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Lia Hiller

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Der Zweckverband Region am Heidengraben legt seinen Wirtschaftsplan für das Jahr 2026 vor. Es wird ein Defizit erwartet. Das sei aber keine wirtschaftliche Schwäche, heißt es in der Pressemitteilung. Neue Projekte sind in Planung.

Erst kürzlich ist der Heidengraben in den Fokus der bundesweiten Öffentlichkeit gerückt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte beim Besuch des Heidengrabenturms den Blick über die einstige Keltensiedlung schweifen lassen. Zu einem Besuch des Heidengrabenzentrums reichte es nicht mehr, doch die drei Bürgermeister Roman Weiß (Erkenbrechtsweiler), Patrick Docimo (Grabenstetten) und Siegmund Ganser (Hülben) nutzten die Gunst der Stunde, um dem Staatsoberhaupt einen offenen Brief und als Geschenk einen Achsnagel zu überreichen.

Erkenntnis aus erstem Betriebsjahr

Symbolisch steht dieser auch für die Gemeinden, die den Zweckverband Region am Heidengraben bilden und das Heidengrabenzentrum und damit auch das keltische Erbe auf der Alb erhalten. Diese müssen aber auch das Defizit tragen. Der Zweckverband Region am Heidengraben habe den Wirtschaftsplan für 2026 in die kommunalen Gremien eingebracht, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Grundlage sind demnach erstmals die Erfahrungen aus einem vollständigen Betriebsjahr des Heidengrabenzentrums. Das Infozentrum hatte im Juni 2024 eröffnet.

Mit mehr als 20.000 Besucherinnen und Besuchern habe sich das Heidengrabenzentrum im vergangenen Jahr als touristischer Anziehungspunkt etabliert, lautet die Schlussfolgerung. Die Einnahmen aus Bistro und Shop hätten die ursprünglichen Prognosen deutlich übertroffen und zeigten eine erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung.

Moderner Kultur- und Erlebnisort

Der Wirtschaftsplan 2026 des Zweckverbands Region am Heidengraben zeigt aber ein Defizit: Gesamterträgen von rund 366.000 Euro stehen Aufwendungen von rund 524.000 Euro gegenüber. Finanziell ergibt sich ein Minus von 158.000 Euro. „Ein rein finanztechnischer Blick würde hier jedoch zu kurz greifen – denn die Differenz spiegelt keine wirtschaftliche Schwäche, sondern den strategischen Auftrag wider, mit Kultur-, Bildungs- und Tourismusprojekten nachhaltige Strukturen für die Region Vordere Alb zu schaffen“, heißt es dazu in der Pressemitteilung. Der eigentliche Betrieb des Heidengrabenzentrums entwickele sich hingegen stabil und bewege sich in Richtung Kostendeckung. „Damit bestätigt sich das Konzept eines modernen Kultur- und Erlebnisortes, der sich wirtschaftlich trägt und gleichzeitig gesellschaftlichen Mehrwert schafft“, heißt es in der Pressemitteilung.

Für den Verbandsvorsitzenden, Bürgermeister Siegmund Ganser, ist die Einordnung klar: „Wer den Zweckverband nur über die Jahreszahl bewertet, greift zu kurz. Jede der drei Gemeinden für sich könnte weder die Sichtbarkeit noch die Entwicklungskraft erreichen, die wir gemeinsam entfalten.“ Indem man Kräfte bündele, investiere man bewusst in die Zukunft der Region – wirtschaftlich, touristisch und kulturell.

Neue Plattform geplant

Für 2026 sind laut Pressemitteilung neue Projekte geplant, um die Region immer wieder neu zu erzählen: unter anderem die Einführung eines digitalen 360-Grad-Panorama-Views. Dabei soll eine neue Plattform entstehen, auf der Tourismus und Geschichte innovativ mit regionalem Gewerbe verbunden werden: Handwerks- und Traditionsbetriebe aus der Region könnten so Kultur und Sehenswürdigkeiten fördern und werden sichtbar.

(km / Foto: pm/Stefan Roller)

Beim Tag der offenen Tür zeigte das Naturtheater Grötzingen mit neuem Konzept vielfältige Einblicke in das Theaterleben. Die Probenausschnitte zu „Der Zauberer von Oz“ und „Die drei Musketiere“ gaben einen Vorgeschmack auf die kommende Saison.

Im Naturtheater Grötzingen steht die neue Saison in den Startlöchern. Gezeigt wird dieses Jahr „Der Zauberer von Oz“ als Kinderstück und „Die drei Musketiere“ als Erwachsenenstück. Doch was läuft eigentlich alles hinter den Kulissen ab? Der Tag der offenen Tür begeisterte am vergangenen Sonntag bei strahlendem Sonnenschein kleine und große Naturtheater-Interessierte mit einem bunten und informativen Rahmenprogramm.

Gemeinsames Aufwärmen zu Beginn

„So viele Menschen tragen mit all ihren Kräften dazu bei, dass dies hier überhaupt möglich ist – sowohl auf, als auch hinter der Bühne“, sagt Regisseurin Marion Jeiter, die dieses Jahr zum zweiten Mal das Kinderstück inszeniert. In drei Wochen ist die Premiere, die Proben gehen dem Endspurt entgegen. Beim Tag der offenen Tür schnuppern die Besucher Theaterluft und werfen bei Backstage-Führungen und an den verschiedenen Ständen einen Blick hinter die Kulissen.

