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Astrid Diels

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Im Hause Senner wird ein alter Brauch nach wie vor gepflegt. Kürzlich sind die beiden Mediengestalterinnen Giulia Barbuscia und My-Linh Quach ein wenig nass geworden.

Es ist ein alter Buchdruckerbrauch aus dem 16. Jahrhundert – und für die Zuschauer jedes Mal eine Riesengaudi. Wenn Lehrlinge in der Papier- und Druckindustrie ihre Abschlussprüfung bestanden haben, müssen sie noch das sogenannte Gautschen überstehen. Das ist eine ziemlich nasse Angelegenheit, so auch kürzlich an einem Donnerstagvormittag für die beiden frisch gebackenen Mediengestalterinnen (Digital und Print) Giulia Barbuscia und My-Linh Quach des Senner Verlags.
„Packer und Schwammhalter“, sprich erfahrene Mitarbeiter, schleppten die beiden ehemaligen Auszubildenden auf den Platz hinter dem Verlagsgebäude. Angeführt wurde der Tross vom Gautschmeister Thomas Kaiser.


Wasserbottich im Hof aufgestellt

Im Hof war ein grüner Bottich, gefüllt mit Wasser, aufgestellt worden. Doch zuerst mussten sich die beiden „Kornuten“, also die Lehrlinge der Papier- und Druckindustrie, auf einen Stuhl setzen. Dort war zuvor jeweils ein nasser Schwamm drapiert worden. Danach wurde den Mediengestalterinnen noch ein Eimer Wasser über den Kopf gekippt. Anschließend hatten erneut die Packer ihren Auftritt. Sie „packten“ nacheinander die beiden jungen Frauen und tauchten sie mehrmals in das Wasserbecken.


Mit der Prozedur, so erklärte es auch der Gautschmeister, soll die „Fehlerhaftigkeit, die Murkserei und die Hudelei“ der Lehrzeit beseitigt und abgewaschen werden. Giulia Barbuscia und My-Linh Quach ertrugen es mit Fassung, auch wenn ihre Kleidung hinterher nur so vor Nässe triefte. „Das war ganz erfrischend“, sagte Barbuscia. Auch Quach sah es entspannt: „Es war angenehm.“ Zum Schluss wurde noch auf das „Gedeihen der jungen Zunftgenossinnen“ angestoßen, die natürlich Wechselklamotten eingepackt hatten. Der Begriff „Gautschen“ stammt übrigens aus der historischen Papiermacher-Sprache und bezeichnet dort den ersten Entwässerungsschritt, bei dem frisch geschöpftes Papier vom Sieb auf eine Filzunterlage gepresst wird. (Kai Müller)

Vom 19. bis 26. Juli findet der traditionelle Sennerpokal in Linsenhofen statt. 28 Mannschaften aus der Region werden um den Sieg kämpfen. Anpfiff zum ersten Spiel ist am Sonntag um 14 Uhr.

Am kommenden Sonntag rollt der Ball wieder anlässlich des traditionellen Amateurfußballturniers der Nürtinger/Wendlinger Zeitung, dem Sennerpokal. Dieser geht damit in seine 65. Runde. Mit dabei sind auch die Vorjahresfinalisten, der TSV Köngen, der als Sieger hervorging, und die TSV Oberensingen.

Das letztjährige Finale entschied der TSV Köngen gegen die TSV Oberensingen für sich. Foto: nz archiv


Gastgeber für die 28 Mannschaften ist heuer der TSV Linsenhofen, der den Staffelstab des letztjährigen Ausrichters, dem TB Neckarhausen übernommen hat. Damit kommt das Fußball-Event nach 2001 erneut in die Gemeinde im Neuffener Tal. Der Sennerpokal ist alljährlich ein Zuschauermagnet und der TSV Linsenhofen erwartet wieder Tausende von begeisterten Fußballfans aus der gesamten Region. Los geht das erste Spiel von insgesamt 52 Partien am Sonntag, 19. Juli, um 14 Uhr mit dem Gastgeber Linsenhofen gegen den FV 09 Nürtingen. Zwischen Montag und Freitag starten die weiteren Spieltage immer ab 17.30 Uhr, täglich werden sechs Spiele in der Gruppenphase ausgetragen. Am Wochenende finden dann die Finalspiele ihren Höhepunkt. Alle Achtel- und Viertelfinal-Begegnungen werden am Samstag, 25. Juli ausgetragen. Der erste Anpfiff ist an diesem Tag um 9.30 Uhr. Die beiden Halbfinale werden am Sonntag, 26. Juli, um 9.30 und um 11 Uhr ausgespielt.


