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Astrid Diels

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Die Ausbildungsmesse Durchstarter lockte zahlreiche Besucher in die Stadthalle K3N. In diesem Jahr sollte ein neues Leitsystem den Kontakt zwischen Schülern und Ausbildungsbetrieben erleichtern. Wir haben uns unter die Menge gemischt.

Noch etwas verstohlen schauen sich die 16-jährige Marie und ihre 17-jährige Freundin Dora um. Es ist früh am Freitagmittag und die Ausbildungsmesse Durchstarter in der Stadthalle K3N ist in vollem Gange. Stimmengewirr rauscht durch alle Säle, gemeinsam schieben sich die beiden Freundinnen durch das Gedränge, vorbei an Ausstellern. Eine weite Anreise hatten sie nicht, beide besuchen das Max-Planck-Gymnasium in Nürtingen. „Wir wollen einfach mal herumgehen und schauen, was es gibt“, sagt Marie. Allerdings wissen die Schülerinnen schon, wo es beruflich hingehen soll: Marie möchte ins Gesundheitswesen, Dora einen kreativen Beruf ergreifen.


Es dauert nicht lange, bis eine OP-Schwester von der Medius Klinik Nürtingen auf die beiden zukommt und sie anspricht: „Wenn ihr wissen wollt, was die ‚rechte Hand‘ eines Chirurgen macht, dann kommt gerne zu unserem Stand.“ Unter der Haube und dem OP-Kittel steckt Melis Kambir, die im dritten Ausbildungsjahr zur operationstechnischen Assistentin ist. Bevor sie weiterzieht, drückt sie Marie noch einen Flyer in die Hand. „Das hilft sehr, wenn Leute so offen auf mich zugehen“, sagt Marie.

Schüler und Ausbildungsbetriebe zusammenführen

Bereits zum dritten Mal stellen die Stadt Nürtingen, das K3N und Neckar-Fils-Jobs.de die Ausbildungsmesse auf die Beine. Zur Eröffnung um 9 Uhr strömen Hunderte Schüler aus den Landkreisen Esslingen, Göppingen und Reutlingen in die Stadthalle. Rund 1500 Schüler sind angemeldet, aber auch spontane Besuche sind möglich. Es sei eine der größten und erfolgreichsten Ausbildungsmessen in der Region, sagt Oberbürgermeister Johannes Fridrich bei seiner Begrüßung. Die Durchstarter-Messe solle Schüler und Ausbildungsbetriebe näher zusammenrücken, schließlich hätten im vergangenen Jahr zahlreiche Stellen nicht besetzt werden können. Dass unter den Ausstellungsbetrieben vorwiegend Firmen aus der Region vertreten waren, sieht Fridrich als starkes Zeichen: „Jeder kann hier einen Ort finden, an dem er gut ausgebildet wird.“


Neu in diesem Jahr ist ein Leitsystem, das Schüler und Betriebe noch effizienter zusammenführen soll. Am Eingang können sich die Besucher farbige Aufkleber nehmen und sichtbar an ihrer Kleidung anbringen. Die sechs verschiedenen Farben kennzeichnen, wofür sich die Schüler interessieren: Kreativberufe und Öffentlicher Dienst, Handwerk und IT, technische und kaufmännische Berufe.
Der 21-jährige Jan Bruder und der 35-jährige Kevin Krauß finden das System gut, ein paar Mal seien sie schon angesprochen worden. „So sehen die Firmen direkt, wer interessiert ist. Und wir können auch sehen, was die Firmen anbieten“, sagt Krauß. Sie sind spontan zur Messe gekommen. Worüber sie sich informieren wollten? „Es soll etwas in Richtung Systemintegration oder Digitalisierungsmanagement werden“, sagt Bruder. Festlegen wollen sie sich aber nicht, der Zwischenstopp beim Stand des Zolls sei auch sehr interessant gewesen.
Um die Besucher zu locken, haben sich die rund 95 Aussteller einiges einfallen lassen. Ob Popcorn, Glücksrad, Geschicklichkeitsspiele oder VR-Brillen – die Unternehmen zogen alle Register. Etwas abseits vom Trubel hat auch das Restaurant Belsers aus Nürtingen einen Stand. „Wir sind heute zum ersten Mal hier“, sagt Lydia Belser, die im kommenden Ausbildungsjahr vier Plätze anbietet. Viel los sei bisher nicht. „Ich habe aber den Eindruck, dass die Schüler wirklich interessiert an den Ständen nachfragen.“

Und in der Tat: Just in dem Moment kommt eine Gruppe Jugendlicher und informiert sich beim Chef Christer Belser über Arbeitszeiten und mögliche Ausbildungen. Draußen vor der Stadthalle sind eindrucksvolle Maschinen im Einsatz.

