Neckar Schurwald

Fittes Rentner-Team saniert Gastroküche

Damit die Vereinsgaststätte des TV Hochdorf am Aspen Mitte April wieder eröffnet werden kann, haben sich Vereinsmitglieder ins Zeug gelegt.

Wenn alles nach Plan läuft, können die Gäste in einigen Tagen auf den neuen Terrassenmöbeln am Aspen Probe sitzen. Die Rede ist von der Gaststätte des TV Hochdorf, die Mitte April nach zwei Jahren Leerstand wieder eröffnet werden soll. Ein immenser Kraftakt war notwendig, um das Traditionslokal wieder flott zu machen, berichten Michaela Draffehn und Günter Schall vom Vorstandsteam, denn nur durch einen hohen Anteil an Eigenarbeit konnte der Verein diese große Aufgabe stemmen.
Auf mehr als 500 Stunden schätzen Schall und Draffehn die Zahl der Arbeitsstunden, die die Ehrenamtlichen vom TVH in ihr Vereinslokal am Aspen bisher investiert haben. „Die haben einen Megajob gemacht, das Team ist eine glückliche Fügung“, lobt Schall die handwerklich geschickten frisch gebackenen Ruheständler, die den Bärenanteil der Arbeit in den vergangenen Monaten gestemmt haben. „Und das war mehr als sportlich“, so Schall.
Die Rede ist von einem kleinen, aber umso effektiver arbeitenden Team, das sich vor allem aus aktiven Boule-Spielern zusammengefunden hat. „Jeder weiß, wie der andere tickt. Wir kennen uns schon seit Jahrzehnten“, beschreibt Christian Lang die Ausgangslage. Und für seinen Vereinskameraden Manne Braun steht fest: „Das Team war einfach perfekt. Wir haben uns über Wochen gut abgestimmt.“ Zunächst wurde die Holzdecke in der Küche runtergerissen. „So sind wir eingestiegen.“ Denn Holz in der Gastroküche sei nicht mehr zulässig.
Nur einer aus der Gruppe habe als Fliesenleger professionelle handwerkliche Fähigkeiten mitgebracht und dafür gesorgt, dass alle Ecken und Kanten mit perfekten Acrylfugen versehen wurden. Alles andere haben sich die Vereinskameraden selbst beigebracht. Vor allem den Einbau von Gipskartonplatten hätten sie dabei gelernt und damit zum Beispiel auch die große neue Abluftanlage über dem Gastroherd eingehaust und mit Spezialfarbe gestrichen, berichten sie.

Vieles fehlte, vieles war marode
„Wir haben viele Überraschungen erlebt“, erinnert Vorstand Günter Schall beim Rundgang durch die Küche an die heiße Sanierungsphase. Diese Schaltzentrale des Gastronomiebetriebs und damit auch das technische Herzstück musste komplett saniert und neu eingerichtet werden, vieles fehlte, vieles war marode.
Zu den ersten Überraschungen zählten die Angebote, die den TVH-Verantwortlichen dazu ins Haus flatterten. Allein das Angebot des Küchenbauers umfasste die stattliche Summe von 120 000 Euro. „Da mussten wir deutlich abspecken, immerhin sind wir mal von 50 000 Euro ausgegangen“, schildert Schall das Dilemma – am Schluss habe man 80 000 Euro in die Küche investiert.
Schnell war klar, die Ehrenamtlichen müssen Planung und Bauleitung selbst in die Hand nehmen, um Kosten zu drücken. Im September 2025 wurden die ersten Pläne geschmiedet, und nachdem das Vorstandsteam viele Wochenenden über Plänen und Angeboten gebrütete hatte, konnten die technisch versierten Bouler mit der praktischen Arbeit beginnen.
Aber ohne Profis wäre es nicht gegangen. Allein rund 100 Stunden gehen auf das Konto eines Elektrofachbetriebs, der die ganze Elektrik überarbeitet und neue Starkstromkabel verlegt hat. Außerdem gab es Installationsarbeiten zu erledigen, Rohre waren durchgerostet, der Flüssiggastank brauchte neue Armaturen und die neuerdings vorgeschriebenen Funkzähler für Heizung und Wasser mussten ebenfalls eingebaut ­werden. Nun verfügt die Küche über einen neuen Gasherd samt Bratplatte, besagte Abluftanlage, eine Haubenspülmaschine, eine gekühlte Anrichte für Gemüse und Salat sowie zahlreiche Schränke und Arbeitsflächen. Im Gastraum hat der Verein außerdem zwei Theken mit Kühlfächern für Getränke finanziert, während die neue Pächterin Hatice Beydogan den Pizzatisch und die Gläserspülmaschine sowie die Sanierung des Pizzaofens übernommen hat.
„Da sind wir gemeinsam auf einen guten Weg gekommen“, lobt Günter Schall das Zusammenspiel mit der künftigen Gastronomin, die mit ihrer Familie bereits in die dazugehörende Wohnung eingezogen ist.
Noch sind nicht alle Abrechnungen komplett, aber Schall und Draffehn rechnen für die Küchen- und Gastrosanierung mit rund 100 000 Euro Kosten. Der Vorstand hofft nun auf eine langfristige Zusammenarbeit mit der Pächterfamilie, damit die Investition auch wirtschaftlich betrachtet ein Erfolg wird. Es daure immerhin rund zehn Jahre, „bis wir wieder was auf dem Konto haben“, wie es Schall mit Blick auf die künftig anstehende Heizungssanierung und die geplante PV-Anlage formuliert.
Bereits in den vergangenen Jahren wurde in die Sportanlage und das Vereinsgebäude, das 1976 errichtet worden war, kräftig investiert. Neue Flutlichter wurden angeschafft, eine Boule- und eine Laufbahn saniert. Das Dach sei saniert, die Heizung optimiert und die Toiletten renoviert worden, erklärt Schall. Das kostete etwa eine viertel Million Euro. Für die Finanzierung war die Unterstützung der Gemeinde essenziell, zumal das Gebäude Verein und Gemeinde gemeinsam gehört. Die Küchensanierung stemmt der TVH alleine, da er für die Gastronomie zuständig ist. (com)

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