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Astrid Diels

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„Volkskrankheit Hernie“ lautet das Thema des nächsten „Gesundheit kompakt“-Livestreams von Medius-Kliniken und Nürtinger Zeitung am Montag, Januar, 19 Uhr, mit Chefarzt Klaus Kraft aus Nürtingen, einem Pionier der minimal-invasiven Chirurgie.

Die digitale Livestream-Reihe „Gesundheit kompakt“ der Medius-Kliniken und der Nürtinger Zeitung, geht am Montag, 19. Januar, um 19 Uhr in die nächste Runde. Diesmal steht ein Thema im Mittelpunkt, das viele Menschen betrifft, aber im Alltag häufig unterschätzt wird: Hernien – im Volksmund schlicht „Brüche“ genannt. Gast dieses Experten-Talks ist Dr. Klaus Kraft. Er ist Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Medius-Klinik Nürtingen und Leiter des neuen Medius-Hernien-Zentrums in Kirchheim.


Hernien – eine Volkskrankheit mit Risiken
Hernien gehören zu den häufigsten chirurgischen Krankheitsbildern. Dabei handelt es sich um Schwachstellen in der Bauchwand, durch die sich Gewebe oder sogar Darmanteile nach außen vorwölben können. Besonders verbreitet ist der Leistenbruch, doch auch Nabel- und Narbenbrüche treten häufig auf. Solange sich das Gewebe lediglich vorwölbt, bleibt ein Bruch oft unproblematisch. Gefährlich wird es, wenn sich Organe einklemmen – dann kann aus einer vermeintlichen Lappalie ein akuter Notfall werden. Im Livestream erklärt Kraft, wie Hernien entstehen, welche Symptome ernst genommen werden müssen und welche modernen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten heute zur Verfügung stehen. In vielen Fällen kann ein Bruch inzwischen ambulant und minimalinvasiv operiert werden. Dafür steht das neue Medius-Hernien-Zentrum in Kirchheim zur Verfügung.


Ein Abend mit einem Wegbereiter der modernen Chirurgie
Mit Dr. Klaus Kraft ist ein Mediziner zu Gast, der die Entwicklung der minimalinvasiven Chirurgie in Deutschland maßgeblich geprägt hat. Bereits in den 1980er-Jahren gehörte er zu den ersten Chirurgen, die sich intensiv mit der damals noch jungen „Schlüsselloch-Technik“ beschäftigten.
Während viele Kolleginnen und Kollegen zunächst skeptisch waren, erkannte Kraft früh das enorme Potenzial dieser schonenden Operationsmethode. Er führte nicht nur einige der ersten laparoskopischen Eingriffe in der Region durch und machte sich dadurch einen Namen, sondern war auch an der Etablierung neuer Standards beteiligt, die heute in Kliniken bundesweit selbstverständlich sind.
Sein besonderes Interesse galt stets der Frage, wie Operationen für Patientinnen und Patienten sicherer, weniger belastend und zugleich präziser gestaltet werden können.
Über die Jahre entwickelte sich Kraft zu einem gefragten Ausbilder: In nationalen und internationalen Schulungen gab er sein Wissen an junge Chirurgen weiter. Viele heute etablierte Fachärzte haben ihre ersten Schritte in der minimalinvasiven Chirurgie unter seiner Anleitung gemacht.


40 Jahre Erfahrung – und kein Ruhestand
Der siebenfache Familienvater feiert in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag.
Doch ans Aufhören denkt er nicht. Im Gegenteil: Ab Juli wird er sich vollständig auf die Leitung des Medius-Hernien-Zentrums Kirchheim konzentrieren, welches er maßgeblich mit aufgebaut hat.
„Das ist ein Vorteil am Beruf Arzt: Man wird mit den Jahren immer wertvoller“, sagt er mit einem Lächeln – und spielt damit auf die Erfahrung an, die in der Chirurgie oft entscheidend ist.


Raum für Fragen
Im Livestream wird er nicht nur medizinische Fakten erläutern, sondern auch persönliche Einblicke in vier Jahrzehnte Operationssaal geben – von den ersten laparoskopischen Operationen bis zu heutigen Hightech-Verfahren.
Wie gewohnt lebt „Gesundheit kompakt“ vom Austausch mit den Zuschauern.
Interessierte können ihre Fragen bereits im Vorfeld und auch noch während des Livestreams per E-Mail an gesundheit@ntz.de senden. Diese werden anonymisiert vorgelesen und vertraulich behandelt. Durch den Abend führt Lia Hiller von der Nürtinger Zeitung. (Lia Hiller)

Hier geht es zum Livestream
Am Livestream teilnehmen kann man bequem von zu Hause aus oder mobil von unterwegs unter dem Link www.ntz.de/medius. Der Stream steht auch im Nachhinein zum Anschauen zur Verfügung.

Gemeinderat hält Haushaltsreden und verabschiedet den Etat für das anstehende Jahr.

In der Oktober-Gemeinderatssitzung hatte Neckartailfingens Kämmerin Alisa Spannbauer das Zahlenwerk des Haushaltsplans 2026 bereits ausführlich vorgestellt. In der letzten Gemeinderatssitzung des alten Jahres hielten die Vertreter der Fraktionen nun ihre Haushaltsreden. Danach wurden der Haushaltsplan und die Haushaltssatzung 2026 einstimmig verabschiedet.
12,8 Millionen Euro geplante Einnahmen stehen im Ergebnishaushalt 2026 14,2 Millionen kalkulierte Ausgaben gegenüber. Aufgrund höherer Zuschüsse aus Förderprogrammen kann die ursprünglich geplante Kreditaufnahme von vier Millionen Euro um 0,5 Millionen Euro auf 3,5 Millionen Euro reduziert werden. Größtes Investitionsprojekt ist 2026 mit eingeplanten 6,4 Millionen Euro Ausgaben die Sanierung des Grundschulgebäudes. Der Schuldenstand Neckartailfingens soll zum 31. Dezember 2026 5,06 Millionen Euro betragen.


