauten sollen längerfristig die Gebäude in der Flandernstraße in Esslingen ersetzen.

Der neue Campus der Hochschule
Zeitplan:
Baubeginn für den neuen Campus war nach Angaben der Hochschule Esslingen im April 2020 gewesen. Die Grundsteinlegung in der Neuen Weststadt war Anfang Dezember 2021 mit Finanzstaatssekretärin Gisela Splett erfolgt. Richtfest war ein Jahr später im Dezember 2022. Die Fassade war im Juli 2024 fertiggestellt worden.
Fakultäten: An dem Campus werden laut Hochschule Studierende der Fakultäten Wirtschaft und Technik, Informatik und Informationstechnik sowie Soziale Arbeit, Bildung und Pflege lernen und forschen. (sw)

Baltmannsweiler muss die Rücklagen plündern. Weil das Geld im Haushaltsjahr 2026 nicht reicht, wird ein Defizit erwartet.

Die Schurwaldgemeinde Baltmannsweiler will in diesem Jahr ihre Finanzen konsolidieren. Es gehe darum, sich auf die Pflichtaufgaben zu konzentrieren, erklärte der Bürgermeister Simon Schmid mit Blick auf das Haushaltsjahr 2026. Er rechnet in diesem Jahr mit einem Defizit im Ergebnishaushalt von 2,4 Millionen Euro und einer Mini-Investitionssumme. Zum Glück habe Baltmannsweiler in guten Jahren eine üppige Rücklage bilden können.
„Die Krise ist nun flächendeckend spürbar und angekommen. Während in den vergangenen Jahren Gewerbesteuereinnahmen noch viele Defizite überdeckten, ist dies nun spätestens in 2026 vorbei. Das spüren wir auch in Baltmannsweiler“, sagte Schmid. Den größten Posten machten die Transferleistungen aus, das sind die Umlagen an Bund, Land, Region und Kreis. Laut Schmid sind diese in den vergangenen fünf Jahren um ein Drittel gestiegen und „innerhalb des vergangenen Jahres um zehn Prozent auf ein Rekordhoch von 6,9 Millionen Euro“.
Weil die Verwaltung alle Budgets nochmals überprüft habe, sei nun mit einer leichten Verbesserung zu rechnen. Ursprünglich habe man beim Defizit sogar mit knapp drei Millionen Euro gerechnet. „Der Haushalt 2026 ist auf ein absolutes Mindestmaß reduziert. Das Investitionsvolumen beträgt gerade einmal abzüglich Fördersummen und Refinanzierungsstrategien rund 250 000 Euro. Wir müssen und werden uns auf die absoluten Pflichtaufgaben konzentrieren.“ Schmid ergänzte: „Die Zitrone ist vollständig ausgequetscht.“
Da Verwaltung und Gemeinderat in der Vergangenheit aber ihre Hausaufgaben gemacht hätten, könne es in der Gemeindeentwicklungsplanung mit den Themen Wohnraumschaffung, Mobilität und Bildung weiter gehen. Baltmannsweiler sei „vielleicht im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen auch in Krisenzeiten fit für die Zukunft“. Dabei helfe die gut gefüllte Ergebnisrücklage, da es bis 2024 immer gelungen sei, trotz erheblicher Investitionen einen positiven Jahresabschluss zu erzielen.