Vorbereitung auf die Berufswelt

Das DRK und die Malteser stellen ihre Rettungsfahrzeuge auf und zeigen, wie man Liegen richtig im Fahrzeug befestigt. Nur wenige Meter entfernt sitzt ein Jugendlicher in einem Bagger und wird von seinen Freunden angefeuert. Konzentriert versucht er, mit dem Baggerarm ein Metallrohr in eine Pylone zu manövrieren.
Die Lehrerinnen Carmen Oechsner und Iris Grimm unterrichten an der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule und sind bereits zum dritten Mal auf der Messe zu Besuch. Sie bereiten Schüler im Alter von 15 bis 19 Jahren auf die Berufswelt vor. Von der Messe verspricht sich Oechsner viel: „Die Messe erweitert bei unseren Schülern den Horizont auf die Berufsfelder.“ Analog unterrichtet ihre Kollegin Grimm Jugendliche mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen. Gerade ist der Unterrichtsstoff „Berufswelten“ an der Reihe „Die Messe ist ein niederschwelliges und breites Angebot. Das tut unseren Schülern sehr gut“, findet Oechsner.

Von Julian Baum

Beim Regionalwettbewerb „Jugend debattiert“ im Robert-Bosch-Gymnasium Wendlingen flogen die Argumente auf hohem Niveau hin und her.

Zehn Schulen aus dem Landkreis Esslingen und dem Filstal hatten jeweils ein bis zwei Schulsieger bei „Jugend debattiert“ zum Regionalwettbewerb nach Wendlingen entsandt. Er findet immer am Robert-Bosch-Gymnasium statt, weil dort die fleißige Regionalkoordinatorin Caroline Ulmer sitzt. Langsam kommt das Gymnasium an seine räumlichen Grenzen, weil beim Wettbewerb immer mehr Schulen mitmachen. Bei den Vorrunden am Vormittag wurde in neun Räumen parallel debattiert. Am Nachmittag folgten im Foyer die beiden Finalrunden – einmal die Acht- und Neuntklässler, einmal die Altersstufe darüber.

Finalisten besuchen den Bundestag in Berlin

Den Berliner Reichstagsbesuch inklusive Begleitperson hatten alle acht Finalisten schon sicher. Den Bestplatzierten winkte zusätzlich ein Besuch im Stuttgarter Landtag mit Essen, vom verhinderten Andreas Schwarz (Grüne) aus der Ferne zugesagt. Dabei wollten es die Landtagsabgeordneten Natalie Pfau-Weller (CDU) und Andreas Kenner (SPD) hinterher nicht belassen. Sie fanden die jugendlichen Debattierer so ebenbürtig, dass sie fraktionsübergreifend auch den anderen Finalisten den Landtagsbesuch mit Essen spendierten. So gab es am Ende lauter Gewinner.
Wer bei einer harten und fairen Debatte gewinnt, ist für den grünen Bundestagsabgeordneten Matthias Gastel klar: „Die Demokratie gewinnt, wenn sich viele Leute mit guten Argumenten einbringen.“ Sein grüner Kollege Sebastian Schäfer meinte, der Bundestag solle sich immer wieder ein Beispiel daran nehmen, „wie fair das hier bei euch abläuft“. Auch die Bundestagsabgeordnete Renata Alt (FDP) forderte, „eine stilvolle Debattenkultur zu lernen“.
Ring frei zur ersten Runde zur Streitfrage „Sollen Städte und Kommunen mehr öffentliche Trinkwasserbrunnen bauen?“. Amelie Mayer und Emelie Blessing, beide vom Robert-Bosch-Gymnasium selbst, argumentierten dafür, Lea Stepp vom Max-Planck-Gymnasium Nürtingen und Jan Herrmann vom Schlossgymnasium Kirchheim dagegen. Je zwei Minuten Eröffnungsrede, zwölf Minuten offene Aussprache, je eine Minute Schlussrede, die Runde dauerte also insgesamt 24 Minuten. Das Thema hatten die Debattierer schon zehn Tage vorher erfahren, aber nicht ihre Position: Ob sie für oder gegen die Streitfrage sprechen sollten, erfuhren sie erst kurz vorher. Die Argumente waren vielseitig: Trinkbrunnen können den Verbrauch an Einwegflaschen reduzieren – aber ihr Bau und die Wartung kosten Geld. Kann Werbung bei der Finanzierung helfen? Aber kann überhaupt sichergestellt werden, dass das Wasser sauber ist? Am Ende vergab die unabhängig besetzte, fünfköpfige Jury – davon ein Zeitwächter mit Glöckchen – den ersten Platz in dieser Runde an Emelie Blessing, den zweiten an Amelie Mayer – also zweimal nach Wendlingen. Beide Schülerinnen dürfen nun am Landeswettbewerb teilnehmen.