Zack, zack, die Knie hoch und runter, dazu ein Zungenbrecher: Bevor es an die Proben-Ausschnitte geht, ist für die Darsteller erst das gemeinsame Aufwärmen angesagt. „Das ist ein wichtiger Bestandteil vor dem Auftritt. Wir wollen neben der Stimme, Mimik und Gestik auch die Konzentration und das Gemeinschaftsgefühl aktivieren“, erklärt Marion Jeiter dem Publikum und gibt den Schauspielern Anleitungen. Das Kinderstück zählt dieses Jahr 41 Schauspieler, die eine Altersspannweite von zwei bis über 40 Jahren haben.

Funktioniert das Mikro?

Im Erwachsenenstück sind es 25 Schauspieler. Als Proben-Ausschnitt gezeigt wird auch die Eröffnungsszene, die in Paris spielt und zu der das Ensemble gemeinsam auftritt. Doch zuvor muss noch geklärt werden: Ist die Musikeinlage da? Funktioniert das Mikro? „Das ist eine richtige Probe“, sagt Regisseur Jürgen Lingmann schmunzelnd, der bereits zum dritten Mal im Naturtheater Grötzingen inszeniert. Das, was schließlich auf der Bühne zu sehen ist, ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Schauspiel und Ton- und Lichttechnik, das nun in die Endprobenphase geht. In der Inszenierung von „Die drei Musketiere“ steht auch das Fechten auf dem Plan. An diesem Tag bekommt das Publikum Einblicke in diese einstudierten, imposanten Kampfszenen.

Moderator Stefan Pollok führt charmant durch den Tag und zu knackigen Beats und voller ansteckender Tanzfreude bringt die Butterfly-Crew der Nürtinger Tanzschule Tanzflanke mit ihrem 14-minütigen Programm die Bühne des Naturtheaters zum Beben.

Was hinter der Bühne geschieht

Der Tag der offenen Tür steht ganz im Zeichen von „Naturtheater erleben“. Neun Stände laden dazu ein, erkundet zu werden. „Die Idee war, das sichtbar zu machen, was hinter der Bühne geschieht. Vor allem auch, da alles ehrenamtlich gemacht wird“, erzählt Kerstin Schürmann, künstlerische Leiterin des Naturtheaters. Statt der Spielstraße in früheren Jahren sind es jetzt die neun vom Kiosk bis auf die Bühne verteilten Stände, die Infos und Mitmach-Angebote für die ganze Familie bereithalten. Präsentiert werden die Öffentlichkeitsarbeit, Technik, Maske/Frisuren, künstlerischer Beirat, Requisite, Bühnenbau, Kostüme, Saisonablauf und Unternehmen im Ehrenamt. Per Laufzettel kann am Ende das Lösungswort erraten werden, und ist dieses richtig, gibt es mit ein wenig Glück eine von den 15 verlosten Freikarten.

Das Social-Media-Team wächst

Heike Arnold verteilt und erklärt die Laufzettel. Gemeinsam mit Norbert Kytka leitet sie die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit. „Wir sind ein 13-köpfiges Team“, erzählt sie. Darunter ist auch das Social-Media-Team, das mittlerweile auf sechs Mitglieder angewachsen ist und am Tag der offenen Tür fleißig unterwegs ist. Den Pinsel schwingen und ein Stückchen Bühnenbild mitgestalten: Bei Constanze Gaßmaier kann ausprobiert werden, was sie mit ihrem rund zehnköpfigen Team großflächig auf die Beine stellt. In enger Zusammenarbeit mit der Regie und dem Bühnenbau entsteht seit November das Bühnenbild. „Es ist immer spannend zu sehen, wie am Ende das Bühnenbild in Interaktion mit den Schauspielern wirkt“, sagt Constanze Gaßmaier. Bis zum Premierenwochenende am 13. und 14. Juni gehen nun die Vorbereitungen in die heiße Phase.

(Text und Foto: Sara Hiller)

Jubel, Applaus und jede Menge erfreute Gesichter: In der Stadthalle K3N in Nürtingen wurden kürzlich die Gewinnerklassen des beliebten „Klasse Sache“-Gewinnspiels der 5. Durchstarter-Messe ausgezeichnet.

Die Messe für Ausbildung, Studium und Weiterbildung registrierte diesen Februar die höchste Besucherzahl bisher. Bereits im Vorfeld hatten die Organisatoren einen neuen Rekord mit 60 angemeldeten Schulklassen und rund 1400 Schülerinnen und Schülern verzeichnet. Dazu kamen erfreulich viele Spontanbesucher, die das interaktive Informationspotenzial dieser Messe nutzten. Veranstaltet wird dieses Event mit überregionaler Strahlkraft von der Stadt Nürtingen, dem K3N und dem Jobportal NeckarFilsJobs.de zusammen mit den Premium-Partnern Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Medius-Kliniken und Volksbank Mittlerer Neckar sowie der Nürtinger Zeitung/Wendlinger Zeitung.

Insgesamt zehn Schulklassen aus der Region dürfen sich über jeweils 500 Euro Preisgeld freuen – ein kräftiger Motivationsschub für kommende Projekte, Ausflüge oder die Klassenkasse. Bei seiner Begrüßung erwähnte Tillmann Adam, Leiter der Werbevermarktung Print und Digital bei der Nürtinger Zeitung und NeckarFilsJobs.de, die Bedeutung des Engagements junger Menschen und dankte den Klassen für ihre Teilnahme.