Handlungsfähigkeit der Kommunen gefährdet
„Wir können nun also auch einmal von unseren planerischen Rücklagen leben und somit Defizite in den Jahresabschlüssen ausgleichen. Aber: Diese sind natürlich endlich“, erklärte Schmid mit Blick auf die rund elf Millionen Euro. Wenn es nicht gelingt, die kommunalen Finanzen nachhaltig zu stärken und auch von Aufgaben zu entlasten, werde dies in den nächsten Jahren zur Handlungsunfähigkeit der Kommunen führen. Und die Kämmerin Silke Steiner ergänzt: „Mit dieser Rücklage können wir die negativen Ergebnisse der mittelfristigen Finanzplanung bis 2029 noch abdecken.“
Die Sondervermögen genannten Schulden, die der Bund für die Kommunen bestimmt hat, betrachtet Schmid als „ersten Schritt in die richtige Richtung. Wohl wissend, dass das Geld aber nicht das strukturelle Problem der kommunalen Seite löst.“ Baltmannsweiler soll für die kommenden zwölf Jahre 3,7 Millionen Euro bekommen, was helfe, die Liquidität zu stärken. Die genaue Verwendung sei noch nicht beschlossen. Die Verwaltung schlage vor, eine erste Tranche von rund 350 000 Euro für bereits beschlossene Maßnahmen und Neuinvestitionen zu verwenden. Näheres soll in der Haushaltsplanberatung besprochen werden. Um die Finanzlage in Baltmannsweiler zu stärken, soll auch das Thema Regelungsbefreiungsgesetz besprochen werden. Laut Schmid können Kommunen beantragen, von aus ihrer Sicht entbehrlichen (Landes-)Regelungen abzuweichen. In Zusammenarbeit mit dem Gemeindetag Baden-Württemberg sei es gelungen, beim Thema Erwirtschaftung der Abschreibungen einen konkreten Antrag zur Entlastung zu erarbeiten.
Die Gemeinde plant nun vor allem Investitionen in folgenden Bereichen: Verkehr, Katastrophenschutz (Anschaffung von Notstromaggregat oder Sirenen), Bildung und Erziehung, Klimaschutz mit dem Ausbau der Photovoltaik auf kommunalen Liegenschaften, um laufende Kosten zu senken, Glasfaserausbau in Hohengehren sowie im Tiefbau mit der Sanierung von Abwasserkanälen. (com)

Zahlreiche Zukunftsprojekte werden in der Innenstadt parallel realisiert. Die Stadt Esslingen erhofft sich wichtige Impulse, die Bauarbeiten sind herausfordernd.

Die Esslinger Innenstadt wird zur großen Baustelle: An allen Ecken und Enden wird in nächster Zeit gebaut, zahlreiche Zukunftsprojekte stehen auf dem Programm. Mit einem Spatenstich hat Mitte Januar die Neugestaltung des Marktplatzes begonnen. Im Rathaus verhehlt man nicht, dass mit den diversen Baumaßnahmen auch Beeinträchtigungen verbunden sind. Doch die Stadt wirbt mit dem Slogan „Wer schön sein will, muss buddeln“ für Verständnis. In einer Infoveranstaltung im CVJM-Haus hat die Verwaltung nun die diversen Innenstadtprojekte vorgestellt.
Nachdem er zuletzt einen dramatischen Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen vermelden musste, unterstrich OB Matthias Klopfer im CVJM-Haus die Bedeutung von Investitionen: „Es ist ein Glück, dass wir die Zukunft unserer Stadt aktiv gestalten können.“ Von Projekten wie dem Marktplatz und der Bebauung des Karstadt-Areals verspricht sich Klopfer Impulse für die Innenstadt. Allerdings signalisierte er, dass die Stadt Projekte angesichts geringerer finanzieller Spielräume nochmals betrachten muss – etwa die Pläne, die Abt-Fulrad-Straße und den Kleinen Markt aufzuwerten. Eventuell müsse die Stadt die Ritterstraße vorziehen, ehe sie sich den flankierenden Maßnahmen zum Marktplatz zuwendet. „Darüber werden wir im Gemeinderat bis zur Sommerpause intensiv diskutieren“, so Klopfer.
Baubürgermeister Hans-Georg Sigel nahm die Zuhörer mit auf einen virtuellen Rundgang durch die Innenstadt. Mit Blick auf Großprojekte wie den neuen Marktplatz oder die Bebauung des Karstadt-Areals betonte er: „Es wird zeitweise laut und dreckig, aber das gehört zu solchen Baustellen nun mal dazu. Dafür wird sich unsere Innenstadt schöner denn je zeigen, wenn erst einmal alles fertig ist.“

Marktplatz: Fast zehn Millionen Euro investiert die Stadt in ihren neuen Marktplatz, der 2027 zu Pfingsten eingeweiht werden und sich dann „autoarm, grüner und mit deutlich mehr Platz für Außengastronomie und konsumfreien Aufenthalt“ präsentieren soll. Für die Bauarbeiten bleibt der Platz eingezäunt, Webcams geben Einblicke.
Im ersten Bauabschnitt wird abgegraben, um Strom- und Wasserleitungen verlegen zu können. Voraussichtlich im März beginnen dann entlang der Fachwerkhäuser im Norden die ersten Pflasterarbeiten. „Dann wird man bereits einen ersten Eindruck bekommen“, verspricht Hans-Georg Sigel, für den die Neugestaltung des Marktplatzes „unser wichtigstes Projekt“ ist.

