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Claus Hintennach

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Mal funktionieren sie, mal nicht: Die Aufzüge am Esslinger Bahnhof sorgen bei vielen Reisenden für massiven Frust. Die Bahn begründet längere Sperrungen damit, dass der Tausch von Aufzügen viel Zeit in Anspruch nehme.

Montag, Mitte April am Esslinger Bahnhof: Eine junge Rollstuhlfahrerin steht mit ihrem Begleiter vor den etlichen Treppenstufen Richtung Bahnhofsvorplatz. Die Aufzüge funktionieren nicht. Ihr Begleiter nimmt den Rollstuhl, sie zieht sich mit aller Kraft am Geländer die Stufen hoch. Eine andere Wahl hat sie nicht.
„Ich bin nicht immer in Begleitung von anderen Menschen unterwegs, dann muss ich fremde Leute ansprechen, ob sie meinen Rollstuhl tragen“, sagt die junge Frau, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Mich ärgert aber mehr, dass es zum Beispiel Menschen in schweren Elektrorollstühlen gibt, denen nicht so einfach geholfen werden kann.“ Immer wieder habe sie in den vergangenen Wochen wegen der nicht funktionierenden Aufzüge in Esslingens Bahnhof auf Busse ausweichen müssen – entsprechend mehr Zeit habe sie für ihre Wege gebraucht. „Ich habe es mir angewöhnt, in Esslingen deutlich mehr Zeit einzuplanen, weil ich nie weiß, welche Aufzüge diesmal kaputt sind. Termine musste ich manchmal sogar absagen, wenn ich nicht weitergekommen bin.“
Sie ist nicht die einzige, die in den vergangenen Monaten kopfschüttelnd vor gesperrten Aufzügen stand: Ein Zug kommt an, Reisende verlassen ihn, einige gehen zu den Aufzügen, drehen ab – defekt. Ein übliches Bild, das Anfang des Jahres bereits Andrea Lindlohr, Landtagsabgeordnete der Grünen, anprangerte. Immer wieder fallen seitdem unterschiedliche Aufzüge aus.
„Die Situation ist an Absurdität kaum zu überbieten“, sagt Miran Rebec aus Hohengehren. „Während die DB-Website dreist behauptet, der Aufzug sei ,in Betrieb’, stehen die Menschen vor verschlossenen Türen.“ Auch die junge Rollstuhlfahrerin gibt an, dass es ein Glücksspiel sei, wann die Aufzüge im Bahnhof funktionierten und wann nicht.

Unzuverlässige Schwankungen
Nachfrage bei der Stadt Esslingen: Was sagt sie zu den Problem-Aufzügen am Bahnhof? „Für diese Aufzüge ist die Deutsche Bahn verantwortlich“, sie sei deshalb Ansprechpartner, heißt es von der Pressestelle. Eine Sprecherin der Deutschen Bahn erklärt auf Nachfrage, dass die Arbeiten an den Aufzügen just in diesen Tagen beendet worden seien. „Sie sind jetzt also wieder voll funktionstüchtig“, so die Sprecherin.
Ist das so? Test am Tag darauf vor Ort. Ausstieg Gleis 8. Aufzug: kommt nicht. Die anderen Aufzüge – auch der zum Bahnhofsvorplatz – laufen ohne Probleme. Wieder ein Tag später, gleiches Gleis. Am Aufzug hängt bereits warnend ein roter Aufkleber mit der Aufschrift „Defekt“. Wider Erwarten kommt der Aufzug, als er gerufen wird – später am Tag ist der Aufkleber entfernt worden.
Erneute Nachfrage bei der Deutschen Bahn: Wie sind diese unzuverlässigen Schwankungen zu erklären? „Unser Mann vor Ort sagt, die Aufzüge funktionieren nun wieder und sind in Betrieb“, heißt es von der Pressestelle. Die lang anhaltenden Sperrungen begründet das Unternehmen damit, dass der Tausch von Aufzügen eine sehr lange Zeit in Anspruch nehme. Die entsprechenden Teile müssten „jeweils vor Ort kleinteilig demontiert und montiert werden.“
Auch die darauffolgenden Sicherheitstests dauerten mitunter lange. „Ausfallzeiten von bis zu sechs Monaten – bei sehr komplexen Anlagen auch darüber hinaus – können von uns nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden“, so die Bahn. Kurzzeitige Störungen, die etwa durch Vandalismus auftreten, versuche das Unternehmen so schnell wie möglich zu beheben. Es sei schließlich im eigenen Interesse, die Schwierigkeiten für Reisende zu minimieren.

Bei Servicezentrale anmelden
Für Mobilitätseingeschränkte gebe es außerdem immer die Möglichkeit, „die Reise vorher (spätestens einen Werktag) bei der DB-Mobilitätsservicezentrale unter der Festnetz-Rufnummer: 0 30/ 65 21 28 88 oder per E-Mail an msz@deutschebahn.com anzumelden und zu planen.“ Tagesaktuelle Informationen zu den Aufzügen gebe es in der App „Bahnhof live“ oder auf der Webseite bahnhof.de.
„Für die Unannehmlichkeiten durch Störungen bitten wir unsere betroffenen Bahnkunden vielmals um Entschuldigung“, teilt die Deutsche Bahn mit. Ob die Aufzüge am Esslinger Bahnhof nun auch dauerhaft funktionieren, wird sich in den kommenden Wochen herausstellen. (xan)

Der Köngener Arzt und Apotheker André Renz funktioniert das ehemalige Volksbank-Gebäude in der Ortsmitte zu einem Ärztehaus um. Auch die ersten Mieter stehen bereits fest. Eröffnung soll im Sommer 2027 sein.