Viel Lob für die Verwaltung
Aus den drei Haushaltsreden der verschiedenen Fraktionen klang sehr viel Lob für den Bürgermeister und seiner Verwaltung heraus. „Wir haben eine Verwaltung, die ihr Handwerk versteht, und in ihrer soliden Finanzpolitik mit dem Gemeinderat lösungsorientiert zu Kompromissen bereit ist“, so Sabine Müller (SPD-FB). Müller blickte auch im Namen ihres Fraktionskollegen Matthias Seitz auf 13 Punkte, die 2025 in Neckartailfingen umgesetzt wurden, zurück. Für 2026 regte Müller an, bei Investitionen weiterhin staatliche Zuschüsse auszuschöpfen. Als Wünsche für 2026 äußerte die SPD-FB-Fraktion einen Begegnungsplatz vor der alten Schule und eine Bocciabahn und Sitzbänke neben dem Jugendhaus zu errichten.
Die Schulsanierung, der Neubau von Kitas, die Einführung der Ganztagsschule, die Sanierung der Kläranlage und die Erhaltung und Erneuerung der Neckartailfinger Infrastruktur sind für die fünfköpfige WJB/CDU-Fraktion wichtige Aufgaben im Jahr 2026. „Die Schule wird nicht nur ein Dach über dem Kopf sein, sondern ein moderner Lernraum, der Kreativität, Sicherheit und Zukunftskompetenzen fördert“, so Thomas Knöll. Die Gewerbeentwicklungsstrategie trage dazu bei, dass Arbeitsplätze geschaffen werden und die Gemeinde durch langfristige Steuereinnahmen gestärkt würde.


Wichtige Investitionen für die Jugend
„Schule und Kindergarten sind unsere größten finanziellen Projekte. Sie sind wichtige Investitionen in unsere Jugend, und damit in unsere Zukunft“, betonte Gemeinderat Karl Lorch in der Haushaltsrede der FFW-Fraktion.
Das kalkulierte Haushaltsminus von 1,4 Millionen Euro für 2026 sei für viele Bürger schwer nachvollziehbar, würde aber ohne das große Engagement von Bürgermeister und Verwaltung noch deutlich höher ausfallen.
„Trotz aller großer Themen und der Minuszahlen steht unser 2026er-Haushalt auf einem soliden Fundament“, geizte Lorch nicht mit Lob. „Wir finden nur gemeinsam Lösungen“, gab Bürgermeister Wolfgang Gogel die Anerkennung der Verwaltungstätigkeit an die Gemeinderäte zurück.

Haushaltsplan einstimmig verabschiedet
Der Rathauschef gratulierte auch Christina Gombold zur Beförderung zur Hauptamtsleiterin. Die 14 Gemeinderäte stimmten der Verabschiedung der Haushaltsplans 2026 und der Finanzplanung 2027 bis 2029 einstimmig zu.
Positiv wirkt sich auf die Neckartailfinger Finanzen auch der von Architekt Peter Hübner vorgestellte Zwischenbericht der Sanierung der Liebenauschule aus.
Der Planer berichtete, dass man bei der bisherigen Vergabe von 70 Prozent der Gewerke meistens unter den ursprünglich geplanten Kosten des Elf-Millionen-Projekts liege, und damit von der aktuellen konjunkturellen Situation profitiere. (Rudi Fritz)

Zum neunten Mal feiert Nürtingen die Krimizeit.

Die Deutschen lieben es spannend – zumindest, wenn es um Bücher geht. Krimi, Thriller und Horror stehen unangefochten an der Spitze der bevorzugten Genres. Diese Vorliebe teilen sich Frauen wie Männer gleichermaßen und so dürfte die mittlerweile neunte Nürtinger Krimizeit ein gefundenes Fressen für Freunde des gepflegten Grusels darstellen. Das städtische Kulturamt hat in Kooperation mit neun weiteren Kultureinrichtungen ein vielfältiges Programm über Mord und Totschlag auf die Beine gestellt. Insgesamt 17 Veranstaltungen spannen einen abwechslungsreichen Bogen vom Theaterstück über Lesungen bis hin zu den seit Jahren beliebten Krimi-Spaziergängen mit kulinarischem Kick.


Die „Mörderischen Schwestern“
So präsentieren die „Mörderischen Schwestern“ am 5. März im Gok‘schen Keller eine „Ladies Crime Night“. Fünf Autorinnen eines Netzwerks aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, das den von Frauen geschriebenen Kriminalroman fördert, tauchen in die Welt des Verbrechens ein und werden dabei musikalisch von der Sängerin Sally Grayson unterstützt. Den schwarzhumorigen Auftakt zur neunten Nürtinger Krimizeit bestreitet aber der aus dem Polizeiruf 110 bekannte Schauspieler Martin Lindow am 15. Januar in der Stadthalle K3N. In der preisgekrönten Inszenierung der Tourneebühne Landgraf mausert er sich zum Musterschüler, der buchstäblich ein Mordsvergnügen bei der Lektion „Achtsam morden“ entwickelt.

