Zum neunten Mal feiert Nürtingen die Krimizeit.
Die Deutschen lieben es spannend – zumindest, wenn es um Bücher geht. Krimi, Thriller und Horror stehen unangefochten an der Spitze der bevorzugten Genres. Diese Vorliebe teilen sich Frauen wie Männer gleichermaßen und so dürfte die mittlerweile neunte Nürtinger Krimizeit ein gefundenes Fressen für Freunde des gepflegten Grusels darstellen. Das städtische Kulturamt hat in Kooperation mit neun weiteren Kultureinrichtungen ein vielfältiges Programm über Mord und Totschlag auf die Beine gestellt. Insgesamt 17 Veranstaltungen spannen einen abwechslungsreichen Bogen vom Theaterstück über Lesungen bis hin zu den seit Jahren beliebten Krimi-Spaziergängen mit kulinarischem Kick.
Die „Mörderischen Schwestern“
So präsentieren die „Mörderischen Schwestern“ am 5. März im Gok‘schen Keller eine „Ladies Crime Night“. Fünf Autorinnen eines Netzwerks aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, das den von Frauen geschriebenen Kriminalroman fördert, tauchen in die Welt des Verbrechens ein und werden dabei musikalisch von der Sängerin Sally Grayson unterstützt. Den schwarzhumorigen Auftakt zur neunten Nürtinger Krimizeit bestreitet aber der aus dem Polizeiruf 110 bekannte Schauspieler Martin Lindow am 15. Januar in der Stadthalle K3N. In der preisgekrönten Inszenierung der Tourneebühne Landgraf mausert er sich zum Musterschüler, der buchstäblich ein Mordsvergnügen bei der Lektion „Achtsam morden“ entwickelt.
Premiere
Eine Premiere bei der Nürtinger Krimizeit feiert das Improvisationstheater Krimiwerke aus Stuttgart. Am 26. Februar begibt sich das Ensemble gemeinsam mit dem Publikum in der Kreuzkirche auf Verbrecherjagd. Und dabei ist niemand vor Überraschungen sicher, denn erst im Zusammenspiel mit dem Publikum entwickelt sich der Mordfall bis hin zu seiner Lösung.
Ein weiterer Höhepunkt ist die Veranstaltung mit dem Erfolgsautoren Jean-Luc Bannalec alias Jörg Bong. Er wird im Rahmen eines Gesprächs mit Reinhold Joppich, dem ehemaligen Geschäftsführer von Kiepenheuer & Witsch, den 14. Fall seines beliebten Kommissars Dupin am 12. März in der Stadthalle K3N vorstellen. Den „Bretonischen Versuchungen“ dürften sicherlich viele Krimifans erliegen. Nicht minder fesselnd wird der Besuch der habilitierten Historikerin Karina Urbach am 19. März in der Kreuzkirche. Die Preisträgerin des deutschen Krimipreises 2024, liest aus ihrem ausgezeichneten Roman „Das Haus am Gordon Place“. Darin verwebt sie auf mehreren Zeitebenen einen Mordfall im heutigen London mit Spionage im geteilten Wien der Nachkriegszeit.
Die Nürtinger Krimizeit widmet sich aber nicht nur Verbrechen im Ausland, sondern wirft auch einen Blick darauf, was vor der eigenen Haustür passiert: So lässt Gerd Stiefel am 1. März in der Sammlung Domnick die Ermittlungen seines Protagonisten Karl Grimm in einer Mordserie am Bodensee lebendig werden.
Und Ruth Edelmann-Amrhein schickt am 16. April in der Buchhandlung „Im Roten Haus“ ein Ermittlerduo aus Schwaben auf die Spur des Bösen.
Mordpläne, die nach hinten los gehen
Dass Mordpläne auch mal nach hinten losgehen können und Verbrecher nicht von Pleiten, Pech und Pannen verschont bleiben, schildert Ralf Kramp in seinen schaurig-lustigen Romanen und Kurzgeschichten. Mit seinem zwischen Gänsehaut und Scherzinfarkt pendelnden Auftritt „Wie wär‘s denn mal mit Mord?“ sorgt er am 19. April in der Sammlung Domnick für einen unterhaltsamen Abend.
Zum Abschluss der Veranstaltungsreihe lädt das Amt für Stadtmarketing und Tourismus am 22. April zu einem fesselnden historischen Stadtspaziergang durch Nürtingen ein.
Ein besonderes Kennzeichen der Nürtinger Krimizeit ist die Verbindung von Nerven- und Gaumenkitzel.
Am 24. und 25. März startet das 3-Gänge-Menü jeweils um 19 Uhr mit einer Vorspeise im Café MaLe, während SWR-Moderator Rudolf Guckelsberger aus „Gift und Gänsebraten“ liest und dabei von Barbara Gäsle am Banjo begleitet wird. Zum Hauptgang im Restaurant Belsers serviert die Neuffener Autorin Isa Klink eine Kostprobe aus ihrem Roman „Düsterkalt“.
Das Dessert im Gok‘schen Keller wird mit einer weiteren literarisch-musikalischen Einlage von Rudolf Guckelsberger und Barbara Gäsle, diesmal an der Gitarre, serviert. Kriminalfälle aus dem mittelalterlichen Nürtingen werden im Rahmen eines Stadtrundgangs zum neuen Leben erweckt: Am 30. Januar und 28. Februar lädt das Amt für Stadtmarketing und Tourismus in Kooperation mit dem Naturtheater Grötzingen zu einer besonderen Stadtführung ein, die unter anderem „Von Hexen und Spitzbuben“ handelt. Eine wärmende Suppe im Café MaLe ist inbegriffen.
Die Spurensuche in einem Kriminalfall kann mitunter ebenso spannend und aufregend sein, wie das Aufspüren von Aromen im Weinglas. Das „Ermittler“-Duo Hartmut Wirsching und Hannes Rehm kombiniert am 7. Februar im Theater im Schlosskeller Fundstücke aus ihren Lieblingskrimis mit persönlichen Weinfavoriten und präsentieren am Ende äußerst schmackhafte Ergebnisse.
Krimis für Kinder
Die Nürtinger Krimizeit hat aber nicht nur für Erwachsene etwas zu bieten. Krimis stehen insbesondere durch Serien wie „Die drei ???“ auch bei Kindern und Jugendlichen hoch im Kurs.
Kinderbuchautorin Helene Blanck stellt daher am 13. April in der Stadtbücherei Nürtingen im Rahmen einer interaktiven Mitmachlesung ihren ersten eigenen Band „Fiese Fälscherbande“ aus der Reihe „Die drei ??? Kids“ vor und steht dabei Rede und Antwort.
Info: Weitere Infos, wie zu den Preisen, gibt es unter www.nuertingen.de/krimizeit. nt

Kommentare sind deaktiviert.