„Für mich ist diese Preisübergabe einer der schönsten Termine im Berufsjahr“, betonte er. „Wir waren wirklich überwältigt von der Anzahl der Schüler, die zur Messe kamen. Und auch die Aussteller spiegelten uns wider, dass es ihnen gut gefallen hat.“ Er richtete seinen Dank an die Sponsoren, die von Anfang an mit im Boot sind. „Sonst könnte es dieses Gewinnspiel nicht geben.“ Gerichtet an die Schülerinnen und Schüler meinte Adam mit einem Augenzwinkern: „Kuchenverkauf oder Ähnliches ist dank dieses Gewinnes nicht mehr nötig.“ Gemeinsam mit Thomas Holzwarth, Marketing-Leiter bei Senner-Medien, und Heiko Kaiser, Regionaldirektor bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen, Katharina Weber, Leiterin Personalmarketing und Recruiting bei den Medius-Kliniken, sowie Bettina Monz, Bereichsleiterin Personal bei der Volksbank Mittlerer Neckar, übergab er die gefüllten Umschläge.
Ob ein gemeinsamer Ausflug oder die Umsetzung eines eigenen Klassenprojekts – die 500 Euro eröffnen den Schülerinnen und Schülern viele Möglichkeiten. Ein konkretes Einsatzziel hat zum Beispiel die Klasse 10a der Gemeinschaftsschule Frickenhausen. Die beiden Schüler Max und Lukas nahmen zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Esther Schlotz den Gewinn entgegen: „Er wird für unsere Abschlussfeier gebraucht.“ Andere Pläne für die Verwendung hat die Klasse 9d der Realschule Neckartenzlingen. „Wir gehen im September segeln, dabei kommt der Preis zum Einsatz“, freut sich Klassenlehrerin Rebekka Sester.

Das Gewinnspiel ist ein wichtiger Baustein der Messe, die Jugendlichen Orientierung bietet, Einblicke in Ausbildungswege ermöglicht und Unternehmen mit potenziellen Nachwuchskräften zusammenbringt. Die Preisverleihung unterstreicht, wie wichtig es ist, junge Menschen aktiv einzubinden und ihnen Erfolgserlebnisse zu schenken.

Das sind die Gewinnerklassen

Käthe-Kollwitz-Schule Esslingen, Klasse VABO2; Karl-Erhard-Scheufelen-Werkrealschule Lenningen, Klasse 8a; Realschule Neuffen, Klasse 9b; GMS Frickenhausen, Klasse 10a; Hölderlin-Gymnasium Nürtingen, Klasse 10a; Fritz-Ruoff-Schule Nürtingen, Klasse AV-Dual2; Realschule Neckartenzlingen, Klasse 9d; Burgschule Köngen, Klasse 8a; Geschwister-Scholl-Realschule Nürtingen, Klasse 9b; Alleenschule Kirchheim unter Teck, Klasse 8b (nicht anwesend). Besonders schön: Die Vielfalt der Schulen zeigt, wie breit dieses Event in der Region verankert ist. Der Termin für die nächste Durchstarter-Messe im Nürtinger K3N steht bereits: Freitag, 19. Februar 2027.

(Foto: Markus Brändli)

Lesementoren helfen Grundschulkindern, die spannende Welt der Bücher zu entdecken, und wecken Begeisterung für Sprache. Jetzt startet die Stiftung der Kreissparkasse Esslingen landkreisweit dieses neue Projekt und sucht Ehrenamtliche.

Ein neues Kapitel der Leseförderung im Landkreis Esslingen beginnt: Mit dem Start des Lesementorenprojekts der Kreissparkassenstiftung in Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt Nürtingen soll ein Netzwerk aus freiwillig Engagierten entstehen, die Kinder im Grundschulalter beim Texte-Laut-Lesen und Verstehen unterstützen und ihnen damit den Weg in eine erfolgreiche Bildungsbiografie ebnen. Deshalb werden jetzt bücherbegeisterte ehrenamtliche Lesementorinnen und -mentoren gesucht.

Ehrenamtliche Lesementoren gesucht

„Die Bildungsstiftung der Kreissparkasse für den Landkreis Esslingen startet das Lesementoren-Projekt, weil Lesekompetenz als fundamentale Grundlage für schulischen und lebenslangen Bildungserfolg anerkannt wird. Kinder, die sicher und mit Freude lesen, sind besser in der Lage, sich Wissen selbstständig anzueignen und sich aktiv in Schule und Gesellschaft zu integrieren“, ist Marcus Wittkamp, Geschäftsführer der Kreissparkassenstiftung, überzeugt. Dem pflichtet Corina Schimitzek, die Leiterin des Staatlichen Schulamts Nürtingen, bei: „Lesekompetenz ist Voraussetzung für schulischen Erfolg.“ Doch Studien wie PISA, IGLU und die Analysen des Instituts für Schulentwicklungsforschung zeigen seit Jahren, dass genau hier große Lücken bestehen – besonders bei Kindern aus sozioökonomisch benachteiligten Familien. „Das neue Mentorenprogramm möchte diese Lücken schließen, indem es zusätzliche Lerngelegenheiten schafft, die Schulen allein nicht bieten können“, so Wittkamp, der auch Teamleiter Gesellschaftliches Engagement der Kreissparkasse ist. „Das Projekt adressiert diesen Bedarf, indem es ehrenamtliche Lesementorinnen und -mentoren einsetzt, um individuelle Leseunterstützung zu leisten und damit einen Beitrag zur Stärkung der Bildungsarbeit in den Schulen des Landkreises zu leisten.“

