Die Gemeinde erschließt das Neubaugebiet Obeswiesen. Ab Oktober sollen die ersten Grundstücke vermarktet werden.
Gut Ding will Weile haben. Das Sprichwort dürfte vielen der Verantwortlichen in den Sinn kommen, wenn sie an das Neubaugebiet Obeswiesen in Hochdorf denken. „Das Projekt hat uns jetzt über die vergangenen zehn Jahre begleitet“, erklärt Günter Baumann, Geschäftsführer bei den für die Planung zuständigen Geoteck-Ingenieuren aus Kirchheim. Im November 2016 wurde das Büro von der Gemeinde Hochdorf mit den Planungen beauftragt. „Es war eine Zeit mit Hoch- und Tiefpunkten“, sagt Baumann. Anfangs noch im Verbund mit einem Misch- und Gewerbegebiet geplant, wurde das Wohngebiet später für die Konzeption abgekoppelt.
Das Gewerbegebiet „Mittleres Feld“ liege mittlerweile auch aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage auf Eis, erklärt Hochdorfs Bürgermeister Gerhard Kuttler. Die Gemeinde bemühe sich jedoch, auf dem Areal nahe dem Kreisverkehr an der Roßwälder Straße einen neuen Standort für den örtlichen Edeka zu ermöglichen.
Viel Hoffnung für die Planung des Wohngebiets Obeswiesen setzten die Verantwortlichen in den Paragraf 13 des Baugesetzbuches, dessen Änderung eine Beschleunigung des Verfahrens versprach. Umso größer war die Bestürzung, als das Bundesverwaltungsgericht im Sommer 2023 erklärte, dass alle nach diesem Paragrafen aufgestellten Bebauungspläne unwirksam seien. Dank einer Änderung im Baugesetzbuch hatte die Gemeinde jedoch schließlich die Möglichkeit zur „Heilung“ des Verfahrens innerhalb eines Jahres. „Das hat uns alle sehr gefordert“, erklärt Baumann.
Oberste Bodenschicht ist bereits abgetragen
Nachdem der Bebauungsplan im November 2024 rechtskräftig geworden war, wartete die Gemeinde ein Jahr lang. „Wir wollten schauen, ob es Einsprüche gegen das Projekt gibt“, sagt Baumann. In dieser Zeit sei die Gemeinde jedoch nicht untätig geblieben. „Durch die Sanierung der Mozartstraße im Jahr 2025 konnte bereits die Regenwasserableitung für das Baugebiet vorbereitet werden.“
Seit Kurzem sind auf dem mehr als zwei Hektar großen Areal zwischen Obeswiesenweg und Roßwälder Straße die ersten sichtbaren Fortschritte zu sehen. Die oberste Bodenschicht ist bereits abgetragen. „Der Boden wird zur Verbesserung landwirtschaftlicher Flächen genutzt“, sagt Baumann. Nun folgt die Erschließung des Gebiets.
Mit dieser werde man bis zum Sommer 2027 höchstwahrscheinlich fertig sein. Danach sollen auf dem Areal etwa 100 Wohneinheiten für mehr als 200 Personen in Form von Ein- und Mehrfamilienhäusern entstehen.
„Es ist wichtig, dass wir hier in Hochdorf Wohnraum schaffen“, sagt Bürgermeister Gerhard Kuttler. Das für eine Gemeinde wie Hochdorf groß angelegte Projekt werde ein Beitrag im Kampf gegen den Wohnungsmangel in der Region sein. Es gehe dabei auch darum, erschwinglichen Wohnraum zu schaffen, erklärt Kuttler. Bei den Bauplätzen für die Mehrfamilienhäuser setzt die Gemeinde auf eine Konzeptvergabe. Über den genauen Anteil an sozial geförderten Wohneinheiten werde der Gemeinderat aber noch entscheiden müssen.
Ebenso muss der Gemeinderat noch über die Kaufpreishöhe für die Grundstücke der Einfamilienhäuser entscheiden. Ende September soll der Beschluss stehen, denn ab Anfang Oktober möchte die Gemeinde mit der Vermarktung beginnen. „Dabei gilt das sogenannte Windhund-Prinzip, es geht also nach der Reihenfolge“, sagt Kuttler. Auf ein Modell, das Hochdorfer bevorzuge, verzichte die Gemeinde. Einerseits aufgrund rechtlicher Hindernisse, andererseits aufgrund dessen, dass das Projekt in Hochdorf bereits seit Jahren besprochen werde, erklärt der Bürgermeister. „Wir haben auch schon einige Anfragen“, fügt er hinzu. (tki)

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