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Das Ortsentwicklungskonzept für Lichtenwald geht mit einer Bürgerbefragung in die nächste Runde

Die Gemeinde Lichtenwald hat ein Ortsentwicklungskonzept angestoßen. Damit sollen die Verwaltung und der Gemeinderat eine Richtschnur für die strukturellen, sozialen und ökologischen Herausforderungen der Zukunft an die Hand bekommen. Nach der grundsätzlichen Festlegung der Zielrichtung und des Zeithorizonts hat das beauftragte Planungsbüro vor Kurzem im Gemeinderat die zweite Runde des Prozesses vorgestellt.
„Wir wollen keine Luftschlösser bauen. Ein Gemeindeentwicklungskonzept soll vielmehr realistische Ziele für den Gemeinderat und die Verwaltung definieren, die auch tatsächlich abgearbeitet werden können“, beschrieb die Stadtplanerin Maxine Gesell, die die Konzeptentwicklung in Lichtenwald als Projektleiterin fachlich begleitet.
Vor etwas mehr als einem Jahr hatten die Lichtenwalder Gemeinderatsfraktionen der LBL und der FUW den gemeinsamen Antrag eingebracht, die Gemeinde möge eine konzeptionelle Richtschnur für den Umgang mit dem demografischen Wandel sowie den ökonomischen und ökologischen Herausforderungen der Zukunft entwickeln. Mit der Erarbeitung wurde ein Planungsbüro beauftragt, das die Inhalte und einen Zeitrahmen benannte.
So erkannten die Planer einen Bedarf an Überlegungen hinsichtlich der Themenbereiche soziale Entwicklungen und Infrastruktur, Siedlungsentwicklung, Wohnen und Landschaft, Ökonomie, Ökologie und Klimawandel, Mobilität, Kultur und Identität. Aufgeteilt in verschiedene Arbeitsphasen soll der Prozess bis Ende 2025 abgeschlossen sein und soll ein Konzeptpapier vorgelegt werden.
In einer ersten Phase der Entwicklungsplanung hatte das Planungsbüro eine Bestandsaufnahme in der Gemeinde vorgenommen und daraus eine Bedarfsprognose abgeleitet. So sehen die Planer in Lichtenwald einen Zuwachs in allen Bevölkerungsgruppen mit wachsenden Anforderungen an die Infrastruktur, an Kinderbetreuung, Schule, Wohnraumbedarf und Seniorenbetreuung. Überdies werden zunehmende Zielkonflikte zwischen Infrastrukturentwicklung und Umgebungsnatur erwartet. Nach dieser Bestandsanalyse und Definition der möglichen Entwicklungslinien für die Gemeinde hat das Planungsbüro nun einen Fragebogen entwickelt, der allen über 16-jährigen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Lichtenwald zugestellt wird. In den Themenkomplexen Wohnen und Arbeit, Infrastruktur und Mobilität, Kommunalpolitik und Verwaltung sowie Entwicklungsperspektiven bis 2040 werden Ansichten, Überzeugungen und Erkenntnisse, Bedarf, Wünsche und Vorschläge abgefragt.
Wie die Planerin beschrieb, wurden bei der Zusammenstellung der Fragen alle Themen und Wechselwirkungen „fein aufgegliedert. Es gibt viele offene Fragen, mit denen Stimmungsbilder festgehalten sowie integriert, generationsspezifisch und generationsübergreifend analysiert werden können.“ Dabei handele es sich nicht um eine standardisierte Lösung. „Wir sehen vielmehr die eigene Identität und Individualität der Kommune“, versicherte Gesell. Für den Fragebogen ist eine Rücklaufzeit von maximal sechs Wochen vorgesehen. Die Auswertung wird durch das Planungsbüro erledigt, danach wird der Gemeinderat in einer Klausurtagung noch in diesem Sommer auf der Basis der Analyse die prinzipiellen Leitplanken, erste Ziele und Projekte zur Zukunftsgestaltung der Gemeinde erarbeiten.

pst / Foto: Peter Stotz