Premiere
Eine Premiere bei der Nürtinger Krimizeit feiert das Improvisationstheater Krimiwerke aus Stuttgart. Am 26. Februar begibt sich das Ensemble gemeinsam mit dem Publikum in der Kreuzkirche auf Verbrecherjagd. Und dabei ist niemand vor Überraschungen sicher, denn erst im Zusammenspiel mit dem Publikum entwickelt sich der Mordfall bis hin zu seiner Lösung.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Veranstaltung mit dem Erfolgsautoren Jean-Luc Bannalec alias Jörg Bong. Er wird im Rahmen eines Gesprächs mit Reinhold Joppich, dem ehemaligen Geschäftsführer von Kiepenheuer & Witsch, den 14. Fall seines beliebten Kommissars Dupin am 12. März in der Stadthalle K3N vorstellen. Den „Bretonischen Versuchungen“ dürften sicherlich viele Krimifans erliegen. Nicht minder fesselnd wird der Besuch der habilitierten Historikerin Karina Urbach am 19. März in der Kreuzkirche. Die Preisträgerin des deutschen Krimipreises 2024, liest aus ihrem ausgezeichneten Roman „Das Haus am Gordon Place“. Darin verwebt sie auf mehreren Zeitebenen einen Mordfall im heutigen London mit Spionage im geteilten Wien der Nachkriegszeit.
Die Nürtinger Krimizeit widmet sich aber nicht nur Verbrechen im Ausland, sondern wirft auch einen Blick darauf, was vor der eigenen Haustür passiert: So lässt Gerd Stiefel am 1. März in der Sammlung Domnick die Ermittlungen seines Protagonisten Karl Grimm in einer Mordserie am Bodensee lebendig werden.


Und Ruth Edelmann-Amrhein schickt am 16. April in der Buchhandlung „Im Roten Haus“ ein Ermittlerduo aus Schwaben auf die Spur des Bösen.


Mordpläne, die nach hinten los gehen
Dass Mordpläne auch mal nach hinten losgehen können und Verbrecher nicht von Pleiten, Pech und Pannen verschont bleiben, schildert Ralf Kramp in seinen schaurig-lustigen Romanen und Kurzgeschichten. Mit seinem zwischen Gänsehaut und Scherzinfarkt pendelnden Auftritt „Wie wär‘s denn mal mit Mord?“ sorgt er am 19. April in der Sammlung Domnick für einen unterhaltsamen Abend.
Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe lädt das Amt für Stadtmarketing und Tourismus am 22. April zu einem fesselnden historischen Stadtspaziergang durch Nürtingen ein.
Ein besonderes Kennzeichen der Nürtinger Krimizeit ist die Verbindung von Nerven- und Gaumenkitzel.
Am 24. und 25. März startet das 3-Gänge-Menü jeweils um 19 Uhr mit einer Vorspeise im Café MaLe, während SWR-Moderator Rudolf Guckelsberger aus „Gift und Gänsebraten“ liest und dabei von Barbara Gäsle am Banjo begleitet wird. Zum Hauptgang im Restaurant Belsers serviert die Neuffener Autorin Isa Klink eine Kostprobe aus ihrem Roman „Düsterkalt“.
Das Dessert im Gok‘schen Keller wird mit einer weiteren literarisch-musikalischen Einlage von Rudolf Guckelsberger und Barbara Gäsle, diesmal an der Gitarre, serviert. Kriminalfälle aus dem mittelalterlichen Nürtingen werden im Rahmen eines Stadtrundgangs zum neuen Leben erweckt: Am 30. Januar und 28. Februar lädt das Amt für Stadtmarketing und Tourismus in Kooperation mit dem Naturtheater Grötzingen zu einer besonderen Stadtführung ein, die unter anderem „Von Hexen und Spitzbuben“ handelt. Eine wärmende Suppe im Café MaLe ist inbegriffen.
Die Spurensuche in einem Kriminalfall kann mitunter ebenso spannend und aufregend sein, wie das Aufspüren von Aromen im Weinglas. Das „Ermittler“-Duo Hartmut Wirsching und Hannes Rehm kombiniert am 7. Februar im Theater im Schlosskeller Fundstücke aus ihren Lieblingskrimis mit persönlichen Weinfavoriten und präsentieren am Ende äußerst schmackhafte Ergebnisse.

Krimis für Kinder
Die Nürtinger Krimizeit hat aber nicht nur für Erwachsene etwas zu bieten. Krimis stehen insbesondere durch Serien wie „Die drei ???“ auch bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs.
Kinderbuchautorin Helene Blanck stellt daher am 13. April in der Stadtbücherei Nürtingen im Rahmen einer interaktiven Mitmachlesung ihren ersten eigenen Band „Fiese Fälscherbande“ aus der Reihe „Die drei ??? Kids“ vor und steht dabei Rede und Antwort.

Info: Weitere Infos, wie zu den Preisen, gibt es unter www.nuertingen.de/krimizeit. nt

Mitmachen, freiwischen, gewinnen – mit dem digitalen Nürtinger Adventskalender unter www.ntz.de/advent die Vielfalt der Stadt entdecken. Einsteigen ist noch möglich.

Der aktuell laufende digitale Nürtinger Adventskalender von Citymarketing und Nürtinger Zeitung sorgt weiterhin für Weihnachtsvorfreude und tägliche Gewinnchancen. Unter www.ntz.de/advent können registrierte Teilnehmer jeden Tag das Geschäft des Tages freiwischen und einen 100‑Euro‑Gutschein gewinnen.
„Wer bisher nicht oder zumindest nicht an allen Tagen dabei war, kann trotzdem noch in dieses Adventskalender-Gewinnspiel einsteigen“, erklärt Gerhard Hemmerich, Mediaberater bei der Nürtinger Zeitung.


„Es besteht weiterhin die Chance auf einen der attraktiven Hauptpreise im Gesamtwert von über 3000 Euro, die an Weihnachten verlost werden. Denn das Hauptpreis-Gewinnspiel kann auch rückwirkend gespielt werden.“ Bereits vergangene Türchen lassen sich nachträglich freirubbeln – und sichern so die Teilnahme an der großen Sonderverlosung. „Dranbleiben lohnt sich also“, macht Gerhard Hemmerich Mut. Nur um verstrichene Tagesgewinne könne nicht im Nachhinein gespielt werden.

Das sind die Hauptpreise
Bisher verzeichnet das Adventskalender-Gewinnspiel knapp 1400 aktiv Teilnehmende. Das ist jetzt schon eine Steigerung von rund einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Eine Anmeldung ist unter www.ntz.de/advent jederzeit möglich. Dann heißt es nur noch loslegen, rubbeln und mit etwas Glück auch gewinnen.

