Ein Förderprogramm macht es möglich. Ein Esslinger Büro will zwei verschiedene Nutzungsvarianten untersuchen.
Es ist wohl die allerletzte Chance, einen Investor für das Gebäudeensemble Stocknachstraße 9 und 11 in der Beurener Ortsmitte zu finden. Schon seit dem Jahr 2017 hat sich der Gemeinderat immer wieder mit maroden Häusern befasst. Pläne für die beiden Gebäude gibt es schon länger, doch es will sie eben bislang niemand umsetzen. In der jüngsten Sitzung befasste sich der Gemeinderat noch einmal mit den beiden Bauwerken, die sich im Besitz der Kommune befinden.
Der Grund: Das Landesamt für Denkmalpflege empfiehlt, die beiden Gebäude getrennt voneinander zu betrachten, und hat Geld aus dem Förderprogramm „Denkmal Minimal“ zur Verfügung gestellt. Dabei sollen drei unterschiedliche Kostenvarianten (analog zu den T-Shirt-Größen S, M und L) mit gegebenenfalls unterschiedlicher Nutzung untersucht werden. Das Büro Markus Numberger aus Esslingen wird diese Aufgabe übernehmen. Der Kostenrahmen beläuft sich insgesamt auf etwas mehr als 23.000 Euro.
Gebäude noch erhaltenswert
Aus fachlicher Sicht seien die Gebäude in einem erhaltenswerten Zustand und so sei die Untersuchung der Varianten weiterhin sinnvoll, heißt es dazu in der Gemeinderatsvorlage. Vertreter der unteren und oberen Denkmalschutzbehörde hätten sich im vergangenen Jahr über den Zustand des Ensembles vor Ort informiert. „Es wurde nochmals deutlich dargelegt, dass die Gebäude in einem erhaltenswerten Zustand sind und die Gemeinde als Eigentümerin eine Erhaltungspflicht nach dem Denkmalschutzgesetz hat“, lautete das Fazit der Kommune.
Schon vor diesem Hintergrund sollten die notwendigen Untersuchungen angestoßen werden, heißt es in der Gemeinderatsvorlage.
Auch Pläne für ein Café gab es schon
Die Summe für das Büro war freilich dem Gemeinderat doch etwas zu hoch. Man ist laut Bürgermeister Daniel Gluiber aber bereit, 15.000 Euro brutto einzusetzen, um eine kleine (S) und eine mittlere Variante (M) zu erhalten. „Das ist wohl die letzte Chance“, sagt Gluiber.
Es habe zwar Interessenten gegeben, aber daraus sei nichts Konkretes geworden. Vielleicht sei ja eine „kleine Lösung“ für einen Investor attraktiver.
Diese Art von Entwürfen gibt es bereits für das denkmalgeschützte Gebäude Rathausstraße 1.
Was die Stocknachstraße 9 und 11 betrifft, hatte sich die Verwaltung im Jahr 2022 noch optimistischer gezeigt. Der Beurener Architekt Martin Schweizer hatte damals Pläne für die beiden Häuser vorgestellt. Im Gebäude Stocknachstraße 9 sollten demnach zwei Wohnungen mit 84 und 104 Quadratmetern Fläche entstehen.
Pläne haben sich zerschlagen
In der Stocknachstraße 11 war im Erdgeschoss ein Café auf einer Fläche von 116 Quadratmetern geplant. Sogar an eine Außenbewirtschaftung war gedacht. Im ersten und zweiten Dachgeschoss sollten zwei Wohnungen mit 53 und 62 Quadratmetern Fläche entstehen. Zwei Auto-Stellplätze und vier überdachte Fahrradparkplätze waren für die Wohnungen eingeplant. Für die angedachte Gastronomie sollten zehn Fahrradabstellplätze und ein Autostellplatz hinzukommen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich aber auch schon die Pläne, eine Baugenossenschaft einzubeziehen, zerschlagen. (Kai Müller)

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