Schelztorsporthalle: Seit September 2023 ist die Halle wegen statischer Probleme geschlossen. 15 Millionen Euro sind für die Sanierung veranschlagt. Der für Mitte 2026 geplante Baubeginn dürfte sich verzögern, da die Stadt hofft, bei einem Förderprogramm zum Zug zu kommen. Ein vorzeitiger Baubeginn könnte Probleme bereiten.

Karstadt-Areal: Nach langen Jahren des Stillstands investiert Strabag Real Estate auf dem bisherigen Kaufhaus-Areal einen dreistelligen Millionenbetrag. Dafür entstehen rund 160 neue Wohnungen und 12 000 Quadratmeter Handels- und Gewerbeflächen. Auf dem bisherigen Parkplatz wird schon kräftig gearbeitet, erste Arbeiten im bisherigen Kaufhausgebäude sollen demnächst beginnen. Da die geplante Tiefgarage nur den Mietern des neuen Wohn- und Geschäftszentrums „qess“ zur Verfügung steht, wird deutlich weniger Verkehr in der Martinstraße erwartet. Ein Verkehrs- und Logistikkonzept soll helfen, die Belastungen während der Bauzeit möglichst gering zu halten.

Neue Weststadt: Mit dem Baublock A, der mit dem Alten Zollamt den Auftakt der Neubebauung auf dem früheren Güterbahnhof-Areal bildet, bekommt das Stadtviertel nun auch ein Entree hin zum Bahnhof. Beim Schlachthof-Areal sieht Sigel derzeit noch keinen entscheidenden Fortschritt.

Ritterstraße: Die Ritterstraße soll zur lebendigen und verkehrsberuhigten Zone werden. Im Frühjahr will die Verwaltung ihre Pläne im Gemeinderat vorstellen, Baubeginn soll 2028 sein. Ein Landeszuschuss von 3,2 Millionen Euro ist bereits bewilligt.

Pliensaubrücke: Die Pliensaubrücke besteht aus drei Abschnitten – der Teil, der den Neckar überspannt, wird durch einen filigraneren Neubau ersetzt. Voraussichtlich im September soll der Rückbau des bisherigen Brückenabschnitts beginnen.

Neckaruferpark: Derzeit gehen die Arbeiten am Neckaruferpark in den Endspurt. Eigentlich wollte die Stadt schon Ende 2025 Einweihung feiern – nun wird die feierliche Eröffnung der lang gestreckten Grün- und Erholungsfläche bis Ostern angestrebt.

Esslinger Infrastrukturprojekte
Fernwärme:
 Esslingen hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Daher wollen die Stadtwerke ihr Fernwärmenetz jedes Jahr um etwa 4000 Meter verlängern. Gerade in der Altstadt wird das nicht einfach.
O-Busse: Bis Ende 2026 will Esslingen eine der ersten Städte bundesweit mit emissionsfreiem Nahverkehr sein. Für die Umstellung des Linienverkehrs auf 100 Prozent Elektromobilität muss das 29 Kilometer lange Oberleitungsnetz um weitere fünf Kilometer verlängert werden.
Klimaanpassung: Die Stadt versucht, beim Klimawandel durch gezielte Maßnahmen gegenzusteuern, pflanzt klimaresistente Bäume und plant grüne Naherholungsflächen. Zusammen mit offenen Wasserflächen, Flachbrunnen und Wasserspielen sollen sie der Überwärmung entgegenwirken und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Der Esslinger Schattenweg wird ausgebaut, das Trinkbrunnen-Netz wird erweitert, der Schutz vor Starkregen und Hochwasser wird verbessert.   (adi)

Der Skiclub Schneesterne bietet seit diesem Jahr Kinderskikurse in Deizisau an. Schnee wird für die Piste nicht benötigt. Das Angebot soll vor allem erste Berührungspunkte mit der Sportart ermöglichen.