  1. Preis: 1000 Euro Provisions-Rabatt-Gutschein von „ImmoKäpsele“ und zusätzlich ein 500-Euro- Citymarketing-Einkaufsgutschein.
  2. Preis: 450 Euro Brillen-Gutschein von „SEHHAUS Optik“
  3. 400 Euro Betten-Gutschein von „amann. Die Experten für gesunden Schlaf“
  4. Ballonfahrt für 2 Personen im Wert von 400 Euro von der Fahrschule B. Mülln
  5. 300 Euro Fitness-Gutschein von „Fitness(t)raum“
  6. 250 Euro Citymarketing-Gutschein von der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen


    Es ist keine Barauszahlung möglich. Teilnahme ab 18 Jahren.

Wendlinger Bürger sind über das Ausmaß der Rodungen am Ufer irritiert. Anrufe gibt es auch im Rathaus. Von einem üblichen Gehölzrückschnitt kann hier nicht mehr die Rede sein.

Rätselraten in Wendlingen: Viele fragen sich derzeit, weshalb an der Lauter so ein vehementer Kahlschlag stattgefunden hat. Im Rathaus gab es Anrufe. Auch im Ausschuss für Verwaltung, Bildung und Wirtschaftsförderung war die Rodung ein Thema unter den Gemeinderäten. „Von uns kommt das nicht“, zeigte sich Bürgermeister Steffen Weigel ebenfalls erstaunt über das Ausmaß.
Bäume und Gebüsch entlang der Lauter wurden bis auf Stämme und Wurzeln abgesägt. Zwischen Bodelshofen und Wendlingen klafft jetzt auf mindestens hundert Metern auf der rechten Uferseite flussabwärts eine riesige Lücke. Während an anderen Stellen nichts dergleichen zu sehen ist, fragt man sich, warum gerade an diesem Abschnitt der Lauter und weshalb mit dieser „Radikalität“ in die Natur eingegriffen werden musste, wunderte sich auch der Bürgermeister.
Erste Vermutungen nahmen die Hochspannungsleitungen ins Visier. Tatsächlich ragen sie über diesen Teilabschnitt mit dem Einschlag. Dann müsste womöglich die Transnet BW, deren Umspannwerk sich in nächster Nähe zur Lauter befindet, der Verursacher sein.


Wer war es dann?
Ein Anruf unserer Zeitung bei dem Stromversorger brachte zunächst keine Erhellung. „Das ist keine Rodungsaktion, die von der Transnet in Auftrag gegeben wurde“, hieß es dort. Die letzte Pflegemaßnahme an der Lauter sei vor eineinhalb Jahren im Frühjahr 2024 gewesen. „Damals war die Verlegung einer Gasleitung der Grund dafür“, so die Sprecherin.
Wieder zurück zur Stadtverwaltung, zum Ersten Beigeordneten, Markus Lämmle. Von ihm kam wenig später die Antwort. „Die Arbeiten dienten zur Sicherung der darüberliegenden Stromleitungen“, bestätigte Lämmle, der sich nach der Ausschusssitzung ebenfalls kundig gemacht hatte, den Verursacher: die Transnet BW.

Gleichzeitig bekam auch unsere Zeitung auf wiederholte Nachfrage bei der Transnet eine ausführliche Antwort. Entgegen der ersten Aussage, bestätigt die Pressestelle des Unternehmens nun, dass „es sich um den routinemäßigen Rückschnitt für die Sicherheit der 380-Kilovolt-Freileitung“ gehandelt hätte. Die Pressesprecherin erläuterte diesmal, dass für „diese Stromleitung ein Sicherheitsabstand von mindestens fünf Metern vorgeschrieben ist“. Damit der Sicherheitsabstand zwischen Leitung und Büschen und Bäumen stets gewährleistet werden könne, müsse das Pflanzenwachstum im Frühjahr einkalkuliert werden. Außerdem müsse ebenfalls berücksichtigt werden, dass „die Leiterseile je nach Witterung und Auslastung unterschiedlich stark durchhängen“.
Da im Bereich der Lauter, nach Angaben der Sprecherin, der geringste Abstand zwischen Freileitung und Geländeoberkante zehn Meter betragen muss, „erklärt, warum es in diesem Bereich nun tatsächlich recht kahl aussieht“, räumte sie ein.

Das Rückschneiden von Gehölzen gehört zur Unterhaltspflege
Wie sie weiter angab, sind die Maßnahmen Bestandteil der Unterhaltspflege, „zu der wir verpflichtet sind und die bei der Lage innerhalb von Schutzgebieten stets in Abstimmung mit den zuständigen Naturschutzbehörden erfolgen“ muss. Da die Maßnahme auf beiden Uferseiten gemacht werden müsse, habe die Transnet davon abgesehen, beides gleichzeitig auszuführen. Stattdessen werde der zweite Schnitt zeitversetzt erledigt. Verglichen mit dem Pflegekonzept sei dies „verträglicher“.

Weitere Maßnahmen geplant
Inzwischen liegen der Stadt auch die Genehmigungsunterlagen für die Rodungsaktion vor. Dies sei zwar nicht Pflicht, erklärte Markus Lämmle gegenüber unserer Zeitung, aber eine für die Stadtverwaltung wichtige Mitteilung, da sie wissen wolle, wer und was auf ihrer Gemarkung vor sich gehe. Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt hatte den Pflanzenschnitt genehmigt. „Wir werden noch einmal Kontakt mit der Transnet aufnehmen“, sagte Lämmle weiter, insbesondere auch wegen des zweiten geplanten Einschlags auf der gegenüberliegenden Uferseite. Wann dieser geplant ist, das wird die Stadt dann hoffentlich auch erfahren. (Gaby Kiedaisch)

Der Livestream „Gesundheit kompakt“ widmet sich am Montag, 8. Dezember, um 19 Uhr dem Thema „Schmerztherapie heute – Chance für mehr Lebensqualität“. Michael
Kiehlmann, Sektionsleiter Schmerztherapie an den Medius-Kliniken, zeigt Wege auf, wie Betroffene ihren Alltag verbessern können.

