Gemeinderat hält Haushaltsreden und verabschiedet den Etat für das anstehende Jahr.
In der Oktober-Gemeinderatssitzung hatte Neckartailfingens Kämmerin Alisa Spannbauer das Zahlenwerk des Haushaltsplans 2026 bereits ausführlich vorgestellt. In der letzten Gemeinderatssitzung des alten Jahres hielten die Vertreter der Fraktionen nun ihre Haushaltsreden. Danach wurden der Haushaltsplan und die Haushaltssatzung 2026 einstimmig verabschiedet.
12,8 Millionen Euro geplante Einnahmen stehen im Ergebnishaushalt 2026 14,2 Millionen kalkulierte Ausgaben gegenüber. Aufgrund höherer Zuschüsse aus Förderprogrammen kann die ursprünglich geplante Kreditaufnahme von vier Millionen Euro um 0,5 Millionen Euro auf 3,5 Millionen Euro reduziert werden. Größtes Investitionsprojekt ist 2026 mit eingeplanten 6,4 Millionen Euro Ausgaben die Sanierung des Grundschulgebäudes. Der Schuldenstand Neckartailfingens soll zum 31. Dezember 2026 5,06 Millionen Euro betragen.
Viel Lob für die Verwaltung
Aus den drei Haushaltsreden der verschiedenen Fraktionen klang sehr viel Lob für den Bürgermeister und seiner Verwaltung heraus. „Wir haben eine Verwaltung, die ihr Handwerk versteht, und in ihrer soliden Finanzpolitik mit dem Gemeinderat lösungsorientiert zu Kompromissen bereit ist“, so Sabine Müller (SPD-FB). Müller blickte auch im Namen ihres Fraktionskollegen Matthias Seitz auf 13 Punkte, die 2025 in Neckartailfingen umgesetzt wurden, zurück. Für 2026 regte Müller an, bei Investitionen weiterhin staatliche Zuschüsse auszuschöpfen. Als Wünsche für 2026 äußerte die SPD-FB-Fraktion einen Begegnungsplatz vor der alten Schule und eine Bocciabahn und Sitzbänke neben dem Jugendhaus zu errichten.
Die Schulsanierung, der Neubau von Kitas, die Einführung der Ganztagsschule, die Sanierung der Kläranlage und die Erhaltung und Erneuerung der Neckartailfinger Infrastruktur sind für die fünfköpfige WJB/CDU-Fraktion wichtige Aufgaben im Jahr 2026. „Die Schule wird nicht nur ein Dach über dem Kopf sein, sondern ein moderner Lernraum, der Kreativität, Sicherheit und Zukunftskompetenzen fördert“, so Thomas Knöll. Die Gewerbeentwicklungsstrategie trage dazu bei, dass Arbeitsplätze geschaffen werden und die Gemeinde durch langfristige Steuereinnahmen gestärkt würde.
Wichtige Investitionen für die Jugend
„Schule und Kindergarten sind unsere größten finanziellen Projekte. Sie sind wichtige Investitionen in unsere Jugend, und damit in unsere Zukunft“, betonte Gemeinderat Karl Lorch in der Haushaltsrede der FFW-Fraktion.
Das kalkulierte Haushaltsminus von 1,4 Millionen Euro für 2026 sei für viele Bürger schwer nachvollziehbar, würde aber ohne das große Engagement von Bürgermeister und Verwaltung noch deutlich höher ausfallen.
„Trotz aller großer Themen und der Minuszahlen steht unser 2026er-Haushalt auf einem soliden Fundament“, geizte Lorch nicht mit Lob. „Wir finden nur gemeinsam Lösungen“, gab Bürgermeister Wolfgang Gogel die Anerkennung der Verwaltungstätigkeit an die Gemeinderäte zurück.
Haushaltsplan einstimmig verabschiedet
Der Rathauschef gratulierte auch Christina Gombold zur Beförderung zur Hauptamtsleiterin. Die 14 Gemeinderäte stimmten der Verabschiedung der Haushaltsplans 2026 und der Finanzplanung 2027 bis 2029 einstimmig zu.
Positiv wirkt sich auf die Neckartailfinger Finanzen auch der von Architekt Peter Hübner vorgestellte Zwischenbericht der Sanierung der Liebenauschule aus.
Der Planer berichtete, dass man bei der bisherigen Vergabe von 70 Prozent der Gewerke meistens unter den ursprünglich geplanten Kosten des Elf-Millionen-Projekts liege, und damit von der aktuellen konjunkturellen Situation profitiere. (Rudi Fritz)

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