Das Spiel um Platz drei findet um 15 Uhr statt und das Finale um 16.30 Uhr.
Zwar steht Fußball im Mittelpunkt, aber auch neben dem Spielfeld gibt es traditionsgemäß einige Highlights. Die Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Abendprogramm, das beste Stimmung verspricht, mit guter Musik und unvergesslichen Sommernächten beim TSV Linsenhofen.
Dreimal ist Party angesagt und unter dem Motto „Mädels aufgepasst“, geht es am Donnerstag bei der Ladies Night mit coolen Beats, leckeren Drinks und bester Laune in den Abend hinein. DJ Czok sorgt für den passenden Soundtrack, damit getanzt, gefeiert und der Sommer genossen werden kann. An diesem Abend sind natürlich nicht nur Frauen willkommen. „Weg mit den Fußballschuhen!“ heißt es am Freitagabend, wenn der TSV Linsenhofen zur legendären Players Night einlädt und es heißt: Zurück in die 90er! DJ Daniel Melegi bringt die größten Hits eines unvergesslichen Jahrzehnts ins Festzelt. Von Eurodance über Boybands bis zu den Kult-Hymnen der 90er. Spieler, Fans, Vereinsmitglieder und Partyfreunde sind herzlich eingeladen, gemeinsam eine unvergessliche 90er-Nacht zu feiern!


Am Samstagabend neigt sich der Sennerpokal langsam dem Ende entgegen. Zum großen Feier-Finale wird die Liveband „Alles Roger“, für jede Menge Stimmung mit Partyhits sorgen, bevor am Sonntag der Ball zum letzten Mal in Linsenhofen rollt.

Alle Informationen zum Sennerpokal wie Tabellen und den Liveticker gibt es unter www.ntz.de.

Beuren will sich als Pilotgemeinde des Landkreises Esslingen zertifizieren lassen.
Bei der Auftaktveranstaltung wurde deutlich, was die Kommune zu bieten hat und was die Wünsche der Bürger sind.

Ärztehaus, Outdoor-Fitness-Geräte, Schulgesundheitspflege, Trinkwasserspender, Leitbild für die Gastronomie, Verbesserung der Gehwegbeleuchtung, barrierefreie Toiletten – die Liste der Ideen und Wünsche ist lang. Kürzlich waren rund 25 Gäste in die Beurener Kelter gekommen, um mit Verwaltung und Gesundheitsamt den ersten Schritt zur Zertifizierung als „Gesunde Gemeinde“ zu gehen. Das Land hatte Beuren als Pilotgemeinde ausgewählt, nicht zuletzt wegen ihres Status als Kurort und der damit verbundenen Einrichtungen.
Im Oktober 2025 hatte der Gemeinderat einstimmig beschlossen, sich auf den Weg zur Zertifizierung zu begeben. Das Projekt „Gesunde Gemeinde“ werde seit Januar vergangenen Jahres durch das Landesgesundheitsamt (LGA) zusammen mit ausgewählten Gesundheitsämtern durchgeführt, wie Carolin Herdtle vom Landratsamt Esslingen mitteilte. Das Gesundheitsamt wirkt prozessbegleitend, unterstützt durch Fachwissen und Angebote, und weist auf Fördermöglichkeiten hin.

Zertifizierung als Qualitätssiegel
„Wir haben uns für die Zertifizierung beworben, weil sie ein Qualitätssiegel darstellt“, sagte Bürgermeister Daniel Gluiber. Einwohner, Gäste und Partner hätten dadurch Gewissheit, dass die Gemeinde Gesundheit zu ihrem Anliegen mache und kontinuierlich an deren Verbesserung arbeite.

Gesundheitsbegriff wird weit gefasst
Dabei gehe es, so Constanze Yilmazel vom Gesundheitsamt, um einen weit gefassten Gesundheitsbegriff: Quartiersmanagement, soziale Netzwerke, Freizeitangebote, betreutes Wohnen, Barrierefreiheit, Geh- und Radwege, Vereinsleben, Mobilität, Luftqualität und Mitbestimmung – das alles trage dazu bei, dass sich Bürgerinnen und Bürger in einer Kommune wohlfühlten. Gesundheit und was man dafür tun könne, solle sich im Bewusstsein verankern. „Alle müssen an einem Strang ziehen.“

Die Akteure hatten im Vorfeld mögliche Schwerpunkte erarbeitet. Wie Carolin Herdtle ausführte, könnten mögliche Ziele sein, die Panorama-Therme als überregionales Gesundheits- und Präventionszentrum auszubauen, das Bewegungsangebot am Rauffwäldle zu verbessern, das Erlebnis.Genuss.Zentrum im Freilichtmuseum mehr auszulasten oder Leerstände in der Ortsmitte wiederzubeleben. Sie wies darauf hin, dass weitere Vorschläge sowie Beteiligungen der Bürger sehr willkommen seien. Beachtlich sei das Angebot in der Gesundheitsvorsorge und -versorgung mit Apotheke sowie Kurarztpraxis, Gesundheitszentrum, Physiotherapie, Yoga und vielem mehr. Ein weiterer Ausbau sei wünschenswert. Beuren punkte unter anderem mit E-Ladestationen, einem Wohnmobilstellplatz, Car-Sharing und nicht zuletzt dem Freilichtmuseum als überregionalem Anziehungspunkt. Beuren habe ein lebendiges Vereinsleben. Im Themenfeld Natur, Umwelt, Ernährung und Bewegung wurde mit Streuobstverwertung, Bikepark, Biosphärengebiet, Backhäusern und Kräuterwanderungen eine breite Palette genannt.