Wer in Baden-Württemberg einen Facharzttermin sucht, muss oft lange warten. Häufig scheitert es aber schon an der hausärztlichen Versorgung. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg waren Anfang 2026 rund 1000 Hausarztsitze nicht besetzt, die Tendenz ist steigend. Das Land und die Kommunen versuchen mit allen Mitteln gegenzusteuern, bislang ohne viel nennenswerten Erfolg.
Doch es gibt positive Beispiele – dazu braucht es neben einer stabilen Finanzierung aber auch Menschen mit Visionen: So hat der Köngener André Renz, selbst Arzt und Apotheker, im vergangenen Jahr das ehemalige Volksbank-Gebäude in der Ortsmitte gekauft und investiert nun rund sieben Millionen Euro, um aus dem alten Betonklotz ein modernes Ärztehaus zu machen. Die Unterstützung der Gemeinde ist groß. „Wir begleiten und unterstützen das Projekt so eng wie möglich. Das ist ein absoluter Glücksfall für Köngen“, freute sich Bürgermeister Ronald Scholz jüngst bei einer offiziellen Baustellenbesichtigung.
Auch finanziell tut die Gemeinde, was sie kann: So bewilligte der Gemeinderat bereits im Sommer 2025 einstimmig eine Finanzspritze bis zu 640 000 Euro, sofern das Projekt in die Städtebauförderung des Landes aufgenommen wird. Beantragt hatte Renz ein Baukostenzuschuss in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Inzwischen ist der positive Bescheid vom Regierungspräsidium in Stuttgart da, es fehlt lediglich noch eine abschließende rechtliche Prüfung. Als Anschubfinanzierung sind bereits 300 000 Euro aus der Köngener Gemeindekasse geflossen, von denen das Land dann 180 000 Euro übernehmen wird.
Die Rückbauarbeiten an dem Gebäude aus den 1960er-Jahren starteten im Sommer 2025, beauftragt wurde mit dem Ulmer Architekturbüro 4plus5 GmbH ein Spezialist im Bereich Praxis, Klinik und Pflege. Parallel hat Investor Renz weiter am Konzept gefeilt. Die Besetzung der großen allgemeinmedizinischen Praxis im ersten Obergeschoss steht inzwischen: Neben Markus Walter, der seine Einzelpraxis in Köngen aufgibt, haben drei jüngere Ärzte, die von den Synergieeffekten einer sogenannten „Berufsausübungsgemeinschaft“ profitieren wollen, zugesagt. Auch Renz, der aktuell als Internist in der Notaufnahme im Ruiter Krankenhaus tätig ist, will dort praktizieren.

Hausarztpraxis von 7 bis 19 Uhr geöffnet
Markus Walter, der 2017 eine bestehende Praxis in der Köngener Hirschstraße übernommen hat, verspricht sich viel von dem Umzug. Etwa, dass er persönlich wieder zu normalen Arbeitszeiten zurückkehren kann, denn momentan kann er von einem Acht-Stunden-Tag nur träumen: „Alleine eine Hausarztpraxis zu stemmen, ist kaum noch zu schaffen“, gibt Walter (Jahrgang 1964) offen zu. Ein weiterer Grund: „Meine bestehenden Räumlichkeiten sind zu klein“, erklärt der Allgemeinmediziner, der sein komplettes Praxisteam mit in die Gemeinschaft einbringen wird.
Geplant ist, dass die neue Hausarztpraxis von 7 bis 19 Uhr durchgehend geöffnet ist, eventuell auch am Wochenende. Der Bedarf ist riesig: „Wir haben bereits jetzt viele Anfragen von möglichen Patienten“, sagt Renz. Damit die Inbetriebnahme der Praxis, die für Sommer 2027 geplant ist, möglichst reibungslos abläuft, wird es im Vorfeld eine Möglichkeit geben, sich anzumelden, wie der 33-Jährige ankündigt.
Aber es gibt auch Rückschläge: Im zweiten Obergeschoss sollte eigentlich eine Kinderärztin einziehen. „Die Verhandlungen waren schon ziemlich weit gediehen“, sagt Renz. Allerdings hat sich die Kandidatin ziemlich kurzfristig umentschieden und dem Projekt eine Absage erteilt. Womit auch die bereits erfolgte Innenraumplanung zu Makulatur wurde. „Das ist blöd gelaufen“, bedauert Renz. Er ist allerdings bereits mit einem anderen Mediziner in engem Kontakt: „Das ist aber kein Kinderarzt, sondern eine andere Fachrichtung.“ Genaueres will er erst verraten, wenn alles in trockenen Tüchern ist.
Fest steht indes die Besetzung im Dachgeschoss: Mit Stefan Westhoff zieht dort ein Gynäkologe ein, der aktuell noch zusammen mit seiner Kollegin Katharina Eggink eine Praxis in Wendlingen hat. Der Frauenarzt liebäugelte schon länger mit einem Umzug. „Meine Praxis ist 40 Jahre alt, die Wände sind nicht isoliert, und von Barrierefreiheit können wir nur träumen“, erklärt Westhoff. „Ich muss noch 20 Jahre arbeiten, es war klar, dass ich diese Zeit nicht in meinen alten Räumlichkeiten verbringen kann.“ Als Renz auf ihn zukam, habe gleich alles gepasst: „Das war praktisch wie geschnitten Brot.“
Zudem seien die Synergieeffekte der zentralen Anmeldung für sämtliche Praxen inklusive gemeinsamer Wartezimmer sowie Voruntersuchungsräume wie EKG oder Blutabnahmezimmer im Erdgeschoss nicht von der Hand zu weisen. Ein weiterer Pluspunkt: Besondere Benefits für die Mitarbeiter wie etwa gemütlich gestaltete Aufenthaltsräume inklusive Billardtisch und eine große Dachterrasse. „Medizinisches Fachpersonal ist heute schwer zu finden und auch zu halten“, sagt Westhoff – da geben oft Dinge wie eine angenehme Arbeitsatmosphäre den Ausschlag, sich für einen Job zu entscheiden oder zu bleiben. (kd)

Das Esslinger Podium Festival präsentiert vom 30. April bis 10. Mai mehr als 20 Konzerte in innovativen Formaten.

