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Claus Hintennach

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Die Stadt Esslingen muss sparen – auch bei den Städtepartnerschaften. Was bedeutet das für die teils schon jahrzehntelang gepflegten Beziehungen zu Partnerstädten im Ausland?

Fast 70 Jahre ist es her, dass die Stadt Esslingen ihre erste Städtepartnerschaft mit dem französischen Vienne besiegelte. Inzwischen hat Esslingen zwölf Partnerstädte in Europa und darüber hinaus. Bis nach Sheboygan in den USA und Coimbatore in Indien reichen die freundschaftlichen Beziehungen. Doch Esslingen muss sparen, das Budget für Städtepartnerschaften sinkt. Können die Beziehungen in alle Welt trotzdem weiter so gepflegt werden wie bisher?
Nicole Amolsch, Leiterin des Esslinger Oberbürgermeister-Büros, zeigt sich zuversichtlich. Man versuche, das reduzierte Budget für die Städtepartnerschaften mit zusätzlichen Einnahmen durch Fördermittel zu kompensieren, erklärt sie. „Grundsätzlich legen wir viel Wert darauf, unsere bestehenden Partnerschaften weiterhin zu pflegen und sie zu festigen“, betont Amolsch. Städtepartnerschaften seien für die Stadt Esslingen und ihre Bürgerschaft seit der ersten Partnerschaft mit Vienne im Jahr 1958 eine Brücke nach Europa und in die Welt.

Esslingen will mehr digitalen Austausch
Doch auch in diesem Bereich muss gespart werden. Bis 2029 soll das Budget um rund 60 000 Euro im Jahr reduziert werden. Unter anderem sollen die bisherige Vollzeitstelle für die Abteilungsleitung auf 80 Prozent gekürzt und das Sachkostenbudget reduziert werden. Man will sich künftig auf bestimmte Projekte fokussieren und verstärkt auf digitale Austauschformate setzen – etwa auf digitale sogenannte „Coffee Talks“, wie es sie zwischen Menschen aus Esslingen und Sheboygan bereits gab. Das könne und werde Reisen von Delegationen nach Esslingen oder in die Partnerstädte zwar nicht ersetzen, stellt Amolsch klar. Aber man müsse die Kosten und die Anzahl der Teilnehmenden an solchen Reisen im Blick behalten.

Chöre und Weingärtner
Explizit nicht angetastet werden sollen laut Amolsch die Schüleraustausche in die Partnerstädte Vienne in Frankreich, Udine in Italien und ins polnische Piotrków Trybunalski. Zusätzlich gebe es am Mörike-Gymnasium einen Austausch mit dessen Partnerschule im spanischen Ribadasella. Pro Jahr nehmen laut Amolsch 100 bis 150 Schülerinnen und Schüler an den Austauschfahrten teil. „Gerade für junge Menschen ist der Austausch sehr bereichernd: Sie lernen sich kennen, bauen Vorurteile ab und entwickeln Vertrauen“, betont Amolsch. Dadurch werde friedliches Zusammenleben gefördert und das europäische oder internationale Gemeinschaftsgefühl gestärkt.
Auch für Erwachsene gebe es Austauschformate. Besonders gut funktionieren laut Nicole Amolsch derzeit der Choraustausch des Liederkranzes mit Neath Port Talbot in Großbritannien, das Engagement der Ost-West-Gesellschaft in Polen und der Ukraine, der Austausch der Weingärtner aus Esslingen und Vienne und der Austausch der Feuerwehr mit Kamianets-Podilskyi. Generell besonders intensiv seien derzeit die Kontakte in die Partnerstädte Kamianets-Podilskyi (Ukraine), Piotrków Trybunalski (Polen), Vienne (Frankreich), Neath Port Talbot (Großbritannien), Udine (Italien), Velenje (Slowenien), Sheboygan (USA) und Eger (Ungarn). Weniger eng seien derzeit die Beziehungen nach Coimbatore (Indien), Norrköping (Schweden), Molodetschno (Belarus) und Schiedam (Niederlande). (meb)

Peter Degendorfer, Hans Mendler uns Wolfgang Thiel bieten in Plochingen an zwei Ausstellungsorten dem grauen Alltag Paroli: Eine Kunst-Schnitzeljagd durch die Stadt ist möglich.

Egal, wo man anfängt, in der städtischen Galerie im Herzen Plochingens oder im Schauraum mitten im idyllischen Kulturpark Dettinger – der Weg ist das Ziel. Zwischen den beiden Ausstellungsorten gibt es viel zu entdecken. Plochingen hat so viele Sehenswürdigkeiten im öffentlichen Raum, wie kaum eine andere Neckarstadt. Ein Grund mehr, sich die Stadt für einen ausgedehnten Kunstspaziergang gründlich vorzunehmen.
Die meisten Arbeiten stammen vom künstlerischen Multitalent Wolfgang Thiel, einem der drei Protagonisten der Doppelausstellung der „3 Artisten“, die bis 12. Juli zu sehen ist. Ihm ist diese heiter-tiefgründige Sommerausstellung zu verdanken. Thiel gilt als einer wichtigsten figurativen Vertreter Süddeutschlands und hat sein Atelier im Kulturpark Dettinger.
Mit Peter Degendorfer und Hans Mendler verbindet ihn eine Freundschaft seit dem Studium an der Stuttgarter Kunstakademie Anfang der 70er-Jahre. Gemeinsames Studieren, Experimentieren und Reisen schweißt die drei bis heute zusammen. Wobei man damals nicht nur lobte und feierte. In der direkten Auseinandersetzung mit den Kommilitonen habe er am meisten gelernt, gibt Hans Mendler freimütig zu. Der Satz „Des taugt nix“ konnte dabei durchaus fallen. „Man hat sich nicht geschont.“
Trotz intensiver privater und künstlerischer Verbindung haben sich die drei Artisten in verschiedene Richtungen entwickelt und eine jeweils eigenständige künstlerische Sprache gefunden. Die Figuration ist dabei das verbindende Element, freilich auf sehr verschiedene Weise. Spontan und direkt arbeitet Peter Degendorfer. Er nimmt große Farbflächen, die er mit grafischen Formen als rätselhafte Zeichen bespielt. Die Figur ist in seinem Werk fast verschwunden und taucht nur noch als hieroglyphisches Anliegen auf, durchaus mit Humor.