Die Panorama-Therme als Naherholungsort für den ganzen Landkreis helfe mit Thermalwasser und Sauna bei Beschwerden und fördere Ruhe und Entspannung.
Eine wichtige Rahmenbedingung sei die Bevölkerungsdynamik. „Beuren weist eine vergleichsweise ältere Bevölkerung auf“, sagte Valentina Runge vom Hauptamt. Das müsse man bei den Planungen berücksichtigen. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen in der Gemeinde liege bei 17,9 Prozent, die Menschen im Erwerbsalter machten 58 Prozent der Bevölkerung aus, ältere Menschen und Hochbetagte 31,6 Prozent. Nach den Impulsen diskutierten die Gäste im Rahmen eines Workshops engagiert an mehreren Tischen. Die Ergebnisse wurden notiert und anschließend vorgetragen. Als Nächstes soll vom Netzwerk eine Prioritätenliste der Vorschläge erstellt werden.
Einen weiteren Termin gibt es bisher nicht.

Hitze und Windstille bedrohen die Wendlinger Gewässer – wie eine Solaranlage das
biologische Gleichgewicht retten soll.

Temperaturen, wie sie gerade vorherrschen, belasten nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Ökosysteme wie etwa Gewässer. Zwei Seen mit Erholungs- und Freizeitwert auf der Wendlinger Gemarkung sind davon akut betroffen. Zum einen der Schäferhauser See und zum anderen der Hüttensee. Mit der Erwärmung sind beide Seen der Gefahr ausgesetzt, dass sich der Sauerstoffgehalt im Wasser weiter reduziert. Was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass Fische sterben und sogar das gesamte Ökosystem umkippt.


Gefahr durch Sauerstoffmangel
Damit es erst gar nicht so weit kommt, hat der Ausschuss für Technik und Umwelt in seiner aktuellen Sitzung grünes Licht gegeben, um für den Hüttensee eine Strömungsanlage anzuschaffen. Als „eine wichtige und gute Maßnahme“, begrüßte Günter Richter die Anschaffung auf Nachfrage unserer Zeitung. Der bis Anfang 2026 amtierende Vorsitzende des Fischervereins hatte noch während seiner Amtszeit den Antrag bei der Stadt gestellt. „Damit erhalten wir am Gewässer mittel- und langfristig Verbesserungen“, weiß er aus Erfahrung.
Denn der Gefahr der Eutrophierung, so der Fachbegriff für die übermäßige Anreicherung von Nährstoffen in Gewässern oder Ökosystemen, die dann zu starkem Pflanzen- und Algenwachstum und Sauerstoffmangel führen kann, waren die beiden Seen schon in den letzten Jahren immer wieder ausgesetzt. Im Schäferhauser See war bereits Blaualgenwachstum festgestellt worden. Damit den Seen nicht dasselbe Schicksal ereilt, wie dem Max-Eyth-See in Stuttgart, der umgekippt ist, wurde damals die Feuerwehr Wendlingen zu Hilfe gerufen, die Frischwasser in die Seen gepumpt hatte.


Gute Erfahrungen haben die Fischer inzwischen mit zwei Belüftungsanlagen gemacht, sogenannten „Sprudlern“, die die unterschiedlich temperierten Wasserschichten vermischen. Damit werden die kälteren Wasserschichten am Seegrund nach oben befördert, wo sie sich mit den wärmeren Wasserschichten vermischen. Dadurch sollen auch die Schlammablagerungen im See besser abgebaut werden.

Kaum natürliche Belüftung durch Wind möglich
Erschwerend kommt bei beiden Seen hinzu, dass eine natürliche Belüftung durch Wind nur eingeschränkt möglich ist. Am Schäferhauser See verhindert das ein nahegelegenes Gewerbegebäude, am Hüttensee behindert ein Wall an der B 313 und die Seebrücke den Luftaustausch.
Während aktuell zwei mit Strom betriebene Sprudler im Schäferhauser See im Einsatz sind, fehlt es an solchen Hilfsmaßnahmen noch am Hüttensee. Die Neuanschaffung ist solarbetrieben und kann eine Wasserfläche bis zu drei Hektar umwälzen. „Ideal wäre, wenn wir einen Frischwasserzulauf hätten“, ergänzte Bürgermeister Steffen Weigel in der Sitzung. Da es sich bei der Anlage um eine außerplanmäßige Beschaffung in Höhe von 30.821 Euro (brutto) handelt, werden die Kosten über Investitionen im Spielplatzbereich gedeckt.

Belüftungsgerät wird Eigentum des Vereins
„Zurzeit der Haushaltsaufstellung hatten wir das Thema noch nicht auf dem Schirm“, so der Bürgermeister auf die Nachfrage von Ansgar Lottermann, weshalb die Beschaffung nicht schon im Haushaltsplan eingepflegt wurde. Der Fischerverein beteiligt sich außerdem an den Anschaffungskosten mit maximal 10.000 Euro. Außerdem soll das Belüftungsgerät Eigentum des Vereins werden, was ebenfalls zu der Nachfrage von Lottermann führte, der den Grund dafür wissen wollte. Dieser hängt mit den Unterhaltskosten für das Gerät zusammen, die der Fischerverein künftig selbst tragen muss.

Bis zum 10. Juli sind die Bürger aufgerufen, Wunschstandorte in einer interaktiven Karte einzutragen. Rund 30 neue Bäume sollen in den kommenden zwei Jahren das Stadtklima verbessern.