Brennen, Kribbeln, Stechen und Ziehen sind nur einige Formen, wie Menschen Schmerzen wahrnehmen. Womit alle Menschen bereits Erfahrung gemacht haben, wird für einen erheblichen Anteil von Leuten ein Dauerzustand: Die Deutsche Schmerzgesellschaft beziffert die Zahl der Betroffenen von chronischen Schmerzen auf mehr als 12 Millionen Menschen. Rund 4,8 Millionen Menschen lebten aktuell gar mit schweren chronischen Schmerzen, berichtete der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin diesen Juni. Die Folge: Chronische Schmerzpatienten sind in ihrem Alltag und ihrer Lebensqualität erheblich eingeschränkt.

Wie Schmerzen chronisch werden
Wenn Schmerzen chronisch werden, das heißt unter anderem länger als drei Monate andauern, beeinträchtigen sie das Leben der Betroffenen erheblich. In dieser Ausgabe von „Gesundheit kompakt“, ist der Titel „Schmerztherapie heute – Chance für mehr Lebensqualität“ deshalb Programm: Zu Gast im Livestream der Medius-Kliniken und der Nürtinger/Wendlinger Zeitung ist Michael Kiehlmann. Der Facharzt für Anästhesie und Spezielle Schmerztherapie leitet die Sektion Schmerztherapie an den Medius-Kliniken sowie die Schmerzambulanz an der Klinik in Ostfildern-Ruit.
Was sind (chronische) Schmerzen eigentlich? Und was passiert dabei genau im Körper? Auf Fragen wie diese antwortet der Experte ebenso wie auf Fragen zur Therapie.
Fortschritte in der Schmerztherapie
Welche Möglichkeiten zur Behandlung gibt es? Welche Fortschritte hat die Medizin in den vergangenen Jahren gemacht? Im Gespräch erläutert Kiehlmann die Stufen der Schmerztherapie, die eine Behandlung möglich machen – und berichtet praktisch aus der Erfahrung, wie die Praxis für Schmerztherapie, ein Medizinisches Versorgungszentrum der Sektion Schmerztherapie der Medius-Kliniken, arbeitet.

Psychische Belastung und Schlafentzug
„Chronischer Schmerz breitet sich im gesamten Leben der Betroffenen aus“, sagt Kiehlmann. Psychische Belastung, Schlafentzug und eingeschränkte Beweglichkeit seien Faktoren, an denen sich Therapieerfolge messen ließen.
Eine Heilung sei zwar ein zu hoch gesetztes Ziel; mit modernen Therapieformen könne Patienten mit den oben genannten Einschränkungen aber Linderung verschafft werden.

Therapieansätze
Schritt für Schritt nimmt Kiehlmann die Zuschauer mit in den Ablauf von der Diagnose bis zur Nachsorge, spricht über herkömmliche und interventionelle Therapieansätze und darüber, wann eine ambulante und wann eine stationäre Behandlung angezeigt ist.
Zudem reißt er auch hoch spezialisierte Formen der Schmerztherapie an, etwa Schmerzschrittmacher und Radio-Frequenzbehandlung.
Mit diesem Überblick zeigt er auf, dass Schmerzen mehr sind als ein Symptom – und zugleich, dass es Wege gibt, mit chronischen Schmerzen Lebensqualität zurückzugewinnen.

Fragen werden live beantwortet
Zuschauer können ihre Fragen zum Thema „Schmerztherapie heute“ bereits vorab und auch noch während des Livestreams an gesundheit@ntz.de mailen.
Ausgewählte Fragen beantwortet Michael Kiehlmann live im Gespräch. Durch den Abend führt Julian Baum von der Nürtinger Zeitung. (Julian Baum)

Hier geht es zum Livestream
Am Livestream teilnehmen kann man kostenlos unter www.ntz.de/medius.
Der Stream wird aufgezeichnet und steht auch im Nachhinein an gleicher Stelle zur Verfügung.

Montag, 1. Dezember, öffnet sich unter www.ntz.de/advent das erste Türchen des
digitalen Nürtinger Adventskalender-Gewinnspiels. Damit beginnt
eine Reise durch 24 Tage voller Weihnachtsvorfreude, Spannung und Gewinnchancen.

Der digitale Nürtinger Adventskalender ist wie ein Schaufenster der Nürtinger Weihnachtszeit – modern, stimmungsvoll, informativ – und spannend! Denn so macht die Adventszeit doppelt Freude: 24 Tage lang entdecken und gewinnen.


24 tägliche Gewinne, Hauptpreisverlosung zu Weihnachten
Am Montag, 1. Dezember, öffnet sich unter www.ntz.de/advent zum ersten Mal in diesem Jahr die magische Welt des digitalen Nürtinger Adventskalenders. Bis einschließlich Mittwoch, 24. Dezember, wird täglich ein Einkaufsgutschein des jeweils zu erratenden Geschäftes in Höhe von 100 Euro verlost. Bei der Sonderauslosung zu Weihnachten winken zusätzlich Hauptpreise im Gesamtwert von mehr als 3 000 Euro.