Einst Aushängeschild eines Modegeschäfts
Anders Hans Mendler. Bei ihm kommt die Figur deutlicher zur Geltung. Sie symbolisieren die Leichtigkeit des Seins, den spielerischen Umgang mit dem, was möglich ist in der bildenden Kunst. So entstanden auch die drei Holzköpfe, die laut Mendler etwas mit den drei Artisten zu tun haben. Die Stücke sollten eigentlich im Ofen verheizt werden, doch Mendler sah etwas in ihnen und machte Kunst daraus.
Wolfgang Thiel hingegen inszeniert die Kunst im öffentlichen Raum, was sich in Plochingen an vielen Stellen augenfällig zeigt. Einige Appetizer seiner theatralischen Arbeiten sind im Bildhauergarten inszeniert, gleich neben dem Schauraum im Hof hinter dem Ateliergebäude zu finden. Von dort geht es quer durch den idyllischen Park zur Mosaiksäule mit Dame in der Urbanstraße 2. Das leuchtend-bunte Mosaik war einst Aushängeschild eines Modegeschäfts.
Thiels Arbeiten geht eine sorgfältige Planung voraus. Schließlich müssen Statik und Sicherheit im öffentlichen Raum gewährleistet sein. Das wird bei der Station am Fischbrunnenplatz besonders deutlich. Dort steht eine der acht Damen, die in Plochingen sagen, wo’s langgeht. Die hölzerne Frauenfigur wurde bei einem Unfall mit einem Lkw von ihrem Betonsockel geholt. Dass sie wieder steht, ist sicherlich den sorgfältigen Berechnungen ihres Schöpfers zu verdanken.
In der Marktstraße vor der Plochingen-Info weist eine weitere Figur den Weg direkt in die städtische Galerie, zum zweiten Teil der Präsentation. Dort finden sich von allen drei Künstlern figurative Arbeiten, die auf zwei Etagen einen lebendigen Dialog entfalten. Man kann sich förmlich vorstellen, wie Mendlers Holzköpfe mit Peter Degendorfers „Sitzende“ und Wolfgang Thiels „divodiva“ lustvoll über alte Zeiten plaudern. 600 Meter weiter Richtung Stumpenhof an der Einmündung Schorndorfer Straße in die Hindenburgstraße wird der Mensch förmlich in den Himmel gehoben. Wolfgang Thiel hat für „Kleines Denkmal“ selleriegelbe, menschliche Umrisslinien für Fußgänger und Autofahrer gut sichtbar auf einen Sockel gestellt.
Ein Stadtspaziergang auf Spuren der Kunst für die ganze Familie, der zeigt: Kunst versteckt sich nicht in Galerien und Museen, sie wartet an der nächsten Ecke – zumindest in Plochingen. (pb)

Seit dem 1. Juni gilt landesweit ein strengeres Nichtraucherschutzgesetz. Qualmen und Dampfen ist nun an vielen öffentlichen Orten verboten. Raucher müssen sich ganz schön umgewöhnen.

Der 102er-Bus nach Zell fährt erst in 23 Minuten ab. „Dann bleibt ja noch genug Zeit für eine Zigarette“, sagt Pasquale und zündet sich gelassen einen Glimmstängel an, um sich die Wartezeit zu vertreiben. Dass er genau das am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Esslingen künftig nicht mehr darf, davon habe er „noch nie etwas gehört“, gibt der 44-Jährige an diesem Tag Ende Mai zu.
Zum 1. Juni trat das verschärfte Nichtraucherschutzgesetz Baden-Württemberg in Kraft. Es sieht ein striktes Rauchverbot an allen ÖPNV-Haltestellen im Land vor – und auch in Freibädern, Freizeit- und Tierparks, auf öffentlichen Spielplätzen sowie Schulhöfen.

Ein einheitliches Piktogramm
Das Rauchverbot an den Haltestellen für Busse und Stadtbahnen kann Pasquale, der seinen vollständigen Namen „lieber nicht“ nennen will, nicht so recht nachvollziehen. „Was soll das bringen? Ich bin doch hier im Freien, da stört das doch nicht.“ Offenbar steht der Esslinger mit seiner Meinung nicht allein da. Am Zentralen Omnibusbahnhof sieht man viele Menschen rauchen. Und viele, die stillschweigend die Rauchschwaden hinnehmen. Wohl die wenigsten wissen um die neue Rechtslage: Schilder, die auf ein Rauchverbot hinweisen, gibt es bislang nicht.
Dabei gab es ausreichend Vorbereitungszeit. Bereits Anfang Februar dieses Jahres hatte der Landtag die Neuregelung beschlossen, die Kinder, Jugendliche und andere sensible Gruppen besser vor Passivrauch schützen soll. Das Rauchverbot gilt nicht mehr nur für klassische Tabakprodukte, sondern auch für E-Zigaretten, Vapes und E-Shishas. Auch dann, wenn darin gar kein Nikotin enthalten ist. Denn wissenschaftlichen Studien zufolge enthalten die Aerosole und Dämpfe dieser Geräte ebenfalls gesundheitsgefährdende Schadstoffe. 
Nach Angaben des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS) sollen die Haltestellen im Verbundgebiet im Juni nach und nach mit einem einheitlichen Rauchverbot-Piktogramm an Wartehäuschen und Aushangvitrinen gekennzeichnet werden. Die Stadt Esslingen habe eine ausreichende Menge an Aufklebern erhalten und werde diese nicht nur am ZOB, sondern „an allen Haltestellen im Stadtgebiet anbringen“, kündigt eine Sprecherin der Verwaltung an.
Spezielle Raucherbereiche wie in den Bahnhöfen der Deutschen Bahn wird es am Busbahnhof nicht geben. „Hier gibt es keinen Spielraum“, heißt es aus dem Rathaus. Laut einem VVS-Sprecher besteht die Schwierigkeit an den ÖPNV-Haltestellen darin, genau abzugrenzen, wo nicht geraucht werden darf. „Eine Markierung eines bestimmten räumlichen Geltungsbereichs ist deshalb kaum möglich.“
Die Neuregelung werde sich im Alltag schon einspielen, ist man beim Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen überzeugt. Der Verein, der die Interessen von 350 privaten und kommunalen Busunternehmen im Land vertritt, begrüßt das Rauchverbot an den Haltestellen – und hält Hinweisschilder für völlig ausreichend. Dass Busfahrer und -fahrerinnen in die Überwachung des Verbots einbezogen werden, lehnt er ab.
In der Praxis bedeutet das Gesetz, dass uneinsichtige Raucher angesprochen und Verstöße geahndet werden müssen. Das Rauchverbot wird laut der Sprecherin der Stadt Esslingen von Mitarbeitern des Vollzugsdienstes „im Rahmen der regulären Kontrollen, insbesondere im Bereich des ZOB“ kontrolliert. Die Durchsetzung der neuen Regeln wird durch empfindliche Strafen untermauert: Ersttäter zahlen bis zu 200 Euro Bußgeld, bei Wiederholung innerhalb eines Jahres drohen bis zu 500 Euro. Doch auch den Betreibern selbst drohen hohe Geldstrafen, wenn sie die Regeln missachten.