Die Macherinnen und Macher des Esslinger Podium Festivals waren 2009 angetreten, um Musik in neuen Formaten zum Erlebnis zu bieten. Diesen Anspruch lösen sie seither Jahr für Jahr aufs Neue ein. Podium Esslingen ist ein Markenzeichen, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus geschätzt wird. Mit dem Festival 2026 verabschiedet sich der künstlerische Leiter Joosten Ellée vom Esslinger Publikum.
Und er will zusammen mit jungen und innovationsfreudigen Künstlerinnen und Künstlern vom 30. April bis 10. Mai zeigen, was dieses Festival so besonders macht. Das Jahresmotto lässt einiges erwarten: „Music for Aliens.“ In mehr als 20 Veranstaltungen erzählt das Festival in spektakulär inszenierten Räumen „von der Macht der Musik und der Memes, der Faszination des Universums und dem Fremdfühlen in unserer Zeit“.
Joosten Ellée ist bekennender Fan großartiger Science-Fiction-Filme. Doch das Konzept des kommenden Festivals reicht weit darüber hinaus. Die Podium-Macherinnen und -Macher wollen sich mit unterschiedlichsten Fragen unserer Zeit auseinandersetzen. „Es geht um die Eroberung des Weltalls, um Demokratie und soziale Medien, um Einsamkeit und menschliche Nähe, um gesellschaftlich relevante Themen, die mit künstlerischen Mitteln verhandelt und auf die Bühne geholt werden, stets zusammen mit fantastischer Musik, exzellent gespielt von jungen Musikerinnen und Musikern“, erklärt Ellée .
„Aliens“ stehen für Podium nicht nur für das Extraterrestrische – das Festival will auch ganz alltägliche Erfahrungen von Fremdheit reflektieren. „In einer Zeit, die durch ihre soziale Kälte und Mutlosigkeit uns einander immer fremder erscheinen lässt, verkleinert Musik Entfernungen, lässt Herzen wachsen und zeigt, dass wir uns nicht nur nach mehr Nähe sehnen, sondern uns oft schon näher sind, als wir glauben“, betont Joosten Ellée.
Rund 100 internationale Musikerinnen und Musiker wollen wie gewohnt die Genregrenzen sprengen. Des Spektrum reicht von musikalisch-szenischen Produktionen über Kammermusik für zehn Celli bis hin zu großen Besetzungen mit Orchester an teilweise für die Öffentlichkeit sonst unzugänglichen Orten. Auch in diesem Jahr gibt es wieder zahlreiche Uraufführungen renommierter junger Komponistinnen und Komponisten wie Andrew Yee, Yumi Umemoto oder Georgia Koumará.
Vor fünf Jahren war Joosten Ellée angetreten, ein Festival für die ganze Stadt zu bieten. Diesen Anspruch hat er unlängst mit drei Stadtteilkonzerten eingelöst. Und auch beim Eröffnungstag der Klangausstellung „Musikalische Mahnmale für den Weltraum“, der am 25. April im Merkelpark Führungen, Mitmach-Angebote und Live-Musik von Elshan Ghasimi bietet, werden Schüler des Mörike-Gymnasiums mitwirken.
Das offizielle Eröffnungskonzert am 30. April in der Stadtkirche St. Dionys ist ein „Wunschkonzert“, das Lieblingsstücke von Esslingerinnen und Esslingern neu interpretiert. Es wird von Mitarbeitern und Patienten des Klinikums kuratiert. Und ein breit angelegtes Education-Programm soll Kindern und Jugendlichen Musik näherbringen.
Fremdheit und Einsamkeit im Sinne des Festival-Mottos zeigen zwei musikalisch-szenische Produktionen: „Rave“ am 1., 2. und 8. Mai entwirft in einer leer stehenden Industriehalle in Oberesslingen ein Szenario, das immer kurz davor zu sein scheint, in einen Techno-Exzess zu kippen. Und die Produktion „Starchild“ nimmt das Festival-Motto am 2. Mai in der Frauenkirche wörtlicher und erkundet das menschliche Sein aus der Sicht eines außerirdischen Wesens, das weder Körper noch Zeit kennt. Ein fulminantes Finale verspricht das Abschlusskonzert, das am 9. Mai unter dem Titel „Lichtspielscene“ im Autohaus Russ Jesinger stattfindet.
Besondere kammermusikalische Formate, gespielt von jungen Musikerinnen und Musikern, sind eines der Markenzeichen dieses Festivals. Dazu zählen etwa „Holy Presence“ – ein Abend für zehn Celli am 2. Mai im Neuen Blarer, „Zeitenwende“ am 3. Mai im Esslinger Eisenlager, „Secret Music“ am 7. Mai in der Franziskanerkirche sowie „Epilog: C-Dur“ am 10. Mai im Druckhaus in der Zeppelinstraße. Und mit der Reihe „Sneak Preview“ adaptiert das Podium Festival ein aus der Kinowelt bekanntes Format und lädt vom 5. bis zum 8. Mai – jeweils ab 17 Uhr – bei freiem Eintritt in die Studiobühne der WLB zu kleinen überraschenden Veranstaltungsformaten ein, bei denen das genaue Programm vorher nicht bekanntgegeben wird und bei denen in einer sehr persönlichen Atmosphäre die Gelegenheit zum unmittelbaren Austausch mit den Künstlerinnen und Künstlern besteht. (adi)

Info: mehr Informationen unter www.podium-esslingen.de

Der Verein der Maibaumfreunde belebt die Tradition des Maibaumstellens wieder. Neue Halterung sorgt für gefahrloses Feiern.

Der in ländlichen Kommunen übliche Brauch, einen Maibaum zu stellen und dazu ein Maifest zu feiern, war in Lichtenwald vor einigen Jahren eingeschlafen. Der 2025 gegründete Verein Maibaumfreunde Lichtenwald ließ im vergangenen Jahr die Tradition wieder aufleben, stellte eher provisorisch einen kleinen Baum auf und organisierte einen sehr gut besuchten Maihock. Bereits damals war klar, dass ein sicheres Aufstellen eines großen Maibaums nur mit einer professionellen, fest im Boden verankerten Halterung möglich sein wird. Eine solche sogenannte Maibaumspange wurde vor einigen Wochen dank ehrenamtlichen Engagements, Spenden und eines Zuschusses der Gemeinde beschafft und eingebaut.
„Unser Verein verfolgt den Zweck, dass die Dorfgemeinschaft in Lichtenwald wie früher jedes Jahr einen Maibaumhock feiern kann“, berichtet Marco Wittek, Vorstandsmitglied der Maibaumfreunde Lichtenwald. Die ländliche Tradition des Maibaumstellens mit Dorffest war in Lichtenwald eingeschlafen. Bereits bei der Gründung des Vereins im Januar 2025 war klar, dass es mit viel Aufwand verbunden sein würde, eine Tradition wieder aufleben zu lassen, die notwendigen finanziellen Mittel zu besorgen, nicht zuletzt genügend engagierte Ehrenamtliche zu motivieren und damit insgesamt auch das gesellige Leben in der Dorfgemeinschaft zu fördern.
An vorderer Stelle stand, dass eine wiederverwendbare, fest im Boden verankerte Maibaumspange beschafft werden musste. Damit kann ein bis zu 26 Meter hoher Baum liegend in eine Halterung mit einem Klappmechanismus eingesetzt und anschließend mit einem Traktor in die Vertikale gezogen werden. Dieses Verfahren minimiert die großen Unfallgefahren beim händischen Aufstellen eines Baums und sorgt für einen stabilen Stand.
Doch eine Maibaumspange gibt es nicht zum Schnäppchenpreis. Inklusive der Fundamentierung schlagen die Kosten mit rund 13 000 Euro zu Buche. „Wir haben deshalb für unseren Verein, das Vorhaben und den Maibaumhock viel geworben“, erzählt Wittek. Etwa 8000 Euro brachte der Verein mit Einnahmen beim Hock 2025 und über Sponsoring zusammen, die Gemeinde gewährte einen Zuschuss von 4700 Euro für das Vorhaben.
Anfang März wurde die Maibaumspange zwischen dem Sportplatz und der Mehrzweckhalle eingebaut. Zwei Ehrenamtliche aus dem Ort übernahmen die Erdarbeiten und die Fundamentierung mit Beton. „Eine tolle Sache dank viel gemeinschaftlichem Engagement von allen Seiten. Wir sind sehr dankbar, dass wir so viel Unterstützung erfahren“, erklärt Wittek. Und so steht ein großer und stabil verankerter Maibaum im Mittelpunkt eines zweitägigen Fests an der Mehrzweckhalle. Am Donnerstag, 30. April, wird um 17.30 Uhr der Maibaum gestellt, danach wird gefeiert. Das Maibaumhock geht dann am Freitag, 1. Mai, ab 11.30 Uhr, weiter. (pst)

Die Bewohner städtischer Pflegeheime in Esslingen müssen seit März noch tiefer in die Tasche greifen. Die Eigenanteile sind um rund 150 bis 425 Euro pro Monat gestiegen. Für einen Platz müssen sie nun bis zu 4440 Euro zahlen.