Lesen ist eine wichtige Schlüsselkompetenz

„Primäres Ziel des Lesementoren-Projektes ist es, Grundschülerinnen und -schülern im Landkreis Esslingen durch eine persönliche und flexible Förderung Sicherheit und Freude im Lesen zu vermitteln. Die Mentoren begleiten die Kinder in einem geschützten Rahmen, stärken deren Lesekompetenz nachhaltig und unterstützen sie dabei, Vertrauen in ihre sprachlichen Fähigkeiten zu entwickeln. Auf diese Weise soll nachhaltig die Basis für erfolgreiches Lernen über die gesamte Schullaufbahn hinweg und langfristig für gesellschaftliche Teilhabe gelegt werden.

Texte laut lesen und darüber sprechen

Im Mittelpunkt stehen Grundschulkinder, die im Lesen noch unsicher sind oder Motivation brauchen. Ehrenamtliche Lesementorinnen und -mentoren unterstützen sie – geduldig, individuell und mit viel Freude am gemeinsamen Lesen. Ziel ist es, Sicherheit, Lesefreude und sprachliches Selbstvertrauen aufzubauen und damit die Basis für den weiteren Bildungsweg zu stärken. Die Kinder üben sich darin, Texte laut zu lesen und darüber zu sprechen.

So werden Mentoren vorbereitet

Damit die Freiwilligen gut vorbereitet starten, erhalten sie Workshops und Einführungen zu Methoden der Leseförderung, zum Umgang mit Kindern und zu organisatorischen Abläufen. „Während des gesamten Projekts stehen regelmäßige Austausch- und Reflexionsrunden zur Verfügung, die die Qualität der Arbeit sichern und die Mentorinnen und Mentoren unterstützen“, erklärt Wittkamp weiter.

Kinder zum Vorlesen motivieren

„Ich freue mich riesig auf dieses Projekt“, strahlt Schulamtsleiterin Schimitzek. „Es wäre natürlich klasse, wenn wir viele Personen finden, die Spaß daran haben, mitzumachen.“ Dieses Projekt sei ein ergänzendes Puzzleteil, im Rahmen dessen, was die Bildungsstiftung der Kreissparkasse bereits biete, und passe zu dem, was das Land gerade an Programmen auflege. „Die Stärke dieses Projektes liegt an der Eins-zu Eins-Betreuung. Neu ist, dass Kinder gezielt zum Vorlesen motiviert werden“, so Schimitzek. Besonders möchte man mit dem Lesementoren-Projekt die Kinder erreichen, die sich schwer tun, laut vorzulesen. In von Vertrauen geprägter Atmosphäre können sie sich ausprobieren. „Wichtig ist, die Freude am Lesen zu wecken“, betont sie. Dies könne über kleine Schritte, angepasste Texte und in der Beziehung zum Lesementor entstehen. „In entspannter Atmosphäre lässt es sich leichter lernen.“ Wichtig ist der Schulamtsleiterin auch, dass Eltern einbezogen werden. Wenn ein Kind für das Lesementoren-Projekt vorgeschlagen wird, sollte klar sein, dass es sich hier um eine begleitende Unterstützung handelt.
Angehenden Lesementoren rät sie, etwas Geduld mitzubringen und nicht zu viel auf einmal zu wollen. „Auch wenn mal etwas nicht gleich klappt, braucht man nicht zu verzagen.“ Wichtig sei, dass interessierte Personen selbst Begeisterung für das Lesen haben. Das spüren dann Kinder auch. „Wenn es gelingt, dass jeder der neuen Lesementoren ein Kind für das Lesen und die Welt der Bücher begeistern kann, dann ist das ein Erfolg“, so Schimitzek.

Wer sich engagieren kann

Gesucht werden Menschen, die gerne lesen und Freude am Umgang mit Kindern haben, zuverlässig sind und sich regelmäßig einbringen möchten, einfühlsam und geduldig begleiten können, sowie ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis vorlegen. Das Projekt ist bewusst niedrigschwellig angelegt – entscheidend sind Motivation und Verlässlichkeit, nicht pädagogische Vorerfahrung. Für die Ehrenamtlichen gibt es als Dankeschön für den freiwilligen Einsatz einige Benefits.

Startschuss am 9. März, Anmeldung ab sofort

Der offizielle Kick-Off findet am 9. März statt. „Doch auch danach bleibt der Einstieg möglich: Solange Schulen Bedarf melden und organisatorische Kapazitäten bestehen, können neue Mentorinnen und Mentoren jederzeit dazukommen“, erläutert Marcus Wittkamp. Die Projektkoordination übernimmt die Agentur Mecodia in Aichtal, die als zentrale Anlaufstelle die Abstimmung mit Schulen, Interessierten und Ehrenamtlichen organisiert. (lh/Foto: pm)

Weiterführende Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte unter: https://lesementoren-esslingen.de

