Gesundheit kompakt-Livestream am Montag, 18. Mai, 19 Uhr: Oberarzt Dr. Michael Buchmann von der Medius-Klinik Kirchheim spricht zum Thema „Depression im Alter – eine (un)heimliche Krankheit“ und beantwortet Zuschauerfragen.
Wenn Menschen älter werden, verändert sich vieles. Nicht nur körperlich, sondern auch sozial und emotional. Doch während körperliche Beschwerden meist ernst genommen werden, weil sie äußerlich sichtbarer sind, bleiben seelische Belastungen im höheren Lebensalter häufig im Verborgenen. Genau hier setzt der kommende Gesundheit kompakt-Livestream von Medius-Kliniken und Nürtinger Zeitung an:
Am Montag, 18. Mai, um 19 Uhr spricht Dr. Michael Buchmann, Oberarzt der Tagesklinik für Ältere an der Medius-Klinik Kirchheim, über Ursachen, Warnsignale und Behandlungsmöglichkeiten von Depressionen im Alter – und beantwortet live die Fragen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Dr. Buchmann möchte das Thema aus der Tabuzone holen. Sein bewusst gewählter Titel „eine (un-)heimliche Volkskrankheit“ spielt auf zwei Aspekte an: unheimlich, weil Persönlichkeitsveränderungen Angehörige verunsichern. Und heimlich, weil viele Betroffene schweigen – aus Scham oder Unwissen. Der Livestream soll informieren, entlasten und den Menschen Mut machen.
Verschiedene Ursachen für Depressionen
Es ist zu beobachten, dass sich manche ältere Menschen zurückziehen, erschöpft wirken oder Interessen verlieren – Symptome, die Angehörige häufig als „normale Alterserscheinung“ deuten. Doch hinter Antriebslosigkeit, Schlafstörungen oder sozialem Rückzug kann eine ernstzunehmende Erkrankung stehen. Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen im höheren Lebensalter. Sie entstehen durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Viele Betroffene erleben Verluste, Krankheiten oder Einschnitte wie den Übergang in den Ruhestand. Gleichzeitig verändern sich biologische Prozesse im Gehirn.
Im Livestream wird Michael Buchmann unter anderem auf das Vulnerabilitäts-Stress-Kompetenz-Modell eingehen – ein wissenschaftlich fundiertes Erklärungsmodell. Vulnerabilität bedeutet, dass manche Menschen eine erhöhte seelische Verletzlichkeit mit sich bringen als andere, etwa durch genetische Faktoren oder frühere psychische Erkrankungen. Stress, unter anderem bedingt durch belastende Lebensereignisse wie den Verlust des Partners, Pflegebedürftigkeit, chronische Schmerzen oder Einsamkeit, kann diese Verletzlichkeit verstärken. Kompetenzen wiederum sind die Schutzfaktoren.
Ein Ziel ist es, die Stärken zu stärken
Dazu zählen soziale Unterstützung, stabile Alltagsstrukturen oder frühere Bewältigungsstrategien. Diese können helfen, Krisen zu meistern. Der erfahrene Mediziner macht Mut und gibt Hoffnung: „Man kann auch im Alter Kompetenzen neu erwerben.“ Wichtig sei, sich nicht auf die Schwächen zu konzentrieren, sondern die Stärken zu stärken und sich beispielsweise zu fragen: „Was kann ich trotz einer gewissen Einschränkung machen?“
Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie wird während des Livestreams verständliche und praxisnahe Einblicke in Diagnostik, Therapie und Unterstützungsmöglichkeiten geben.
Er wird der Frage nachgehen, wie man Depressionen im Alter erkennt und welche Risikofaktoren und Auslöser es gibt. Außerdem wird er erklären, wie sich Depressionen von altersbedingten Veränderungen oder Demenz unterscheiden.
Der Experte wird auch ausführlich darstellen, welche Therapie- und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, wie Angehörige helfen können und wie sie entlastet werden.
Wie die Tagesklinik für Ältere unterstützt
Ein zentraler Baustein in der Behandlung kann die Tagesklinik für Ältere an der Medius-Klinik Kirchheim sein, in der Dr. Buchmann als Oberarzt tätig ist. In haltgebendem Rahmen werden die Patientinnen und Patienten montags bis freitags von 8.30 bis 15.30 Uhr betreut. Die Abende und Wochenenden verbringen sie zu Hause. Die Tagesklinik mit 18 Behandlungsplätzen bietet strukturierte Tagesabläufe, die Halt und Orientierung geben, psychotherapeutische Behandlung individuell und in Gruppen, medizinische Diagnostik und medikamentöse Behandlung, sozialpsychiatrische Unterstützung, etwa bei Alltagsbewältigung oder Angehörigenberatung, aktivierende Angebote wie Kunst-, Musik- und Bewegungstherapie sowie vieles mehr. Die durchschnittliche Behandlungsdauer beträgt sechs bis acht Wochen.
Hier können Fragen gestellt werden
Dieser Livestream möchte Hilfestellung geben. Denn Depression im Alter betrifft viele – aber wenige sprechen darüber. Frühes Erkennen ist wichtig für den Behandlungserfolg und Angehörige sind oft die ersten, die Veränderungen bemerken. Dr. Buchmann wird praxisnah, verständlich und empathisch aus seinem beruflichen Alltag berichten. Der Livestream bietet die ideale Gelegenheit, dem Experten Fragen zu stellen, denn das Gesundheit kompakt-Format lebt vom Austausch mit den Zuschauern. Interessierte können ihre Fragen bereits im Vorfeld und auch noch während des Livestreams per E-Mail an gesundheit@ntz.de senden.
Diese werden anonymisiert vorgelesen und vertraulich behandelt. Durch den Abend führt Lia Hiller von der Nürtinger Zeitung.
Hier geht es zum Livestream
Am Livestream teilnehmen kann man bequem von zu Hause aus oder mobil von unterwegs unter dem Link www.ntz.de/medius.
Der Stream steht auch im Nachhinein zum Anschauen zur Verfügung. (Lia Hiller)

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