Die Städtischen Pflegeheime in Esslingen haben zum 1. März ihre Heimentgelte erhöht. Dies sei aufgrund von deutlich gestiegener Personal- und Sachkosten nötig, wie die Stadt mitteilt. Davon betroffen sind die stationäre Pflege, die Kurzzeitpflege sowie die Tagespflege. Grundlage ist eine neue Vereinbarung mit den Pflegekassen und dem Sozialhilfeträger, die Mitte Januar 2026 abgeschlossen wurde. Im Durchschnitt erhöht sich damit das Budget der Einrichtungen um 8,19 Prozent.
Als maßgeblichen Grund für die Erhöhung wird der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst genannt, der zum 1. April 2025 abgeschlossen wurde und eine Laufzeit bis 31. März 2027 hat. „Gute Gehälter sind eine wichtige Voraussetzung, um Pflegefachkräfte zu gewinnen und zu halten“, betont Thilo Naujoks, Geschäftsführer des Eigenbetriebs Städtischen Pflegeheime. „Allerdings wirken sich Gehaltssteigerungen unmittelbar auf die Heimkosten aus.“

Höhere Löhne und Sachkostensteigerungen
Um diesen Abschluss sowie die erwarteten Sachkostensteigerungen zu finanzieren, habe man die Pflegesätze neu kalkulieren müssen. Gerechnet wird damit, dass die Ausgaben im Wirtschaftsbedarf um fünf Prozent und bei den Lebensmitteln um zehn Prozent steigen. „Daher blieb keine andere Wahl, als nochmals neu zu verhandeln. Ansonsten würden die Städtischen Pflegeheime weiterhin rote Zahlen schreiben“, sagt Thilo Naujoks.
Die Bewohnerinnen und Bewohner müssen also tiefer in die Tasche greifen. Je nach Einrichtung und Aufenthaltsdauer ist der Eigenanteil im März um etwa 149 bis 423 Euro pro Monat gestiegen, jeweils für ein Standardzimmer. Insgesamt beträgt der monatliche Eigenanteil nach Abzug aller Leistungen der Pflegeversicherung künftig für den Aufenthalt in einer städtischen Einrichtung zwischen 3443 Euro und 4436 Euro. Positiv sei aber, dass sich der Eigenanteil im Laufe der Jahre durch den Leistungszuschlag der Pflegekassen spürbar reduziert habe, so Geschäftsführer Naujoks. Seit 2022 beteiligt sich die Pflegekasse neben den monatlichen Leistungsbeiträgen mit einem weiteren Leistungszuschlag an den Kosten einer vollständigen Pflege. Je länger Pflegebedürftige in Pflegeheimen leben, desto höher ist der Zuschuss, den die Kassen direkt an die Heime zahlen. Dadurch verringert sich der Eigenanteil der Bewohner.

„Eine grundlegende Reform erforderlich“
Die Zahlen werfen auch ein Licht auf die angespannte Finanzierungssituation in der stationären Pflege. Die Pflegeversicherung könne derzeit ihr zentrales Versprechen, vor einem Armutsrisiko bei Pflegebedürftigkeit am Lebensende zu schützen, nicht mehr einhalten, kritisiert Naujoks. Es sei auf Bundesebene eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung erforderlich, um Pflegebedürftige und ihre Angehörigen dauerhaft zu entlasten. Immer mehr Pflegebedürftige seien inzwischen auf ergänzende Sozialhilfe angewiesen. Außerdem sei das Finanzierungssystem sehr komplex und für viele Betroffene kaum nachvollziehbar. „Wie sich das Heimentgelt berechnet und zusammensetzt, ist unseren Bewohnerinnen und Bewohnern kaum noch zu erklären,“ sagt Thilo Naujoks.
Der Eigenbetrieb Städtische Pflegeheime Esslingen ist Träger der Pflegeheime Obertor, Berkheim, Pliensauvorstadt, Hohenkreuz und Oberesslingen mit insgesamt 355 Pflegeplätzen. Die Städtischen Pflegeheime betreiben zudem die Tagespflegeeinrichtungen im Obertor, am Zollernplatz, in Hohenkreuz und Oberesslingen mit insgesamt 54 Plätzen. Zudem sind die Städtischen Pflegeheime in Esslingen Betreuungsträger für zwei Anlagen des Betreuten Wohnens in Berkheim mit 22 und in der Pliensauvorstadt mit 28 Appartements. (pep)

Auch dank eines anonymen Spenders will Reichenbach ein neues Haus der Jugend bauen. Nach zwei Wintern ohne Treffpunkt plant der Kreisjugendring nun eine Übergangslösung.

Im Sommer werden es zwei Jahre, seitdem gibt es in Reichenbach kein Jugendhaus mehr. Vandalismus im benachbarten Schulzentrum, Ärger mit Nachbarn und eine Brandserie im Ort, für die die Polizei kürzlich einen Fahndungserfolg meldete, hatte die Gemeindeverwaltung damals zusammen mit dem Kreisjugendring (KJR) veranlasst, die Reißleine zu ziehen. Auch Dank einer Spende plant die Kommune nun einen Neubau – es wird also noch dauern, bis Jugendliche wieder einen Ort nur für sich haben werden.
Auch die seither unbesetzte Personalstelle für die offene Jugendarbeit in Reichenbach ist noch nicht wieder besetzt worden. „Wir sind hausintern in der Abstimmung“, die Stelle solle aber nun ausgeschrieben und bis zum Sommer besetzt werden, erklärt Ralph Rieck. Der Chef des Esslinger Kreisjugendrings kündigt an, die neue Fachkraft werde dann „zu den Orten gehen, wo sich junge Menschen aufhalten“. Und da das alte Jugendhaus geschlossen und der Neubau dann noch nicht fertig sein werden, könnte für die offene Jugendarbeit möglicherweise ein Raum in der Schule oder in der Kulturinitiative „Die Halle“ genutzt werden.

