Esslingen

Starkes Signal für den Wohnungsbau

Mit dem letzten Bauabschnitt im Wohngebiet Flandernhöhe West setzt die Esslinger Wohnungsbau einen Schlusspunkt hinter ein Projekt, das 200 Miet- und Eigentumswohnungen entstehen lässt. Zielgruppe sind Familien, Singles und Senioren mit geringem und mittlerem Einkommen.

Die Wohnraumversorgung gehört zu den größten Herausforderungen, denen sich die Stadt Esslingen in den kommenden Jahren widmen muss. Vor allem bezahlbarer Wohnraum ist knapp, die jüngsten Rückgänge bei der Bautätigkeit vor Ort müssen zu denken geben. Da sind Erfolgsmeldungen umso willkommener: Im Gebiet Flandernhöhe West im Stadtteil Hohenkreuz hat die Esslinger Wohnungsbau GmbH (EWB) vergangene Woche Richtfest am letzten Bauabschnitt ihres Projekts gefeiert. Der Rohbau von insgesamt 33 Mietwohnungen mit einer Gesamtfläche von 2500 Quadratmetern ist damit fertig, bis Anfang des kommenden Jahres sollen die ersten Mieter dort einziehen.
Das letzte Gebäude im Bereich Flandernhöhe West, das intern „Bauteil E“ genannt wird, zählt zu einem Quartier mit insgesamt fünf Gebäuden, das die EWB im Stadtteil Hohenkreuz errichtet hat. Wenn auch die letzte Etappe geschafft ist, werden in diesem Bereich seit 2016 insgesamt 200 Miet- und Eigentumswohnungen entstanden sein. Zielgruppe sind Familien, Singles und Senioren mit geringem und mittlerem Einkommen. Ein Teil der Wohnungen ist für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialstation, der städtischen Pflegeheime und des Klinikums Esslingen vorgesehen.

Sehr kompakte Grundrisse
Bei den 33 Mietwohnungen, die jetzt im Rohbau fertiggestellt wurden, handelt es sich um Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 60 und 90 Quadratmetern. Ganz bewusst haben sich die Planer für sehr kompakte Grundrisse entschieden. Versorgt wird das Gebäude, das nach dem Effizienzhaus-Standard BEG 40 gebaut wurde, vom nahen Blockheizkraftwerk mit Heizwärme und Warmwasser. Außerdem gehört eine Tiefgarage mit 33 Stellplätzen zum Haus. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Straßenbereich zwischen den Neubauten und den Bestandsgebäuden saniert werden, um das Quartiersbild weiter aufzuwerten. „Es war baulich herausfordernd, das letzte Gebäude dieses Quartiers in die bestehende Blockbebauung der bereits vorhandenen Häuser einzufügen“, betonte EWB-Chef Hagen Schröter anlässlich des Richtfests.

Schwierige Rahmenbedingungen
Mit der Bebauung dieses Quartiers folgt die Esslinger Wohnungsbau GmbH dem Wohnraumversorgungskonzept der Stadt, das konkrete Vorgaben für den Anteil geförderten Wohnraums an neu geschaffener Wohnfläche macht. Dass die Stadt bei der Umsetzung dieser Richtlinie nicht die einzelnen Gebäude, sondern bewusst das gesamte Quartier im Blick hatte, habe manches erleichtert, betonte Hagen Schröter.
Der EWB-Chef erinnerte beim Richtfest am „Bauteil E“ daran, dass sich sein Unternehmen in einer Zeit, in der die Rahmenbedingungen für Neubauprojekte nicht gerade die einfachsten sind, bewusst dafür entschieden habe, mit dem „Bauteil E“ einen Schlusspunkt hinter das Projekt Flandernhöhe West zu setzen. Dass es gelungen sei, mit dem Generalunternehmer Rommel einen Partner aus der Region zu gewinnen, der Kostensicherheit gewährleistet habe, sei Ergebnis einer langjährigen guten Zusammenarbeit.
Für Schröter sind Bauprojekte wie dieses wegweisend. Wo immer dies möglich sei, müssten Optionen zur Nachverdichtung und Bebauung im Innenbereich genutzt werden. Klar ist für den Chef der Esslinger Wohnungsbau GmbH: „Man darf über Wohnbau nicht nur reden – man muss etwas machen.“


Die Flandernhöhe im Wandel der Zeit
Geschichte: 
Esslingen war schon im 18. Jahrhundert Garnisonsstadt. Mit der Becelaere-Kaserne, die anfangs Burg-Kaserne hieß, entstand ab 1914 oberhalb der Burg ein neues Militärgelände, das 1935 durch die Funkerkaserne ergänzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Kasernen-Areal bis in die frühen 90er-Jahre von der US Army genutzt. Die Becelaere-Kaserne war Bundeswehr-Standort, 1994 wurde diese zu Wohnzwecken umgebaut. Mit der Räumung der Funkerkaserne werden dort ab Mitte der 90er-Jahre in großem Stil Wohnungen gebaut.
Zukunft: Angrenzend an das Kasernengelände wurde Anfang der 70er-Jahre an der Flandernstraße ein Hochschul-Campus gebaut. Wenn die Hochschule ihre neuen Räume in der Weststadt bezieht, kann das Areal ebenfalls für Wohnzwecke genutzt werden. Wie die Nutzung aussehen wird, steht noch in den Sternen. Auf der Webseite der Internationalen Bauausstellung 2027 heißt es, mit dem Vorhaben „Urbane Transformation Flandernhöhe“ solle auf dem Areal „ein neues, nachhaltiges, gemischt genutztes Stadtquartier entwickelt werden“. (adi)

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