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Esslingen

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Der Esslinger Gemeinderat macht den Weg frei für die nächste Etappe einer Erneuerung der Gebäude-Infrastruktur. Haus 2 ist mit OP-Sälen, Kreißsaal und Intensivstation ein Herzstück des Klinikums. Mehr als die Hälfte der Kosten von 197 Millionen Euro soll das Land übernehmen.

Quer durch die Republik ist die Krankenhauslandschaft in Bewegung. Im Klinikum Esslingen hat man schon vor Jahren festgestellt, „dass die Umsetzung moderner und patientenorientierter Versorgungs- und Unterbringungsstrukturen nur mit einem umfassenden Neubauvorhaben realisierbar sind“. Deshalb wurde 2021 ein Masterplan Bau für die nächsten 15 Jahre aufgelegt. Ziel ist es, hohe medizinische Qualität und qualifizierte Pflege langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Mit einem neu gebauten Haus 0 wurden im vergangenen Jahr Ausweichflächen für Neubauten geschaffen. Nun will das Klinikum die nächste Etappe angehen. Einstimmig hat der Gemeinderat den Weg für eine 197-Millionen-Euro-Investition freigemacht – stattliche Landeszuschüsse sollen fließen. Esslingens OB Matthias Klopfer verwies auf die tief greifenden Veränderungen in der deutschen Krankenhauslandschaft: „Wir wissen nicht, was sich gesundheitspolitisch auf Bundesebene in nächster Zeit noch tun wird.“ Sicher sei, dass in Stuttgart und in den Nachbarkreisen teils erheblich in die stationäre Gesundheitsversorgung investiert werde. Ihren Kurs haben Stadt und Klinikum mit ihrem Masterplan Bau abgesteckt – nun geht es an dessen Umsetzung. Dass solche millionenschweren Investitionen nicht leicht zu stemmen sind, machte der Finanzdezernent Ingo Rust deutlich – zumal finanzielle Hilfen der Coronazeit wieder wegfallen. „Mit unserem Masterplan sichern wir langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Klinikums, eine hoch qualifizierte medizinische Versorgung, effiziente Abläufe und Wirtschaftlichkeit, und wir steigern unsere Attraktivität als Arbeitgeber“, sagte Klinikumsgeschäftsführer Matthias Ziegler.
Der anstehende Bauabschnitt sieht Abriss und Neubau des Hauses 2 mit acht OP-Sälen, Aufwachraum, Notfallzentrum, Intensivtherapiestation, Kreißsaal sowie zwei Allgemeinpflegestationen vor. Außerdem wird eine neue zentrale Betriebstechnik für alle Gebäude des Klinikums mit einer Ringtrasse gebaut.
Bis das bestehende Gebäude abgerissen werden kann, sind viele Vorarbeiten und Umzüge notwendig. „Und wir bewältigen in diesem Jahr außerdem 24 Teilprojekte, die alle notwendig sind, um das Haus gänzlich leer räumen zu können“, erklärte Matthias Ziegler. „Allein das ist schon ein Mammutprojekt.“ Aber bei allen überwiege die Vorfreude auf das neue Gebäude.
Mit 197 Millionen Euro ist dieser Bauabschnitt kalkuliert. Klinikum und Stadt hatten auf eine geringere Summe gehofft, doch je konkreter die Planungen wurden, desto klarer zeichnete sich ab, dass der Aufwand deutlich größer werden würde – etwa durch zusätzliche Infrastrukturmaßnahmen, die bereits auf die Erfordernisse der folgenden Bauabschnitte ausgerichtet werden, oder durch einen aufwendigeren Anschluss an angrenzende Gebäude. Alles hätte sich auf 213 Millionen Euro summiert. Dank diverser Einsparungen wie dem Verzicht auf eine fünfte Ebene für Haus 2 pendelten sich die Kosten bei jenen 197 Millionen Euro ein, die nun das Maß aller Dinge sind. Damit sieht sich der Finanzbürgermeister nun auf der sicheren Seite: „Wir sind mit kaufmännischer Vorsicht herangegangen. Das ist eines der am besten vorbereiteten Hochbauprojekte in Esslingen geworden.“ Da sich die Landeszuschüsse für Klinikprojekte dieser Dimension zuletzt deutlich erhöht haben, rechnet die Stadt mit rund 108 Millionen Euro aus dem Landessäckel – Esslingen müsste dann knapp 89 Millionen Euro stemmen. Im Gemeinderat fanden die Pläne durchweg positive Resonanz.

Die Zukunftspläne des Esslinger Klinikums
Der Masterplan: 
Das Klinikum verfügt über zehn miteinander verbundene Gebäude- und Gebäudeteile, der größte Teil ist mehr als 50 Jahre alt. Die Masterplanung sieht innerhalb der nächsten 15 Jahre den Neubau aller wesentlichen Klinikfunktionen und eine Sanierung der noch verbleibenden Gebäude vor.
Der Start: Im Mittelpunkt stehen drei Neubauten mit rund 19 000 Quadratmetern Nutzfläche, die im Erdgeschoss miteinander verbunden sind. In einem ersten Schritt wurde ein Modul-Gebäude (Haus 0) errichtet, das nötige Ausweichflächen bietet.   (adi)