Trotz winterlicher Temperaturen sind schneeweiße Wiesen seit mehreren Jahren ein seltener Anblick in Deizisau geworden – die vergangenen Tage mal ausgenommen. Doch auch an den schneefreien Tagen wird in diesem Jahr am Hügel oberhalb des Kinderhauses Arche Noah Ski gefahren. „Das ist schon ein wenig Pionierarbeit hier“, sagt Florian Bayer, Leiter Wintersport im Skiclub Schneesterne Deizisau.
Seit den frühen Morgenstunden sind etwa zehn Vereinsmitglieder mit dem Aufbau der Piste beschäftigt. Diese Piste besteht nämlich aus einem Metallgeflecht und darüberliegenden Matten mit borstenähnlichen Fasern. Mit langen Metallschrauben wird alles befestigt. „Da ist es natürlich geschickt, wenn der Boden noch gefroren ist“, sagt Bayer. So entsteht auf der grünen Wiese am Hügel eine 20 Meter lange Piste, die auch ganz ohne Schnee befahren werden kann.
„Wir wollten mit dem Angebot das Skifahren nach Deizisau bringen“, erklärt Bayer. Neben den regulären Skikursen und Skifreizeiten gibt es deshalb in diesem Jahr erstmals das zusätzliche Angebot vor Ort. Die Umsetzung ist dabei gar nicht so einfach. Denn für den Sport gebe es immer mehr Herausforderungen, vor allem die aufgrund des Klimawandels steigenden Temperaturen stellen die Skivereine immer häufiger vor schwierige Entscheidungen, erklärt Bayer. „Das bedeutet dann oft, dass man entweder keinen Kurs anbieten kann oder ins Allgäu fahren muss.“ Man dürfe allerdings die Kosten für einen solchen Skikurs nicht vergessen. „Die Fahrt, die Liftkarte und dann noch die Verpflegung – das alles kostet“, sagt Bayer.
Und so haben sich an diesem Sonntagvormittag etwa 30 Kinder – begleitet von ihren Eltern, Tanten oder Großeltern – eingefunden, um Ski zu fahren. „Wir bieten etwas für jedes Kind, das Skifahren lernen will“, sagt Bayer. Die meisten der Kinder seien zwischen drei und acht Jahren alt. „Mit drei sind Kraft und Motorik für das Skifahren langsam da“, erklärt Bayer.
Einige Kinder haben bereits Erfahrungen auf Skiern, andere fahren zum ersten Mal, wie beispielsweise Tom. Voll ausgestattet mit Skijacke und Helm steht er am Start. Während die Matten noch mal mit einem Gemisch aus Wasser und Spülmittel besprüht werden, um das Fahren zu erleichtern, prüft er seine Skier – alles sitzt. Dann geht es mit vollem Elan die Piste hinunter.

Der Skikurs liegt so nah
„Wir sind aus Deizisau, daher ist das hier für uns sehr geschickt“, sagt seine Mutter, die Toms Fahrt vom Start aus beobachtet. „Anfangs weiß man ja nie, ob es den Kindern am Ende auch Spaß macht, daher ist es gut, dass der Kurs so nah ist.“ Tom ist mittlerweile am Ende der Piste angekommen. Ein letztes Mal formt er mit den Skiern eine sogenannte Pizza, neigt also die Spitzen zueinander, und kommt so vor den Skilehrern zum Stehen.
Zwölf Skilehrer betreuen den Kurs. Sie erklären den Kindern die richtigen Positionen, geben Anweisungen und verhindern im Notfall, dass die Kinder auf der Wiese landen. „Einige von ihnen habe ich früher noch selbst betreut, jetzt sind sie hier als Lehrer dabei“, sagt Nick Taxis, der selbst mit 14 Jahren bei den Skilehrern angefangen hat. „Es geht bei diesem Kurs darum, dass die Kinder ein Gefühl für die Ski bekommen“, erklärt er. Vom ersten Anziehen der Ski, über eine einfache Abfahrt den Hügel hinunter bis hin zu ersten Kurven – die Grundlagen sind entscheidend. „Man muss den Kindern die Angst nehmen, das ist eine Grundvoraussetzung für das spätere Skifahren“, erklärt Bayer.
Den ganzen Vormittag lang geht es zwischen Schafen und Streuobstwiesen die Piste hinab. „Übung macht den Meister“, sagt Bayer. Selbst mit der vergleichsweise kurzen Piste und geringeren Geschwindigkeit könnten die Kinder viel lernen. „Die Kinder nehmen das als Skifahren wahr“, erklärt Bayer. Und auch am Mittag wird weitergefahren. „Wir hatten anfangs vier Stunden am Stück, aber das wird krafttechnisch dann mit den Kindern schwierig. Deshalb haben wir den Kurs aufgeteilt“, sagt Taxis.
In Zukunft seien für den Verein dann auch Kooperationen mit den Kindergärten und der Schule vor Ort denkbar. „Wir werden die Erfahrungen aus diesem Jahr mitnehmen und damit weitermachen“, sagt Bayer. Von den Kindern und Familien gibt es jedenfalls großen Zuspruch. „Nächstes Mal sind wir wieder dabei“, sagt eine junge Skifahrerin.