Pro und Kontra zu
Online-Gemeinderatssitzungen

Die Elft- und Zwölftklässler debattierten ebenso lebendig über die Streitfrage „Sollen Stadt- und Gemeinderatssitzungen grundsätzlich online durchgeführt werden?“. Dafür argumentieren Elena Meyder vom Freihof-Gymnasium Göppingen und Emilia Pauli vom Schelztor-Gymnasium Esslingen, dagegen Kathleen Gärtner vom Freihof-Gymnasium Göppingen und Max Siepmann vom Schelztor-Gymnasium Esslingen.
Wäre das so, könnte auch eine alleinerziehende Mutter Gemeinderätin werden, oder ein Student, argumentierte die Pro-Seite. Der persönliche Kontakt sei durch nichts zu ersetzen, betonte die Gegenseite. Max Siepmann sagte, online sei die Aufmerksamkeit viel geringer, und verwies auf den Corona-Online-Schulunterricht: „Wenn Schüler eine Formel nicht kennen, die sie wissen müssten, heißt es, das war in der Online-Zeit.“ Gelächter bei den Zuhörern. Am Freihof-Gymnasium sei Microsoft Teams wegen Datenschutzproblemen nicht zugelassen, sagte Kathleen Gärtner. „Dann doch erst recht im Gemeinderat.“ Das Argument mit den Kosten ließen die Pro-Vertreter nicht gelten: Die Tablets für die Gemeinderäte seien womöglich viel billiger als die ganzen Kosten für die Live-Sitzung.
Am Ende lag in dieser Runde Elena Meyder vorn, gefolgt von Max Siepmann. Doch die anderen beiden folgten ihnen dicht auf den Fersen. Und wer weiß, wie sich jeder Einzelne weiter verbessern wird, denn alle Regionalpreisträger dürfen auf ein Rhetorikseminar.
Ein paar kleine Tipps für jeden Einzelnen gab es von der Jury sofort.
Der eine bekam die Empfehlung, auf seinen roten Faden zu achten, die andere den Rat, auch eigene Erfahrungen einzubringen. Wiederholungen sollten reduziert, Behauptungen noch besser mit Beispielen belegt werden. Insgesamt aber lobte die Jury die „sehr lebendige Debatte mit super Ausdruckskraft“.
Vorbildlich auch das Publikum, zu dem auch Landrat Heinz Eininger, der Wendlinger Bürgermeister Steffen Weigel und viele Wendlinger Gemeinderäte gehörten: Caroline Ulmers Bitte um „absolute Ruhe“ wurde im Foyer des Gymnasiums perfekt nachgekommen.

Behindertenhilfe „Leben inklusiv“ lud mit Unterstützung des Evangelischen Jugendwerks zur großen Fasnetsparty ein.

Allerlei bunte Fabelwesen, Prinzessinnen, lustige Tiere und Superhelden fanden sich kürzlich in der Gemeindehalle Oberboihingen ein, um gemeinsam ausgelassen Fasnet zu feiern. Eingeladen hatte die Behindertenhilfe „Leben inklusiv“, die mit tatkräftiger Unterstützung der Helfer vom Evangelischen Jugendwerk Oberboihingen den inklusiven Fasching bereits seit 2015 auf die Beine stellt.