Wo sollen in Nürtingen neue Bäume gepflanzt werden? Darüber können die Bürgerinnen und Bürger jetzt mitentscheiden. Bis zum 10. Juli haben sie die Möglichkeit, auf einer interaktiven Karte der Stadt Vorschläge für neue Baumstandorte einzutragen. Dies teilt die Pressestelle der Stadtverwaltung mit.
Die Aktion ist Teil eines städtischen Programms zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Insgesamt sollen in diesem und im kommenden Jahr rund 30 neue Einzelbäume im Stadtgebiet gepflanzt werden. Der Gemeinderat hatte dafür bereits im Juli 2025 grünes Licht gegeben. Für das Vorhaben stehen 750.000 Euro zur Verfügung, davon 600.000 Euro aus Fördermitteln der KfW im Rahmen des Bundesprogramms „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“.


Klimaresiliente Arten geplant
Mit den neuen Bäumen will die Stadt auf steigende Temperaturen und häufigere Hitzeperioden reagieren. Vor allem in dicht bebauten Bereichen könnten Bäume durch Schatten und Verdunstung zur Abkühlung beitragen, so die Stadtverwaltung. Darüber hinaus förderten sie die Artenvielfalt, speicherten Kohlendioxid und hülfen dabei, Regenwasser zurückzuhalten.
Nicht alle Orte kämen für eine Pflanzung infrage, zum Beispiel wegen Leitungen.
Alle eingereichten Vorschläge würden deshalb geprüft und mit den städtebaulichen Planungen abgeglichen. Anschließend würden die vorgesehenen Pflanzstandorte veröffentlicht.
Bei der Auswahl der Baumarten setzt die Stadt auf klimaresiliente und standortgerechte Arten mit geringem Allergiepotenzial, darunter Feldahorn und Schnurbaum, so die Verwaltung.
Vorschläge können bis zum 10. Juli online unter www.nuertingen.de/klimabäume eingereicht werden. nt

Es geht um die Nachverdichtung im Innenbereich und um bebaubare Grundstücke: Angebot und Nachfrage mit minimalem Aufwand zusammenführen ist das Ziel einer Baulückenbörse auf der Homepage der Stadtverwaltung Wendlingen.

Es gibt viele ungenutzte Grundstücke im Stadtgebiet. Häufig fehlen aber potenzielle Käufern Informationen über die Absichten der Grundstückseigentümer. Wie bringt man also einen möglichen Verkäufer und Käufer zusammen? Neben dem herkömmlichen Inserat im Immobilienteil der Zeitung oder auf entsprechenden Immobilienportalen im Internet gibt es eine weitere Möglichkeit: Als probates Mittel hat sich die Baulückenbörse entwickelt. Genau an dieser Stelle setzt auch die Stadtverwaltung mit einer internetgestützten Baulückenbörse auf der städtischen Homepage an.


Die Idee ist nicht neu, sondern hat sich bereits in vielen umliegenden Kommunen bewährt. Häufig handelt es sich bei den ungenutzten Flächen um sogenannte „Enkelesgrundstücke“, wie sie Thomas Stonjeck, Leiter des Fachbereichs Liegenschaften im Wendlinger Rathaus, in der letzten Gemeinderatssitzung bezeichnete. Sie werden über Jahrzehnte für die Nachkommen aufgespart. Ändern sich die Lebensumstände, etwa durch den Wegzug der Kinder, bleibt die Fläche häufig leer.
Viele, meist ältere Eigentümer scheuen den Gang zu großen, anonymen Online-Immobilienbörsen. Die Angst vor unseriösen Anfragen ist dabei groß. Auch die Bindung an einen Makler oder eine kostenpflichtige Immobilienagentur ist oft nicht gewollt.


Wie die Börse funktioniert
Hier springt nun die Stadt als vertrauensvoller Vermittler ein. Nach Prüfung durch den Bereich Liegenschaften und die Verwaltungsspitze wurde ein System etabliert, das Diskretion garantiert. Die Grundstücke werden vollkommen anonymisiert auf der städtischen Homepage veröffentlicht.
Die Kontaktaufnahme läuft ausschließlich über das Sachgebiet 41 (Grundstücksverwaltung) im Rathaus. Erst wenn die Kaufinteressenten eine seriöse Anfrage per E-Mail einreichen und die Daten geprüft wurden, leitet die Verwaltung diese an die Eigentümer weiter.


Anreiz für Nachverdichtung
Dass das Konzept funktioniert, zeigt die Praxis: Bereits im November 2025 wurden die ersten zwei Grundstücke online gestellt.
Thomas Stonjeck stellte aber klar: „Wir machen keine Rechtsberatung und sind bei den Verhandlungen auch nicht dabei.“ Auch tritt die Stadt nicht als Makler auf, und es entstehen keinerlei Provisionspflichten. Für die Stadt entstehen kaum Kosten, der Nutzen für die Innenentwicklung ist dagegen enorm, so die Erwartung.
Dem vorausgegangen ist eine steuerliche Änderung in Wendlingen: Bereits im Oktober 2024 hatte die Stadt die Einführung der Grundsteuer C für baureife, aber unbebaute Grundstücke beschlossen. Während der Hebesatz für bebaute Grundstücke sinkt, greift bei ungenutzten Flächen nun ein Hebesatz von 250 vom Hundert. Dieses Instrument soll gezielt als Anreiz dienen, um seit Jahren brachliegende Flächen in Zeiten der Wohnungnot zu aktivieren.