Die Schneesterne
Verein:
Der Skiclub Schneesterne Deizisau wurde 1970 gegründet. Er gehört mit fast 1000 Mitgliedern zu den größten Skivereinen in der Region. Neben Wintersport werden Sommeraktivitäten wie Mountainbiken oder Nordic Walking angeboten.
Investition: Die Teile der Piste zum Aufbauen stammen vom Unternehmen „Mr. Snow“ aus Chemnitz. 17 000 Euro hat der Verein für die Ausstattung bezahlt. „Wenn der Förderantrag bewilligt wird, erhalten wir bis zu 5000 Euro Unterstützung durch den Württembergischen Landessportverband“, erklärt Florian Bayer.
Hütte: Seit etwa 50 Jahren pachtet der Skiclub Schneesterne eine Hütte am Fuß des Hohen Ifen. Die Deizisauer Hütte bietet Schlafmöglichkeiten für mehr als 50 Gäste und dient als Ausgangspunkt für Skiausfahrten oder Wanderungen. (tki)

Der Investor Strabag plant auf dem Areal in Esslingen Wohnungen und Gewerbeflächen.
In diesem Jahr soll es deutlich vorangehen.

Nach jahrelangem Stillstand geht es inzwischen voran auf dem früheren Karstadt-Areal in der Esslinger Innenstadt. Nachdem das Gelände zwischen Martinstraße und Ehnisgasse im vergangenen Sommer zunächst archäologisch untersucht wurde, wird es nun für die Bauarbeiten vorbereitet. Die sollen noch in diesem Jahr starten.
Manch einer dürfte sich gewundert haben, als im Sommer die Bagger anrollten und nach und nach eine Grube auf der Brachfläche hinter dem ehemaligen Karstadt-Gebäude ausgehoben wurde. Denn zuvor war das Areal jahrelang als Parkplatz genutzt worden – stets unter der Prämisse, dass dies nur ein Provisorium sei. Dass das Gelände bebaut werden soll, ist schon lange gesetzt. Doch die verschiedenen Pläne, die im Lauf der Zeit von wechselnden Investoren verfolgt wurden, waren nie realisiert worden.
Dieses Mal scheint es anders zu sein. Seit der vorherige Eigentümer, der Investor BPI, das Gelände im Frühjahr vergangenen Jahres an die Strabag Real Estate GmbH verkauft hat, scheint mehr Zug hinter der Sache zu sein. Laut Annette Gauger, der Sprecherin von Strabag, sind die archäologischen Untersuchungen inzwischen abgeschlossen. Dabei seien keine relevanten Funde entdeckt worden. Daher habe man die Planungen für das ehemalige Karstadt-Gebäude sowie für den Neubau auf der Brache ohne wesentliche Veränderungen fortführen können.
Unterdessen ist auch die Stadt Esslingen dabei, ihren Teil zur Vorbereitung der Bebauung zu leisten. Schon seit September und noch bis zum Frühjahr erneuere man den Abwasserkanal in der Martinstraße, teilt der städtische Pressesprecher Marcel Meier mit. Zeitgleich verlegten die Esslinger Stadtwerke neue Fernwärmeleitungen für die Bewohner des Quartier „QUESS“, wie sich das neue Wohnviertel zwischen Martinstraße und Ehnisgasse künftig nennt. Wenn das erledigt sei, könne Strabag mit den Arbeiten am neuen Quartier beginnen, so Meier.
Man habe bereits rund 160 Anfragen für die neuen Wohnungen auf dem zentral gelegenen Grundstück, teilt Annette Gauger mit. Bei den Interessenten handele es sich zum großen Teil um Personen aus der Region Stuttgart, die selbst in eine der Wohnungen einziehen möchten. Zudem liefen schon konkrete Gespräche mit den zahlreichen Mietinteressenten für die gewerblichen Einheiten, berichtet Gauger.