Klopapier-Wettwickeln auf der Bühne

„Wir möchten mit der Veranstaltung einen Raum zur Begegnung schaffen, ganz unbeschwert im fröhlichen Rahmen. So ist bei uns jeder herzlich eingeladen, mitzumachen und zu feiern“, erklärte Severine Hausmann als eine der beiden Vorsitzenden des Vorstands des gemeinnützigen Vereins am Rande des Events. Auf der Bühne wickelten sich derweil die Kinder gegenseitig um die Wette in Klopapier ein, angefeuert von Dimitri Wedmann, der außerhalb der närrischen Zeit eigentlich als Geschäftsbereichsleiter für Arbeit, Tagesstruktur und Qualifizierung bei „Leben inklusiv“ tätig ist.
Am Sonntag sprang er aber wieder gerne als Moderator der Veranstaltung ein und war auf der Bühne auch sichtlich voll in seinem Element als spontaner Kinder-Animateur. Organisiert wurde der Fasching von David Stadler, einem der Studierenden beim Verein, der für den Nachmittag neben den ehrenamtlich Helfenden sogar seine Familienmitglieder einspannte.

„Wenn alle anpacken, kann man vieles meistern“

„Wenn alle anpacken, kann man vieles meistern“, sagt Hausmann, dankbar über die Unterstützung von so vielen Seiten. Doch dann wurde auch sie von der vorbeiziehenden Polonaise verschluckt und verschwand in der Masse. Stimmungsvoll musikalisch untermalt wurde das Treiben in der Gemeindehalle nämlich vom Nürtinger Musiker Klaus Wäspy, und dieser ließ es sich nicht nehmen, den Besuchern mächtig mit allseits bekannten Faschings-Hits live einzuheizen. Sehr zur Freude vor allem der jüngsten Besucher, die ausgelassen zwischen den Spielen sowohl die Tanzfläche als auch den Platz um den geselligen Alleinunterhalter auf der Bühne für sich beanspruchten.
Selbstverständlich durfte dann zum krönenden Abschluss des inklusiven Familiennachmittags eine Kostüm-Prämierung nicht fehlen: Gleich in vier Kategorien konnte das Publikum über das jeweils beste bis lustigste Kostüm entscheiden. Kleine Sieger waren die Besucher in ihren bunten Kostümen aber sicherlich alle irgendwie.

In den letzten Jahren hat die Fastnachts-Tradition in Nürtingen Fahrt aufgenommen.
Am „Schmotzigen Donnschdich“, 8. Februar beginnt das bunte Treiben um 17.33 Uhr mit einer Begrüßung durch die Narrenzünfte vor dem Nürtinger Rathaus.

Vor 30 Jahren erstürmten die Narren erstmals das Nürtinger Rathaus. Doch so richtig etablieren konnte sich diese Fastnachts-Tradition danach in Nürtingen nicht. Zu Beginn dieses Jahrtausends nahm der damalige Bürgermeister Guido Wolf einen neuen Anlauf, den Rathaussturm wieder zu beleben – allerdings blieb auch hier der nachhaltige Erfolg aus.


Frischer Wind in die Faschings-Szene

In den letzten Jahren fanden allerdings immer mehr Freunde des närrischen Treibens zusammen und so zählte Nürtingen vor vier Jahren mit der freien Narrenzunft Raidwangen, den Wetzstoi-Beißern Neckarhausen, den Saubachdeifl und den Steinachdämonen vier Narrenzünfte. Mit Oberbürgermeister Dr. Johannes Fridrich kam frischer Wind in die Faschings-Szene. Und so äußerte Andreas Bihl, Zunftmeister der Steinachdämonen, im Jahr 2020 den Wunsch, dass der Rathaussturm und ein Fasnetsprogramm zum festen Programmpunkt im Nürtinger Veranstaltungskalender werden möge.
Die Corona-Pandemie machte diesem Gedanken zwar noch einen Strich durch die Rechnung, doch der Wunsch scheint nun wahr zu werden. Im vergangenen Jahr verfolgten rund 2.000 Teilnehmende den Sternmarsch verschiedener Narrenzünfte aus Nürtingen und der Umgebung sowie das Narrengericht vor dem Rathaus, vor dem sich OB Fridrich verantworten musste.
Und so wird sich die Verwaltungsspitze auch in diesem Jahr wieder eines Sturms erwehren müssen. „Die Anklageschrift ist bereits eingereicht, aber ich werde mit guten Argumenten meine Unschuld beweisen“, erklärt der ehemalige Richter und jetzige Nürtinger Oberbürgermeister Fridrich.