Keine Ausweisungen für neue Neubaugebiete
Aktuell sind rund 70 Grundstücke im Stadtgebiet von dieser neuen Regelung betroffen. Dass es mit der Mobilisierung von Bauland der Stadt ernst ist, zeigt sich auch an anderer Stelle: Kürzlich wurde die Bebauungsfrist, in der ein Grundstück im Neubaugebiet Steinriegel zwingend bebaut werden muss, um weitere zwei Jahre verlängert.
Damit kommt man den Eigentümern in der aktuellen Marktlage entgegen. Neue Flächenausweisungen oder Neubaugebiete im großen Stil sind jedoch in Wendlingen vorerst nicht vorgesehen. So haben sich Stadt und Gemeinderat von der erweiterten Flächenausweisung in den Anschlussgebieten Steinriegel II, Schillingsäcker und Gassenäcker verabschiedet.
Einstimmiges Lob aus dem Gemeinderat
Im Gemeinderat stieß das neue Instrument auf ungeteilte Zustimmung. Bastian Wolfer, Stadtrat der Grünen, betonte den großen Bedarf und regte an, das Anmeldeformular für die Börse künftig direkt mit den Grundsteuerbescheiden zu versenden, um die Plattform noch bekannter zu machen.
Stadträtin Susanne Essig (FWV) lobte die Initiative ebenfalls: „Mit kleinem Aufwand Bedarf und Angebote zusammenzubringen, ist der richtige Weg“, sagte sie.


In Wendlingen auch viele leer stehende Wohnungen
Dem schloss sich SPD-Fraktionschef Ansgar Lottermann an, der die ersten zwei Baugrundstücke als einen Anfang bezeichnete.
Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass es in Wendlingen neben freien Flächen auch viele leer stehende Wohnungen gebe.
Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Bernd Dieterle, brachte den Vorschlag ein, das Konzept auf Streuobstwiesen auszuweiten, um auch dort Stücklesbesitzer und Pächter zusammenzubringen. Thomas Stonjeck entgegnete, dass ältere Eigentümer ihre Wiesen bei Pflegeeinbußen meist direkt der Stadt zum Kauf anböten. Bürgermeister Weigel versprach, die Idee zur Prüfung mitzunehmen.
Eigentümer, die ihr Grundstück über die kostenlose städtische Plattform zum Verkauf anbieten möchten, können sich direkt an den Bereich Liegenschaften der Stadtverwaltung wenden.
(Gaby Kiedaisch)

Info: Weitere Informationen und Kontakt gibt es unter www.wendlingen.de/bauen-entwicklung/bauen-klimaschutz/baulueckenboerse.

Das Freilichtmuseum lädt Familien am langen Pfingstwochenende und in den anschließenden Ferienwochen zu einem abwechslungsreichen Programm mit Theater, Märchen, Führungen und Mitmachaktionen ein.

Am Pfingstsonntag, 24. Mai um 13 Uhr, gastiert der „Liederzirkus Pepperoni-Wackelzahn“ im Freilichtmuseum.
Beim Mitmach-Musiktheater „Der Löwe lacht“ von Vladislava und Christof Altmann ist die Unterstützung des Publikums gefragt. Gemeinsam mit Zirkusdirektor Wackelzahn und Ladulina erleben Kinder und Erwachsene eine turbulente Zirkusstunde voller Musik, Clownerie und mit fantasievollen Figuren, vom schüchternen Löwen, einem Zauberer mit Bauchweh, dem Sultan auf dem fliegenden Teppich bis zum feuerspeienden Drachen. Mitsingen und Mitmachen sind ausdrücklich erwünscht.

Märchentag am Pfingstmontag
Am Pfingstmontag, 25. Mai verwandelt sich das Freilichtmuseum Beuren in eine zauberhafte Märchenwelt und widmet sich der Tradition des Erzählens. Es zeigt, wie Märchen zeitlos unsere Ängste, Wünsche und Hoffnungen spiegeln und sie in symbolischer Form für Menschen jeden Alters zugänglich machen können.

Geschichten aus aller Welt
Erzählerinnen des Stuttgarter Märchenkreises entführen Groß und Klein in Geschichten aus aller Welt. Um 12, 13 und 14 Uhr kann man in historischen Stuben auf der Ofenbank sitzen und ihnen zuhören.

Viele Mitmachaktionen für Kinder
Das Figurentheater „Tredeschin“ führt um 11 und 15 Uhr in passender Kulisse das Märchen „Hans im Glück“ auf, das nach dem wahren Wert von Dingen fragt.
Das Team der Museumspädagogik lädt zu vielen Mitmachaktionen ein. Kinder können Zauberstäbe und Kronen basteln oder Märchenholzbilder bunt bemalen, welche ab den 1920er Jahren bis hinein in die 1980er Jahre viele Kinderzimmer schmückten, mittlerweile aber fast gänzlich verschwunden sind. Wer Dornröschen näher kennenlernen oder Rumpelstilzchen aushelfen möchte, kann den Spinnerinnen am Spinnrad über die Schulter schauen. Kleine Aschenputtel helfen im Tagelöhnerhaus beim Erbsen- und Linsensortieren.