Kaleidoskop der Geschäftswelt
Jeder Klick eröffnet neue Einblicke in die Vielfalt der Stadt. „Wir möchten die Vorfreude auf Weihnachten mit einem besonderen Erlebnis verbinden“, so die Intention von Citymarketing Nürtingen und der Nürtinger Zeitung. Der digitale Adventskalender ist wie ein Kaleidoskop der Nürtinger Geschäftswelt und macht Lust auf den Besuch in der Innenstadt.
„Der Adventskalender ist ein Stück gelebte Gemeinschaft“, hieß es beim Treffen von Organisatoren und Haupt-Sponsoren kürzlich im Stadtbüro der Nürtinger Zeitung am Obertor in Nürtingen. Gerhard Hemmerich, Mediaberater der Nürtinger Zeitung, drückte in seiner Begrüßung die Freude darüber aus, dass der Nürtinger Adventskalender auch 2025 wieder an den Start geht. „Im vergangenen Jahr hatten wir über 1000 User, die sich angemeldet hatten. Diese Zahl möchten wir natürlich dieses Jahr toppen“, sagte er lächelnd. Er bedankte sich bei den treuen Geschäftspartnern, die dank ihrer Teilnahme schon seit vielen Jahren den Nürtinger Adventskalender überhaupt erst möglich machen. „Und es gibt erfreulicherweise einige Geschäfte und Dienstleister, die jetzt neu mit dabei sind.“


Gemeinschaft als Motivation
Vom Konzept des Nürtinger Adventskalenders überzeugt zeigten sich die Sponsoren. Markus Einsele, Abteilungsleiter Gewerbe- und Firmenkunden Nürtingen bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, sagt: „Es ist toll, dass es diese digitale Plattform gibt, welche die Einzelhändler vor Ort in Nürtingen präsentiert. Wir als regionale Bank unterstützen regionale Geschäfte. Daher ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir mitmachen.“ Dennis Winkel und Angelus de Nitto vom „Fitness(t)raum“: „Wir beteiligen uns erneut, weil der Adventskalender eine wunderbare Möglichkeit ist, Spannung und Weihnachtsstimmung in den Alltag zu bringen. Dazu leisten wir gerne unseren Beitrag.“


Zum ersten Mal als Sponsor dabei ist die Fahrschule B. Mülln. Nadja und Burkhard Mülln freuen sich darauf, das Netzwerk zu unterstützen. „Unsere Motivation ist die Gemeinschaft“, sagen sie beide. „Dieser Adventskalender ist ein gutes Medium, um auf Gemeinsamkeiten unserer Händlerschaft aufmerksam zu machen“, pflichtet Christoph Rubio von „Sehhaus Optik“ bei. „Das Ziel ist, mit gestärkter Händlerschaft die Stadt zu präsentieren.“ Daniel Amann von „Amann – Die Experten für gesunden Schlaf“ findet es ebenfalls eine gute Aktion, um den Verbrauchern zu zeigen, welche Geschäfte es in Nürtingen gibt. „Mit der Adventskalender-Aktion kann ein Anreiz geschaffen werden, lokal einzukaufen.“ Einen Beitrag zu leisten, ist auch der Wunsch von Patrick Wenzelburger von „Immokäpsele“: „Wir möchten diese Aktion unterstützen, die Bekanntheit stärken und schließlich können viele Leute tolle Sachen gewinnen.“ Thomas Holzwarth, zweiter stellvertretender Vorsitzender von Citymarketing Nürtingen, bringt das Adventskalender-Gewinnspiel auf den Punkt: „Spiel, Spaß, Spannung.“


So funktioniert die Teilnahme
Der Startschuss fällt am 1. Dezember 2025 – dann heißt es wieder: täglich klicken, mitfiebern und gewinnen. Dazu unter www.ntz.de/advent kostenlos registrieren und es kann losgehen: Einfach jeden Tag die virtuelle Fläche auf dem Bildschirm freiwischen, bis das Geschäft des Tages erkennbar wird. Es gibt drei Fotos und damit drei Chancen.
Wer das Geschäft des Tages richtig errät, kann einen Einkaufsgutschein des jeweiligen Unternehmens in Höhe von 100 Euro gewinnen. Wer an allen 24 Tagen am Gewinnspiel teilnimmt, hat zusätzlich die Chance, einen der tollen Preise bei der Hauptverlosung zu gewinnen. Dranbleiben lohnt sich also. Um die Hauptpreise kann auch rückwirkend gespielt werden, indem man nachträglich bereits verstrichene Tage „freirubbelt“.

Das sind die Hauptpreise

  1. Preis: 1000 Euro Provisions-
    Rabatt-Gutschein von
    „ImmoKäpsele“ und zusätzlich
    500 Euro Citymarketing-
    Einkaufsgutschein.
  2. Preis: 450 Euro Brillen-
    Gutschein von
    „SEHHAUS Optik“
  3. Preis: 400 Euro Betten-
    Gutschein von „amann.
    Die Experten für
    gesunden Schlaf“
  4. Preis: Ballonfahrt für 2 Personen
    im Wert von 400 Euro von der
    Fahrschule B. Mülln
  5. Preis: 300 Euro Fitness-
    Gutschein von „Fitness(t)raum“
  6. Preis: 250 Euro Citymarketing-
    Gutschein von der
    Kreissparkasse
    Esslingen-Nürtingen

    Es ist keine Barauszahlung möglich. Teilnahme ab 18 Jahren.

Nachdem die SPD-Ortsgruppe öffentlich gemacht hat, dass das Schwimmbad dem Sparkus in Aichtal zum Opfer fallen könnte, sammeln die Rettungsschwimmer nun Unterschriften.

Nachdem die Nürtinger Zeitung am 2. November über Aichtals Sparkurs berichtet hat, schaltet sich die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Ortsgruppe Aichtal ein und setzt sich für den Erhalt des Hallenbads ein. Die Berichterstattung hatte sich unter anderem auf einen Beitrag der SPD Aichtal auf Facebook bezogen.


