Der Zweckverband Region am Heidengraben legt seinen Wirtschaftsplan für das Jahr 2026 vor. Es wird ein Defizit erwartet. Das sei aber keine wirtschaftliche Schwäche, heißt es in der Pressemitteilung. Neue Projekte sind in Planung.
Erst kürzlich ist der Heidengraben in den Fokus der bundesweiten Öffentlichkeit gerückt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte beim Besuch des Heidengrabenturms den Blick über die einstige Keltensiedlung schweifen lassen. Zu einem Besuch des Heidengrabenzentrums reichte es nicht mehr, doch die drei Bürgermeister Roman Weiß (Erkenbrechtsweiler), Patrick Docimo (Grabenstetten) und Siegmund Ganser (Hülben) nutzten die Gunst der Stunde, um dem Staatsoberhaupt einen offenen Brief und als Geschenk einen Achsnagel zu überreichen.
Erkenntnis aus erstem Betriebsjahr
Symbolisch steht dieser auch für die Gemeinden, die den Zweckverband Region am Heidengraben bilden und das Heidengrabenzentrum und damit auch das keltische Erbe auf der Alb erhalten. Diese müssen aber auch das Defizit tragen. Der Zweckverband Region am Heidengraben habe den Wirtschaftsplan für 2026 in die kommunalen Gremien eingebracht, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Grundlage sind demnach erstmals die Erfahrungen aus einem vollständigen Betriebsjahr des Heidengrabenzentrums. Das Infozentrum hatte im Juni 2024 eröffnet.
Mit mehr als 20.000 Besucherinnen und Besuchern habe sich das Heidengrabenzentrum im vergangenen Jahr als touristischer Anziehungspunkt etabliert, lautet die Schlussfolgerung. Die Einnahmen aus Bistro und Shop hätten die ursprünglichen Prognosen deutlich übertroffen und zeigten eine erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung.
Moderner Kultur- und Erlebnisort
Der Wirtschaftsplan 2026 des Zweckverbands Region am Heidengraben zeigt aber ein Defizit: Gesamterträgen von rund 366.000 Euro stehen Aufwendungen von rund 524.000 Euro gegenüber. Finanziell ergibt sich ein Minus von 158.000 Euro. „Ein rein finanztechnischer Blick würde hier jedoch zu kurz greifen – denn die Differenz spiegelt keine wirtschaftliche Schwäche, sondern den strategischen Auftrag wider, mit Kultur-, Bildungs- und Tourismusprojekten nachhaltige Strukturen für die Region Vordere Alb zu schaffen“, heißt es dazu in der Pressemitteilung. Der eigentliche Betrieb des Heidengrabenzentrums entwickele sich hingegen stabil und bewege sich in Richtung Kostendeckung. „Damit bestätigt sich das Konzept eines modernen Kultur- und Erlebnisortes, der sich wirtschaftlich trägt und gleichzeitig gesellschaftlichen Mehrwert schafft“, heißt es in der Pressemitteilung.
Für den Verbandsvorsitzenden, Bürgermeister Siegmund Ganser, ist die Einordnung klar: „Wer den Zweckverband nur über die Jahreszahl bewertet, greift zu kurz. Jede der drei Gemeinden für sich könnte weder die Sichtbarkeit noch die Entwicklungskraft erreichen, die wir gemeinsam entfalten.“ Indem man Kräfte bündele, investiere man bewusst in die Zukunft der Region – wirtschaftlich, touristisch und kulturell.
Neue Plattform geplant
Für 2026 sind laut Pressemitteilung neue Projekte geplant, um die Region immer wieder neu zu erzählen: unter anderem die Einführung eines digitalen 360-Grad-Panorama-Views. Dabei soll eine neue Plattform entstehen, auf der Tourismus und Geschichte innovativ mit regionalem Gewerbe verbunden werden: Handwerks- und Traditionsbetriebe aus der Region könnten so Kultur und Sehenswürdigkeiten fördern und werden sichtbar.
(km / Foto: pm/Stefan Roller)

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