Zaubertrank aus Wiesenblumen
Von 11 bis 17 Uhr können Kinder sich schminken lassen oder in der Kostümkiste stöbern. Wer möchte, kann natürlich auch gleich verkleidet kommen. Auch für den Geschmackssinn wird es märchenhaft. An der Grillstelle wartet ein selbstgemachter Zaubertrank aus duftenden Wiesenkräutern.

Spannende Führungen ab 26. Mai
Den stimmungsvollen Abschluss bildet das Schattentheater um 17 Uhr. Ab Dienstag, 26. Mai, erleben Familien zwei Wochen lang spannende Führungen immer dienstags und donnerstags, Mitmachaktionen jeweils mittwochs und freitags.
Am 26. Mai um 14 Uhr geht es bei der Führung „Wie sich das Leben im Dorf verändert hat“ auf eine Reise in die Jahre 1820 und 1920. Am 28. Mai um 14 Uhr stehen „Tiere und Pflanzen der Streuobstwiese“ im Mittelpunkt.
Kreativ wird es am 3. Juni von 14 bis 17 Uhr beim Papierschöpfen. Zum Ferienabschluss am 5. Juni gestalten Kinder mit Schreibmaschinen Kunstwerke und halten Geräusche der Streuobstwiesen auf Papier fest.

Außerdem ist ein Imker zu Gast im Museum.
Weitere Veranstaltungen widmen sich den Tierkindern und Nutztieren auf dem Bauernhof.

Info: Das vollständige Ferienproamm für Pfingsten gibt es als Download auf der Internetseite des Freilichtmuseums Beuren unter www.freilichtmuseum-beuren.de.

Gesundheit kompakt-Livestream am Montag, 18. Mai, 19 Uhr: Oberarzt Dr. Michael Buchmann von der Medius-Klinik Kirchheim spricht zum Thema „Depression im Alter – eine (un)heimliche Krankheit“ und beantwortet Zuschauerfragen.

Wenn Menschen älter werden, verändert sich vieles. Nicht nur körperlich, sondern auch sozial und emotional. Doch während körperliche Beschwerden meist ernst genommen werden, weil sie äußerlich sichtbarer sind, bleiben seelische Belastungen im höheren Lebensalter häufig im Verborgenen. Genau hier setzt der kommende Gesundheit kompakt-Livestream von Medius-Kliniken und Nürtinger Zeitung an:
Am Montag, 18. Mai, um 19 Uhr spricht Dr. Michael Buchmann, Oberarzt der Tagesklinik für Ältere an der Medius-Klinik Kirchheim, über Ursachen, Warnsignale und Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen im Alter – und beantwortet live die Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Dr. Buchmann möchte das Thema aus der Tabuzone holen. Sein bewusst gewählter Titel „eine (un-)heimliche Volkskrankheit“ spielt auf zwei Aspekte an: unheimlich, weil Persönlichkeitsveränderungen Angehörige verunsichern. Und heimlich, weil viele Betroffene schweigen – aus Scham oder Unwissen. Der Livestream soll informieren, entlasten und den Menschen Mut machen.

Verschiedene Ursachen für Depressionen
Es ist zu beobachten, dass sich manche ältere Menschen zurückziehen, erschöpft wirken oder Interessen verlieren – Symptome, die Angehörige häufig als „normale Alterserscheinung“ deuten. Doch hinter Antriebslosigkeit, Schlafstörungen oder sozialem Rückzug kann eine ernstzunehmende Erkrankung stehen. Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Sie entstehen durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Viele Betroffene erleben Verluste, Krankheiten oder Einschnitte wie den Übergang in den Ruhestand. Gleichzeitig verändern sich biologische Prozesse im Gehirn.

Im Livestream wird Michael Buchmann unter anderem auf das Vulnerabilitäts-Stress-Kompetenz-Modell eingehen – ein wissenschaftlich fundiertes Erklärungsmodell. Vulnerabilität bedeutet, dass manche Menschen eine erhöhte seelische Verletzlichkeit mit sich bringen als andere, etwa durch genetische Faktoren oder frühere psychische Erkrankungen. Stress, unter anderem bedingt durch belastende Lebensereignisse wie den Verlust des Partners, Pflegebedürftigkeit, chronische Schmerzen oder Einsamkeit, kann diese Verletzlichkeit verstärken. Kompetenzen wiederum sind die Schutzfaktoren.

Ein Ziel ist es, die Stärken zu stärken
Dazu zählen soziale Unterstützung, stabile Alltagsstrukturen oder frühere Bewältigungsstrategien. Diese können helfen, Krisen zu meistern. Der erfahrene Mediziner macht Mut und gibt Hoffnung: „Man kann auch im Alter Kompetenzen neu erwerben.“ Wichtig sei, sich nicht auf die Schwächen zu konzentrieren, sondern die Stärken zu stärken und sich beispielsweise zu fragen: „Was kann ich trotz einer gewissen Einschränkung machen?“
Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie wird während des Livestreams verständliche und praxisnahe Einblicke in Diagnostik, Therapie und Unterstützungsmöglichkeiten geben.
Er wird der Frage nachgehen, wie man Depressionen im Alter erkennt und welche Risikofaktoren und Auslöser es gibt. Außerdem wird er erklären, wie sich Depressionen von altersbedingten Veränderungen oder Demenz unterscheiden.
Der Experte wird auch ausführlich darstellen, welche Therapie- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wie Angehörige helfen können und wie sie entlastet werden.

