Zwischen Lichtensteinstraße und Achalmstraße werden ab September 2026 vier neue Mehrfamilienhäuser entstehen. Bauherr ist die Neckar-Fils Wohnbaugenossenschaft.
Die Neckar-Fils eG, damals noch Siedlungsbau Neckar-Fils, ist in Wendlingens Stadtmitte schon lange präsent. 39 Wohnungen besaß die Genossenschaft zwischen Lichtensteinstraße und Achalmstraße.
Die Häuser, die noch aus den 1950er-Jahren stammen, hatten allerdings ihre beste Zeit schon länger hinter sich. Und so beschloss man bei der Wohnbaugenossenschaft, es sei Zeit, an diesem prominent in der Stadtmitte gelegenen Ort die alten Häuser durch drei Neubauten zu ersetzen. Im Oktober 2019 erfolgte die Mehrfachbeauftragung. Sie dient in der Immobilienwirtschaft dazu, den optimalen Architekturentwurf für ein Bauvorhaben zu finden.
Ein Invest von 22 Millionen Euro
Die Mieter zogen in Ersatzwohnungen, die Versorgungsleitungen in den Häusern wurden gekappt, um den Abriss der Altbauten angehen zu können. 2020 beschloss man bei der Neckar-Fils eG, das Gelände zu arrondieren und kaufte eine Hälfte des Doppelhauses in der Talstraße hinzu. „Dann allerdings kam 2022 der Ukrainekrieg. Und im Zuge dessen kamen auch Flüchtlinge aus der Ukraine zu uns“, sagt Fritz Krämer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Neckar-Fils eG.
Um die erste Not zu überbrücken und diesen Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten, bot man die leeren Wohnungen dem Landratsamt als Unterkünfte an. Die Behörde hätte damals allerdings die Anschlüsse für Wasser und Strom wiederherstellen müssen und winkte ab.
Dann schossen die Baukosten um 50 Prozent nach oben. „Ein absoluter Wahnsinn“, sagt Carsten Martini, ebenfalls geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Genossenschaft. Das Projekt wurde also erst einmal zurückgestellt. Doch obwohl sich lange nichts tat, die Pläne für die Neubauten waren nicht vom Tisch. Im Februar 2023 erfolgte der Abriss der alten Wohngebäude. Ende Dezember 2023 reichte die Genossenschaft dann das Baugesuch beim Landratsamt ein. Bis die Genehmigung auf dem Tisch lag, dauerte es 15 Monate. „Mittlerweile hatten sich die Baukosten wieder stabilisiert. Auf hohem Niveau natürlich“, berichtete Martini. Nun konnte man auch die zweite Hälfte des Doppelhauses erwerben, was die Möglichkeit eröffnete, ein weiteres Mehrfamilienhaus einzuplanen. Bei der Neckar-Fils eG übernahm ab 2025 die eigene Architekturabteilung die Regie und begann mit der Detailplanung und den Ausschreibungen.
„Mittlerweile liegen die Ausschreibungsergebnisse für den Rohbau vor“, sagt Martini. 22 Millionen Euro wird die Genossenschaft in Wendlingen investieren. Der Geschäftsführer rechnet mit einer Bauzeit von 28 bis 30 Monaten. Somit wären die vier Gebäude bis im Frühjahr 2029 fertig gebaut. Im Herbst könnten dann die Mieter einziehen. Die Gebäude werden mit Photovoltaikmodulen auf den Flachdächern ausgestattet. Geheizt wird mit Erdwärme.
„Wir waren erleichtert, als die Probebohrungen ergaben, dass der Untergrund frei von Gipskeuper ist“, sagt Fritz Krämer schmunzelnd.
15 Euro pro Quadratmeter werde man für die Miete investieren müssen, sagt Carsten Martini. Für den Tiefgaragenstellplatz werden nochmals 70 Euro fällig. Ob es dabei bleibt, steht noch nicht fest. „Wir werden nach Fertigstellung der Häuser nochmals neu kalkulieren müssen“, sagt Martini.
Man versuche, die Mietpreise mitgliederfreundlich zu gestalten.
Der Spielraum der Genossenschaft sei jedoch im Laufe der Jahre merklich geschrumpft, räumt er ein. (Sylvia Gierlichs)

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