Fertigstellung bis Frühjahr 2027
Im Frühjahr 2027 könnte dann das neue Haus der Jugend fertig werden, so rechnet jedenfalls Ralph Rieck, der nicht nur mit Blick auf das Raumangebot eines Jugendhauses, sondern auch bei der Finanzierung der Personalstelle auf die Gemeinde Reichenbach angewiesen ist. Die Stelle wird je zur Hälfte von der Kommune und vom Landkreis bezahlt.
„Wir hätten uns das auch früher gewünscht und die Stelle früher besetzt“, erklärt dazu Rieck. Es gebe aber weiterhin zwei pädagogische Fachkräfte wie die Reichenbacher Schulsozialpädagogin Janina Trinkaus, die mit 25 Prozent Stellenanteil auch das kommunale Jugendreferat verantwortet, sowie Jochen Lung-Müller, der sich um die offene Jugendarbeit in der Kulturinitiative „Die Halle“ mit einer 75-Prozent-Stelle kümmert, und die den Kontakt zu den Jugendlichen im Ort hielten.
Der Chef des Kreisjugendrings hat nach eigenen Angaben bereits ein Nutzungskonzept für den sozialpädagogischen Neuanfang in Reichenbach der dortigen Verwaltungsspitze vorgelegt. „Wir sind mit der Kommune einig und entwickeln das partizipativ“, erklärt Rieck. Anders als im jetzt geschlossenen Reichenbacher Jugendhaus in der Seidenstraße sollen künftig auch der Ganztagsbereich der Realschule und die Jugendarbeit der Vereine eingebunden werden.
„Unsere Funktion ist es dann, das Haus zu managen, damit es ein gutes Miteinander wird.“ Die Gemeinde stelle dafür das Gebäude und einen Sachmitteletat zur Verfügung. In einem Jugendhaus gebe es viele Zeitfenster für weitere Nutzungen. Denkbar sei zum Beispiel eine Kooperation mit der benachbarten Realschule beim sogenannten Mittagsband, also die Übergangsphase zwischen Vor- und Nachmittagsunterricht. Hier gebe es im Oberesslinger Jugendhaus Nexus und in der Zehnscheuer Deizisau bereits gute Beispiele einer Zusammenarbeit.
Wer in Reichenbach abends unterwegs ist, trifft die Jugendlichen seit der Schließung des Jugendhauses an vielen Orten im öffentlichen Raum an, auf Spiel- und Sportplätzen und bei widriger Witterung im örtlichen Edeka oder im Vorraum der Südwestbank. Im Edeka können sie nur bleiben, so lange sie dort zumindest Getränke konsumieren. „Viele haben sich arrangiert und laufen in den Jugendhäusern in Hochdorf und Plochingen sowie in der Halle auf“, beschreibt Rieck die Lage.
Offenbar fühlen sich allerdings mehrere Gruppen von Jugendlichen in Reichenbach ohne Jugendhaus weiterhin heimatlos. „Wenn wir in der Bank sind, kommt oft die Polizei und schickt uns weg“, berichtet ein 15-Jähriger. Mehrfach habe der Polizist ihm und seinen Mitschülern bereits mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch gedroht. Ins Hochdorfer Jugendhaus gingen sie nicht, weil das eher ein Treffpunkt für Jüngere sei, und nach Plochingen sei es zu weit. „Wir haben keine Lobby“, erklärt eine Mitschülerin, die anderen nicken.

An Stelle der alten Turnhalle
Wie die offene Jugendarbeit in Reichenbach künftig funktionieren soll, das möchte die Verwaltung vor der Sommerpause 2026 im Gemeinderat vorstellen. „Wir haben eine günstige Möglichkeit bekommen, eine Räumlichkeit für die Jugend im Schul- und Sportcampus zu platzieren. Dazu haben wir von einem Spender, der nicht genannt werden möchte, eine großzügige Spende erhalten“, teilt der Hauptamtsleiter Siegfried Häußermann mit, weitere Infos dazu seien „leider nicht öffentlich“.
Immerhin soviel ist bekannt: Das neue Haus der Jugend soll als eingeschossiger Bau mit rund 730 Quadratmeter Grundfläche westlich der Realschule entstehen, wo bis vor einigen Monaten noch die alte Turnhalle stand. Pläne und eine Visualisierung des Esslinger Bauunternehmens Westo-Bau hat die Gemeinde auf ihrer Homepage veröffentlicht. Mit Blick auf die geplante gemeinsame Nutzung von Vereinsjugend und Kreisjugendring – KJR-Chef Rieck spricht von Synergien, die im Optimalfall entstehen können – hat die Verwaltung dem Gemeinderat mitgeteilt, derzeit stimme man einen gemeinsamen Termin mit den Jugendleitern und Vereinsvorsitzenden dazu ab. (com)

In Esslingen verzögert sich die Eröffnung des Neckaruferparks erneut: Nun wird Juni angepeilt.

Es wird doch noch eine Weile dauern, bis die Menschen am Neckarufer zwischen Esslinger Bahnhof und Rossneckar die Seele baumeln lassen können. Denn der lang ersehnte Neckaruferpark ist nicht wie geplant fertig geworden. Eigentlich war ein Eröffnungstermin an Ostern angedacht, nun visiert die Stadtverwaltung einen Fertigstellungstermin im Juni an. Damit ist die Eröffnung des neuen Grünstreifens schon zum zweiten Mal verschoben worden.
Eigentlich sollte der Neckaruferpark bis Ende 2025 fertig sein – auch, damit die Fördermittel in Höhe von rund sechs Millionen Euro für das insgesamt etwa 9,5 Millionen Euro schwere Projekt abgerufen werden können. Doch kurz vor Ablauf der Frist wurde bekannt, dass der Zeitplan nicht gehalten werden kann. Aus verschiedenen Gründen sei es zu Verzögerungen gekommen, hatte die Stadt mitgeteilt – unter anderem wegen Schadstoffbelastungen des Bodens, wegen des vielen Regens im vergangenen Sommer und wegen aufwendiger Abstimmungen mit Bundesbehörden und dem Wasserschifffahrtsamt.
Als neuer Termin für die Eröffnung des Grünstreifens war Ostern anvisiert worden – auf Zuschüsse hatte man nicht verzichten müssen, weil der Förderzeitraum laut Stadtverwaltung verlängert wurde. Doch auch dieser Termin wurde nicht gehalten. „Nach den Wintermonaten sind doch noch einige Arbeiten zu erledigen, die aufgrund der Witterung etwas länger dauern“, teilt die städtische Sprecherin Nicole Amolsch mit.
Unter anderem seien noch weitere Erdmodellierungen notwendig, ebenso zusätzliche Pflanzungen und Aussaaten. Auch die Arbeiten für Rad- und Fußwege seien noch nicht abgeschlossen, zudem müsse der Belag am Rossneckarplatz noch hergestellt werden. Die Ausstattung mit Fahrradbügeln, Sitzbänken und Mülleimern ist laut Nicole Amolsch ebenfalls nicht abgeschlossen. Zudem müssten Beleuchtung und Beschilderung entlang des Radwegs eingebaut werden. Auch dieses Mal sei der Förderzeitraum entsprechend verlängert worden, so Amolsch: „Es entsteht durch die Verzögerung kein wirtschaftlicher Nachteil für die Stadt.“
Am Flussufer zwischen dem Pliensauturm und dem Hechtkopf, wo der Rossneckarkanal in den Neckar mündet, wird seit etwa zwei Jahren der Neckaruferpark gebaut. Der schmale Grünstreifen zwischen Fluss und Bahngleisen misst an seiner breitesten Stelle gerade einmal 40 Meter. Er soll künftig als Erholungsfläche für die Esslingerinnen und Esslinger dienen. Unter anderem entsteht dort ein sogenannter Stadtbalkon auf Höhe des Bahnhofs, außerdem ein Naturufer, ein kleiner Kiesstrand sowie Spiel- und Sportbereiche. Außerdem führen Rad- und Fußwege durch den Park.
Wenn der Neckaruferpark im Sommer fertiggestellt wird, geht ein jahrzehntelang diskutiertes Projekt zu Ende. Bereits in den 1990er-Jahren hatte sich die Bürgerschaft mit der Idee eines Parks am Flussufer beschäftigt, im Jahr 2011 war das Vorhaben dann Teil eines städtebaulichen Wettbewerbs für die Weststadt.
Doch bis das Projekt startete, sollten noch Jahre ins Land gehen – unter anderem, weil sich die Verhandlungen mit der Deutschen Bahn über ein dringend benötigtes Grundstück in die Länge zogen. Seit dem Spatenstich im November 2023 nimmt der Park nun Form an. (meb)