Wie die Tagesklinik für Ältere unterstützt
Ein zentraler Baustein in der Behandlung kann die Tagesklinik für Ältere an der Medius-Klinik Kirchheim sein, in der Dr. Buchmann als Oberarzt tätig ist. In haltgebendem Rahmen werden die Patientinnen und Patienten montags bis freitags von 8.30 bis 15.30 Uhr betreut. Die Abende und Wochenenden verbringen sie zu Hause. Die Tagesklinik mit 18 Behandlungsplätzen bietet strukturierte Tagesabläufe, die Halt und Orientierung geben, psychotherapeutische Behandlung individuell und in Gruppen, medizinische Diagnostik und medikamentöse Behandlung, sozialpsychiatrische Unterstützung, etwa bei Alltagsbewältigung oder Angehörigenberatung, aktivierende Angebote wie Kunst-, Musik- und Bewegungstherapie sowie vieles mehr. Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt sechs bis acht Wochen.

Hier können Fragen gestellt werden
Dieser Livestream möchte Hilfestellung geben. Denn Depression im Alter betrifft viele – aber wenige sprechen darüber. Frühes Erkennen ist wichtig für den Behandlungserfolg und Angehörige sind oft die ersten, die Veränderungen bemerken. Dr. Buchmann wird praxisnah, verständlich und empathisch aus seinem beruflichen Alltag berichten. Der Livestream bietet die ideale Gelegenheit, dem Experten Fragen zu stellen, denn das Gesundheit kompakt-Format lebt vom Austausch mit den Zuschauern. Interessierte können ihre Fragen bereits im Vorfeld und auch noch während des Livestreams per E-Mail an gesundheit@ntz.de senden.

Diese werden anonymisiert vorgelesen und vertraulich behandelt. Durch den Abend führt Lia Hiller von der Nürtinger Zeitung.

Hier geht es zum Livestream
Am Livestream teilnehmen kann man bequem von zu Hause aus oder mobil von unterwegs unter dem Link www.ntz.de/medius.
Der Stream steht auch im Nachhinein zum Anschauen zur Verfügung. (Lia Hiller)

Ein Förderprogramm macht es möglich. Ein Esslinger Büro will zwei verschiedene Nutzungsvarianten untersuchen.

Es ist wohl die allerletzte Chance, einen Investor für das Gebäudeensemble Stocknachstraße 9 und 11 in der Beurener Ortsmitte zu finden. Schon seit dem Jahr 2017 hat sich der Gemeinderat immer wieder mit maroden Häusern befasst. Pläne für die beiden Gebäude gibt es schon länger, doch es will sie eben bislang niemand umsetzen. In der jüngsten Sitzung befasste sich der Gemeinderat noch einmal mit den beiden Bauwerken, die sich im Besitz der Kommune befinden.
Der Grund: Das Landesamt für Denkmalpflege empfiehlt, die beiden Gebäude getrennt voneinander zu betrachten, und hat Geld aus dem Förderprogramm „Denkmal Minimal“ zur Verfügung gestellt. Dabei sollen drei unterschiedliche Kostenvarianten (analog zu den T-Shirt-Größen S, M und L) mit gegebenenfalls unterschiedlicher Nutzung untersucht werden. Das Büro Markus Numberger aus Esslingen wird diese Aufgabe übernehmen. Der Kostenrahmen beläuft sich insgesamt auf etwas mehr als 23.000 Euro.

Gebäude noch erhaltenswert
Aus fachlicher Sicht seien die Gebäude in einem erhaltenswerten Zustand und so sei die Untersuchung der Varianten weiterhin sinnvoll, heißt es dazu in der Gemeinderatsvorlage. Vertreter der unteren und oberen Denkmalschutzbehörde hätten sich im vergangenen Jahr über den Zustand des Ensembles vor Ort informiert. „Es wurde nochmals deutlich dargelegt, dass die Gebäude in einem erhaltenswerten Zustand sind und die Gemeinde als Eigentümerin eine Erhaltungspflicht nach dem Denkmalschutzgesetz hat“, lautete das Fazit der Kommune.
Schon vor diesem Hintergrund sollten die notwendigen Untersuchungen angestoßen werden, heißt es in der Gemeinderatsvorlage.

Auch Pläne für ein Café gab es schon

Die Summe für das Büro war freilich dem Gemeinderat doch etwas zu hoch. Man ist laut Bürgermeister Daniel Gluiber aber bereit, 15.000 Euro brutto einzusetzen, um eine kleine (S) und eine mittlere Variante (M) zu erhalten. „Das ist wohl die letzte Chance“, sagt Gluiber.
Es habe zwar Interessenten gegeben, aber daraus sei nichts Konkretes geworden. Vielleicht sei ja eine „kleine Lösung“ für einen Investor attraktiver.
Diese Art von Entwürfen gibt es bereits für das denkmalgeschützte Gebäude Rathausstraße 1.
Was die Stocknachstraße 9 und 11 betrifft, hatte sich die Verwaltung im Jahr 2022 noch optimistischer gezeigt. Der Beurener Architekt Martin Schweizer hatte damals Pläne für die beiden Häuser vorgestellt. Im Gebäude Stocknachstraße 9 sollten demnach zwei Wohnungen mit 84 und 104 Quadratmetern Fläche entstehen.

