Nürtingen

Tennisclub Oberboihingen soll Teil des TSV werden – Mitglieder entscheiden

Bei einer Informationsveranstaltung stellte ein gemeinsames Projektteam von TSV und Tennisclub Oberboihingen den Mitgliedern die Pläne für einen Zusammenschluss vor. Der TCO soll als Abteilung in den TSV integriert werden. Die Entscheidung fällt in den Hauptversammlungen beider Vereine.

Der TSV Oberboihingen und der Tennisclub Oberboihingen (TCO) treiben ihre Pläne für einen Zusammenschluss weiter voran. Bereits im vergangenen Jahr hatten beide Vereine gemeinsam mit der Gemeinde eine Absichtserklärung unterzeichnet. Darin heißt es: „Der TCO und der TSVO beabsichtigen, ihre Kräfte zu bündeln, um den Spielbetrieb zu optimieren, Synergieeffekte zu nutzen und den Mitgliedern ein breiteres Sportangebot zu machen.“ Unterzeichnet wurde die Vereinbarung im vergangenen März. Seither arbeitet ein gemeinsames Projektteam an den Rahmenbedingungen der geplanten Verschmelzung.

Mitglieder sollen informiert werden
Nun wird das Projekt den Mitgliedern vorgestellt. Den Auftakt machte der Tennisclub, der Ende Januar zu einer Informationsveranstaltung in sein Vereinsheim in der Daimlerstraße eingeladen hatte. Wegen Schnee und Eis war die Resonanz überschaubar: 17 Zuhörer, darunter Bürgermeister Ulrich Spangenberg, waren gekommen. Für TCO-Vorsitzenden Boris Stupurak kein Grund zur Beunruhigung. „Wir sind ein kleiner Verein und haben viele Fragen schon im persönlichen Gespräch klären können“, sagte er.

Stupurak und der TSV-Vorsitzende Mike Müller stellten gemeinsam die Eckpunkte des Zusammenschlusses vor. Geplant ist, den Tennisclub künftig als Tennisabteilung in den größeren TSV einzugliedern. Sämtliche Vermögenswerte und auch die Mitglieder sollen auf den TSV übergehen, der damit Rechtsnachfolger des TCO wird. Bis es so weit ist, werden jedoch noch einige Monate vergehen. Zunächst müssen die Mitglieder beider Vereine zustimmen. „Wir wollen größtmögliche Transparenz und nicht unsere Mitglieder am Hauptversammlungsabend vor vollendete Tatsachen stellen“, betonte Müller.
Für den Zusammenschluss ist in beiden Vereinen jeweils eine Dreiviertelmehrheit in den Hauptversammlungen erforderlich. Erst danach soll der Verschmelzungsvertrag unterzeichnet werden.

Kräfte für die Zukunft bündeln
Beide Vorsitzenden machten deutlich, dass der Zusammenschluss nicht aus wirtschaftlicher Not heraus erfolgt. „Beide Vereine sind wirtschaftlich gesund“, betonten Müller und Stupurak. „Es geht nicht darum, dass wir einen Verein retten müssten, sondern darum, unsere Kräfte für die Herausforderungen der Zukunft zu bündeln“, so Müller.
Wenn die Mitglieder zustimmen, soll der TCO ab dem 1. Mai dieses Jahres als Tennisabteilung im TSV Oberboihingen aufgehen. Das bisherige Vereinsvermögen wird als Abteilungsvermögen übernommen, ebenso das Vereinsheim. Die Tennisplätze bleiben auf von der Gemeinde gepachteten Flächen, sämtliche Verträge übernimmt der TSV als Rechtsnachfolger.
Bürgermeister Ulrich Spangenberg bezeichnete die Verschmelzung als „Antwort auf die Fragen der Zukunft“. Zugleich sicherte er zu, dass die Gemeinde auch nach dem Zusammenschluss an allen bestehenden Pachtverträgen festhält. Der Pachtvertrag für die Tennisanlage läuft noch bis 2058. Mittelfristig planen TSV und Gemeinde, Tennisplätze am heutigen TSV-Gelände zu errichten. „Bauplanungsrechtlich ist das schon gesichert“, erklärte Spangenberg. Zunächst müssten jedoch die Grundstücke erworben werden. Deshalb sei es unseriös, bereits jetzt einen Zeitplan zu nennen. Die Fusion sichere zunächst den Status quo: Die Tennisabteilung bleibe vorerst an ihrer bestehenden Anlage.

Änderungen kommen jedoch auf die Mitglieder bei den Beiträgen zu. Projektmanager Fabian Fischer erläuterte, dass es derzeit 16 verschiedene Beitragsmodelle beim TCO gebe. „Das Ganze ist etwas angestaubt, und wir haben schon länger keine Anpassungen mehr vorgenommen“, sagte er. Künftig sollen Tennisspieler den regulären TSV-Mitgliedsbeitrag zahlen, zuzüglich eines Zusatzbeitrags für die Tennisabteilung. Passive Mitglieder können Fördermitglieder werden, ohne den Hauptbeitrag entrichten zu müssen. Auch die Zahl der Arbeitsstunden reduziert sich. „Wegen der geänderten Vereinsstruktur fällt dann weniger an“, so Fischer.

Für die meisten Mitglieder ändere sich an der Beitragshöhe wenig, Doppelmitglieder würden sogar sparen. Zudem könnten Tennisspieler künftig das gesamte Sport- und vergünstigte Kursangebot des TSV sowie Einrichtungen wie den Kraftraum nutzen. Wer mit den Änderungen nicht einverstanden ist, kann seine Mitgliedschaft bis zum 30. April per Sonderkündigungsrecht beenden.
Zum Abschluss lobte Bürgermeister Spangenberg die Arbeit der Projektgruppe ausdrücklich: „So wird es was.“ Aus dem Kreis der Teilnehmer kam zudem bereits ein möglicher Leitspruch für den Zusammenschluss: „Ein Dorf, ein Verein“. (Philip Sandrock)

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