Partei ruft zum Erhalt auf
Auf ihrer Seite ruft die Partei zum Erhalt des Hallenbads in Neuenhaus auf. In einem Kommentar wird außerdem behauptet, dass über eine Schließung des Hallenbads nachgedacht wird.
Auf Anfrage der Nürtinger Zeitung wollte sich Aichtals Bürgermeister Sebastian Kurz nicht näher zu dem Thema äußern, bestätigte aber, dass das Hallenbad auch bei der kürzlich stattgefundenen Klausurtagung zum angespannten Haushalt thematisiert wurde.
Diskussion trifft DLRG „mitten ins Herz“
Die DLRG sieht sich nun zum Handeln gezwungen. In einer Stellungnahme heißt es: „Mit großer Sorge haben wir als DLRG-Ortsgruppe Aichtal den kürzlich in der Nürtinger Zeitung erschienenen Artikel über unser örtliches Hallenbädchen gelesen.“
Die Diskussion um das Hallenbad als möglicher Einsparposten treffe die DLRG „mitten ins Herz“, denn das Hallenbad sei nicht nur ein zentraler Bestandteil der Stadt Aichtal, sondern auch ein Ort für „Spaß, Bildung, Sport, Begegnungen und Sicherheit“.


250 Menschen trainieren wöchentlich
Wöchentlich trainierten rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Hallenbad Neuenhaus. „Hinzu kommen die regulären Badbesucher, weitere Sportvereine sowie zahlreiche Schulen aus Aichtal und der Region, die das Bad für den gesetzlich vorgeschriebenen Schwimmunterricht nutzen“, heißt es in der Stellungnahme.


Schwimmen als gesellschaftliche Notwendigkeit
Schwimmen sei eine Fähigkeit, die buchstäblich Leben retten kann. „Blickt man auf die Statistiken der letzten Jahre, sieht man nicht nur, dass immer mehr Bäder schließen, sondern gleichzeitig auch immer mehr Menschen ertrinken.“ Schwimmen sei daher eine gesellschaftliche Notwendigkeit. „Ohne die Möglichkeit, Schwimmen zu lernen, nehmen wir unseren Kindern und uns selbst die Chance, unbeschwert Zeit im Freibad, am See oder Meer zu verbringen.“
Erschwerend komme hinzu, dass Kinder, die das Schwimmen nicht frühzeitig lernen, dies später meist nicht mehr nachholen.


Petition ins Leben gerufen
Gemeinsam wolle man ein Zeichen für den Erhalt des Hallenbades und für einen offenen und transparenten Diskurs setzen und ruft deshalb zum Sammeln von Unterschriften auf. Unter www.openpetition.de/htnnz können Befürworter ihre Stimme abgeben. „Ein Hallenbad zu schließen, spart kurzfristig Geld, aber langfristig kostet es Sicherheit“, heißt es in der Stellungnahme.
(von Matthäus Klemke)

Kinderarzt Wolf Rödiger beendet zum Jahresende seine Tätigkeit. Die Stadt will alles tun, um eine Nachfolge zu ermöglichen. Doch die ist bislang nicht in Sicht.

„Viele Eltern sind in heller Aufregung“, beschrieb Stadtrat Volker Kleefeldt die Reaktion auf die kursierende Nachricht, dass der einzige Kinderarzt in Wendlingen bald seine Praxis schließen wird. Angesichts der schwierigen Lage vielerorts, überhaupt einen neuen Arzt zu finden, sind viele Eltern darüber beunruhigt, was aus der medizinischen Versorgung ihres Kindes künftig werden soll.
Ein Anruf beim Kinderarzt in Kirchheim bringt mehr Klarheit. Dort betreibt Wolf Rödiger, gemeinsam mit zwei weiteren Fachärzten, ein Medizinisches Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin im Alten Haus (MVZ). Nach seiner Auskunft wird er bis zum Jahresende, 31. Dezember, aus privaten Gründen aufhören. Daher ist lediglich die in Wendlingen zum MVZ gehörige Praxis-Zweigstelle in der Alten Volksbank von einer möglichen Schließung bedroht. Es sei denn, es findet sich ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin noch in den nächsten Monaten. „Ich möchte, dass meine Patienten gut versorgt werden und halte deshalb schon lange nach einer Nachfolge Ausschau“, sagte er. Die Suche gestaltet sich allerdings nicht einfach. Das räumte Wolf Rödiger im Gespräch mit unserer Zeitung ein: „Wenn sich eine Nachfolge lohnen würde, dann würden hier die Ärzte Schlange stehen“, sagte der langjährige Kinder- und Jugendarzt, und erhebt damit schwere Vorwürfe, vor allem auch in Richtung Gesundheitspolitik. Bei der Suche nach einer Nachfolge hat er sich sogar professionelle Hilfe von einer Agentur geholt, die bundesweit sucht.


Kann die Stadt bei der Suche nach einem Nachfolger helfen?
Sehr erfreut ist Rödiger dagegen von der Stadt Wendlingen, die bei der schwierigen Suche nach einer Nachfolge auch diesmal ihre Unterstützung zugesagt hat. Um den kleinen Patienten in Wendlingen eine Behandlung vor Ort weiterhin zu gewährleisten, hatte die Stadt vor fünf Jahren die Praxisräume in der Alten Volksbank an Rödiger vermietet, wo seither noch dreimal pro Woche eine Sprechstunde für die Wendlinger Patienten eingerichtet ist. Mit dem Auslaufen des Mietvertrags zum 30. November soll dann auch die Zweigstelle geschlossen werden.
Nach Auskunft von Bürgermeister Steffen Weigel möchte die Stadt die Praxisräume vorerst nicht weiter vermarkten. Stattdessen will sie die Räume für eine mögliche Praxisübernahme eines neuen Arztes freihalten. „Also optimale Startchancen für eine Nachfolge“, äußerte sich Weigel. Geplant sind außerdem gemeinsame Werbeanzeigen von Stadt und Arzt.