Zum zehnjährigen Jubiläum haben sich die Fußballer des TSV Köngen etwas Besonderes überlegt: Erstmals findet das Benefizkonzert „Rock under the Glock“ an zwei Tagen statt.

Was vor zehn Jahren aus einer Laune am Stammtisch der Fußballer des TSV Köngen entstand, hat sich mittlerweile zu einem festen Konzertevent entwickelt: „Rock under the Glock“. In diesem Jahr gibt es aber eine Neuerung: In der Köngener Eintracht­halle gibt es zum Jubiläum erstmals an zwei Abenden ordentlich was auf die Ohren, und zwar am Freitag und Samstag, 17. und 18. April.
„Da ist an beiden Tagen volle Power angesagt – wir wollen die Eintrachthalle zum Beben bringen“, kündigt Edo Kaltak vom rund 20-köpfigen Organisationsteam an. Den Auftakt macht am 17. April „Sonic Love“, als Vorband ist die Köngener Nachwuchsband „Beat 07“ am Start. Die Tübinger Cover-Band „Sonic Love“ hat sich den Klassikern der 1970er-Jahre verschrieben – von Glamrock über Funk und Hardrock bis zu Disco. Für Sänger Boris Attila Kunze ist das Konzert in Köngen fast ein Heimspiel: Kunze hat 15 Jahre lang im Ort gewohnt.

„Schreyner“ ist der Dauerbrenner
Dauerbrenner „Schreyner“ hat sich am 18. April angesagt. „‚Schreyner’ ist quasi gesetzt und praktisch ein Selbstläufer“, sagt Achim Wunderwald, Fußball-Abteilungsleiter und ebenfalls im Organisationsteam. Die achtköpfige Band aus dem Allgäu rockte unter dem Namen „Face“ zwischen 1994 und 2015 auf mehr als 1500 Bühnen und avancierte zu einer der erfolgreichsten Rock-Coverbands Süddeutschlands. Am Ende zog es die Musiker aber wieder zu ihren Wurzeln, dem kernigen Hardrock und melodischen Metal. 2014 wurde „Schreyner“ geboren – das Motto „Jeder Song ein Brett“ ist seitdem Programm: Dieser Trip führt direkt in die goldene Ära der Rockmusik – von den 80ern über die 90er bis in die 2000er – von AC/DC und Metallica über Judas Priest, Dio, Accept bis hin zu Mötley Crüe. Zum Aufwärmen gibt es in Köngen ein besonderes Schmankerl: Gerhard „Gary“ Geist unplugged – mit seiner Ausnahmestimme interpretiert der „Schreyner“-Sänger nur mit einer Gitarre Klassiker der Rockmusik.
Das Event auf zwei Tage auszuweiten bringt für die Fußballer, die alle früher aktiv für Köngen gekickt haben, einiges an Mehrarbeit. „Aber fürs Jubiläum geht das in Ordnung, ab 2027 reicht uns dann wieder ein Konzertabend“, sagt Edo Kaltak. Pro Tag sind rund 35 Helfer im Einsatz, alle rekrutieren sich aus der AH-Gruppe der Köngener beziehungsweise aus deren Umfeld.
Die Einnahmen des Konzerts fließen wie immer komplett in die Jugendarbeit, meist kommt ein mittlerer vierstelliger Betrag zusammen. Worauf die Köngener besonders stolz sind: „Wir haben uns in den letzten zehn Jahren in der Szene einen richtig guten Namen gemacht“, sagt Wunderwald. Viele Gäste kommen aus der Region, inzwischen bestehen gute Kontakte zu anderen Veranstaltern wie dem Team des Benefiz-Rockfestivals „Rock for one World“ (ROW), das ebenfalls immer im Frühjahr im Esslinger Komma steigt. „Wir stimmen uns eng mit dem ROW-Team ab, etwa hinsichtlich Line-Up und Termin“, sagt Wunderwald.
Und auch, dass es bei „Rock under the Glock“ immer friedlich geblieben ist, macht die Kicker stolz. „Es gab noch nie irgendwelchen Stress – man hört Musik, trinkt ein paar Bier und geht glücklich wieder heim“, sagt Mitorganisator Uwe Eglauer. Was eventuell auch am Durchschnittsalter des Events liegen könnte: Das liegt klar bei 50 plus, auch wenn ab und an schon ein paar jüngere Besucher in der Eintrachthalle gesichtet wurden. Bei den meisten Gästen ist die einst volle Haarpracht um einiges lichter geworden und das ein oder andere Band-Shirt spannt inzwischen auch über einem respektablen Wohlstandsbäuchlein. Was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tut.

Info: Karten für „Rock under the Glock“ gibt es im Vorverkauf bei der Schwanen-Metzgerei Benz in Köngen, dem Musik-Café Eisele (Köngen) und der Wendlinger Sportkneipe „Die Kiste“. Tickets kosten pro Abend 20 Euro. Einlass ist jeweils ab 18.30 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. (kd)

Vom H0-Modellbahnclub zur Parkbahn in den Neckarauen: Die Plochinger Dampfbahner haben Karriere gemacht.