Fertigstellung fürs Jahr 2029 angestrebt
Auch baulich soll es vorangehen: Im Januar steht laut Gauger der Beginn der Entkernung des Bestandsgebäudes an, in dem künftig vor allem Gewerbe- und Büroflächen geplant sind. Den Bauantrag für den Neubau will Strabag voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 einreichen. Mit dem Baubeginn rechnet man im Herbst oder Winter dieses Jahres. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll auch mit dem Vertrieb der Wohneinheiten begonnen werden. Wenn alles läuft wie geplant, könnte das Bauvorhaben im Jahr 2029 abgeschlossen sein.
Bis dahin soll die bisherige Brache dann zu einem attraktiven Wohnviertel mit rund 160 Wohnungen und etwa 12 000 Quadratmetern Handels- und Gewerbeflächen geworden sein. Konkret sollen auf der Fläche zwischen dem ehemaligen Karstadtgebäude, der Martinstraße und der Ehnisgasse vier neue Gebäude mit durchschnittlich rund 75 Quadratmeter großen Wohnungen entstehen. Die vom vorherigen Investor noch geplanten sogenannten Townhouses auf dem Dach des Bestandsgebäudes sind von Strabag nicht mehr vorgesehen.
Die Tiefgarage plant Strabag eingeschossig mit rund 140 Parkplätzen statt der mehr als 220 Stellplätze auf zwei Ebenen, die ihr Vorgänger BPI vorgesehen hatte. Im Innenhof der vier Gebäude sollen verschiedene Angebote für die künftigen Bewohner entstehen – unter anderem eine Ruhezone für Senioren und ein Spielbereich für Kinder. Auch Bäume sind geplant, dazu Dachbegrünungen und Photovoltaikanlagen.
Ursprünglich einmal lag der Fokus bei der Bebauung des Karstadt-Areals vor allem auf Flächen für den Einzelhandel, verschob sich im Lauf der Zeit aber immer weiter in Richtung Wohnen. So war noch im Jahr 2014 auf dem Areal eine Einkaufspassage mit vier Ebenen, einer Tiefgarage sowie 20 Wohnungen im Obergeschoss geplant. Nach dem Verkauf des Areals im Jahr 2017 änderte sich auch die Planung: Die Einkaufspassage sollte den Namen „Die Via“ bekommen und sich nur noch auf drei Ebenen erstrecken, dafür aber mit 62 Wohnungen aufwarten. Wegen drohender Mehrkosten wurden die Pläne in den Jahren 2019 und 2020 erneut geändert.
Die neuen Pläne mit einer sehr viel höheren und dichteren Bebauung stießen auf massive Kritik im Gemeinderat. Letztlich wurden sie trotzdem abgesegnet in der Hoffnung, damit auch Karstadt in Esslingen zu retten. Eine Fehlannahme: Die Karstadt-Filiale wurde Anfang 2024 geschlossen und die Zukunft des Areals schien einmal mehr ungewiss – bis der Strabag-Konzern die Fläche im Frühjahr 2025 erwarb. (meb)

Die Gastronomie im Wernauer Quadrium war eigentlich schon totgesagt.
Jetzt nimmt sie doch noch einmal einen Anlauf mit einem neuen Konzept und neuen Wirten.

