Nürtingen

DLRG Aichtal kämpft um das Hallenbad in Neuenhaus

Nachdem die SPD-Ortsgruppe öffentlich gemacht hat, dass das Schwimmbad dem Sparkus in Aichtal zum Opfer fallen könnte, sammeln die Rettungsschwimmer nun Unterschriften.

Nachdem die Nürtinger Zeitung am 2. November über Aichtals Sparkurs berichtet hat, schaltet sich die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Ortsgruppe Aichtal ein und setzt sich für den Erhalt des Hallenbads ein. Die Berichterstattung hatte sich unter anderem auf einen Beitrag der SPD Aichtal auf Facebook bezogen.


Partei ruft zum Erhalt auf
Auf ihrer Seite ruft die Partei zum Erhalt des Hallenbads in Neuenhaus auf. In einem Kommentar wird außerdem behauptet, dass über eine Schließung des Hallenbads nachgedacht wird.
Auf Anfrage der Nürtinger Zeitung wollte sich Aichtals Bürgermeister Sebastian Kurz nicht näher zu dem Thema äußern, bestätigte aber, dass das Hallenbad auch bei der kürzlich stattgefundenen Klausurtagung zum angespannten Haushalt thematisiert wurde.
Diskussion trifft DLRG „mitten ins Herz“
Die DLRG sieht sich nun zum Handeln gezwungen. In einer Stellungnahme heißt es: „Mit großer Sorge haben wir als DLRG-Ortsgruppe Aichtal den kürzlich in der Nürtinger Zeitung erschienenen Artikel über unser örtliches Hallenbädchen gelesen.“
Die Diskussion um das Hallenbad als möglicher Einsparposten treffe die DLRG „mitten ins Herz“, denn das Hallenbad sei nicht nur ein zentraler Bestandteil der Stadt Aichtal, sondern auch ein Ort für „Spaß, Bildung, Sport, Begegnungen und Sicherheit“.


250 Menschen trainieren wöchentlich
Wöchentlich trainierten rund 250 Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Hallenbad Neuenhaus. „Hinzu kommen die regulären Badbesucher, weitere Sportvereine sowie zahlreiche Schulen aus Aichtal und der Region, die das Bad für den gesetzlich vorgeschriebenen Schwimmunterricht nutzen“, heißt es in der Stellungnahme.


Schwimmen als gesellschaftliche Notwendigkeit
Schwimmen sei eine Fähigkeit, die buchstäblich Leben retten kann. „Blickt man auf die Statistiken der letzten Jahre, sieht man nicht nur, dass immer mehr Bäder schließen, sondern gleichzeitig auch immer mehr Menschen ertrinken.“ Schwimmen sei daher eine gesellschaftliche Notwendigkeit. „Ohne die Möglichkeit, Schwimmen zu lernen, nehmen wir unseren Kindern und uns selbst die Chance, unbeschwert Zeit im Freibad, am See oder Meer zu verbringen.“
Erschwerend komme hinzu, dass Kinder, die das Schwimmen nicht frühzeitig lernen, dies später meist nicht mehr nachholen.


Petition ins Leben gerufen
Gemeinsam wolle man ein Zeichen für den Erhalt des Hallenbades und für einen offenen und transparenten Diskurs setzen und ruft deshalb zum Sammeln von Unterschriften auf. Unter www.openpetition.de/htnnz können Befürworter ihre Stimme abgeben. „Ein Hallenbad zu schließen, spart kurzfristig Geld, aber langfristig kostet es Sicherheit“, heißt es in der Stellungnahme.
(von Matthäus Klemke)

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