Pläne haben sich zerschlagen
In der Stocknachstraße 11 war im Erdgeschoss ein Café auf einer Fläche von 116 Quadratmetern geplant. Sogar an eine Außenbewirtschaftung war gedacht. Im ersten und zweiten Dachgeschoss sollten zwei Wohnungen mit 53 und 62 Quadratmetern Fläche entstehen. Zwei Auto-Stellplätze und vier überdachte Fahrradparkplätze waren für die Wohnungen eingeplant. Für die angedachte Gastronomie sollten zehn Fahrradabstellplätze und ein Autostellplatz hinzukommen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich aber auch schon die Pläne, eine Baugenossenschaft einzubeziehen, zerschlagen. (Kai Müller)

Zwischen Lichtensteinstraße und Achalmstraße werden ab September 2026 vier neue Mehrfamilienhäuser entstehen. Bauherr ist die Neckar-Fils Wohnbaugenossenschaft.

Die Neckar-Fils eG, damals noch Siedlungsbau Neckar-Fils, ist in Wendlingens Stadtmitte schon lange präsent. 39 Wohnungen besaß die Genossenschaft zwischen Lichtensteinstraße und Achalmstraße.
Die Häuser, die noch aus den 1950er-Jahren stammen, hatten allerdings ihre beste Zeit schon länger hinter sich. Und so beschloss man bei der Wohnbaugenossenschaft, es sei Zeit, an diesem prominent in der Stadtmitte gelegenen Ort die alten Häuser durch drei Neubauten zu ersetzen. Im Oktober 2019 erfolgte die Mehrfachbeauftragung. Sie dient in der Immobilienwirtschaft dazu, den optimalen Architekturentwurf für ein Bauvorhaben zu finden.

Ein Invest von 22 Millionen Euro
Die Mieter zogen in Ersatzwohnungen, die Versorgungsleitungen in den Häusern wurden gekappt, um den Abriss der Altbauten angehen zu können. 2020 beschloss man bei der Neckar-Fils eG, das Gelände zu arrondieren und kaufte eine Hälfte des Doppelhauses in der Talstraße hinzu. „Dann allerdings kam 2022 der Ukrainekrieg. Und im Zuge dessen kamen auch Flüchtlinge aus der Ukraine zu uns“, sagt Fritz Krämer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Neckar-Fils eG.
Um die erste Not zu überbrücken und diesen Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten, bot man die leeren Wohnungen dem Landratsamt als Unterkünfte an. Die Behörde hätte damals allerdings die Anschlüsse für Wasser und Strom wiederherstellen müssen und winkte ab.
Dann schossen die Baukosten um 50 Prozent nach oben. „Ein absoluter Wahnsinn“, sagt Carsten Martini, ebenfalls geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Genossenschaft. Das Projekt wurde also erst einmal zurückgestellt. Doch obwohl sich lange nichts tat, die Pläne für die Neubauten waren nicht vom Tisch. Im Februar 2023 erfolgte der Abriss der alten Wohngebäude. Ende Dezember 2023 reichte die Genossenschaft dann das Baugesuch beim Landratsamt ein. Bis die Genehmigung auf dem Tisch lag, dauerte es 15 Monate. „Mittlerweile hatten sich die Baukosten wieder stabilisiert. Auf hohem Niveau natürlich“, berichtete Martini. Nun konnte man auch die zweite Hälfte des Doppelhauses erwerben, was die Möglichkeit eröffnete, ein weiteres Mehrfamilienhaus einzuplanen. Bei der Neckar-Fils eG übernahm ab 2025 die eigene Architekturabteilung die Regie und begann mit der Detailplanung und den Ausschreibungen.

„Mittlerweile liegen die Ausschreibungsergebnisse für den Rohbau vor“, sagt Martini. 22 Millionen Euro wird die Genossenschaft in Wendlingen investieren. Der Geschäftsführer rechnet mit einer Bauzeit von 28 bis 30 Monaten. Somit wären die vier Gebäude bis im Frühjahr 2029 fertig gebaut. Im Herbst könnten dann die Mieter einziehen. Die Gebäude werden mit Photovoltaikmodulen auf den Flachdächern ausgestattet. Geheizt wird mit Erdwärme.
„Wir waren erleichtert, als die Probebohrungen ergaben, dass der Untergrund frei von Gipskeuper ist“, sagt Fritz Krämer schmunzelnd.
15 Euro pro Quadratmeter werde man für die Miete investieren müssen, sagt Carsten Martini. Für den Tiefgaragenstellplatz werden nochmals 70 Euro fällig. Ob es dabei bleibt, steht noch nicht fest. „Wir werden nach Fertigstellung der Häuser nochmals neu kalkulieren müssen“, sagt Martini.
Man versuche, die Mietpreise mitgliederfreundlich zu gestalten.
Der Spielraum der Genossenschaft sei jedoch im Laufe der Jahre merklich geschrumpft, räumt er ein. (Sylvia Gierlichs)