Mit dem Rad nicht nur in gleichmäßigem Rhythmus über Radwege und Straßen zu rollen, sondern auch unwegsames Gelände zu erkunden, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Auch wenn die Verkaufszahlen nach dem Rekord im Coronajahr 2020 sinken, sind geländegängige Fahrräder wie Trekking- und Mountainbikes weiter sehr beliebt. Dabei kommen die Radler immer wieder anderen Nutzern von Feld- und Waldwegen in die Quere, was umso riskanter werden kann, wenn die Räder mit elektrischer Unterstützung noch schneller werden. Der Landkreis erarbeitet seit 2021 eine Konzeption für ausgewiesene Touren und Trails, um solches Konfliktpotenzial zu entschärfen. Dazu ist die Beteiligung interessierter Kommunen gefragt, die Stadt Nürtingen hat sich aus diesem Planungsprozess jedoch vor eineinhalb Jahren verabschiedet. Die Entscheidung fiel damals bei Stimmengleichheit und zwei Enthaltungen denkbar knapp aus. Deshalb startete die Tourismusförderung der Stadt im Verwaltungs-, Finanz- und Wirtschaftsausschuss nun einen zweiten Versuch, bei nur zwei Gegenstimmen wurde entschieden, sich nun doch auf den Weg zu machen.

Noch vor der Initiative des Landkreises verfolgte Nürtingen gemeinsam mit Kirchheim die Idee, im Gebiet Talwald bei Reudern einen Trail anzubieten. Als Kooperationspartner für Nürtingen kam die sehr aktive Mountainbike-Abteilung des SV Reudern in Frage. Nürtingen schloss sich dann dem Planungsprozess der Projektgruppe des Landkreises an, die ein kreisweit zusammenhängendes Konzept ins Auge fasst. Nach dem negativen Beschluss des Gemeinderatsausschusses schien das Nürtinger Projekt jedoch gestorben. Nun strich die Nürtinger Tourismusförderin Madeleine Hummel nochmals die Vorteile heraus. Die Konzeption des Landkreises ziele auf eine Lenkungsfunktion ab. Das hatte auch Cordula Samuleit, die Leiterin des Kreisforstamts, schon früher hervorgehoben. Bei dem Konzept geht es auch darum, verschiedene Angebote der Kommunen zu längeren Streckenabschnitten zu vernetzen. Nach derzeitigem Planungsstand zeichnen sich Rundtouren auf einfach befestigten Wegen ab, die für sich oder in Kombination in unterschiedlichen Distanzen absolviert werden können. Aber auch die Wünsche von Mountainbikern nach einem etwas anspruchsvolleren Streckenprofil sollen zum Zuge kommen. So könnte es auf ein Angebot hinauslaufen, das Radlern, die das Naturerlebnis suchen, ebenso gerecht wird, wie Mountainbikern, die fahrerisch wie sportlich noch etwas anspruchsvollere Herausforderungen suchen.

Der Landkreis hat 150.000 Euro für die Planung und Umsetzung des Konzepts zur Verfügung, wofür er die Hälfte gefördert bekommt. Davon haben auch die beteiligten Kommunen Vorteile, von denen einige bereits konkretere Pläne haben. Noch bestehe die Möglichkeit für Nürtingen, wieder in das Projekt einzusteigen, betont Hummel. Zahlreiche Arbeitsschritte könnten dann über die vom Kreis zeitlich begrenzte 50-Prozent-Stelle abgewickelt beziehungsweise finanziert werden. Dazu zählt die Planung einer Strecke mit einem vom Kreis beauftragten Planungsbüro. Der Verlauf soll so gewählt werden, dass Prüfungsaufträge wie etwa für die Belange des Naturschutzes möglichst gering gehalten und nötigenfalls über das Gesamtprojekt finanziert werden. Auch die Begleitung der Vertreter des Forstes und des Naturschutzes ist gewährleistet. Außerdem wird die Ausschreibung und die Vergabe der Schilderproduktion durch das Gesamtprojekt abgedeckt.

Die Stadt müsse sich allerdings bereit erklären, die Kosten für die Instandhaltung der Route zu übernehmen, so Hummel. Jedoch seien keine größeren Aufbauten oder Hindernisse in den Trailabschnitten vorgesehen, weshalb keine größeren Kosten zu erwarten seien. Es könne jedoch kleinere Eingriffe geben, wie zum Beispiel Kurven zu formen, kleinere Hügel einzubauen oder einen Baum zu entfernen. Sollte dies nicht in Handarbeit, zum Beispiel durch Vereinsmitglieder, möglich sein und schwerere Gerätschaften gebraucht werden, sei die Kommune gefragt. Zwar könnte sich die Stadt womöglich noch später in die Konzeption einklinken, müsste dann aber für Planung und Finanzierung komplett selbst einstehen, gab Hummel zu bedenken.
Martin Auracher, der Leiter des Forstreviers Nürtingen, sieht in dem Vorhaben eine praktikable Möglichkeit, die Interessen verschiedener Nutzer im Wald unter einen Hut zu bringen. „Der Bedarf ist da, man sollte ein Angebot machen“, so der Förster. Mit bestimmten Öffnungszeiten, um zum Beispiel ab der Dämmerung Belangen des Wilds Rechnung zu tragen, und auch mit der Betreuung durch einen Verein seien andernorts bereits gute Erfahrungen gemacht worden. Die Bereitschaft, sich als Verein bei der Planung und Pflege einzubringen, erneuerte Oliver Felten, Mitglied im Vorstand des SV Reudern und dessen Rad-Abteilung. „Wir betreuen über 100 Kinder und Jugendliche, die meisten im Alter unter 14 Jahren, und erfüllen damit einen Bildungsauftrag.“ Man animiere zum Sport und habe dabei großen Zuspruch.

