Esslingen

Das Estival in neuem Format

Wegen der Marktplatzsanierung muss das Esslinger Estival den Standort wechseln. Welche Veränderungen bringt das mit sich?

Der Esslinger Marktplatz ist derzeit eine große Baustelle. Dass das Estival wegen der Neugestaltung dort nicht wie in den Jahren zuvor stattfinden kann, ist keine Überraschung. Das Esslinger Stadtmarketing hat sich jedoch bereits früh Gedanken über Alternativen gemacht. Das Sommerspektakel ausfallen zu lassen, war keine Option. „Wir wollten den Menschen aus der Stadt und der Region auf jeden Fall eine Alternative bieten“, sagt Michael Metzler, der Geschäftsführer der Esslinger Veranstaltungsgesellschaft Markt und Event.
Bei seiner fünften Auflage geht das Estival deshalb vom 30. Juli bis zum 10. August mit einem neuen Konzept und dem Namenszusatz „Pop-up“ an den Start und weicht einige Meter weiter auf den Rathausplatz aus. Auch der Zugang zum Kleinen Markt wird teilweise mitgenutzt. „Der Platz ist atmosphärisch wunderschön. Man muss in anderen Städten lange suchen, um etwas Vergleichbares zu finden“, sagt der Planer und Organisator Jörg Schall über das Ausweichquartier. Baustellenlärm oder Schmutz müssen die Gäste übrigens nicht fürchten. Das Estival öffnet unter der Woche erst um 17 Uhr, wenn die Bauarbeiter bereits Feierabend machen.
Da das Estival in diesem Jahr deutlich weniger Platz zur Verfügung hat, wird auf die urigen Holzlauben verzichtet. Stattdessen sollen primär für die Servicestände und die Küche neun weiße und stabile Pagodenzelte aufgestellt werden. Die Gäste nehmen an Tischen unter freiem Himmel Platz und sind umgeben von einer historischen Stadtkulisse. Gegen die Sonne wird es große Schirme geben, die bei Bedarf auch den Regen abhalten sollen. Außerdem stehen Stehtische und Liegestühle zum Entspannen bereit.
Das Estival ist nicht einfach eine Hocketse. Am Anspruch, eine Vollgastronomie unter freiem Himmel und solide Kulinarik statt Schnellimbiss zu präsentieren, hat sich nichts geändert. Auch der Service hat Restaurant-Niveau. Es gibt Bedienung am Tisch, Geschirr aus Keramik, Besteck, Gläser und Tischdecken. Trotzdem wird die Veranstaltung im Jahr 2026 deutlich kompakter ausfallen. Verkleinert hat sich neben der Fläche auch die Zahl der Wirtinnen und Wirte. Statt der sonst sechs sind es dieses Mal nur vier Gastronomiebetriebe aus der Region.
Vertreten sind Currles Culinarium, Galleria Zeus, die Weinstube Eißele und der Rote Hirsch. Auf eigenen Wunsch pausieren in diesem Jahr Weinmoment und das Fleischmann Steakhouse & Weinbar. Das kulinarische Angebot reicht von regionaler Traditionsküche über moderne Interpretationen schwäbischer Klassiker bis zu mediterranen Spezialitäten und vegetarischen Gerichten. Dazu werden regionale Weine, Sekt von Kessler und verschiedene Biere serviert. Neu im Programm ist der Estival-Sprizz, eine prickelnde Mischung mit Grapefruit – ohne und mit Alkohol.
Gekocht wird frisch und vor Ort. Neu ist, dass alle Gastronomen dieses Mal gemeinsam eine Küche betreiben und unter einem Zeltdach zusammenarbeiten werden. Gleichwohl stellt jedes Team seine kulinarischen Spezialitäten selbst her. Auch bei der Planung arbeiten die Betriebe zusammen. „Wir sind ein tolles Team und die Vorbereitung macht uns allen richtig Spaß“, lobt Ifigenia Ciriacopoulou vom griechischen Restaurant Galleria Zeus. „Das wird eine wirklich schöne Interimslösung“, ist Annette Currle von Currles Culinarium überzeugt, „jetzt muss eigentlich nur noch das Wetter mitspielen“.
Für die Gäste hat die Kooperation der Wirte den Vorteil, dass sie an allen Tischen die gleiche Karte erhalten. Zudem können die Tische zentral reserviert werden. Angebote machen auch die Lokale am Rathausplatz, die nach Möglichkeit in das Estival einbezogen werden.
Aus Platzgründen wird in diesem Jahr auf eine Veranstaltungsbühne verzichtet. Trotzdem wird es immer wieder kleine Programmpunkte geben, kündigt Michael Metzler an. Ifigenia Ciriacopoulou schwebt unter anderem ein Sirtaki-Event vor. Was bleibt, ist das Angebot an Stadtführungen, das man während des Estivals über das Stadtmarketing buchen kann.
Michael Metzler kündigt an, dass das Festival im Sommer 2027 wieder auf den Marktplatz zurückkehren und im Rahmen des Stadtjubiläums zweieinhalb Wochen dauern soll. Geplant sind besondere Aktionen.

Estival kompakt
Start:
Das Estival-Pop-Up startet am Donnerstag, 30. Juli, um 17 Uhr auf dem Rathausplatz. Die offizielle Eröffnung mit OB Matthias Klopfer findet dann um 18 Uhr statt. Geschlemmt und gefeiert werden kann zwölf Tage lang bis zum 10. August.
Öffnungszeiten: Das Estival-Pop-Up ist von Montag bis Donnerstag von 17 bis 23 Uhr sowie freitags bis 24 Uhr geöffnet. Am Samstag bieten die vier Wirtinnen und Wirte von 11.30 bis 24 Uhr und am Sonntag von 11.30 bis 23 Uhr Speisen und Getränke an.
Reservierung: Wer einen Tisch für das Estival reservieren möchte, kann entweder eine Whatsapp-Nachricht an die Nummer 01 51/ 23 42 39 27 senden oder Plätze mit einer E-Mail an die Adresse : perle@perle-uhlbach.de buchen. (pep)

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