Der Stadtrundgang, auf den sich Interessierte selbst begeben können, führt zu geschichtsträchtigen Stationen durch den Stadtteil Unterboihingen. Per QR-Code gibt es mehr Informationen zu jeder der elf Stationen. Initiator ist eine ehrenamtliche Gruppe des Bürgervereins Wendlingen.
Stadtrundgänge, bei denen man etwas über den Ort erfahren kann, liegen voll im Trend. Besonders beliebt sind solche, bei denen man auf eigene Faust Anfang und Ende, Uhrzeit und Tempo selbst bestimmen kann.
Start ist am Holzparkhaus
Neben den seit dem dritten Jahr angebotenen Wendlinger Stadtspaziergängen, die von Stadtführern geleitet werden, hat die Gruppe „Mein Wendlingen“ nun ein neues Angebot, nicht nur für Geschichtsinteressierte.
„Beginn ist am Holzparkhaus“, sagte Wilfried Schmid erst kürzlich zur offiziellen Eröffnung des Ersten Stadtrundgangs. Dort, am heutigen Schwanenweg, stand ehemals der Gasthof Schwanen, direkt am damaligen Bahnübergang. Blechlawinen von Autos und Lastwagen plagten sich noch bis Anfang der 1970er-Jahre über die historische Ulrichsbrücke, bis man sich entschied, eine moderne Brücke (Römerbrücke) für den zunehmenden Verkehr zu bauen, der von da an ohne langes Warten an der Bahnschranke über die Eisenbahnstrecke Tübingen–Stuttgart direkt nach Wendlingen hineinfahren konnte.
„Neben der kurzen Beschreibung zu den historischen Gebäuden und Orten gibt es auf jeder Hinweistafel einen QR-Code, der mit weiteren detailliert beschriebenen Informationen mit viel Bildmaterial verlinkt ist“, so Schmid über die Raffinesse der Digitalität.
Mit Smartphone oder Tablet können über den QR-Code an Ort und Stelle weitere Informationen, interessante Einblicke und Bilder gescannt werden.
Wer möchte, kann so alles nochmals in aller Ruhe zu Hause digital Revue passieren lassen. „Für Sehbehinderte ist der Text auch als Audio-Datei abrufbar“, ergänzte Schmid bei der Präsentation.
Der Stadtrundgang kann auch woanders begonnen werden
Am Holzparkhaus ist zwar die erste Station, laut Wilfried Schmid „kann mit dem Stadtrundgang jedoch begonnen werden, wo man will“. Der Rundgang ist so konzipiert, dass man jederzeit irgendwo anders einsteigen kann. So muss man auch nicht auf einmal die insgesamt elf Stationen ablaufen, sondern kann sich den Rundgang aufteilen, so wie es einem beliebt und man Zeit zur Verfügung hat. Weitere Stationen sind unter anderem der Bahnhof und das Hotel Keim, das Schloss Unterboihingen, das Milchhäusle, die Kapelle im Hürnholz und die Arbeitersiedlung in der Spinnerstraße.
„Der Rundweg ist für Menschen, die die eigene Stadt kennenlernen wollen, und natürlich für Auswärtige, die ihre Region historisch kennenlernen und das mit einem Spaziergang verbinden wollen. Selbst als Alt-Wendlinger habe ich bei der Recherche noch einiges erfahren, wovon ich vorher noch keine Ahnung hatte“, sagte Schmid unverblümt.
Umgesetzt hat den Rundgang „Mein Wendlingen“ eine Untergruppe von etwa zehn Ehrenamtlichen innerhalb des Bürgervereins. Jeder hatte etwas beigetragen. So stammt die digitale Unterstützung von Klaus Oswald, der zusammen mit Manfred Klumb den Vorsitz des Bürgervereins inne hat. Klumb war für die Hardware zuständig, hat also alles, was mit den Tafeln zusammenhing, bis zum letzten Schräubchen organisiert und vor Ort montiert und aufgestellt. „Das war eine tolle Teamarbeit“, freute sich Manfred Klumb über so viel Gemeinsinn.
Bürgermeister Steffen Weigel bedankte sich bei allen Beteiligten des Bürgervereins. Er freue sich, dass sich die Ehrenamtlichen dieser Aufgabe angenommen haben. „Das ist alles sehr professionell gestaltet worden“, sagte das Stadtoberhaupt anerkennend.
„Es war immer ein Wunsch auch der Stadt, dass solche Stadtrundgänge angeboten werden“, freute sich Weigel darüber, „dass der Bürgerverein die Idee nun aufgegriffen hat“.
Für ebenso erwähnenswert befand Weigel, dass der Bürgerverein „für die Kosten eigene Sponsoren gefunden hat“.
In diesem Jahr geht es mit Bodelshofen weiter
Insgesamt möchte die Gruppe „Mein Wendlingen“ vier solcher Stadtrundgänge anbieten. Nach Unterboihingen soll noch in diesem Jahr der Stadtteil Bodelshofen mit weiteren Stationen folgen, dann Wendlingen und zum Schluss noch einmal „Unterboihingen Süd“.
„Das ist aber nur ein Arbeitstitel“, schmunzelte Wilfried Schmid. Gemeint sind damit die Otto-Villa mit dem Neckarspinnerei-Quartier und der evangelische Friedhof.
Während also der Stadtrundgang in Unterboihingen selbstständig erkundet werden kann, gibt es in der Reihe „Stadtspaziergänge“ seit diesem Jahr zu den vorhandenen elf Angeboten drei neue. (von Gaby Kiedaisch)
Info: Hierzu gibt es weitere Informationen inklusive der Anmeldung unter www.bürgerverein-wendlingen.de/mein-wendlingen oder www.wendlingen.de/freizeit-kultur/tourismus/stadtfuehrungen.

Kommentare sind deaktiviert.