Der Mensa-Neubau an der Gartenschule kommt voran, doch auch der zuletzt anvisierte Fertigstellungstermin im November ist nicht zu halten. Bis Anfang 2027 müssen rund 130 Grundschüler weiter mit einem Provisorium auskommen.
Der Ausbau der Ganztagstreuung an der Wendlinger Gartenschule fordert die Stadt finanziell und planerisch massiv heraus. Dank einer umfassenden Umplanung des Projekts konnten die Kosten etwas gedrückt werden. Mittlerweile ist der Neubau schon weit fortgeschritten. Dennoch hat es – wie angekündigt – bis zum Schuljahresbeginn nicht gereicht, aber auch der neu anvisierte Fertigstellungstermin im November wird nicht gehalten werden können.
100 Sitzplätze und 300 Essen
Die Inbetriebnahme ist jetzt für den Jahresbeginn 2027 nach den Weihnachtsferien fest eingeplant.Geplant ist der Umbau der Gymnastikhalle zu einer modernen Großküche, die im Cook‑&‑Chill-Verfahren bis zu 300 Essen zubereiten kann, sowie ein angegliederter Neubau eines Speisesaals mit rund 100 Sitzplätzen.
Dass das Vorhaben zu einer Geduldsprobe für die städtischen Finanzen werden würde, zeichnete sich bereits im Frühjahr ab. Wie damals berichtet, zeigte sich nach der Erteilung der Baugenehmigung Ende März, dass das Erstangebot des Bauunternehmens Brodbeck den kalkulierten Kostenrahmen bei Weitem übertraf. Das eingereichte Angebot lag bei rund 1,26 Millionen Euro (brutto). Als Hauptgründe führte die Stadtverwaltung die zunehmenden globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten an. Insbesondere der Ende Februar ausgebrochene Iran-Krieg, die daraus resultierende Ölkrise sowie steigende Rohstoff- und Baukosten hätten die ursprünglichen Kalkulationen obsolet gemacht.
Um das Projekt nicht gänzlich zu gefährden, ging die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Architekturbüro Essig & Gruber sowie dem Projektsteuerer, der KVL Group, in Verhandlungen. Die Firma Brodbeck signalisierte dabei, dass die Preise nur bei einer zügigen Abwicklung bis Ende 2026 gehalten werden könnten – Verzögerungen hinein in das Jahr 2027 würden Mehrkosten nach sich ziehen.
Streichliste rettet den Zeitplan
Das Bauunternehmen legte sodann ein optimiertes Zweitangebot in Höhe von 1.023.400 Millionen Euro vor – rund 238.000 Euro weniger gegenüber dem ersten Angebot.
Um Zeit und Geld zu sparen, wurde die Bauweise von einer Massivbauweise auf eine schnelle Holz-Hybrid- beziehungsweise Holzständer-Bauweise umgestellt. Auch bei der Haustechnik wird die Lüftungsanlage des neuen Speisesaals an die bereits vorhandene Lüftungstechnik der Sporthalle angeschlossen.
Auch an Fenstern und der Fassade wird gespart, am Eingangsbereich und an der Innenausstattung. So greift die Schule etwa bei der Garderobe und Schränken für Schultaschen nun auf vorhandene, gebrauchte Möbel zurück. Diese Abstriche verkürzen zwar die reine Projektlaufzeit von neun auf sieben Monate, damit konnte die Terminvorgabe zum Schuljahresbeginn 2026/2027 aber trotzdem nicht erfüllt werden. Die Fertigstellung war nun bis Ende November vorgesehen. Dieser Termin wird aber aktuell nicht mehr gehalten werden können.
Im Vergleich zum ursprünglichen Auftragsbudget bedeutet dies eine überplanmäßige Ausgabenhöhe von rund 415.400 Euro, allein für die Baukosten.
Weitere Kosten durch den Kücheneinbau, Möblierung und ebenfalls gestiegene Baunebenkosten kommen hinzu. Damit ergeben sich für den Mensa-An- und -umbau Gesamtbaukosten in Höhe von 1.441.739 Euro. Dadurch entstehen Mehrkosten von insgesamt 491.739 Euro gegenüber dem ursprünglichen Haushaltsansatz von 950.000, weshalb der Gemeinderat eine überplanmäßige Ausgabe in dieser Höhe beschloss – zähneknirschend.
Innenausbau und Blick auf die Interimszeit
Trotz der planerischen Hürden im Frühjahr laufen die Arbeiten aktuell wie am Schnürchen. Nach Angaben von Carmen Höfer, Fachbereichsleiterin für Stadtentwicklung, schreitet der Bau zügig voran. Parallel zu den Rohbauarbeiten sei der Innenausbau in vollem Gange – der Estrich wurde verlegt und die Trockenbaustellwände eingebaut. Durch das angewandte Verfahren „Planen und Bauen“ liege man im neuen Kostenrahmen. (Gaby Kiedaisch)

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