Am „Schmotzigen Donnschdich“, 8. Februar beginnt das bunte Treiben um 17.33 Uhr mit einer Begrüßung durch die Narrenzünfte vor dem Nürtinger Rathaus.


Nach dem Sternmarsch kommen
Musik und Tanzeinlagen


Nach dem Sternmarsch der Hästrägerinnen und Hästräger bringen die Gruppen mit Musik und Tanzeinlagen das Publikum auf Betriebstemperatur. Um 18.35 Uhr wird dann das Rathaus gestürmt und im Falle des Erfolges erscheint OB Fridrich danach vor dem Narrengericht.
Nach der Verhandlung und weiteren musikalischen Einlagen bewegt sich der Sternmarsch gegen 20 Uhr in Richtung Schlachthofareal, wo das närrische Treiben seine Fortsetzung findet.
Damit große und kleine Besucherinnen und Besucher der Nürtinger Fasnet während des Programms vor dem Rathaus nicht über knurrende Mägen klagen müssen, wird das gastronomische Angebot in diesem Jahr erweitert: Neben Getränken und Klassikern wie der Roten Wurst und Waffeln werden nun erstmals auch Leckereien aus dem Ofen angeboten.

Das Programm zur diesjährigen Nürtinger Fasnet ist auch online unter www.nuertingen.de/fasnet abrufbar. nt

Die Sängerin und Musikkabarettistin gibt am Samstag ein Gastspiel in Frickenhausen. Nach 2004 und 2013 wird es bereits der dritte Auftritt im Rahmen des Kulturfestivals sein. „Alle werden Spaß haben“, verspricht die Südpfälzerin.

FRICKENHAUSEN. „Ich kann den Zuschauern versprechen, dass sie einen sehr amüsanten Abend haben werden mit 27 Melodien, von denen sie vermutlich um die zehn kennen. Es wird niemals langweilig. Alle werden Spaß haben, auch wenn sie Opern hassen und Tango nicht kennen.“ Das Versprechen gibt Annette Postel ab, die am Samstag, 3. Februar, um 20 Uhr im Rahmen des Kulturfestivals der Hoffnung in der Festhalle im Erich-Scherer-Zentrum in Frickenhausen auftreten wird.


Es gibt noch Karten im Vorverkauf und an der Abendkasse. Für die 54-jährige Chansonsängerin, Entertainerin, Musikkabarettistin und einzige deutschsprachige Operncomedienne ist es bereits das dritte Gastspiel im Rahmen der Weihnachtsaktion „Licht der Hoffnung“ der Nürtinger/Wendlinger Zeitung.