Als Bahnknotenpunkt ist Plochingen bedeutend und bekannt. Aber es ist der zweite, viel kleinere Plochinger Bahnhof, der Herzen höherschlagen lässt: Der Halt heißt „Am Bruckenbach“ und ist Startpunkt der Plochinger Dampfbahner, die zu den großen Attraktionen auf dem ehemaligen Gartenschaugelände der Stadt zählen. Die diesjährige Saison beginnt am Ostersonntag, 5. April.
1980 gründete sich ein Modellbahner-Verein in Plochingen. Ähnlich wie in anderen H0-Clubs tüftelte man gemeinsam an Anlagen und hatte eine Werkstatt in einem Keller. Und da das Hobby kein ganz billiges ist, wollte man mit einem kleinen Fahrbetrieb bei Stadtfesten und anderen Veranstaltungen etwas dazuverdienen.
Folglich machten bald die ersten „Zügle“ im „Kringelverkehr“ den Karussells Konkurrenz; mit seinen zwei Mini-Anlagen absolvierte der Verein bis zu 50 Fahrtage im Jahr. „Man war ständig unterwegs“, sagt Kai Schmitt, der heutige Kassier. Schmitt weiß, dass die Mitglieder unabhängig von den Finanzen einfach Spaß am Fahren hatten.
Durch die Umstellung auf „Echtdampf“ mit Kohle wurde das Hobby noch reizvoller für Technik-Freaks und Eisenbahn-Nostalgiker. Ein Gelände für eine feste Strecke fand sich schließlich in Plochinger Halbhöhenlage in den Schafhausäckern, dort, wo heute die Jugendfarm ist. Hier dampften die Loks aber nur wenige Jahre – dann kamen die Landesgartenschau und der Umzug in den Bruckenwasen, der ein mehr als ehrgeiziges Projekt war.
Innerhalb von gut zwei Jahren sollte die neue Strecke mit allem, was dazugehört, fertig sein. „Es muss euch klar sein, dass man dann jeden Tag hier arbeiten muss“, soll der Vorstand damals die Mitglieder gewarnt haben. Diese entschieden sich dennoch für das Projekt und krempelten die Ärmel hoch. „Viele haben zwei Jahre lang ihren gesamten Urlaub investiert“, sagt Kai Schmitt. Auf die Baustellenzeit folgte der tägliche Fahrbetrieb in den Neckarauen während der Gartenschau. Und auch danach blieb immer genug zu tun, das kann der heutige Vorstand bestätigen. So mache man, da mittlerweile die Infrastruktur nicht mehr die jüngste ist, seit sechs Jahren jeden Winter Streckenbau, sagt Simon Prokein, der aktuelle stellvertretende Vorsitzende.

Lokführer müssen sehr achtsam sein
1,2 Kilometer lang ist die Strecke und im Gegensatz zu vielen anderen „Gartenbahnen“ in Deutschland verläuft sie komplett im öffentlichen Raum. Das ist Fluch und Segen zugleich. Das Gelände und seine Feste locken zahlreiche Fahrgäste an, aber Vandalismus, zumindest an Schildern und ähnlichem, kam auch schon vor. Und die Lokführer, die ihre Runden drehen, müssen sehr achtsam sein: Dass ihnen niemand vor den Zug läuft, aber auch, dass sich keine Steine oder Schotter auf den Schienen befinden – sonst droht Entgleisung. Dabei erfordert schon der Betrieb der Dampfloks ihre Aufmerksamkeit: Die Kohle wird mit Mini-Schaufeln nachgelegt, die richtige Menge an Wasser mit Feingefühl zugesetzt. „Das Gefühl für den Dampfregler muss man schon haben, sonst hat man verloren“, sagt Prokein. Diese Voraussetzung dürfte bei den meisten Dampfbahnern gegeben sein, ist doch die Faszination Technik ihre größte Motivation.
Das Schrauben steht im Mittelpunkt, das Fahren sei die Belohnung obendrauf, sind sich die Vorstände einig. Wobei es schon ein absoluter Höhepunkt sei, „wenn man fahren darf und die Kinder durch den Tunnel fährt“, sagt Schmitt. Kinder- und familienfreundlich zu sein, ist den Dampfbahnern wichtig, auch bei den Fahrkartenpreisen. Zur Sicherheit begleiten immer zwei geschulte Personen die Zugfahrt, alle zwei Jahre nimmt der TÜV Loks und Waggons ab.
Das Hobby lasse sich bei vielen der Aktiven aus dem Beruf ableiten, stellt Simon Prokein fest: Ton- und Lichttechniker, Industriemechaniker, Kfz-Mechaniker und Landschaftsarchitekten sind dabei, auch Eisenbahner gehörten schon dazu. Umgekehrt hat mancher wahrscheinlich im Verein die Grundlage für eine spätere technische Ausbildung gelegt. Die Jugend darf an ihrer eigenen Lok schalten und walten und hat sie nach einem Kesselschaden auch schon mal komplett zerlegt – es dauerte zwei Jahre, bis sie wieder zusammengebaut war.
Die Älteren im Verein geben mit Engagement und Herzblut ihr Wissen weiter. Das ist in Zeiten, in denen es normal ist, Dinge wegzuwerfen und neu zu kaufen, ein besonderer Schatz. Lebenslanges Lernen ist Programm: „Eine Dampflok ist ein fahrender Haufen Verschleißteile“, sagt Kai Schmitt.
Unter den Schraubern – egal, welchen Alters – sind nach wie vor die Männer deutlich in der Überzahl. Nur vereinzelt legt mal eine Frau Hand an die Maschine. Trotzdem: Die Familien sind automatisch in der Mitgliedschaft inbegriffen und beteiligen sich auf andere Weise, zum Beispiel an den Festen und Fahrtagen. So ist das Gelände mit dem Vereinsheim, mit Lokschuppen, Werkstätten und Drehscheibe auch ein geselliges Zentrum. Nahezu jeden Samstag wird geschraubt, unter der Woche findet ein Stammtisch statt – und von Ostern bis einschließlich Oktober ist jedes zweite Wochenende Fahrtag.

Der Verein
Mitglieder:
Der 1980 gegründete Verein hat derzeit rund 120 Mitglieder. Der „harte Kern“ der Schrauber umfasst 15 bis 18 Personen.
Termine: Im Bruckenwasen fahren die Dampfbahnen von Ostern bis Oktober alle zwei Wochen sonntags und an den gesetzlichen Feiertagen, immer von 11 bis 18 Uhr. Und: „Dampf in den Frühling“ (erstes Mai-Wochenende) und „Dampfspektakel (5. und 6. September/ www.dampfbahner.de) (aia)

Stadt und Landkreis wollen einen Zusammenschluss mit den Medius-Kliniken in alleiniger Trägerschaft des Landkreises prüfen. In den kommenden Monaten sollen mögliche Rahmenbedingungen ausgelotet werden – eine Entscheidung könnte dann Mitte 2027 fallen.

