Der Inselesee in Neckarhausen in Nachbarschaft des Beutwangsees wurde in den vergangenen
Jahren ökologisch aufgewertet. Die Stadt und der Anglerverein „Petri Heil“ arbeiteten zusammen, um dem See neues Leben einzuhauchen.
Das Wasser plätschert im neuen, noch etwas kahlen Ablaufgraben des Inselesees. Einige abgeholzte, kleine Bäume liegen am Ufer des Grabens auf einem Haufen. Das Schilf im Flachwasserbereich gedeiht schon prächtig. Bald muss es abgeschnitten und umgesetzt werden. Der See hatte zuvor weder einen Zulauf, noch einen Ablauf, das Gewässer stand somit still. Im Rahmen der ökologischen Aufwertung wurden Zu- und Abfluss angelegt. Der Grund: Im Sommer 2019 hatten Hitze und Trockenheit zu erheblichen Sauerstoffproblemen in dem Fischereigewässer geführt: Mehr als 300 Kilogramm Fische verendeten im Wasser, daher musste eine Lösung her. „Ich bin froh, dass wir das Projekt umgesetzt haben“, so Benjamin Buchelt, Vorsitzender des Anglervereins „Petri Heil“.
Neues Wasser für den Inselesee
Das durch den neuen Zulauf eingespeiste Wasser kommt aus dem Neckar und ist abhängig von dessen Pegelstand. Bis 2027 hat das Landratsamt die Wasserentnahme aus dem Fluss in den Inselesee genehmigt. Dieses Jahr durfte allerdings nur sehr wenig wegen des niedrigen Pegelstands des Neckars zugeführt werden. Nun wird per Software der Pegel des Inselesees erfasst. Die Daten stehen dem Landratsamt direkt zur Verfügung, um eine Einspeisung schneller zu genehmigen. Eine Pegelmesslatte wurde dennoch an einem in Eigenleistung des Anglervereins „Petri Heil“ gebauten Steg montiert.
Durch den Ablauf und einen angrenzenden 78 Meter langen geschwungenen Graben wird das Wasser in den Neckar zurückgeführt. Projektplaner Lenny-Michael Lachenmann, Geschäftsführer der Firma Lachenmann Landschaft mit Sitz in Ehningen, war es besonders wichtig, den „genius loci“ – den Geist des Ortes – einzufangen.
Fokus auf Tiere im und am See
Bereits bei der Planung des Grabens sei ein großer Fokus auf die Tiere im und am See gelegt worden. Bei der Ufersicherung in der Nähe des Vereinsheims waren während der Planungsphase Ringelnattern und Zauneidechsen entdeckt worden. Deren Lebensraum wurde durch naturnahe Gestaltung des Grabens erweitert. Kleinere und tiefere Wasserstellen sowie Totholz und Pflanzen wurden für weitere Tiere und Amphibien geschaffen. In der neuen Flachwasserzone wurde Schilf gepflanzt, um die Sauerstoffversorgung zu verbessern. Damit der See nicht kippt, sind das Schilf, die richtige Temperatur sowie der Ab- und Zulauf äußerst wichtig.
Ökopunkte für neue Bauprojekte gesammelt
„Es wurden 1,5 Hektar aufgewertet und 30.000 Ökopunkte bei diesem Projekt gesammelt“, so Jochen Hildenbrand, Umweltbeauftragter der Stadt Nürtingen. Die Ökopunkte reichen für kleine bis mittlere Bauprojekte wie etwa einen Schulneubau oder Kindergarten mit Eingriff in die Natur und Versiegelung von Böden. Die Kosten der Stadt für die ökologische Aufwertung belaufen sich auf etwa 60.000 Euro. (Melanie Kettler)

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