Zu den Skeptikern gehört die Fraktion der Freien Wähler. Für diese stellte Lars Kallfass den Antrag, den Tagesordnungspunkt zu vertagen, was jedoch keine Mehrheit fand. Kallfass hatte den Antrag mit der noch offenen Frage der Kosten begründet. Sein Fraktionskollege Michael Brodbeck kritisierte zudem: „Es wurde wohl mit vielen Gruppen gesprochen, nicht jedoch mit der Jägerschaft.“ Oberbürgermeister Johannes Fridrich erklärte, konkrete Kosten könnten erst benannt werden, wenn es einen Streckenverlauf gebe. Aber auch dann habe der Gemeinderat noch die Möglichkeit, von dem Projekt Abstand zu nehmen. Es gehe nun darum, der Projektgruppe die grundsätzliche Bereitschaft zu signalisieren, wieder in den Planungsprozess aufgenommen zu werden. Dabei sollen alle gehört werden, versprach Johannes Fridrich. Auch Felten bot eine uneingeschränkte Gesprächsbereitschaft an.

Die Zustimmung überwiegt

Andreas Deuschle befürwortete für die CDU eine weitere Planung: „Es wird vor allem auch etwas für die Jugend getan, positiv ist, dass ein Verein und die Vertreter des Forstes mit im Boot sind.“
Regine Glück (Nürtinger Liste/Grüne-Basis NT) merkte an: „Im Gegensatz zu den ersten Diskussionen hat sich die Ausgangslage verändert, nun geht es um eine Gesamtkonzeption, an der die unterschiedlichsten Fachleute mit ihren Erfahrungswerten beteiligt sind.“ Das Motto des Projekts, erlauben statt zu verbieten, sei der richtige Weg. Etwas skeptischer äußerte sich Pit Lohse (NT 14), der jedoch seine Zustimmung nicht versagen wollte. „Die Kosten und die Belange des Naturschutzes müssen klar herausgearbeitet werden“ betonte er. Jürgen Geißler (Liberale-Aktive Bürger-FWV) stellte fest: „Ein ausgewiesener Trail ist besser als Fahrten kreuz und quer durch den Wald.“ Michael Medla (SPD) dazu: „Der Trend ist da, wir müssen etwas ermöglichen, mit einem Verein, der dahinter steht, sind die Voraussetzungen gut.“ Das Positive überwog, gegen die Stimmen von Kallfass und Brodbeck gab der Ausschuss grünes Licht.

Text: Uwe Gottwald / Foto: Ralf Just

In der ehemaligen elterlichen Bäckerei entstanden einst nicht nur Brötchen und Brot, sondern es entsteht im Jahr 1923 auch ein Werkzeug, das Albrecht Schnizler Metallbohrdreher nennt – eine Erfindung, die ihm noch im selben Jahr einen Großauftrag über 500 Maschinen für den Export nach England einbringt und auch gleich den Namen für das 1924 gegründete Unternehmen liefert, das heute weltweit unter „Metabo“ bekannt ist. Aus dem einstigen mittelständischen Familienunternehmen, das immer wieder innovative Ideen wie die kabellose Baustelle umsetzt, ist im Laufe der Jahrzehnte ein Teil eines international aktiven Konzerns geworden. Und aus der hundertjährigen Geschichte des in Nürtingen verwurzelten Unternehmens Metabo erzählen nun im Rahmen einer Sonderausstellung im Stadtmuseum Nürtingen rund 30 Werkzeuge und Maschinen, die von Hand, elektrisch per Kabel oder Akku betrieben werden. Flankiert werden die Exponate von Panorama-Aufnahmen und Wänden, auf denen sich die Unternehmens-Historie von der Gründungszeit bis zur Gegenwart erstreckt.

Die Ausstellung ist in gewisser Weise ein Stadtrundgang, denn die Geschichte von Metabo ist auch ein Stück Nürtinger Stadtgeschichte. Erster Schauplatz der Ausstellung: Das Elternhaus des Mitgründers Albrecht Schnizler am Schloßberg wo alles mit dem „Handbohrdreher No. 18“ beginnt. Zweiter Schauplatz: Die ehemalige Gastwirtschaft „Zur Sonne“ mit der dazugehörigen „Clossʼschen Sonnenbrauerei“ in der östlichen Kirchstraße. Hier wird die von Schnizler, Julius Closs und Walter Rauch gegründete Metabowerk GmbH ihren Stammsitz haben, bis die „Sonne“ 1969 endgültig zu klein wird. Dritter Schauplatz: Die Steinachwiesen an der Metabo-Allee, wo Metabo bis heute sitzt. Wie das aussah, verraten in der Ausstellung die wandfüllenden Luftaufnahmen, welche die eine oder andere Erinnerung wecken dürften. Große Karten, die Nürtingen und das weltumspannende Netzwerk von Metabo zeigen, verraten den Besucherinnen und Besuchern, an welcher Stelle sie sich gerade bei ihrer Reise durch die Zeit befinden.

