Nürtingen

Asiatische Tigermücke ist auch im Landkreis Esslingen auf dem Vormarsch

Das Insekt überträgt Krankheitserreger wie das Dengue oder Chikungunyavirus. Das Gesundheitsamt rät zu Vorsichtsmaßnahmen.

Die Asiatische Tigermücke wurde 2023 erstmalig im Landkreis Esslingen nachgewiesen. Mittlerweile gibt es bestätigte Funde aus den Gemeinden Holzmaden und Kirchheim. Die Tigermücke kann Krankheitserreger wie Denguevirus, Chikungunyavirus und das West-Nil-Virus auf den Menschen übertragen und ist damit für den Gesundheitsschutz besonders relevant.
Obwohl die Asiatische Tigermücke in tropischen und subtropischen Regionen des Indischen und Pazifischen Ozeans beheimatet ist, passt sie sich erfolgreich kühleren Regionen an. Schon 1979 fand sie den Weg nach Europa, wo sie erstmals in Albanien nachgewiesen wurde. Seit 1999 fühlt sie sich auch in Südfrankreich heimisch. In Baden-Württemberg findet man sie seit 2007 am Oberrhein.

Die Mücke hat eine auffällige Zeichnung

Anders als viele heimische Mückenarten ist die Tigermücke tagaktiv und ausgesprochen hartnäckig bei der Futtersuche. Tigermücken fallen durch ihre markante schwarz-weiße Musterung auf. Die fünf weißen Streifen an den Hinterbeinen erinnern an die Zeichnung eines Tigers. Zudem ist die Tigermücke kleiner als viele heimische Arten und erreicht nur etwa drei bis acht Millimeter Körperlänge.

Der Aktivitätszyklus der Mücke reicht von April bis Oktober. Die höchste Anzahl der Insekten wird üblicherweise im August und Anfang September beobachtet. Häufig wird die Art daher erst im Hochsommer wahrgenommen. Die Tigermücke legt ihre Eier bevorzugt an ruhigen, stehenden Wasserstellen ab. Bereits geringe Mengen genügen, etwa Restwasser in Blumentöpfen, Gießkannen, Pflanzenuntersetzern, kleinen Becken oder Stauwasser in Straßenabläufen. Besonders nach Starkregenereignissen ist es wichtig, auch kleinste Wasseransammlungen aufmerksam zu kontrollieren, da bereits geringe Mengen ausreichen.

Vorsicht bei Regentonnen und Gießkannen
Gleich im Frühjahr wird zur Bekämpfung empfohlen, Gießkannen, Eimer und Blumenkübel umzudrehen oder überdacht zu lagern, damit sich kein Regenwasser ansammeln kann. Angeraten ist, Vogeltränken im Garten regelmäßig zu säubern und das Wasser auszutauschen. Regentonnen und ähnliche Wassersammelgefäße sollten abgedichtet werden. Lässt sich dies nicht sicher umsetzen, sollte die Regentonne regelmäßig entleert werden oder das Wasser mit sogenannten Bti-Tabletten behandelt werden.

Das müssen Reiserückkehrer beachten
Dabei handelt es sich um einen biologischen Wirkstoff zur Bekämpfung von Stechmückenlarven. Nach dem Schlüpfen halten sich Tigermücken in der Regel meist innerhalb eines Radius von etwa 300 Metern um den Schlupfort auf. Werden Tigermücken entdeckt, befinden sich in der Nähe in der Regel auch Brutstätten, die beseitigt werden müssen.
Wichtig für Reiserückkehrer: In Regionen, in denen sich die Asiatische Tigermücke etabliert hat, besteht nach der Rückkehr aus einem Endemiegebiet die Möglichkeit einer Weiterverbreitung oben beschriebener, durch Mücken übertragbarer Erkrankungen.

Während einer Blutmahlzeit können Tigermücken insbesondere in den Tagen direkt vor und nach Erkrankungsbeginn Viren aus dem Blut aufnehmen und nach einer Inkubationszeit weitergeben.
Das Gesundheitsamt empfiehlt daher Personen, die eine Reise in die Tropen oder Subtropen planen, im Sommer und Frühherbst den Mückenschutz auch nach der Rückkehr für zwei Wochen beizubehalten. Das kann durch bedeckende Kleidung, Repellentien, also Biozide, die durch ihren Duft Insekten, Stechmücken und Zecken fernhalten und so einen Stich verhindern sollen, sowie Netze und Fenstergitter geschehen. Vor und nach der Reise sollten potenzielle Brutstätten in Wohnortnähe mückensicher gestaltet werden.
Ausführliche Informationen zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke und zur Meldung von Verdachtsfunden hat das Gesundheitsamt in einem Merkblatt zusammengestellt.

Info: Das Merkblatt findet man auf der Homepage des Landkreises Esslingen unter dem Suchbegriff Tigermücke. pm

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