Am 5. November 2004 stand die Südpfälzerin beim Kleinkunst-Preisträger-Konzert in Neckartenzlingen mit Musik-Comedy mit Gunzi Heil am Klavier auf der Bühne und am 19. Januar 2013 hat sie in Großbettlingen eine 1920er-Jahre-Revue mit dem Philharmonischen Streichquartett München präsentiert.
Am kommenden Samstag wird die mehrfach ausgezeichnete Sängerin – unter anderem 1. Preis Lotte-Lenya-Wettbewerb der Kurt-Weill-Foundation New York, Kleinkunstpreis Baden-Württemberg, Tuttlinger Krähe und Erika-Köth-Förderpreisträgerin – einen „Rundumschlag“ über das Beste der 25 Jahre geben, die sie schon auf der Bühne steht. Beginnen werde sie mit teilweise lustigen Chansons der 1920er-Jahre, was zu ihr passt, denn sie habe „die Statur und die Haarfarbe wie Marlene Dietrich“, Texten von Kurt Weill, literarischem Kabarett und Filmmusik der frühen 30er-Jahre. Weiter gehe es mit den besten Stücken aus ihrer Opern-Comedy und ihrer Tango-Comedy. „Ich muss aus jeder Musik auch ein bisschen Quatsch machen“, kündigt die Sängerin an. Dazu gibt sie den bekannten Melodien häufig auch abgewandelte Texte. So wird sie sich an der Arie der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte versuchen, dabei aber absichtlich den höchsten Ton nicht meistern. „Da können alle darüber lachen. Auch meine Carmen ist eine Opern-Comedy-Figur mit viel Schabernack. Wir werden alle viel Spaß haben“ – auch sie selbst und Pianist Sebastian Matz, der sie begleiten wird. „Ich werde im Glitzerkleid im Stil eines Gala-Abends kommen und mich dann selbst auf die Schippe nehmen.“
Etwas zu lachen geben wird es auch bei den ins Programm eingestreuten Kurzgeschichten, die Annette Postel selbst verfasst hat. „Die haben alle auch einen wahren Kern.“ Zudem wird sie aus dem Nähkästchen plaudern und beispielsweise von ihren Begegnungen mit Konstantin Wecker, Udo Jürgens und Elke Heidenreich erzählen. Letztgenannte traf sie auf dem Kreuzfahrtschiff MS Europa.
Zumal Annette Postel eine Pfarrerstochter ist, habe es ihr Vater nicht immer leicht gehabt. Häufig sei er gefragt worden, was er denn davon halte, dass seine Tochter so „frivole“ Auftritte habe. „Er hat dann geantwortet: Freude haben und Freude weitergeben, das ist Gottesdienst. Das passt doch zu den Blues Brothers, die sagten, sie sind im Auftrag des Herrn unterwegs.“ In dem Programm „Die Postel jubiliert“ werde jeder etwas finden, was ihm gefällt, sagt die 54-Jährige. „Nur einem Heavy-Metal-Fan würde ich abraten. Ansonsten haben wir fast alles im Angebot: Jazz, Schlager, Pop, Klassik, Oper, Tango und 20er-Jahre – einfach tolle Musik, die jeden berührt. Und da ich mich schnell langweile, ist das Programm so aufgebaut, dass mir selbst nie langweilig wird.“ In einer Kritik sei sie mal als „Mischung zwischen Louis de Funès und Marlene Dietrich“ bezeichnet worden, erzählt Annette Postel.

Starthilfe für Senioren in die digitale Welt, Tagesausflüge, Vorträge, die Tibet-Tage und ein umfangreiches Kursangebot stehen im aktuellen Programmheft des MiT Wendlingen.

Der PC-Treff 55+ gehört zu den Aushängeschildern des Wendlinger Bürgertreffs „Menschen im Treffpunkt“ (MiT). Seit vielen Jahren kümmern sich ehrenamtliche Mentoren dort um Fragen rund um den Umgang mit PC oder Smartphone. Dabei habe sich der Beratungs- und Hilfebedarf in den vergangenen Jahren stark verändert, wie die drei PC-Treff-Mentoren Rainer Pluschys, Rainer Kaiser und Egbert Zwerschke beim Gespräch im Treffpunkt Stadtmitte betonen. Die drei sind zusammen mit MiT-Leiterin Heike Hauß bei der Vorstellung des neuen Halbjahresprogramms im MiT-Café.


Viele Besucher des vierzehntäglichen Beratungsangebots hätten heute Fragen zu Smartphones oder Laptops. Die Zeiten, in denen stationäre Computer gefragt waren, sind wohl vorbei. „Dabei gibt es gerade für ältere Menschen mit dem Tablet ein viel besseres Gerät“, sagt Pluschys. Statt es erst wie einen Laptop hochzufahren, sei das Tablet, vorausgesetzt es ist aufgeladen, immer einsatzbereit. Es biete die Vorteile des Smartphones – hohe Mobilität und einfache Benutzung mit dem Hauptvorteil des Laptops bei der Internetnutzung, dem größeren Bildschirm. „Man kann darauf viel besser lesen“, so Pluschys. Dem pflichtet auch Egbert Zwerschke bei.
Deshalb werden die Mentoren ab dem 8. April einen eigenen Kurs für den Umgang mit Tablets anbieten. Möglich wurde das durch das Netzwerk der engagierten Helfer. Das Projekt wurde 2022 vom Digitalpakt Alter als einer von 100 digitalen Erfahrungsorten in Deutschland ausgezeichnet. Über die Verbindung zur Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) haben die Wendlinger ein weiteres Bildungsangebot ermöglichen können: Über das Projekt „Digital mobil im Alter“ der Stiftung „Digitale Chancen“ und des Mobilfunkanbieters O₂ kann das PC-Treff-Team mit einem Klassensatz Tablets einen kostenlosen Kurs anbieten. Dort können sich zehn Teilnehmer an acht Terminen im Umgang mit dieser Art Mobilcomputer schulen lassen. Außerdem bieten die PC-Treffler seit dem vergangenen Jahr auch regelmäßig Vorträge an. So wird es am 5. März den Vortrag „Freie Software und Open Source“ geben – dabei stellen die Mentoren Alternativen zur oft teuren oder abopflichtigen Software vor. „Nicht jeder Rentner hat das Budget für ein teures Software-Abonnement“, sagt Zwerschke. Ein weiterer Vortrag ist später im Jahr geplant – hier soll es um die Digitalisierung im Gesundheitswesen gehen.