Als der Chef des Esslinger Klinikums Matthias Ziegler im Januar einen Ausblick auf das neue Jahr wagte, war er sicher: „2026 wird für uns ein Jahr der Weichenstellungen.“ Dass damit nicht nur die bauliche Weiterentwicklung des Klinikums gemeint war, ist nun klar: In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Landrat Marcel Musolf und der Esslinger OB Matthias Klopfer vor wenigen Tagen angekündigt, dass beide Seiten „einen Zusammenschluss des Klinikums Esslingen mit den Medius-Kliniken in alleiniger Trägerschaft des Landkreises“ prüfen wollen. Bereits 2014 war eine Fusion angestrebt, vom Kartellamt jedoch wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken untersagt worden. Diesmal rechnen Landrat und OB nicht damit, dass ihnen die Wettbewerbshüter Steine in den Weg legen werden.
Eine Fusion der Medius-Kliniken und des Klinikums Esslingen war auch nach der damaligen Absage durch das Kartellamt immer wieder diskutiert worden. Dass dieses Thema nun mit Blick auf die schwierige Finanzlage der Kommunen und die Klinikreform an Fahrt aufnehmen würde, hatten zuletzt viele erwartet. Schon länger arbeiten die Medius-Kliniken und das Esslinger Klinikum an einem gemeinsamen medizinischen Konzept, das mittel- und langfristig auch „positive Effekte für die Wirtschaftlichkeit der Häuser“ bringen soll. Nun könnte alles rascher und grundsätzlicher kommen.

Keine gesetzliche Pflichtaufgabe der Stadt
„Wir werden sorgfältig bewerten, unter welchen Voraussetzungen ein Zusammenschluss tragfähig sein kann“, erklärte Landrat Marcel Musolf nun. „Sollte sich dieser Weg als sinnvoll erweisen, würde das Klinikum Esslingen Teil unserer Kreiskliniken werden mit dem Ziel, die Trägerschaft in kommunaler Hand zu sichern und die medizinische Versorgung im Landkreis weiter zu stärken.“ Und OB Matthias Klopfer verriet: „Wir befassen uns seit Längerem mit der strategischen Weiterentwicklung unseres Klinikums, weil es uns um eine dauerhaft verlässliche und zukunftsfähige medizinische Versorgung für den gesamten Landkreis Esslingen ebenso wie für unsere Stadt geht.“
Die Krankenhausversorgung sei jedoch keine gesetzliche Pflichtaufgabe der Stadt, so Klopfer. Deshalb habe man schon vor den jüngsten finanziellen Rückschlägen für die Stadt über eine mögliche Fusion nachgedacht unter der Prämisse, dass das Klinikum weiter in kommunaler Hand bleiben soll. Dass die Überlegungen zuletzt auch durch die prekäre Finanzlage der Stadt beeinflusst wurden, mochte Klopfer nicht verhehlen. Gleichwohl habe man bereits Konsolidierungsmaßnahmen auf den Weg gebracht. Sollten die Verhandlungen zu einem guten Ergebnis führen, erwartet der OB eine „große, große, große Zustimmung“ im Gemeinderat.
Der Esslinger Klinikum-Geschäftsführer Matthias Ziegler ist sich mit seinen Medius-Kollegen Sebastian Krupp und Jörg Sagasser einig: „Durch die Bündelung der Kompetenzen und das erweiterte medizinische Spektrum unter einem Dach könnte die Gesundheitsversorgung im Landkreis nachhaltig weiterentwickelt werden. Auf dieser Basis würden wir ein passgenaues und tragfähiges medizinisches Konzept entwickeln.“ Erklärtes Ziel von Klopfer und Musolf ist es, mit einem Zusammenschluss die Grundlagen für eine zukunftsfähige und qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für die 550 000 Menschen im Landkreis zu schaffen. Ob es am Ende zu einem „Zusammenschluss auf Augenhöhe“ kommen wird, den Landrat und OB unisono versprechen, wird auch eine Frage der Konditionen sein. Zahlreiche Fragen sind noch im Detail zu klären – nicht nur medizinische, sondern auch finanzielle. Immerhin investiert Esslingen in den kommenden Jahren rund 200 Millionen Euro in die bauliche Runderneuerung seines Klinikums. Die Aufsichtsräte der Medius-Kliniken und des Esslinger Klinikums haben den anstehenden „Prüfprozess“ bereits begrüßt, auch aus Gemeinderat und Kreistag vernehmen Klopfer und Musolf positive Signale.

Zahl der Betten soll sich nicht reduzieren
Näheres zu den möglichen Konditionen einer Fusion konnten beide noch nicht sagen: „Dafür ist es noch zu früh – wir stehen erst am Anfang.“ Dass an den dann vier Standorten weiterhin zusammen rund 6000 Fachkräfte gebraucht werden, ist für Medius-Geschäftsführer Sebastian Krupp keine Frage. Und auch die Zahl der Betten soll sich nicht reduzieren. „Da sind wir bundesweit eher unterdurchschnittlich aufgestellt“, weiß Matthias Ziegler. Nun sollen in einem mehrstufigen Prüfprozess Chancen und Risiken einer Fusion ausgelotet werden, um „eine verlässliche Grundlage für die Entscheidungen“ in den Aufsichtsräten der Klinikträger sowie dem Kreistag und dem Esslinger Gemeinderat zu schaffen.
Erste Eckpunkte sollen im Sommer 2026 in einer Absichtserklärung festgehalten werden. Im zweiten Halbjahr 2026 soll dann die wirtschaftliche Situation des Klinikums Esslingen detailliert analysiert werden, um auf dieser Grundlage weitere medizinische und juristische Fragen zu klären. Gemeinderat und Kreistag könnten dann bis Mitte 2027 über eine Fusion entscheiden.

Die Kliniken im Kurzporträt
Klinikum Esslingen:
Als modernes Krankenhaus der Zentralversorgung wird das Klinikum Esslingen bislang in städtischer Trägerschaft betrieben. Erklärter Anspruch ist es, Leistungen auf dem Niveau der Maximalversorgung zu bieten. Jährlich werden rund 26 000 Patientinnen und Patienten stationär und 120 000 ambulant am Esslinger Klinikum versorgt. Dafür stehen 677 Betten und teilstationäre Plätze in 16 Fachkliniken und 18 spezialisierten Zentren zur Verfügung. Das Team des Esslinger Klinikums zählt derzeit rund 2000 Fachkräfte.
Medius-Kliniken: Die Medius-Kliniken sind ein kommunaler Klinikverbund im Kreis Esslingen mit insgesamt 1076 Betten an den Standorten Kirchheim, Nürtingen und Ostfildern-Ruit. Jährlich werden mehr als 50 000 Patientinnen und Patienten stationär und rund 185 000 ambulant behandelt. Unter dem Dach des Verbunds kümmern sich 3700 Fachkräfte in 22 zertifizierten Zentren und 31 Fachkliniken um Patienten. Träger der Medius-Kliniken ist der Landkreis. Wie das Klinikum Esslingen sind die Medius-Kliniken akademisches Lehrkrankenhaus der Uni Tübingen. (adi)