Ein Restaurant im Erdgeschoss, eine Bar im oberen Geschoss, das Catering bei Veranstaltungen und dann noch die Bar im Sauna- und Wellness-Bereich: Die Gastronomie im Wernauer Quadrium hat viele Facetten. Neu ist, dass diese von verschiedenen Betreibern abgedeckt werden. Damit hofft die Stadt, doch noch zu retten, was schon mehrfach gescheitert ist. Denn hier haben sich schon einige Gastwirte die Zähne ausgebissen.
Mit Ausnahme des ersten Pächters gaben sie nach wenigen Jahren wieder auf, weil die Einnahmen nicht ausreichten. Eine Rolle spielte dabei auch, so zumindest die Einschätzung der Gastronomen, dass das Restaurant etwas versteckt und nur durch den Eingang des Verwaltungszentrums zugänglich ist.
Der Gemeinderat hatte deshalb beschlossen, künftig auf ein Café anstelle des Restaurants zu setzen. Doch auch dafür fand sich „trotz intensiver Bemühungen“ kein Interessent, wie Bürgermeisterin Christiane Krieger im März dem Gemeinderat mitteilte. Stattdessen lag eine Initiativbewerbung des „La Dolce Vita“ auf ihrem Tisch, einer örtlichen Pizzeria, die schon seit 2011 in Wernau ansässig ist und trotz ihrer bisherigen, von außen eher unscheinbaren Räume offenbar gut lief. Sie bekam den Zuschlag. Nach dem Umzug passe jetzt auch das Ambiente sehr gut, sagt Junior-Chef Luigi Civitavecchia. In der Küche steht nach wie vor seine Mutter Rosalba. „Wenn die Mama kocht, ist das immer was Besonderes“, sagt der Sohn. Für seine Küche und insbesondere für die Pizza mit zwei Tagen Teigruhe sei das La Dolce bekannt. Das wolle man weiterentwickeln und künftig auch verstärkt auf Catering setzen.
Die neuen Betreiber der Bar im Obergeschoss, die jetzt Weinbar Veritas heißt, sind in Wernau ebenfalls keine Unbekannten: Die Brüder Andre und Marcel Langner, ihre Mutter Andrea Redle und Matthias Heinsch führen sie gemeinsam im Nebenerwerb. Das Quartett setzt auf Wein und Erlebnis. Zu Essen gibt es kaltes Vesper, regelmäßige Weinproben stehen auf dem Programm. „Wir versuchen neuen Schwung reinzubringen“, sagt Andre Langner. Er selbst war zuvor in der damaligen „Mammutbar“ regelmäßiger Gast und machte sich sofort auf die Suche nach Mitstreitern, als er die Ausschreibung, erstmals separat für diesen Bereich, sah. Das Quartett ist in der Stadt und ihrem Vereinsleben bestens vernetzt und mit der Resonanz bisher ganz zufrieden: Viele Interessierte hätten schon reingeschaut, darunter auch viele junge Leute.

Angepasst an den marokkanischen Stil
Ebenfalls in neuen Händen ist die Bar im Wellnessbereich. Gianluca Miscioscia Stock hat ihr Konzept „an den marokkanischen Stil“ der Saunalandschaft angepasst, und sie passend dazu in „Mint & Spice“ umbenannt. Den traditionellen Schweizer Wurstsalat gibt es zwar immer noch, hinzugekommen sind aber verschiedene Bowls. Auch Pommes fehlen nicht: Der neue Chef betreibt schon länger das „Pomm Fritz“ im Wendlinger Freibad und in der Kirchheimer Dreikönigstraße; in Wernau sind sie nun das neue Angebot für die Badegäste im Hallenbad. Diese können die Pommes in „verspielten, aber auch deftigen Varianten“, so Miscioscia Stock, über ein Display auf der Empore des Schwimmbads bestellen und dann im dort dekorierten „kleinen Beduinendorf“ verspeisen.
Nach der Eröffnung des Quadrium als Tagungs- und Verwaltungszentrum hat Philip Reise mit der PCP Gastro zehn Jahre lang dessen Gastronomie betrieben, bis er das Restaurant am Golfplatz übernahm. Nach ihm hatte der Plochinger Gastronom Uwe Staiger große Pläne und steckte zusammen mit der Stadt viel Geld in die Küche – um sich nach drei Jahren wieder zu verabschieden. 2019 übernahm das Sozialunternehmen SBR, eine gemeinnützige Gesellschaft, doch auch dieses Konzept trug nicht.
In den Jahren 2022 bis 2024 waren mit Familie Gagliardi aus Uhingen ebenfalls erfahrene Wirtsleute am Ruder. Doch auch sie strichen nach knapp drei Jahren die Segel. (aia)

Die Vesperkirche in Esslingen startet am 18. Januar.

