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Schleppender Start, Durchhänger im August, insgesamt zufriedenstellend: So war die Freibadsaison im Kreis Esslingen

Ausnahmezustände wegen Übergriffen wie in manch Großstadt gab es in den Freibädern im Kreis Esslingen nicht. Doch in manchen Bädern stellt man durchaus steigende Aggressionen unter den Badegästen fest. Mancherorts fiel auch der Start in die Freibadsaison direkt ins Wasser. In Deizisau etwa wurde das Freiluftbaden angesichts der Wetterlage Anfang Mai kurzerhand um zwei Wochen verschoben. Andere Bäder hatten zwar geöffnet, konnten aber bei Regenwetter bis weit in den Mai hinein anfangs nur wenige Besucher begrüßen. Dann aber gab es Sonne satt – bis der August die Bilanz wieder trübte.
In Esslingen zeigt man sich sehr zufrieden mit der Freibadsaison: Mit insgesamt rund 130 000 Besuchern in Neckarfreibad und Hallenfreibad Berkheim habe man etwas mehr Badegäste zu verzeichnen als in den vergangenen Jahren, heißt es von den Stadtwerken Esslingen. Allerdings sei es auch in diesem Jahr vereinzelt zu Belästigungen und Pöbeleien in den Freibädern gekommen. Betrachte man die vergangenen fünf Jahre, so sei durchaus eine Zunahme von Verstößen zu erkennen. Zudem beobachte man, dass die Hemmschwelle im Hinblick auf „Entgleisungen in Ton und Form“ heute schneller überschritten werde als früher.
„Es hätten gerne etwas mehr Besucher sein können“, sagt hingegen Nadine Jud von der Gemeindeverwaltung in Deizisau. Mit knapp 40 000 Besuchern seien etwa 2000 Badegäste weniger gekommen als im vergangenen Jahr. Angesichts der Wetterlage und dem Entschluss, zwei Wochen später zu öffnen, sei das Ergebnis aber in Ordnung, so Jud. Unterdessen seien die Energiekosten im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen – genaue Zahlen dazu gebe es aber noch nicht. Gleich zu Beginn der Badesaison und über den gesamten Sommer hinweg sei es vermehrt zu intensiven Diskussionen und Ermahnungen wegen der Einhaltung der Baderegeln gekommen, berichtet Jud. Insgesamt seien bislang fünf Badeverbote ausgesprochen worden – das entspreche dem Niveau des Vorjahres.
Wernau verzeichnet einen guten Sommer. „Es war eine ruhige und angenehme Saison“, sagt Michael Bauer, Amtsleiter für Finanzen und Personal in Wernau. Mit rund 60 000 Besuchern habe man deutlich mehr Badegäste begrüßt als im Vorjahr, in dem die Besucherzahl mit rund 53 500 in etwa dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre entsprach. Was Übergriffe und Auseinandersetzungen angeht, sei die Situation ähnlich gewesen wie in den Vorjahren: keine nennenswerte Vorfälle. Lediglich ein Hausverbot sei erteilt worden. Die Energiekosten hingegen hätten sich gegenüber 2022 nahezu verdreifacht, so Bauer.
Auch in Reichenbach ist man zufrieden. Die Hitze im Juni und Juli habe zu hohen Besucherzahlen geführt, berichtet Wolfgang Steiger, Leiter der Kämmerei. „Leider ging dem Sommer im August die Puste aus.“ Aber zum Schluss habe es wieder schönes, warmes Wetter gegeben. Mit rund 51 000 Besuchern liege man im Durchschnitt der vergangenen Jahre.
Aufgrund der Wetterverhältnisse sei diese Saison etwas zögerlicher gestartet, heißt es aus der Stadt Kirchheim. Dann aber folgten noch genügend Sonnentage. Man hoffe, die Zahl von 110 000 Besuchern zu erreichen und damit auf ein ähnliches Niveau wie sonst zu kommen, sagt Kirchheims Stadtsprecherin Vanessa Palesch. Ebenfalls durchschnittlich sei die Zahl der Hausverbote und Polizeieinsätze gewesen, die es vereinzelt gegeben habe, wenn Personen das Bad nicht verlassen wollten.
In Nürtingen blickt man auf eine gute Saison ohne Unfälle zurück. Allerdings sei die Zahl der Besucher mit rund 144 000 niedriger gewesen als sonst, teilt Christoph Ballhaus von den Nürtinger Stadtwerken mit. Zudem sei der Umgang unter den Badegästen schwieriger geworden. Dank des Einsatzes von zusätzlichen Sicherheitskräften an Brennpunkttagen sei die Saison bislang aber ohne Anzeigen und Hausverbote verlaufen.
Auch ins Höhenfreibad Neuffen kamen weniger Badegäste: Mit nur rund 17 700 sogar erheblich weniger als im vergangenen Jahr, in dem laut Yvonne Dolde von der Neuffener Kämmerei mit rund 36 500 ähnlich viele Besucher gezählt wurden wie im Vor-Corona-Jahr 2019. Dafür gab es hier zwei größere Auseinandersetzungen, und damit zwei mehr als im Vorjahr. Zudem habe man mit Personalengpässen zu kämpfen gehabt.
In Denkendorf lagen die Besucherzahlen mit 90 000 ebenfalls unter Vorjahresniveau, wenn auch nur leicht. Dennoch zeigt man sich zufrieden mit der Saison.

Info: Für das Neckarfreibad in Esslingen haben die Stadtwerke die Saison bis zum 15. September verlängert. Wernau, Reichenbach und Denkendorf haben am vergangenen Sonntag ihre Pforten geschlossen. Das Nürtinger Freibad werde Mitte September seine Pforten schließen, teilen die örtlichen Stadtwerke mit. Das Kirchheimer Freibad schließt regulär am 17. September, auch das Höhenfreibad Neuffen soll dann schließen – sofern es bis dahin sonnig bleibt. In Deizisau endet die Freibadsaison grundsätzlich am letzten Sonntag im September, in diesem Jahr also am 24. September. 

meb / Foto: Roberto Bulgrin