Raucherzonen in Freibädern
Die Umsetzung der Gesetzesnovelle stellt die betroffenen Einrichtungen vor große Herausforderungen. In der Nymphaea herrscht nach Angaben eines Sprechers auf dem gesamten Gelände des Tierparks ein striktes Rauchverbot – mit Ausnahme des direkten Außenbereichs der Gastronomie. Im Neckarfreibad ist das Rauchverbot nichts Neues. Dort darf man seit einigen Jahren nicht mehr auf den Liegewiesen und am Beckenrand qualmen. Das Rauchen war und bleibt ausschließlich in dafür ausgewiesenen Bereichen erlaubt.
Das neue Gesetz lässt solche klar abgegrenzten Raucherzonen in Freibädern zu. Diese wurden inzwischen überall geschaffen. Im Freibad Nürtingen ist die Zigarette zwischendurch nicht mehr auf der Liegewiese möglich, sondern nur noch an vier gekennzeichneten Stellen mit Stehtischen sowie am Kiosk. Im Kirchheimer Freibad wurde eine Raucherzone zwischen Hauptweg und Lindach eingerichtet, in Denkendorf ein Bereich auf der Terrasse beim Aufsichtsturm markiert. (eh)

In Köngen entsteht bezahlbarer Mietwohnraum – nach langem Stillstand geht die Entwicklung des Baugebiets Burgweg West III in die Endphase. 50 von 58 Mietwohnungen werden sozial gefördert.

Die jahrelange Hängepartie im Köngener Baugebiet Burgweg West III hat ein Ende – auf dem bislang brachliegenden zweiten Baufeld B haben die Arbeiten begonnen. Es entstehen fünf Wohnhäuser mit 58 Mietwohnungen, davon sind 50 Wohnungen gefördert. Bei der Verwaltung herrscht Freude: „Es ist von erheblichem Wert für uns, dass das Baufeld B weiterentwickelt wird“, bestätigte Köngens Bürgermeister Ronald Scholz bei der Grundsteinlegung Mitte Mai. Er hob die gesellschaftliche Komponente in Zeiten, in denen bezahlbarer Wohnraum knapp ist, hervor: „50 sozialgebundene Wohnungen schaffen Möglichkeiten für Familien, sich im Stuttgarter Speckgürtel anzusiedeln. Das war uns ein großes Anliegen.“
Die Flächen der Wohnungen reichen von 39 bis 124 Quadratmeter, aufgeteilt in zwei, drei oder vier Zimmer. Alle Wohnungen verfügen über eine hochwertige Ausstattung mit Fußbodenheizung, Parkett und Einbauküche. Zusätzlich entstehen 87 Tiefgaragenstellplätze. Verantwortlicher Projektentwickler und Totalübernehmer ist wie bereits im Baufeld A die Weisenburger-Unternehmensgruppe aus Karlsruhe, die sich 2020 im von der Gemeinde Köngen ausgelobten Investorenwettbewerb durchgesetzt hatte. Während die Wohnungen im ersten Bauabschnitt Eigentumswohnungen sind, die direkt von Weisenburger vermarktet werden, handelt es sich bei den nun neu entstehenden Wohnungen um Mietwohnraum.
Eigentümer ist die Dawonia Management GmbH (München) – sie wird das Projekt schlüsselfertig vom bisherigen Investor übernehmen, der Kaufvertrag wurde am 23. Dezember 2025 unterzeichnet. Die ersten Mieter sollen spätestens Ende 2027 einziehen. Für die Dawonia ist das Köngener Projekt ein Meilenstein: Mit rund 25 000 Wohnungen – davon jede dritte eine geförderte Mietwohnung – in München und weiteren wachstumsstarken Standorten in Süddeutschland ist das Unternehmen damit erstmals in Baden-Württemberg aktiv. Ebenso eine Premiere ist die Zusammenarbeit mit der Firma Weisenburger.
Die Dawonia wird wie bei all ihren Objekten auch in Köngen als Vermieterin auftreten – je nach Fertigstellung werden für die Köngener Wohnungen vermutlich ab Mitte 2027 Mieter gesucht. „Das Köngener Projekt passt sehr gut in unser Portfolio: energieeffizient, mit einem hohen Anteil geförderter Wohnungen und in einer Region mit stabiler Nachfrage nach Wohnraum“, sagte Dawonia-Geschäftsführer Claus Lehner.
Das Baugebiet Burgweg West III ist auf lange Sicht eines der wenigen Neubaugebiete, die in Köngen ausgewiesen werden konnten. Seitens der Gemeinde lag bei der Entwicklung immer auch ein Fokus auf der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. Verzögerungen hatte es im Vorfeld einige gegeben.
Durch den Ausbruch des Ukrainekriegs verzögerte sich der eigentlich für Mitte/Ende 2022 geplante Baustart weiter. Wegen der allgemeinen Kostenexplosion am Bau stellte die Firma Weisenburger das Projekt in der Folge hinten an. Anfang März 2023 kam indes eine Entwarnung, allerdings mit der Einschränkung, dass zunächst nur das Baufeld A bebaut werde. Im Oktober 2023 rollten dort die ersten Bagger, fertiggestellt wurden die ersten fünf Häuser dann Ende 2025. Laut Weisenburger-Geschäftsführer Sven Müller sind im Baufeld A inzwischen fast alle Wohnungen verkauft – lediglich zehn Objekte, die alle der staatlichen Förderung unterliegen, sind noch auf dem Markt. (kd)

Das Land fördert die Neubauprojekte des Esslinger Krankenhauses. Insgesamt plant die Stadt als Trägerin der Einrichtung 200 Millionen Euro an Investitionen.

Fast 100 Millionen Euro Fördergelder erhält das Esslinger Klinikum vom Land Baden-Württemberg. Derzeit läuft der Neubau des Hauses 2. Dort entstehen moderne Strukturen für eine zentrale Notaufnahme, eine große Intensivtherapiestation, den OP-Bereich sowie zwei Pflegestationen. Ziel ist es, das Esslinger Krankenhaus damit zukunftsfähig aufzustellen.
Wegen der umstrittenen Kündigung eines Chefarztes ist das Esslinger Klinikum jüngst in die Schlagzeilen geraten. Ungewiss ist auch die Zukunft der Trägerschaft des Krankenhauses in der Kreisstadt. Derzeit prüfen die Stadt und der Landkreis Esslingen einen möglichen Zusammenschluss des Klinikums Esslingen mit den Medius-Kliniken des Landkreises – alleiniger Träger der neuen Krankenhausstruktur soll dann der Landkreis werden. Ziel eines Zusammenschlusses wäre „die Bildung einer leistungsfähigen und zukunftsfesten Klinikstruktur im Landkreis Esslingen, die im Wettbewerb innerhalb der Region Stuttgart sehr gut aufgestellt ist“. Eine Entscheidung in den zuständigen Gremien könnte bis Mitte 2027 fallen.
Parallel treibt das Esslinger Klinikum das Erweiterungsprojekt voran. Das Land unterstützt das größte Einzelbauprojekt in der 170-jährigen Geschichte des Hauses nun mit fast 100 Millionen Euro. Im Rahmen des Krankenhausbauprogramms 2026 fließen rund 87 Millionen Euro Fördergelder in den Neubau von Haus 2. Mit weiteren rund elf Millionen Euro wird die neue Technikzentrale des Klinikums Esslingen gefördert.
„Wir danken dem Land Baden-Württemberg ganz herzlich für diese finanzielle Unterstützung“, sagt Oberbürgermeister Matthias Klopfer. „Damit können wir die umfassende Modernisierung unseres Klinikums weiter vorantreiben und den Esslingerinnen und Esslingern eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung bieten.“