Wie geht es mit der Weiterbehandlung der Kinder weiter?
Dass es schwierig wird, einen neuen Kinderarzt für sein Kind zu finden, diese Erfahrung haben wohl einige Eltern aus Wendlingen bereits gemacht. Nach den Anrufen einer Mutter zufolge gebe es im Umkreis von 35 Kilometern keine Kinderärzte, die Neupatienten aufnähmen. Auch die Stundenzahl des Kinderarztes könne von den Kollegen im MVZ in Kirchheim nicht aufgefangen werden. Wolf Rödiger dazu: „Die Kapazitäten reichen von meinen Kollegen dafür nicht aus.“
„Das ist zweifellos eine schwierige Situation“, fühlt die Kassenärztliche Vereinigung in Stuttgart auf unsere Nachfrage mit den Eltern mit. „Sicherlich könnten die Eltern versuchen, in der ‚Hauptpraxis‘ unterzukommen“, rät Kai Sonntag, Leiter im Stabsbereich Kommunikation. Offensichtlich ist der KV bisher nicht bekannt, dass dies von Rödigers Kollegen nicht geleistet werden kann. Anders kann sonst diese Antwort nicht interpretiert werden.
Weiter rät die KV, dass „sich die Eltern an die Terminservicestelle der KVBW unter der 116 117 wenden. Die Terminservicestelle vermittelt auch Kinderarzttermine, kann aber natürlich nur dann einen Termin vermitteln, wenn es einen gibt. Gegebenenfalls müssten die Eltern auch den Suchradius erweitern.“


Wie die Fristen für den Arztsitz geregelt sind
Ausgeschrieben zur Nachbesetzung ist der Praxissitz des Kinderarztes bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Er habe auch beantragt, dass der Arztsitz nach Wendlingen wieder zurückgehe. Wie hier aktuell der Stand ist, darüber konnte Rödiger keine nähere Auskunft geben. Er hofft jedenfalls, dass bei einer Zusage eines Interessenten die KV sich sehr rasch entscheiden werde.
Bis 30. Juni 2026 bleibt der Sitz des Kinderarztes in Wendlingen erhalten. Die KV sagt dazu: Dass „in der Regel die Praxis nach sechs Monaten nachbesetzt werden sollte“, sonst würde „danach der Sitz wegfallen“. Diese Frist könne aber verlängert werden. Könnte das ein Lichtblick für die Eltern sein?
„Die Voraussetzungen für einen Kinderarzt in Wendlingen könnten nicht besser sein“, ist Bürgermeister Weigel optimistisch, und weist auf das geplante Ärztehaus auf dem Areal des „Stadtstrands“ in der Stadtmitte hin.
Dorthin könnte ein Kinderarzt in der Alten Volksbank später einmal in neue Praxisräume umziehen. Auch Wolf Rödiger ist zuversichtlich.
Er hat noch ein paar Gespräche mit Kinderärzten, die Interesse an der Kinderarztpraxis haben: „Vielleicht tut sich da noch etwas.“ (Gaby Kiedaisch)

Der Gemeinderat genehmigt die Entwurfsplanung. Die umgestalteten Räume
in der ehemaligen Hauptschule sollen Ende nächsten Jahres bezugsfertig sein.

Früh hatte sich die Gemeinde Großbettlingen auf den Weg gemacht, die ab dem Schuljahr 2026/27 gesetzlich geforderte Ganztagsbetreuung an Grundschulen räumlich umzusetzen: Bereits im Dezember 2024 hatte das Land über das Investitionsprogramm Ganztagsausbau eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 803.000 Euro zugesagt.
Nun legte Alexander Wendler vom Architekturbüro Immobilien Management Main-Wertheim dem Gemeinderat die Entwurfsplanung vor.


Gremium votiert einstimmig
Das Gremium votierte einstimmig dafür – der Bauantrag kann zügig gestellt werden. Wenn alles gut läuft, können die umgestalteten Räume Ende nächsten Jahres bezogen werden. Die Planung sei in enger Absprache mit der Schule und den Mitarbeitenden der Ganztagsbetreuung entstanden.
Auch hat laut Bürgermeister Christopher Ott eine Informationsveranstaltung stattgefunden: „Wir wissen, wohin der Weg gehen soll.“
Laut Planer handelt es sich vor allem um ein Fitmachen der ehemaligen Fachräume (Physik und Chemie) und Klassenzimmer in der einstigen Hauptschule, bauliche Maßnahmen hielten sich in Grenzen. Zum einen wird laut Planung der Haupteingang neu gestaltet und ein überdachter Außenbereich eingerichtet.
Die Toiletten werden ins Schulgebäude integriert, damit einhergehend wird auch das Foyer erweitert. Bislang müssen die Schüler über den Schulhof, um auf die Toiletten zu kommen.
Im Sinne der Barrierefreiheit muss über die drei Stockwerke zudem ein Lift eingebaut werden. Die beiden oberen Stockwerke gehen jeweils über drei Ebenen hinweg, die Höhenunterschiede werden laut Planung mit insgesamt vier Treppenliften überwunden. Auch wird ein barrierefreies WC im Gebäude eingerichtet.


Bei Brandschutzkonzept nicht bei null anfangen
Das Architekturbüro hatte bereits ein Gespräch mit der Baurechtsbehörde des Landratsamts Esslingen geführt, um sich im Vorfeld eng abzustimmen.
In diesem Zusammenhang wurde auf das erforderliche Brandschutzkonzept hingewiesen, das ein Fachplaner erstellen wird. Man müsse hier, so Wendler, nicht bei null anfangen – einiges sei bereits vorhanden.


Arbeiten während des Schulbetriebs
Die (Um-)Bauarbeiten fänden im laufenden Schulbetrieb statt – die Schule werde zu einer Baustelle, das lasse sich nicht vermeiden. Aber, so der Planer: Große und vor allem laute Arbeiten sollen so weit wie möglich in den Ferien stattfinden.
„Wir werden uns arrangieren“, sicherte er zu. Die Arbeiten wie auch die Ausstattung der Räume bewegt sich laut Kostenschätzung in einer Höhe von 1,2 Millionen Euro.