Beim Tag der offenen Tür zeigte das Naturtheater Grötzingen mit neuem Konzept vielfältige Einblicke in das Theaterleben. Die Probenausschnitte zu „Der Zauberer von Oz“ und „Die drei Musketiere“ gaben einen Vorgeschmack auf die kommende Saison.
Im Naturtheater Grötzingen steht die neue Saison in den Startlöchern. Gezeigt wird dieses Jahr „Der Zauberer von Oz“ als Kinderstück und „Die drei Musketiere“ als Erwachsenenstück. Doch was läuft eigentlich alles hinter den Kulissen ab? Der Tag der offenen Tür begeisterte am vergangenen Sonntag bei strahlendem Sonnenschein kleine und große Naturtheater-Interessierte mit einem bunten und informativen Rahmenprogramm.
Gemeinsames Aufwärmen zu Beginn
„So viele Menschen tragen mit all ihren Kräften dazu bei, dass dies hier überhaupt möglich ist – sowohl auf, als auch hinter der Bühne“, sagt Regisseurin Marion Jeiter, die dieses Jahr zum zweiten Mal das Kinderstück inszeniert. In drei Wochen ist die Premiere, die Proben gehen dem Endspurt entgegen. Beim Tag der offenen Tür schnuppern die Besucher Theaterluft und werfen bei Backstage-Führungen und an den verschiedenen Ständen einen Blick hinter die Kulissen.
Zack, zack, die Knie hoch und runter, dazu ein Zungenbrecher: Bevor es an die Proben-Ausschnitte geht, ist für die Darsteller erst das gemeinsame Aufwärmen angesagt. „Das ist ein wichtiger Bestandteil vor dem Auftritt. Wir wollen neben der Stimme, Mimik und Gestik auch die Konzentration und das Gemeinschaftsgefühl aktivieren“, erklärt Marion Jeiter dem Publikum und gibt den Schauspielern Anleitungen. Das Kinderstück zählt dieses Jahr 41 Schauspieler, die eine Altersspannweite von zwei bis über 40 Jahren haben.
Funktioniert das Mikro?
Im Erwachsenenstück sind es 25 Schauspieler. Als Proben-Ausschnitt gezeigt wird auch die Eröffnungsszene, die in Paris spielt und zu der das Ensemble gemeinsam auftritt. Doch zuvor muss noch geklärt werden: Ist die Musikeinlage da? Funktioniert das Mikro? „Das ist eine richtige Probe“, sagt Regisseur Jürgen Lingmann schmunzelnd, der bereits zum dritten Mal im Naturtheater Grötzingen inszeniert. Das, was schließlich auf der Bühne zu sehen ist, ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel aus Schauspiel und Ton- und Lichttechnik, das nun in die Endprobenphase geht. In der Inszenierung von „Die drei Musketiere“ steht auch das Fechten auf dem Plan. An diesem Tag bekommt das Publikum Einblicke in diese einstudierten, imposanten Kampfszenen.
Moderator Stefan Pollok führt charmant durch den Tag und zu knackigen Beats und voller ansteckender Tanzfreude bringt die Butterfly-Crew der Nürtinger Tanzschule Tanzflanke mit ihrem 14-minütigen Programm die Bühne des Naturtheaters zum Beben.
Was hinter der Bühne geschieht
Der Tag der offenen Tür steht ganz im Zeichen von „Naturtheater erleben“. Neun Stände laden dazu ein, erkundet zu werden. „Die Idee war, das sichtbar zu machen, was hinter der Bühne geschieht. Vor allem auch, da alles ehrenamtlich gemacht wird“, erzählt Kerstin Schürmann, künstlerische Leiterin des Naturtheaters. Statt der Spielstraße in früheren Jahren sind es jetzt die neun vom Kiosk bis auf die Bühne verteilten Stände, die Infos und Mitmach-Angebote für die ganze Familie bereithalten. Präsentiert werden die Öffentlichkeitsarbeit, Technik, Maske/Frisuren, künstlerischer Beirat, Requisite, Bühnenbau, Kostüme, Saisonablauf und Unternehmen im Ehrenamt. Per Laufzettel kann am Ende das Lösungswort erraten werden, und ist dieses richtig, gibt es mit ein wenig Glück eine von den 15 verlosten Freikarten.
Das Social-Media-Team wächst
Heike Arnold verteilt und erklärt die Laufzettel. Gemeinsam mit Norbert Kytka leitet sie die Gruppe Öffentlichkeitsarbeit. „Wir sind ein 13-köpfiges Team“, erzählt sie. Darunter ist auch das Social-Media-Team, das mittlerweile auf sechs Mitglieder angewachsen ist und am Tag der offenen Tür fleißig unterwegs ist. Den Pinsel schwingen und ein Stückchen Bühnenbild mitgestalten: Bei Constanze Gaßmaier kann ausprobiert werden, was sie mit ihrem rund zehnköpfigen Team großflächig auf die Beine stellt. In enger Zusammenarbeit mit der Regie und dem Bühnenbau entsteht seit November das Bühnenbild. „Es ist immer spannend zu sehen, wie am Ende das Bühnenbild in Interaktion mit den Schauspielern wirkt“, sagt Constanze Gaßmaier. Bis zum Premierenwochenende am 13. und 14. Juni gehen nun die Vorbereitungen in die heiße Phase.
(Text und Foto: Sara Hiller)

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