Neckar Schurwald

Neuer Anlauf für neue Sportanlagen

Die Pläne für einen Sportpark Neckartal in Wernau sind Geschichte. Die Vereine sehen die Hallensituation heute deutlich kritischer als im Jahr 2016. Jetzt fasst der Gemeinderat eine neue Sporthalle auf dem Katzenstein ins Auge.

Vor allem im Winter wird es eng in den Wernauer Sporthallen. Die Vereine drängen auf weitere Flächen, die Realschüler müssen teilweise die eineinhalb Kilometer zur Neckartalhalle zu Fuß gehen. Der Gemeinderat denkt jetzt unabhängig vom gescheiterten Sportpark Neckartal über eine neue Sporthalle nach. Zur Erinnerung: Das Großprojekt sah vor, dass sich vier Wernauer Sportvereine zusammentun. Der Turn- und Sportverein (TSV) hätte sein Gelände auf dem Kehlenberg aufgegeben, die Sportanlagen im Neckartal wären neu sortiert und ergänzt worden. Voraussetzung dafür war die Vereinsverschmelzung, die letztlich scheiterte, weil sich der TSV und die Wernauer Sportfreunde (WSF) nicht auf einen Vereinsnamen einigen konnten.
Jetzt wird neu gedacht, wofür der Gemeinderat beim Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps), das schon beim ersten Teil der Sportentwicklungsplanung im Boot war, eine aktuelle Analyse bestellt hat. Die Vereine sähen die Hallensituation heute deutlich kritischer als im Jahr 2016, berichtete ikps-Geschäftsführer Wolfgang Schabert im Gremium. Das könnte an gestiegenen Erwartungen liegen, meinte er, es gibt aber auch handfeste Entwicklungen: Der TSV braucht dringend geeignete Trainingsmöglichkeiten für die erfolgreichen Leistungsturner und wächst auch in anderen Abteilungen; ebenso hat der Handballclub in den vergangenen Jahren rund ein Drittel an Mitgliedern dazugewonnen. Und die WSF erlebten zwar zeitweise einen Mitgliederschwund, hätten den Trend aber wieder umgekehrt, so ihr Sprecher Hagen Stegmüller. Insgesamt sei „der Bedarf einer zusätzlichen Sporthalle in Wernau nachvollziehbar und begründbar“, fasste Schabert zusammen.

Verlagerung kostet Zeit und viel Organisation
Die Sportvereine würden das dringlicher formulieren. Sie sehen auch die Sportplatzsituation kritischer als Schabert, der eine bessere Auslastung der WSF-Plätze im Neckartal und eine „politische Lösung“ anmahnt. Was bedeutet, der TSV und die WSF müssten sich zusammenraufen. Allerdings gibt es auch im Gemeinderat Stimmen, die sich unabhängig davon für einen Kunstrasenplatz aussprechen, denn der wäre auch im Winter ohne Einschränkung nutzbar. Uwe Pfeffer von der Wernauer Bürgerliste/Junge Bürger stellte die Idee in den Raum, den Tartanplatz bei der Neckartalhalle zum Kunstrasenplatz umzubauen.
Das wurde nicht weiter vertieft, derzeit habe man bei den Hallen den größeren Druck, betonte Schabert, der auch die Schulen befragt hat. Die Teckschule und die Schlossgartenschule kämen mit ihren Räumen über die Runden, meinte er, die Turnhalle auf dem Katzenstein reiche aber für die Realschule und die Zweigstelle der Schlossgartenschule nicht aus. Die Realschule verlagere deshalb Teile ihres Sportunterrichts in die Neckartalhalle – das kostet Zeit und erfordert viel Organisation.
Sinnvoll ist laut den Planern deshalb – auch im Hinblick auf das Neubaugebiet Adlerstraße Ost III – eine neue Halle auf dem Katzenstein, entweder eine Zwei- oder eine Dreifeldhalle. Bei der größeren Variante hätte man die Möglichkeit, die aktuelle Turnhalle mit festen Geräten für die Turner auszustatten, die Hallenzeiten wären trotzdem ausreichend, bestätigte der Fachmann.
Nicht mehr in der Diskussion scheint eine Sporthalle beim TSV auf dem Kehlenberg: Das sei baulich kaum umsetzbar, sagte Wernaus Stadtbaumeister Patrick Klein. Die Tendenz im Gemeinderat ging klar in Richtung einer „großen Lösung“, einer neuen Dreifeldhalle bei der Realschule. Ein Beschluss wurde in der vergangenen Sitzung aber noch nicht gefasst. (aia)

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