Schwäbischer Tüftlergeist

„Es gibt Exponate, die die Besucherinnen und Besucher überraschen werden. Der berühmte schwäbische Tüftlergeist von Metabo hat die Drehmechanik, die zum Metallbohrdreher gehört, einst auch anderweitig entwickelt, etwa für Küchengeräte“, verrät Museumsleiterin Melina Wießler.Ein weiteres Beispiel für die Innovationskraft des Unternehmens mit schwäbischen Wurzeln, das stets die Kundenbedürfnisse im Fokus hat, zieht sich wie ein roter Faden von Anfang an durch die Historie der Produktentwicklungen bei Metabo: mehrere Funktionen effizient zu vereinen, indem zum Beispiel ein Antrieb für unterschiedliche Geräte entwickelt wird. Ein modernes Beispiel dafür ist die weltweit erste herstellerübergreifende Akku-Allianz CAS, die Metabo 2018 gegründet hat. Mittlerweile nutzen mehr als vierzig Elektrowerkzeug- und Maschinenhersteller die Metabo-Akkutechnologie in über 400 verschiedenen Elektrogeräten. „Der gegenwärtig zentrale Gedanke des Teilens von Wissen und Ressourcen ist wirtschaftlich sinnvoll und dient gleichzeitig der Nachhaltigkeit“, erklärt Nadine Lillich, Vice President Global Brand & Product Marketing bei Metabo und Koki Holdings.

Historische Maschinen

Die Ausstellung wurde in enger Zusammenarbeit mit Metabo erarbeitet. Angesichts des Jubiläumsjahrs des Unternehmens lag es auf der Hand, eine solche für 2024 zu konzipieren. „Das Gesicht einer Stadt und ihrer Gesellschaft ist immer auch von den dort ansässigen Unternehmen geprägt. So auch in Nürtingen. Was uns im aktuellen Fall so begeistert hat, ist die Sammlung historischer Maschinen. Das gibt uns die Möglichkeit, den Aufstieg von Metabo anhand bedeutender Exponate zu erzählen“, kommentiert Bürgermeisterin Annette Bürkner die Sonderausstellung. „Es ist eine Mammutaufgabe, hundert Jahre bewegter und bewegender Firmengeschichte aufzuarbeiten und darzustellen. Aber die Mühen haben sich gelohnt und wir laden die Museumsgäste ein auf eine inspirierende und aufregende Zeitreise“, freut sich Karin Lang, Leiterin der Unternehmenskommunikation von Metabo und Koki Holdings Europe.
Die Ausstellung ist nicht nur dazu gedacht, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen, sondern sich auch selbst in diese Geschichte einzubringen: Hat man die Ausstellung erkundet, steuert man auf eine große Wand zu, die Platz bietet für persönliche Erinnerungen: sei es der erste Metabo-Winkelschleifer in der eigenen Werkstatt oder die Ausbildung bei Metabo. „Wer möchte, kann uns auch Fotos schicken, die wir dort aufhängen. Vorausgesetzt, alle abgebildeten Personen sind damit einverstanden“, erläutert Wießler.

Laubbläser-Parcours

Ein weiteres interaktives Highlight für große wie kleine Besucherinnen und Besucher: Der Laubbläser-Parcours. „Die Idee bekamen wir von Metabo-Mitarbeitern, und die hat uns nicht losgelassen“, so Wießler. Dort, wo einst die Hölderlin-Abteilung war, können nun Bälle mit Laubbläsern über Rampen und Durchgänge gepustet werden. Das ist anfangs vielleicht gar nicht so einfach. Aber wenn man sich beim Ausstellungsrundgang in Sachen Beharrlichkeit von Metabo hat inspirieren lassen, dürfte auch das am Ende kein Problem sein.
Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Oktober im Nürtinger Stadtmuseum zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Samstag 14.30 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr. (nt)

Nunmehr zum 20. Mal veranstalten der Round Table 138 Nürtingen sowie die Lions-Clubs Kirchheim und Nürtingen-Teck/Neuffen das Entenrennen. Am Samstag, 4. Mai, werden 5000 gelbe Quietscheenten zwischen der neuen Neckarbrücke in Nürtingen und dem Wehr um die Wette schwimmen.

Hier gibt es Lose

Der Losverkauf startete am Samstag, 13. April. In Kirchheim gibt es sie vor dem Blindschaufenster Bonita und vor der Commerzbank. In Nürtingen bieten die Veranstalter einen Verkauf auf dem Schillerplatz vor der Volksbank an. Auch an den Samstagen 20. und 27. April sind die Lose dort erhältlich. Verkauf ist jeweils von 8 bis 12 Uhr.
Am Renntag im Mai selbst gibt es bis 12.30 Uhr die Lose nur noch in Nürtingen auf dem Schillerplatz und zwischen 12.30 und 13.30 Uhr am Neckarufer zu erwerben. Start des Rennens ist um 14 Uhr.

Familienfest am Neckarufer

Wie in den vergangenen Jahren wird das Rennereignis von einem Familienfest am Neckarufer umrahmt, wo für Bewirtung gesorgt ist. Mit dem Reinerlös der Veranstaltung unterstützten die Service-Clubs in den vergangenen Jahren unter anderem die Stiftung Tragwerk, den häuslichen Kinderhospizdienst und das Ferienlager des Kreisjugendrings. Das Nürtinger Entenrennen erfreut sich seit jeher einer großen Beliebtheit. (pm)

Sie sorgt für kleine Glücksmomente, ist ein Seelentröster und eine buchstäblich sinnliche Erfahrung: Schokolade. Ab sofort ist die Welt des Kakaogenusses um eine Köstlichkeit reicher, denn die erste Nürtinger Stadtschokolade ist ab sofort als besondere „Fairverführung“ im Doppelpack erhältlich.

