Das Vereinsheim auf der Halde gehört seit letztem Jahr der Stadt. Für das Jahr 2026 hat sich die Ortsgruppe Wendlingen im Schwäbischen Albverein einiges vorgenommen.
Das Vereinsheim gehörte 65 Jahre lang der Wendlinger Ortsgruppe im Schwäbischen Albverein. Seit dem Verkauf des Häusles im letzten Jahr ist die Stadt Wendlingen neue Eigentümerin. Für 88.000 Euro hatte es den Besitzer gewechselt. Im November war die Übergabe an die Stadt.
„Der Albverein hat keine andere Möglichkeit gesehen, das Häusle zu halten“, erklärt Fred Schuster, seit Juli 2024 Vorsitzender der Ortsgruppe, die Umstände für den Verkauf. Jahrzehntelang war die Bewirtschaftung am Wochenende ein bewährtes Konzept gewesen, um die Unterhaltungs- und Betriebskosten für das Häusle zu sichern.
Mitgliederzahlen schwanden
Denn allein von den Mitgliedsbeiträgen hat der Verein das Häusle nicht finanzieren können, zumal dem Gesamtverein ein Großteil der Beiträge zukommt. Als sich mit der Zeit dann noch die Freizeitaktivitäten änderten und die Mitgliederzahlen schwanden, wurde es zunehmend schwieriger, auch die Bewirtschaftung aufrechtzuerhalten.
Immer weniger Mitglieder waren bereit, am Wochenende im Vereinsheim zu arbeiten. Daher blieb die Bewirtung immer häufiger an immer denselben Freiwilligen hängen. Daran änderte sich auch nichts, als der Zeitraum für die Bewirtung zwischen April und Oktober auf Juni und Oktober verkürzt worden war. „Ein erster Sargnagel war dann Corona. Damals kam der Ausschank im Albvereinshäusle ganz zum Erliegen“, so Fred Schuster. 2023 war dann die letzte Saison, in der das Heim bewirtschaftet wurde. „Insgesamt 15 Sonntage lang, mehr war personell nicht drin“, berichtet der Vorstand. Die Einnahmen wurden immer weniger. Der Verein musste sich schleunigst nach einer anderen Lösung umsehen. Schweren Herzens entschied man sich dazu, das Häusle zu verkaufen, womit freilich nicht alle Mitglieder einverstanden waren. Vor allem diejenigen nicht, die 1958/59 noch selbst am Vereinsheim mitgeplant und/oder es mit eigenen Händen gebaut hatten.
Ein Modell für andere Liegenschaften des Albvereins
Auch der Käuferkreis war begrenzt, trotz bester Lage und Aussicht. Denn das Grundstück mit dem Häusle befindet sich mitten im Naturschutzgebiet. Eine Vergrößerung des Gebäudes oder gar ein Neubau sind damit verboten. Es hat lediglich Bestandsschutz. Klassische Investoren waren damit raus. Somit lag es nahe, das Vereinsheim der Stadt zum Kauf anzubieten. „Die Stadt ermöglicht, dass das Häusle weiterhin gemeinnützig erhalten bleiben kann“, sagt Schuster über die gefundene Lösung, mit der sich auch manches Mitglied anfreunden kann, das einem Verkauf bisher ablehnend gegenübergestanden hat.
Häusle kann gemietet werden
Nach Schusters Dafürhalten könnte der Verkauf an die Stadt auch „ein Modell für andere Liegenschaften des Albvereins“ sein, wenn Ortsgruppen ihr Vereinsheim aus personellen und wirtschaftlichen Gründen nicht mehr halten können.
Was die Stadt Wendlingen mit dem Albvereinshäusle vorhat, das ist längst raus. Das Haus soll von den örtlichen Vereinen, aber auch von Schulen und Kindertageseinrichtungen, genauso wie von der Volkshochschule, Musikschule, dem Jugendhaus oder Behörden und Kirchen, gemietet werden können. Die Anmeldungen für Vermietungen laufen über die Stadt. Auch die Wendlinger Albvereinsgruppe hat nach dem Verkauf an die Stadt ihr ehemaliges Vereinsheim angemietet. Sie will sich dort künftig regelmäßig am ersten Donnerstag im Monat von 17 bis 21.30 Uhr treffen. „Bei kleinem Vesper und Getränken zum Schwätzen und gemütlichen Beisammensitzen“, sagt Schuster.
Öffentliche Ideenbörse im Frühjahr
Nach dem Verkauf will sich die Ortsgruppe laut Schuster 2026 erst einmal „neu konsolidieren“. Dazu hat er mit Gerhard Kurz (Zweiter Vorsitzender), Frank Schmadalla (Kassier), Wanderwart Werner Kienel und Schriftführerin Angela Aurenz ein engagiertes Team an seiner Seite. Im Frühjahr wolle man eine öffentliche Ideenbörse veranstalten, bei der sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Ideen einbringen können, ähnlich dem Bürgerverein, der dadurch neue Impulse bekommen hatte. „Wir wollen Leute gewinnen, die Ideen haben“, so der Albvereins-Vorstand. (Gaby Kiedaisch)

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