Die Investition ist fest im Etat eingeplant
Die Weichen für das Bauprojekt sind bereits 2024 gestellt worden. Damals hatte der Esslinger Gemeinderat dem „Masterplan Bau“ zugestimmt und damit den Weg für die Modernisierung des Klinikums geebnet. Insgesamt sollen rund 200 Millionen Euro investiert werden. Der Beschluss fiel vor der aktuellen Finanzkrise. Die Arbeiten im Klinikum laufen bereits und sind fest im Etat eingeplant. Nach dem Abriss des bisherigen Bettenhauses beginnt nun der Aushub der Baugrube für das künftige Haus 2, die an ihrer tiefsten Stelle bis zu 14 Meter erreichen wird. „Ziel ist es, diese anspruchsvolle Aufgabe bis Ende des Jahres zu bewältigen, sodass der Neubau planmäßig im Jahr 2029 in Betrieb gehen kann“, sagt Anja Dietze, die Sprecherin des Klinikums Esslingen.
Die Aufgabe ist komplex, denn das neue Gebäude entsteht nicht etwa auf der grünen Wiese, es ist vielmehr eingebettet in eine jahrzehntelang gewachsene Gebäudestruktur. Dem Abriss von Haus 2 aus dem Jahr 1966 sind jahrelange aufwendige Vorbereitungen vorausgegangen.
Mit dem vierstöckigen neuen Modulgebäude für 150 Betten wurden die nötigen Ausweichflächen geschaffen, um einen Teil der bestehenden Gebäude nach und nach durch Neubauten zu ersetzen. Wichtige Klinikbereiche mussten verlegt werden – und zwar so, dass sie künftig bessere und funktionalere Arbeitsbedingungen vorfinden. Außerdem wurden die Versorgungsleitungen für diese und alle künftigen Gebäude in einer Ringtrasse zusammengefasst. Auf sieben Vollgeschossen entstehen im Neubau von Haus 2 insgesamt 16 000 Quadratmeter Nutzfläche.
Der Umbau soll im laufenden Betrieb stattfinden. „Mit seinen Bauprojekten steht das Klinikum Esslingen beispielhaft für ein vorausschauendes und nachhaltiges Modernisierungskonzept“, sagt Dietze. Der modulare Ansatz mit voneinander unabhängigen Bauabschnitten ermögliche es, „flexibel auf medizinische Entwicklungen und veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen zu reagieren und die Infrastruktur kontinuierlich an zukünftige Anforderungen anzupassen.“ Das Sozialministerium des Landes sei von Beginn an eng in die Planungen eingebunden gewesen.
Für die Patienten bedeuten die Bauarbeiten bei laufendem Betrieb eine Belastung. Zugleich verweist Klinikum-Geschäftsführer Matthias Ziegler aber auf spürbare Verbesserungen: „Zwar stellen die umfangreichen Umbaumaßnahmen unsere Patienten und unsere Mitarbeitenden vor Herausforderungen.“ Gleichzeitig habe das Klinikum aber mit jeder Verlagerung eine Modernisierung und Verbesserung der räumlichen Bedingungen erreicht. (eli)

Der FV Plochingen plant einen neuen Kunstrasenplatz auf dem Pfostenberg. Eine wichtige Zusage für die Finanzierung hat der Verein von der Stadt erhalten.