Einsamkeit ist ein gesellschaftlich relevantes Thema, auch in Esslingen. Die Vesperkirche im „Neuen Blarer“, dem evangelischen Gemeindehaus am Blarerplatz, soll ein Zeichen dagegen setzen. „Weil es ein Begegnungsprojekt ist“, erklärt Bernd Schwemm, Projektleiter der Vesperkirche. „Und das Thema der Kirche ist Begegnung. Nicht nur die Begegnung mit Gott, sondern auch untereinander.“ Es sei wichtig, Herz zu zeigen und gemeinsam an einem Tisch zu sitzen, ohne Menschen auszugrenzen, fügt Dekan Klaus-Peter Lüdke hinzu. Das gemeinsame Essen sei zwar ein Teil der Vesperkirche, im Mittelpunkt stehe aber stets die Gemeinschaft.
Bis zu 200 Personen werden vom 18. Januar bis zum 1. Februar täglich von Ehrenamtlichen bedient. Dabei sei es egal, was man anhabe, woher man komme oder welcher Religion man angehöre. Egal ob wohnungslos, alleinlebend oder wohlhabend – alle seien in der Vesperkirche willkommen. Bedient werden die Gäste unter anderem von Mitarbeitern der Kreissparkasse und von Festo. Auch Esslingens vier Bürgermeister sind an einem Tag dabei. Geöffnet ist die Vesperkirche täglich zwischen 11.30 und 14.30 Uhr. „Jeder kann so lange bleiben, wie er möchte“, sagt Bernd Schwemm. Zwischen 12 und 14 Uhr wird das Essen ausgegeben, für das 1,50 Euro verlangt werde. Menschen mit schmalem Geldbeutel sollen entlastet werden, andere dürfen gerne mehr geben.
Auf dem Menü stehen täglich Suppe, ein Hauptgang, Salat, Kaffee und Kuchen. Das Essen wird beim diakonischen Altenhilfeträger Dienste für Menschen bestellt. Kuchenspenden werden nach Absprache mit Bernd Schwemm (E-Mail: bernd.schwemm@elkw.de oder Telefon: 01 51/ 54 40 00 98) entgegengenommen.
Zum 17. Mal findet in Esslingen die Vesperkirche statt. Beate Latendorf von der Evangelisch-methodistischen Kirche ist von Anfang an dabei. Inzwischen gehe es beim Projekt nicht mehr nur um von Armut betroffene Menschen, sagt sie: „Es gibt einige, die kommen, weil sie allein sind.“ Es sei ein Angebot für Leib und Seele. Latendorf erinnert sich an einen Mann, der jedes Jahr in die Vesperkirche komme: „Er sitzt immer vorne rechts. Wenn ich mich hinsetze und ein bisschen mit ihm reden will, will er nicht viel reden. Er sitzt einfach da und genießt, dass er unter Menschen ist.“
Um Gäste, die auf Hilfe angewiesen sind, richtig zu unterstützen, sei täglich ein Seelsorger vor Ort. Wer anderweitige Unterstützung benötigt, werde zudem an passende Beratungsdienste weitergeleitet.
7,80 Euro kostet die Veranstalter ein Essen. Überwiegend finanziert sich die Vesperkirche aus Spenden von Unternehmen und Einzelpersonen. Getragen wird sie von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde und dem Kreisdiakonieverband. Kooperationspartner sind die Katholische Gesamtkirchengemeinde, die Evangelisch-methodistische Kirche und die Caritas Region Fils-Neckar-Alb. Eröffnet wird die Vesperkirche am 18. Januar, 12 Uhr, mit einem gottesdienstlichen Auftakt. (tye/red)