Zum zweiten Mal seit 2019 finden dieses Jahr die Tibet-Tage statt. Am 2. und 3. März wird Tulku Lobsang Rinpoche den Besuchern des Treffpunkts die Weisheiten und tibetisch-buddhistischen Lehren näherbringen. Zudem wird er die Techniken des Lu Jong und Tog Chöd präsentieren.
Heilpraktikerin Liuta Dienst stellt am 30. Januar vor, wie sich ein „Gesundes Leben leicht gemacht“ realisieren lässt. Mit der richtigen Ernährung, Stressbewältigungstechniken und körperlicher Aktivität möchte sie aufzeigen, wie sich Wohlbefinden in den Alltag integrieren lässt.


Am 22. Februar folgt ein weiterer Vortrag von ihr über die Wirkung ätherischer Öle.
Anlässlich des 100. Todestags des Schriftstellers Franz Kafka spricht Rudolf Dieterle am Dienstag, 6. Februar, über dessen Werk und dessen Wirken. Wer sich für zeitgenössische Literatur interessiert, kann zu einem weiteren Vortrag Dieterles am Dienstag, 9. April, gehen. Dann wird er über den aktuellen Literaturnobelpreisträger, den Norweger Jon Fosse und dessen Leben referieren.
Am Mittwoch, 6. März, und damit pünktlich zum Start der Fastenzeit steht der Einführungsvortrag „Lebenslust durch Fasten“ auf dem MiT-Programm. Der Vortrag von Edith Amtmann ist die Grundlage für die Teilnahme am direkt daran anschließenden Fastenkurs.
Thomas Gotthardt vom ADFC stellt am Donnerstag, 14. März, das Thema „Radreisen ab Haustür“ vor. Der erste Teil der Reihe beschreibt eine Radreise von Donzdorf an die oberitalienischen Seen.

Jürgen Wegner ist studierter Ingenieur, aber passionierter Heilpraktiker. Er stellt am Dienstag, 19. März, die biomechanischen und kinematischen Zusammenhänge von Rückenschmerzen vor. „Das Kreuz mit dem Kreuz“ lautet das Thema seines Vortrags.
Am Donnerstag, 21. März, wirft Rechtsanwalt Horst Bantel einen genaueren Blick auf das Thema „Wie Eltern für ihre Kinder vorsorgen.“ Die Frage sei bei einem der letzten Rechtsvorträge aufgekommen, erläuterte MiT-Leiterin Heike Hauß. Was passiert eigentlich, wenn Eltern sterben und ihre minderjährigen oder (noch) nicht geschäftsfähigen Kinder hinterlassen? Was gilt bei Patchwork-Familien oder Lebenspartnerschaften? „Das ist ein hochinteressantes Thema“, so Hauß. Denn oft sei die rechtliche Lage mehr als verzwickt, wenn man die Zuständigkeiten nicht schon zu Lebzeiten klar regelt.
Neben Vorträgen bietet das MiT im Frühjahr auch Ausflüge an. So führt Christa Schimpf am Dienstag, 16. April, durch die Jakobskirche in Bodelshofen und erläutert ihre jahrhundertealte Geschichte.
Weiter weg geht es am Dienstag, 14. Mai, dort ist eine Tagesfahrt in die ehemalige Reichsstadt Dinkelsbühl geplant. Und anders als im Programm abgedruckt, dort steht fälschlicherweise der 4. Juli, geht es am Dienstag, 4. Juni, zum Kloster Lorch mit Führung und dem Besuch der Stauferfalknerei.
„Wir haben wie immer eine gute Mischung aus Bewährtem und Neuem im Programm“, sagt Hauß.