Rund eine Million Euro könnte es kosten, einen der beiden Fußball-Rasenplätze auf dem Pfostenberg zu einem Kunstrasenplatz umzubauen. Seit mehreren Jahren ist der Fußballverein Plochingen nun bereits im Austausch mit Planern und Behörden. Doch ohne Zuschüsse wäre das Vorhaben für den Verein mit seinen rund 400 Mitgliedern kaum zu stemmen. Eine wichtige Zusage für einen Teil der Finanzierung hat der Verein im Februar erhalten. Die Stadt möchte 285 000 Euro hinzugeben. Vom Württembergische Landessportbund (WLSB) steht ein Zuschuss in Höhe von 120 000 Euro in Aussicht. Den Rest möchte der Verein aus Darlehen, mit Sponsoren und Sondermitgliedschaften finanzieren.
Warum das Ganze? Der Pfostenberg sei „das schönste Sportgelände im Landkreis Esslingen“, sagt der Vereinsvorsitzende Uwe Öhrlich. Allerdings seien die Rasenplätze nicht das ganze Jahr über bespielbar. In den feuchten und kalten Wintermonaten trainieren die Männermannschaften deshalb auf einem Kunstrasenplatz am Jägerhaus in Esslingen. Denn entweder ist der Rasen in Plochingen zu weich und würde beim Bespielen kaputt gehen, oder der Boden ist gefroren. In beiden Fällen wäre die Verletzungsgefahr hoch. Die Jugend trainiert über den Winter in einer Sporthalle. Optimal ist das alles nicht. Ohne einen Kunstrasenplatz befürchtet der FV Plochingen, Jugendspieler an Vereine in den Nachbarorten zu verlieren. „Das ist ein realistisches Szenario“, sagt der zweite Vorsitzende Darko Cvijanovic.
Dem Verein wäre es lieber, die Mannschaften könnten das Freigelände in Plochingen das ganze Jahr über nutzen. Das attraktivere Angebot käme auch der Jugendarbeit zugute, betont Öhrlich. Denn das Fußballspielen ist kein Selbstläufer mehr. Schon heute müssten in der Jugend häufig Spielgemeinschaften mit anderen Vereinen eingegangen werden. Inzwischen gebe es im Umkreis kaum noch Fußballvereine, die keinen Kunstrasenplatz hätten, meint Öhrlich. Reichenbach, Deizisau, Baltmannsweiler, Aichwald machten es vor.
Warum so viele Fußballvereine im Umkreis von Plochingen einen Kunstrasenplatz trotz hoher Baukosten haben, wird bei näherer Betrachtung deutlich. Oft sind nämlich dort die Kommunen die Betreiber der Sportstätten und nicht die Vereine selbst, erklärt Cvijanovic. In Plochingen ist das anders. Der Pfostenberg gehört dem FV.
Kein Thema scheint die Idee mehr zu sein, den Fußballverein ins Sportzentrum am Stumpenhof zu integrieren. Dies war einst der Gedanke eines kommunalen Sportentwicklungsplans. Es ist aber schon lange still um das teure Stück Papier geworden. Unter den Vereinsverantwortlichen schienen nicht alle Ideen des Plans für große Begeisterung gesorgt zu haben. „Das war ein verrücktes Konzept“, sagt Öhrlich heute. Der FV hätte durch die Aufgabe des Pfostenbergs seine Identität verloren, erklärt er. Trotz der Nachteile wie die ungünstige Erreichbarkeit hängen die Plochinger Fußballer an ihrem idyllisch gelegenen Sportgelände auf dem Schurwald.
Doch nicht nur die Erreichbarkeit ist ein Hemmschuh. Durch die Lage im Wald haben die Fußballer viele tierische Nachbarn, die sich nicht um die Platzregeln scheren. Wiederholt haben Wildschweine das gepflegte Grün umgepflügt. Ebenfalls äußerst wohl fühlen sich Maulwürfe, Wühlmäuse, Rehe und Waschbären auf dem Areal.
Das Sportgelände liegt in einem Flora-Fauna-Habitat (FFH). Die Planungen werden dadurch erschwert. Dort einen Kunstrasenplatz zu bauen, ist besonders aufwendig. Allein für die bisher beim Landratsamt eingereichten Untersuchungen habe der Verein rund 20 000 Euro bezahlt, erklärt Darko Cvijanovic.
In den kommenden Wochen und Monaten möchte die Vereinsspitze nun an weiteren Finanzierungszusagen arbeiten, damit in einer der nächsten Hauptversammlungen des Vereins ein formeller Beschluss für oder gegen den Bau des Kunstrasenplatzes gefasst werden kann. Wenn die Mehrheit der Mitglieder für den Kunstrasenplatz stimmt, soll der Bau im kommenden Jahr beginnen. Ein wenig drängt die Zeit. Denn die Genehmigung des Landratsamts für den Bau des Kunstrasenplatzes liegt seit dem Jahr 2023 vor. Diese ist aber bis 2028 befristet. Wird bis dahin nicht mit dem Bau begonnen, müsste wohl eine neue Genehmigung beantragt werden.

Zur Geschichte des Vereins
Angebot:
Die meisten der rund 400 Mitglieder des FV Plochingen spielen Fußball. Es gibt aber auch eine Cricket- und eine Tischtennisabteilung.
Spielbetrieb: Die erste Mannschaft des FV Plochingen spielt in dieser Saison in der Bezirksliga Neckar-Fils. Die zweite Mannschaft spielt in der Kreisliga A. Und für die reiferen Spieler gibt es außerdem noch eine Seniorenmannschaft.
Historie: Das Gründungsjahr steht im Namen des Vereins: 1911 wurde der Fußballclub „Schwaben“ gegründet. Zunächst wurde auf einem Platz in einem Steinbruch gespielt, bevor der Fußballverein von der Stadt das Waldstück am Pfostenberg erhielt. Das war laut Vereinschronik im Jahr 1921. Das Sportgelände haben die Vereinsmitglieder dann selbst angelegt. Im Jahr 1924 wurde der Sportplatz eingeweiht. (bra)

Esslingen baut an einem klimaneutralen Quartier: Der Baublock A der Neuen Weststadt wächst und soll laut Investor bezahlbaren Wohnraum für die Mittelschicht bieten.

Er ist sozusagen das Entree des Vorzeigestadtteils: Vom Bahnhofsplatz aus gesehen soll der Baublock A zusammen mit dem Alten Zollamt künftig den Beginn der Neuen Weststadt markieren. Auf dem Areal südlich von Altem Zollamt und IKK-Gebäude wird derzeit kräftig gearbeitet. Mit dem Bau des neuen Wohn- und Gewerbehauses kommt die Umgestaltung des früheren Güterbahnhof-Areals langsam auf die Zielgerade.
Seit Oktober 2025 laufen die Arbeiten auf dem rund 0,6 Hektar großen Gelände zwischen Fleischmannstraße im Norden, Berliner Straße im Osten, Eugenie-von-Soden-Straße im Süden und Kollwitzstraße im Westen. Laut Jan Rau von RVI, dem Investor und Bauherrn, steht das Untergeschoss bereits, demnächst werde das Gebäude geschossweise in die Höhe wachsen. Die Rohbauarbeiten werden voraussichtlich bis Ende 2026 oder Anfang 2027 fertiggestellt sein. Man rechne damit, alle Arbeiten bis Anfang 2028 erledigt zu haben.
Konkret geplant ist ein gestaffeltes Gebäude mit fünf bis sieben Geschossen. In diesem entstehen insgesamt 51 Wohneinheiten, die meisten davon als Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnungen. Acht der Wohnungen sollen barrierefrei sein. Ein besonderer Schwerpunkt soll auf geförderten Wohnungen liegen: Laut Jan Rau werden 39 Wohnungen, also rund 75 Prozent, als geförderte Wohnungen realisiert. „Zielgruppe sind insbesondere Angehörige der arbeitenden Mittelschicht“, so Rau. Ihnen wolle man qualitativ hochwertigen Wohnraum zu bezahlbaren Mieten anbieten. Voraussetzung für den Bezug sei ein Wohnberechtigungsschein, der an bestimmte Einkommensgrenzen geknüpft sei.
Im Erdgeschoss und in den Obergeschossen sind laut Jan Rau gewerbliche Nutzungen vorgesehen, die zur Belebung des Quartiers beitragen sollen. Es gebe bereits Interessenten für die gewerblichen Einheiten. Im Übrigen habe man das gesamte Gebäude an einen „institutionellen Investor aus dem genossenschaftlichen Umfeld“ veräußert, teilt Rau mit.