Seit 2021 ist Nürtingen „Fairtrade“-Stadt

Seit 2021 ist Nürtingen als „Fairtrade“-Stadt zertifiziert. Die Stadtverwaltung, Betriebe aus dem Einzelhandel und der Gastronomie sowie Vertreter der Zivilgesellschaft verwenden entsprechende Produkte oder tragen mit Aktionen den Fair-Trade-Gedanken weiter.
Ziel ist es, durch dieses Engagement für menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu sorgen sowie Verbraucher, Handel und Produzenten zu vernetzen, um soziale und wirtschaftliche Verbesserungen in Entwicklungsländern herbeizuführen.
Nachdem die Stadt Nürtingen kürzlich rezertifiziert wurde, erscheint nun rechtzeitig zum Osterfest die erste fair gehandelte Bio-Schokolade in einem eigenen Nürtingen-Design. Die Stadtschokolade kann man alleine oder auch zu zweit genießen, denn sie besteht aus zwei Tafeln à 35 Gramm. Die erste Tafel ist eine Milchschokolade mit 40 Prozent Kakaoanteil.

Auch in veganer Variante erhältlich

Die zweite Tafel spricht Kenner dunkler Schokolade und Veganer an, denn sie besteht aus einer veganen Zartbitterschokolade mit 62% Kakaoanteil. Die verwendeten Kakaobohnen der Ursprungsschokolade stammen in beiden Fällen aus der Dominikanischen Republik und alle verwendeten Zutaten aus fairem Handel. Die Nürtinger Stadtschokolade ist das perfekte Geschenk. Sie ist unter anderem bei der Kaffeerösterei Qaweh und im dazugehörigen Kaffeehaus MaLe erhältlich. Außerdem gibt es die Schokolade im Weltladen Nürtingen, im vomFASS Nürtingen und auch im i-Punkt des Rathauses.

Ausweitung des Sortiments ist angedacht

Sollten die Nürtinger und auch die Besucherinnen und Besucher der Stadt auf den Geschmack kommen, plant die aus Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt sowie Gewerbetreibenden bestehenden Arbeitsgruppe eine Ausweitung des Sortiments auf weitere Sortenpaare. (pm)

Die Wächterfigur Anton Köhler steht jetzt schon seit einigen Monaten im Foyer der Albert-Schäffle-Schule in Nürtingen. Genug Zeit, sich daran zu gewöhnen und den übergroßen Gast gar nicht mehr so richtig zu bemerken.

Kunstprojekt „Odyssey“

Das Kunstprojekt „Odyssey“ vom britischen Künstler Robert Koenig, der am 14. November verstorben ist, soll aber erinnern. Erinnern an all die Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt und getötet wurden.

Die Figur Anton steht für die Bevölkerungsgruppe der Sinti und Roma. Er und seine Geschwister wurden von der Mutter getrennt und in das Kinderheim St. Josefpflege in Mulfingen gebracht, wo sie und andere „Zigeunerkinder“ der Rassenforscherin Eva Justin als Grundlage ihrer menschenverachtenden Doktorarbeit „Lebensschicksale artfremd erzogener Zigeunerkinder und ihrer Nachkommen“ dienten.

Als die Doktorarbeit eingereicht war, konnte Justin sich sicher sein, die Kinder nicht mehr als Forschungsmaterial zu brauchen. Am 9. Mai 1944 deportierte die Polizei alle 39 Kinder in das „Zigeunerlager“ nach Ausschwitz-Birkenau wo die Meisten kurze Zeit später ermordet wurden.

Dies alles erzählte Manuel Werner den Schülern und Schülerinnen der Ethik- und Religionsklassen der Albert-Schäffle-Schule.

Gedenkinitiative

Manuel Werner ist Mitglied der Gedenkinitiative Nürtingen und erhielt 2021 den Kultur- und Ehrenpreis der Sinti und Roma für seinen Einsatz gegen das Vergessen. Zusätzlich arbeitet er auch ehrenamtlich bei der Nürtinger Außenstelle der Beratungsstelle für gleichberechtigte Teilhabe des Verbandes Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg, die in der alten Seegrasspinnerei untergebracht ist und die die immer noch stark diskriminierte Bevölkerungsgruppe der Sinti und Roma unterstützt. Werner brachte zu seinem Vortrag an der Albert-Schäffle-Schule Fotos, Zitate und Videos aus der Zeit des Nationalsozialismus mit, die den Schülerinnen und Schülern der ASS die Ausgrenzung und Verfolgung von Sinti und Roma bedrückend nahe brachten. Besonders erschreckend allerdings war eine Sammlung von Hasszitaten und Bildern aus der Jetzt-Zeit, die im Internet kursierten und unter anderem zum Romacaust aufriefen.

Zukunft braucht Erinnerung

Gerade weil solche Kommentare immer noch aktuell sind, ist es den Schülern wichtig, sich mit der Geschichte zu befassen und damit dem Motto gerecht zu werden, unter dem die Figur des Sinto-Jungen Anton Köhler im Foyer der Albert-Schäffle-Schule aufgebaut ist: Zukunft braucht Erinnerung! (pm)