Die gelben Programmheftchen liegen in allen öffentlichen Gebäuden, der Geschäftsstelle der Wendlinger Zeitung und im Treffpunkt Stadtmitte aus. Außerdem kann es online auf der Webseite der Stadt Wendlingen abgerufen werden. Informationen zu den einzelnen Angeboten gibt es bei Heike Hauß, Telefon (07024) 6636 oder per E-Mail an hauss@wendlingen.de.

In Grafenberg gibt es seit Kurzem eine weitere Einkaufsmöglichkeit. Inhaberin Özge Cakmak eröffnete am Dreikönigstag zusammen mit Ehemann Devran mit einem Sektempfang „Mein Markt“. Trotz des Feiertags kamen viele Kunden zur Eröffnung.

Mit dem neuen Laden hat Grafenberg wieder einen Supermarkt in der Kleinbettlinger Straße, dort, wo es bis vor einem halben Jahr nur noch ein kleines Sortiment gegeben hatte, nachdem der Supermarkt geschlossen hatte. Ein paar Schritte weiter gibt es außerdem noch „Tante M“ mit der Postfiliale. Bis Aldi im neuen Gewerbegebiet „Trieb“ eröffnet, wird es noch ein paar Monate dauern.

200 Kunden in der ersten Stunde

Özge Cakmak wurde von ihrem Mann, ihrer Familie und Freunden dabei unterstützt, auf 400 Quadratmetern Fläche etwa 3 000 verschiedene Artikel vom regionalen Gemüse und Obst über Süßigkeiten und Waschmittel bis zum Babybrei und glutenfreien Produkten in die Regale einzuräumen, damit am Feiertag die Kunden kommen konnten.
Schon in der ersten Stunde waren mehr als 200 Kunden im Laden, bis 18 Uhr kamen dann immer wieder neue Kunden, die sich am Glücksrad beim Einkauf Rabatt erspielen konnten. „Probiererle“ gab es, um das Sortiment kennenzulernen, zu dem auch Bioprodukte gehören.


Markt soll an 365 Tagen im Jahr geöffnet sein

Mit dem Kassensystem machten sich die Kunden ebenfalls vertraut, denn der Markt soll an 365 Tagen im Jahr von 6 bis 23 Uhr geöffnet sein und personalarm betrieben werden. „Es ist immer jemand da“, sagt Devran Cakmak, der Franchisenehmer bei „Tante M“ war. Seine Frau erklärte, warum die Familie nun einen Supermarkt eröffnet: „Wir wollten unabhängig sein und einen eigenen Familienbetrieb gründen.“

Viele regionale Anbieter finden sich im Supermarkt

So gibt es Produkte der Kohlberger Moc-Kaffeerösterei, von Becka-Beck oder der Metzgerei Schneider. „Wir sind auch offen für weitere Lieferanten“, sagt Cakmak.
Über die doch sehr kurzfristige Eröffnung des Supermarkts war die Gemeindeverwaltung offenbar nicht informiert.

Wie geht es mit „Tante M“ weiter?

Allerdings hat die Gemeinde auch nichts mit dem Supermarkt zu tun, denn das Grundstück mit dem Gebäude gehört einem Investor. Es gab in Grafenberg jedoch viele Gerüchte um den neuen Laden. Die Neugier wuchs bis zur Eröffnung am Dreikönigstag.
Überrascht über die Eröffnung war „Tante-M“-Inhaber Christian Maresch. „Das haben wir kurzfristig mit sehr großem Erstaunen mitbekommen“, sagte er. Er suchte bisher einen neuen Franchisenehmer. Was nun durch die veränderte Situation wird, sei noch nicht klar.
Unterdessen verkündet ein Schild an der ehemaligen Metzgerei, dass dort demnächst „Mr. Kebab“ öffnet. Die Glastüre und das große Schaufenster sind abgeklebt. Niemand im Ort konnte allerdings genauer Auskunft geben.