Interessenten können sich schon jetzt melden
Gerade vor dem Hintergrund des hohen Anteils geförderter Wohnungen sei ein professioneller Bestandshalter von Vorteil, da er die damit verbundenen Anforderungen in der Bewirtschaftung effizient und zuverlässig abbilden könne, so Rau. RVI bleibe aber Bauherrin und kümmere sich auch um die erste Vermietung der Wohn- und Gewerbeeinheiten. Mit der Vermietung werde frühestens Ende 2027 begonnen, Interessenten könnten sich aber bereits vormerken lassen. „Wir gehen von einer hohen Nachfrage aus“, so Rau.
Das neue Gebäude soll im Rahmen der Quartiersentwicklung nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen zertifiziert werden, laut Rau strebt man den Gold-Standard an. Damit würden neben sozialen auch ökologische Aspekte berücksichtigt. Unter anderem kämen sogenannte wohngesunde Materialien zum Einsatz, die eine gute Luftqualität in den Innenräumen sicherstellen sollten. Auch Aspekte wie Ressourcenschonung, geringe Betriebskosten oder Langlebigkeit der Baukonstruktion spielten eine zentrale Rolle.
Vor einigen Jahren hatte die Stadt zudem mit dem Kauf des IKK-Gebäudes geliebäugelt, um den Platz davor als öffentliche Aufenthaltsfläche in Verlängerung des Bahnhofsplatzes gestalten zu können. Doch jetzt sagt Nicole Amolsch dazu: „Die Stadt Esslingen hat vor einiger Zeit den Erwerb des IKK-Gebäudes geprüft, diese Überlegung jedoch verworfen, da keine sinnvolle Nutzungsmöglichkeit für die Stadt ersichtlich war.“ Zu einer Freiflächenplanung vor dem IKK-Gebäude könne man deshalb derzeit keine Aussagen treffen.
Ganz fertig ist die Neue Weststadt aber auch mit der Fertigstellung des Baublocks A noch nicht. Denn es steht noch der Baublock E aus – und damit der Bau eines architektonisch außergewöhnlichen Bürohochhauses mit dem Namen „Crystal Rock“ mitten zwischen Wohngebäuden und neuer Hochschule. Geplant wurde der innovative Bau mit bis zu 13 Geschossen vom renommierten Rotterdamer Architektenbüro MVRDV.
Ungewöhnlich ist unter anderem die Fassade des „Crystal Rock“, die laut Plänen teils begehbar sein und teilweise aus transparentem, aber auch aus verspiegeltem Glas bestehen soll. Laut Stadtverwaltung steht der Zeitpunkt der Realisierung noch nicht fest. Auf der Fläche des Baublock E entstehe derzeit ein temporärer Stadtteilplatz vor der Neuen Hochschule, teilt Nicole Amolsch mit.

Klimaquartier Neue Weststadt
Vorzeigequartier:
In den vergangenen Jahren ist auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs in Esslingen nach und nach das klimaneutrale Stadtquartier Neue Weststadt gewachsen. Dieses umfasst mehr als zwölf Hektar Fläche, im Endausbau über 600 Wohnungen sowie Büro- und Gewerbeflächen, Grünflächen und den neuen Hochschulcampus. Mit ihrem innovativen Energiekonzept und der Produktion von grünem Wasserstoff gilt die Neue Weststadt als Vorzeigequartier in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz.
Baublock A: Der Baublock A soll als ansprechendes Portal in direkter Nähe zum Bahnhof wirken. Neben dem Wohn- und Geschäftsgebäude entsteht auf dem Areal auch eine Tiefgarage mit rund 40 Stellplätzen für Autos und zusammen mit Abstellmöglichkeiten im Untergeschoss etwa 60 Stellplätzen für Fahrräder. Weitere neun Parkplätze für Autos sowie rund 55 Fahrrad-Stellplätze entstehen oberirdisch. (meb)

In Wernau gibt es, wohl vom Jahr 2030 an, nur noch eine zentrale katholische Kirche. St. Magnus wird saniert und umgebaut. Auf zukünftig zwei Ebenen findet sich dann alles unter einem Dach wieder. Der Sakralraum „wandert“ in den ersten Stock.

Den Kirchen geht es nicht anders, als den Kommunen, den Landkreisen oder den Bundesländern: Sparen lautet das Gebot der Stunde – wobei das im kirchlichen Bereich schon seit geraumer Zeit der Fall ist. Bereits vor Jahren hat in den beiden katholischen Wernauer Kirchengemeinden die Diskussion über einen Zusammenschluss begonnen, ehe 2025 endgültig ein Knopf an die Fusion gemacht wurde. St. Magnus und St. Erasmus werden eins: eine Kirchengemeinde, ein neuer Gemeindename, der noch gefunden werden muss – und eine Kirche. Dieser Rahmen steht ebenso fest wie die Tatsache, dass das kirchliche Leben im Bereich von St. Magnus zentriert wird. Genauer gesagt kommt alles unter ein Dach, nämlich in die jetzige Kirche. Dort werden das Pfarrbüro, die Gemeinderäume, der Jugendbereich und das Gotteshaus als solches untergebracht.
Dies bedeutet zum einen, dass das jetzige Pfarramtsgebäude an der Kirchheimer Straße aufgegeben wird; und zum anderen, dass der Kirchenraum an sich in Zukunft „höher gelegt“ wird. Vereinfacht gesagt kommen auf der Erdgeschossebene die funktionalen Bereiche unter, eine Etage drüber der Kirchenraum. Mit einem entsprechenden Entwurf ist das Göppinger Büro Dauner/Rommel/Schalk aus einem Architektenwettbewerb jedenfalls als einhelliger Sieger hervorgegangen.
Das Konzept der Planer hat Charme, für das moderne kirchliche Leben ebenso wie aus städtebaulicher und energetischer Sicht. Umgesetzt wird das Vorhaben im Rahmen eines Projekts der Diözese Rottenburg-Stuttgart, das den Titel „Räume für eine Kirche der Zukunft“ trägt. Gemeinsam haben die Architekten, die Gesamtkirchengemeinde, die Diözese und nicht zuletzt die Stadtverwaltung den Entwicklungsprozess zwischenzeitlich vorangetrieben und werden diesen weiterhin den Anforderungen und Gegebenheiten anpassen.
Mit dem Umbau einher gehen die ohnehin erforderliche, klimaneutrale Sanierung der Kirche, die grundsätzlich angestrebte Reduktion der notwendigen Flächen und eine respektvolle Neugestaltung des Bestandsgebäudes, gerade im Inneren des Kirchenschiffes. Für den Göppinger Architekten Tilman Schalk ist es dabei selbstverständlich, eine große Sensibilität walten zu lassen. „St. Magnus ist für Wernau ein wichtiges Bauwerk der Nachkriegsarchitektur und vor allem das Erstlingswerk des aus Wernau stammenden Architekten Gerold Reutter, der später mehr als 100 Kirchen gebaut hat“, so Schalk. Der Charakter des Sakralraums solle deshalb erhalten bleiben, auch wenn dieser auf eine Idee der Kirche hin räumlich reduziert werde. So sei zwar rasch der Gedanke aufgekommen, ein Haus-in-Haus- Prinzip umzusetzen, „was allerdings gerade in so einem Fall nicht ganz einfach ist“.
Geschafft hat es das Büro Dauner/Rommel/Schalk letztlich aber doch. So wird zunächst ein Rückbau der langen Außenwände stattfinden und, wenn man es einfach beschreiben will, ein zweites Geschoss eingezogen. Unten bleibt der Eingangsbereich offen, dahinter folgen ein Foyer, wie gesagt, die Funktionsräume und im Anbau der Jugendbereich. Im ersten Stock, über dem Eingang, gibt es eine Empore, von der aus der Kirchenraum über eine Art Brücke erreichbar ist.
Michael Konz, der Vorsitzende des Kirchengemeinderats von St. Magnus, koordiniert das Projekt seitens der Kirche – in enger Absprache mit seinen Kolleginnen Marina Schaub (St. Erasmus) und Beate Stark (Gesamtkirchengemeinde). „Es hat sich schnell gezeigt, dass wir beide Kirchen nicht halten können, und so wollen wir jetzt das Bestmögliche daraus machen“, betont Konz und ist froh, dass die Diözese St. Erasmus als sogenannte Depotkirche, unter anderem zur Aufbewahrung von Reliquien, erhalten wird. Außerdem dient St. Erasmus während des Umbaus von St. Magnus als Gotteshaus.
Zugleich lobt er die Zusammenarbeit sowohl innerhalb der Kirchengemeinden, aber auch mit der Diözese, den Architekten, den Urheberrechtsvertretern und der Stadtverwaltung. Von allen Seiten sei die Arkadenbauweise und das Konzept insgesamt als ein Öffnen der Kirche angesehen worden.
Gleichwohl ist das Vorhaben in vielerlei Hinsicht ehrgeizig: Dem gemeinsam aufgestellten Zeitplan nach soll der Umbau im Jahr 2030 abgeschlossen sein. Konz, der als Vermessungsingenieur eine gehörige Portion Fachwissen vorweisen kann, spricht von einem „sehr sportlichen Ziel, für dessen Erreichung wir den zeitlichen Druck in jeglicher Hinsicht aufrecht erhalten müssen“. Nicht minder sportlich als der Zeitplan ist es, den Kostenrahmen nicht zu sprengen. Den Deckel hat die Diözese auf vier Millionen Euro gesetzt. Parallel laufe der Verkauf des bisherigen Gemeindezentrums.

Wernau greift dem vor, was ohnehin kommt
Projekt:
Im vergangenen November hat die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“ auf den Weg gebracht. Mit dessen Umsetzung soll den rückläufigen Finanzressourcen und dem damit verbundenen Personalabbau Rechnung getragen werden. Letztlich empfahl der Diözesanrat aus den aktuell noch mehr als 1000 rechtlich selbstständigen Kirchengemeinden 50 bis 80 sogenannte Raumschaften zu bilden, um die Verwaltungsaufgaben zu reduzieren, dem kirchlichen Leben vor Ort mehr Freiräume zu ermöglichen und es langfristig zu sichern.
Umsetzung: Bereits Ende dieses Jahres soll klar sein, welche bisherigen Kirchengemeinden sich in den neuen Raumschaften zusammenschließen. Wie diese den ländlichen beziehungsweise den großstädtischen Strukturen gerecht werden, wird laut der Diözese berücksichtigt. Die bestehenden Gemeinden und Dekanate werden an diesem Prozess beteiligt. Die Leitung der neuen Raumschaften sollen neben Pfarrern auch geeignete Laien als Pfarrbeauftragte übernehmen können. Zu deren Entlastung wird es zudem Verwaltungsbeauftragte geben. (eas)

Nicht nur die beiden Esslinger Freibäder sind schon in die Saison gestartet. In Esslingen gibt es eine neue Attraktion, neue Preise und eine neue Regelung.

Auf den ersten Blick habe sich nicht viel verändert, räumt der Bäderleiter Michael Werner ein. Doch wer genauer hinschaut, der erkennt kleine, feine Unterschiede: Die neue Riesenrutsche im Esslinger Neckarfreibad hat nicht nur einen kräftigen Anstrich in Blau und Gelb, den Farben der Stadtwerke Esslingen (SWE), erhalten, sondern auch eine Kurve mehr – und einen separaten Auslaufbereich.
Letzterer sei ein wichtiger Punkt gewesen bei der Erneuerung der in die Jahre gekommenen Anlage, sagt Werner: „Während die bisherige Rutsche direkt ins Nichtschwimmerbecken führte, entlastet die neue Lösung diesen Bereich deutlich und schafft mehr Platz sowie zusätzliche Sicherheit für Badegäste.“ Die neue Rutsche startet in rund sechs Metern Höhe, dann geht es etwa 70 Meter hinunter – mal rechtsherum, mal linksherum – bis man mit einer Welle auf der Zielgeraden „angespült“ wird.
Rund 380 000 Euro haben die Stadtwerke als Bad-Betreiberin in das „deutlich sichtbare Zeichen für mehr Attraktivität und Familienfreundlichkeit“ gesetzt, sagt der SWE-Geschäftsführer Jörg Zou. Nach rund drei Jahrzehnten Dauerbetrieb war der Austausch nötig. Die alte Rutsche samt Treppenturm wurde im Januar demontiert Im Februar und März wurden Fundamente gesetzt und eine unterirdische Wasserleitung verlegt. Im März und April folgte die Installation der aus robusten Glasfaser-Kunststoff bestehenden Rutschenelemente, die eine Schweizer Firma in Einzelteilen anlieferte. Nur der sechs Meter hohe Stahl-Treppenturm kam in einem Stück. Hinzu kam schließlich noch die Badewassertechnik. Wenige Tage vor der zur Saisoneröffnung ist alles fertig geworden.
„Mit der neuen Rutsche setzen wir den Modernisierungskurs in den Esslinger Bädern konsequent fort“, sagt Jörg Zou. Das Neckarfreibad wurde 2018/2019 saniert, das Hallen-Freibad Berkheim folgte von 2019 bis 2021. Zuletzt wurde das Merkel’sche Bad nach zweijähriger Sanierung vergangenen September eröffnet.
Am 1. Mai hat die Saison im Neckarfreibad und im Hallen-Freibad Berkheim begonnen. Bei schönem Wetter werden im Neckarfreibad bis Anfang September gut 100 000 Gäste erwartet, in Berkheim rund 40 000. Der SWE-Chef und der Bäderleiter hoffen auf eine gute Saison, in der eine wichtige Neuerung zum Tragen kommt: Es gilt ein strenges Rauchverbot, das sich nicht nur auf Tabakprodukte beschränkt. Auch E-Zigaretten, Vapes und Shishas dürfen auf den Liegewiesen nicht konsumiert werden, sondern nur noch in ausgewiesenen Raucherbereichen. Das schreibt das neue Nichtraucherschutzgesetz des Landes vor. Es tritt am 1. Juni in Kraft und sieht bei Verstößen Bußgelder in Höhe von bis zu 500 Euro vor.
Der Eintritt ist teurer als im Vorjahr, eine Folge von gestiegenen Personal-, Energie- und Betriebskosten. In den beiden Esslinger Freibädern zahlen Erwachsene jetzt fünf Euro, Schüler drei Euro, Familien 11,90 Euro. Die Saisonkarte für Erwachsene kostet 104 Euro, für Familien 227 Euro. Kinder unter fünf Jahren haben freien Zutritt. Das Neckarfreibad ist werktags von 6.30 bis 20.15 Uhr, am Wochenende ab 8 Uhr geöffnet, das Freibad Berkheim täglich von 10 bis 19 Uhr.

Die Freibäder im Kreis Esslingen starten in die Saison
Denkendorf: Seit 6. Mai ist das Bad täglich von 9 Uhr bis 20 Uhr geöffnet, im September bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt 2,80 Euro.
Wernau: Das  Freibad soll am 23. Mai eröffnen. Die Öffnungszeiten stehen noch nicht fest. Der Eintritt kostet 5,50 Euro/3 Euro.
Deizisau: Das Freibad hat am  1. Mai aufgemacht. Im Mai und September ist es täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet, Juni/Juli/August werktags von 9 bis 20 Uhr, wochenends bis 19 Uhr. Eintritt: fünf Euro/drei Euro.
Reichenbach: Start ist am 13. Mai. Das Freibad ist täglich von 9 bis 19.45 Uhr geöffnet. Eintritt: 5,50  Euro/3 Euro.
Kirchheim: Seit 1. Mai täglich von 8.30 bis 20.30 Uhr geöffnet, dienstags und donnerstags ab 7 Uhr. Der Eintritt kostet 5,50 Euro/ 3,50 Euro. 
Nürtingen:  Start ist am 9. Mai; montags, samstags und sonntags von 9 bis 20 Uhr geöffnet, an den anderen Tagen von 7 bis 20 Uhr. Eintritt: 5,30 Euro/drei Euro.
Neuffen: Das Höhenfreibad ist ab 14. Mai dienstags bis samstags von 9.30 bis 19.30 Uhr und sonntags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet vier Euro/zwei Euro.
Weilheim: Das Freibad ist ab dem 9. Mai täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt drei Euro.  (eh)

Im Juni macht die UCI-Pump-Track-World-Championship-Qualifier-Series auf dem Köngener Pumptrack Station.

Die besten Pumptrack-Fahrer der Welt kommen am 19. und 20. Juni nach Köngen: Auf dem Pumptrack am Burgweg kämpfen etwa 80 internationale Elitefahrer um die Qualifikation für die Weltmeisterschaften in der chinesischen Hauptstadt Peking. Der Lauf ist Teil der sogenannten UCI-Pump-Track-World-Championship-Qualifier-Series. Veranstalter ist neben dem Radsport-Weltverband UCI die weltweit tätige Spezialfirma für die Erstellung vom Pumptracks und Mountainbike-Trails „Velosolutions“ aus der Schweiz, die auch die Köngener Anlage gebaut hat.
Ausrichter sind der Ski-Club Unterensingen (SCU), das Köngener Jugendhaus Trafo im Burgforum, die Gemeinde Köngen sowie der Württembergische Radsportverband (WRSV). Für die sportliche Durchführung ist der SCU verantwortlich, der WRSV stellt die Funktion des nationalen Rennleiters sicher und gewährleistet so einen professionellen und regelkonformen Ablauf – was bei internationalen Rennen zwingend ist. Bei den Unterensingern – die zwar Ski-Club heißen, aber seit vielen Jahren über eine hoch motivierte Bike-Sparte verfügen – ist die Freude über den Zuschlag groß, auch wenn die Ausrichtung eines solchen Events einen großen Personalbedarf erfordert.
„Es gibt viel zu organisieren“, sagt Frank Essig vom SCU. Deswegen habe man sich bereits lange vor der eigentlichen Bewerbung mit den Mitveranstaltern zusammengesetzt und analysiert, ob der Aufwand überhaupt zu stemmen sei. Aber es gibt auch Unterstützung von außen. So haben laut Essig einige Köngener Vereine signalisiert, dass sie mithelfen wollen. Zudem verfügt der SCU auch über Erfahrung in der Ausrichtung von Großveranstaltungen: Zwei Mal wurde die Weltmeisterschaft im Inline-Alpine-Slalom durchgeführt, dazu gab es etliche nationale und internationale Events in derselben Sportart.
Die WM-Qualifikation ist eine globale Rennserie mit 23 Stationen, gefahren wird im Elite-Format: keine Altersklassen, keine Hobbykategorien – nur die Leistung zählt. Startberechtigt sind ausschließlich lizenzierte Athletinnen und Athleten. Nach den Zeitläufen folgen die K.-o.-Duelle, lediglich die jeweils vier Besten pro Kategorie qualifizieren sich für das Weltfinale Mitte Oktober in Peking.
Erbaut wurde die Köngener Anlage 2023, es gibt zwei Tracks: der für Profis ist 230 Meter lang, der für Einsteiger hat eine Länge von 80 Metern. Seit der Eröffnung tummeln sich praktisch täglich Radler, Skater, Inliner- und Rollerfahrer auf den beiden Rundkursen. In der Bike-Szene hat sich der Köngener Pumptrack, eine der größten Anlagen in Süddeutschland, längst einen guten Namen gemacht: Er gilt als technisch anspruchsvoll und wird regelmäßig von leistungsorientierten Fahrern genutzt. Auch international erfolgreiche Fahrer und Fahrerinnen wie Alina Beck aus Stuttgart trainieren regelmäßig in Köngen. Die 19-Jährige stand 2025 bei den Pumptrack-WM als Dritte auf dem Podium und ist gleichzeitig erfolgreich im BMX-Sport, wo sie mehrfach nationale und internationale Titel einheimste und 2024 für Deutschland bei den Olympischen Spielen in Paris startete.
Auch im Jugendhaus Trafo ist man stolz wie Bolle über den Zuschlag. „Ein solcher Lauf wird nur an Standorte vergeben, die sportlich und organisatorisch höchste Anforderungen erfüllen“, sagt Jugendhausleiter Matthias Dold. Die WM-Qualifikation findet am 19. und 20. Juni statt, am 21. Juni gehört die Köngener Strecke dann wieder dem Nachwuchs: Beim „Pump & Play“ fahren Kinder und Jugendliche auf derselben Strecke, auf der tags zuvor um Weltmeisterschaftsplätze gekämpft wurde. Ob Laufrad, Scooter, BMX oder Mountainbike – dabei geht es um Spaß, Bewegung und erste Rennerfahrungen. (kd)